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J.J. - Julian Jones
[2]


 
RANCOON

ACHTUNG!!! EINE GESCHICHTE, DIE NICHT IN UNSERER WELT SPIELT - WEDER AUF UNSERER ERDE UND NOCH NICHT MAL IN UNSERER DIMENSION... ;-)
SONDERN IN MEINER AMAYRA-VARIANTE!
BETRETEN DER "PHANTASTISCHEN" DIMENSIONEN AUF EIGENE GEFAHR!

(c) by Basilea/Barbarella

Autorin: Barbara (barbarella_1970@yahoo.de

Rating: R bis NC-17 (jedenfalls stellenweise)
[Sklaverei, Sexuelle Hörigkeit, BDSM und andere Brutalitäten, Inzest, non-con, MPreg und was mir sonst noch alles in den Sinn kommt... *sadistisch-grins*]

Disclaimer: Diese Geschichte spielt in meiner Amayra-Variante und deshalb gehört alles mir, ätsch! Irgendwelche Ähnlichkeiten mit echten oder erfundenen Personen wären rein zufällig.

Spielt weit in der Zukunft (in der Sil'Amor-Ära)... als es - gewissermassen aus Politischen Gründen - einen Föderierten nach Malga-Siru verschlägt, wo er allerhand mitmachen muss, das arme Unschuldslämmchen... *diabolisch-lächel*

Anmerkung: Wenn J.J. anwesend ist bedeutet für gewöhnlich "..." Reden in Fédéral und '...' Reden in Rancoon/Milgoon ;-)

Gewidmet meinem lieben Freund Xenon. Das hast du nun davon! ;-P

 

 

 

 

ARAK ATAYA - DER SCHWARZE DRACHE

 

 

Was bisher geschah: Julian Jones, ein junger Mann aus der Föderation, wird - aus Politischen Gründen - nach Malga-Siru verheiratet, an die Fürstin von Rancoon... und findet sich zu seinem Schrecken schliesslich nicht etwa irgendwo in der mondänen Malgaïschen Gesellschaft wieder, sondern auf der untersten Stufe in einem Harem, in einer gottverlassenen Provinz am Arsch der Welt.

Und er kann sich nur schwer an die Sitten und Gebräuche hier gewöhnen - und daran, dass man ihn hier bestenfalls als Sexspielzeug betrachtet. Er ist eben nur Elesch, der Fremde, der nicht mal die Sprache richtig sprechen kann.

Nicht zuletzt mit Drogen wird er jedoch irgendwann gefügig gemacht und lernt endlich zu kuschen, wenn der Bruder der Fürstin ihn rannehmen will.

 

 

11. Kapitel

Telon nimmt ihn wieder mal zu einer Party mit... oder besser gesagt zu einem Gelage mit anschliessendem Sex - also das was sich J.J. immer so gemeinhin unter einer Orgie vorgestellt hat. Jetzt ist er selbst meist mittendrin und hat inzwischen ziemlich gut gelernt, den anderen zu gefallen... ja mehr noch, er hat tatsächlich gelernt, es auch wirklich selber zu geniessen... und dabei lieber nicht zuviel darüber nachzudenken, ob das wohl mit seinen geänderten 'Moralvorstellungen' zu tun hat oder nur an den Drogen liegt, die er jetzt viel besser verträgt, seit Lara wohl irgendwas an der Kräutermischung geändert hat.
Lara von Rancoon, immer noch der Traum seiner schlaflosen Nächte. In seinen Träumen nennt er sie manchmal 'Schwarzer Drache' und er wünschte sich, sie würde wirklich den Goldenen Drachen stürzen und selbst den Thron besteigen, wie es offenbar in einer Prophezeiung vorhergesagt wird.
Darum würde Lacial auch jedem den Kopf abhacken lassen, der sowas laut sagt... und darum würde J.J. den Namen *Arak Ataya* auch niemals laut aussprechen, schon gar nicht im Zusammenhang mit Lara, der Grossen Hexe mit dem königlichen Blut.
Aber zurück zur aktuellen Orgie.
Diesmal sind sogar Frauen dabei... Allerdings keine Conjugas und Layas, sondern Amazonen. Einige von denen erkennt er wieder, da sie zu den Wachen gehören, die ihn herumzuführen pflegen.
Als sie an ihm herumzugrabschen beginnen, denkt er nicht mal mehr an irgendwelchen Widerstand, sondern lässt sich alles gefallen und tut, was von ihm erwartet wird... wie in Trance, als liefe sein Körper mit Autopilot. Ob ihm jemand eine Frucht in den Mund schiebt, Finger, eine weiche Brust oder einen harten Schwanz - ganz egal, er fängt an zu nuckeln, zu lutschen und zu saugen, als hinge sein Leben davon ab.
Auch als sich eine Amazone mit sadistischem Lachen auf sein Gesicht setzt, setzt er instinktiv seine Zunge ein, als hätte er sein Leben lang nichts anderes gemacht...
... und dass er irgendwann einmal jemals irgendwelche Hemmungen hatte, kann er sich gar nicht mehr vorstellen.
Hemmungen kann man sich hier nicht leisten.
Sein Haar reicht ihm inzwischen bis auf die Schulter, denn es wurde ja in den letzten Monaten nie geschnitten. Sobald es noch länger ist, vielleicht in einem Jahr oder so, werden J.J. nur noch seine Augen als Fremdling verraten...

Als Telon mit den Fingern schnippt, zögert J.J. keinen Augenblick, sondern krabbelt zu ihm und sieht ihn fragend an, bereit alles zu tun was der Herr will, wie es sich für ihn gehört.
Vor einem halben Jahr oder so hätte er sich nicht träumen lassen, dass er mal einem Mann den Schwanz lutschen würde, aber das scheint ihm inzwischen eine Ewigkeit her zu sein. Sechs Monate... oder das was er mal für Monate gehalten hat. Seine ganze Zeitrechnung ist sowieso empfindlich durcheinandergekommen, als Lara ihn mal darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Tage hier auf Pariaragon gut eine halbe Stunde länger sind als das was er früher als Föderierte Standardtage gewohnt war.
Nichts ist mehr, wie es war.
Er selbst am allerwenigsten, wie er sich nun dem Bruder der Fürstin anbiedert...

Der Abend wird zum Albtraum, sobald plötzlich Lacial Pandemeyla auftaucht, die Fürstin höchstpersönlich.
Offenbar ist ihr langweilig und sie hat schlechte Laune.
J.J. hat die Fürstin seit seinem ersten Tag in Rancoon nie wieder zu Gesicht bekommen und duckt sich nun, damit er ihr ja nicht auffällt. Vielleicht hat sie ihn ja längst vergessen.
Hoffentlich.
Doch so viel Glück hat er nicht.

Hinterher kann er sich nur noch schemenhaft daran erinnern, was alles passiert ist.
   Beschimpfungen.
      Fluchen.
         Schläge, Hiebe, Tritte...
            Schmerzen.
               Schwarze Nacht.

~

"Was zum Geier ist hier passiert?!" will Lara wissen und ihre Augen funkeln böse. Es gibt Augenblicke, da kann sie ihr Temperament einfach nicht zügeln... und jetzt, wo sie vor J.J. steht, der ziemlich übel aussieht und den alle anderen zweifellos für tot halten, weil sie sich gar nicht erst die Mühe machen, genauer hinzusehen, ist so ein Augenblick, wo sie Lacial am liebsten die Augen auskratzen würde.
   "Er hat mich wütend gemacht!" erklärt die Fürstin lapidar und weiss natürlich, dass niemand es wagen würde, ihr da zu widersprechen.
   Alle anderen starren betreten zu Boden, doch Lara kümmert sich schon gar nicht mehr darum, sie sieht nur Lacial fragend an.
   "Worauf wartest du? Sorg dafür, dass er eingeäschert wird..."
   "Mit Verlaub, er wäre ideal für meine Studien... schliesslich kümmert es niemanden, was mit seinen Überresten passiert." Lara klingt wieder sehr gefasst und setzt sogar ein leises wölfisches Lächeln auf, als andere beim blossen Gedanken an ihre geheimen Laboratorien tief unten im Berg zu schaudern scheinen. Da Leichen hier nach einem gewissen Ritus eingeäschert zu werden pflegen, erschreckt es die Leute, wenn sie daran erinnert werden, dass die Grosse Hexe zuweilen an toten Dingen herumschnippelt, um zu sehen, wie sie im Leben funktioniert haben.
   "Tu mit ihm, was du willst!" erklärt Lacial hoheitsvoll und winkt ab.
   Lara wickelt die angebliche Leiche schnell in eine Decke, wirft sich den Körper über die Schulter und geht.

Fast gewaltsam muss sie sich dazu zwingen, nicht zu rennen, aber sie darf keinen Verdacht erwecken, sonst kommt doch noch jemand dahinter, dass er gar nicht tot ist.
Noch nicht.
Erst als sie in einem Gang ankommt, den normale Menschen nicht zu betreten wagen, beschleunigt sie ihre Schritte und schafft J.J. schliesslich in ihr Labor, wie sie ihre Hexenküche zu nennen pflegt. Sie wickelt den Mann vorsichtig aus der Decke und beginnt ihn zu verarzten, unsicher darüber, ob er den nächsten Morgen überhaupt noch erleben wird.

12. Kapitel

Irgendwie ist alles verschwommen für Julian Jones.
Hitze. Kälte.
Fieber.
Lara's kühle Hände auf seiner Stirn... und auch überall sonst auf seinem Körper. In den wenigen Augenblicken, da er wach ist, fühlt sich sein Körper fremd an... doch das liegt vielleicht nur daran, dass fast alles bandagiert ist.
Meist schläft er ein...
... bevor er sich wirklich erinnern kann, was eigentlich passiert ist.
Und warum er hier unten ist, wo nie die Sonne scheint...

... in Lara's geheimnisumwitterter Hexenküche, von der man in Rancoon nur hinter vorgehaltener Hand spricht, weil zwar die wildesten Gerüchte darüber in Umlauf sind, doch eigentlich doch lieber niemand so genau wissen will, was dort wirklich vor sich geht.
Ausser einer Unmenge getrockneter Kräuter und dergleichen in vergitterten Schränken sowie diverser Utensilien zur Herstellung von Kräutertees und Heiltränken, stehen hier noch viele unheimliche Dinge in den Regalen, deren Sinn nicht ohne weiteres erkennbar ist; womöglich dient das ganze Ambiente vor allem der Abschreckung, falls sich doch mal jemand hierher verirren sollte.

Einmal erhascht J.J. einen Blick auf ein Glas, in dem Augen schwimmen.
Seine Augen.
Er kriegt einen Riesenschreck und es dauert eine Weile, bis es ihm in seinem fiebrigen Zustand dämmert, dass das ja gar nicht seine Augen sein können, denn sonst könnte er sie ja schliesslich gar nicht *sehen*... Doch sie sehen aus wie seine Augen. Kein Mensch in Rancoon ausser ihm hat solche Augen!
   "Die Dinger hab ich gezüchtet", erklärt Lara, nicht ohne gewissen Stolz.
   "Ist ja eklig!"
   "Wäre es dir lieber, ich hätte dir deine Augen rausgerissen?"
   "Wozu denn überhaupt?"
   "Für Lacial's kleine Sammlung. Wenn sie die Augen sehen, wird niemand mehr nach dir fragen."
   "Oh. Warum sollte jemand nach mir fragen?"
   "Schlaf jetzt wieder!"


Irgendwann, nach einigen Wochen - J.J. hat längst jedes Zeitgefühl verloren - wird ihm langsam klar, wie schwer er eigentlich verletzt war und wie viel Mühe es Lara gekostet haben muss, ihn am Leben zu halten und gesund zu pflegen.
Und langsam wird er sich auch bewusst, dass er hier unten nicht alleine ist, wenn Lara nicht da ist.
Da ist noch jemand.
Jemand, der dafür sorgt, dass die Wasserflasche immer voll ist und sein Verband gewechselt wird, wenn eine Wunde wieder aufreisst und er vor Schmerz ohnmächtig wird.
Jemand, der sich nie blicken lässt und offenbar nicht gesehen werden will...
... und es macht J.J. langsam ganz kribbelig.

Bei jedem Rascheln zuckt er zusammen, doch es gibt hier unten Ratten und deshalb raschelt es ziemlich häufig. Lara scheint sich nicht an den Ratten zu stören, ganz im Gegenteil, offenbar füttert sie die Biester auch noch - und scheinbar verwendet sie hin und wieder eine als Versuchskaninchen; doch nicht zuletzt wegen der Ratten sind hier unten alle Sachen, die angeknabbert werden könnten, hinter Gittern versorgt.
Manchmal träumt J.J. davon, dass die Ratten auch ihn anknabbern würden, wenn sie sonst nichts zu fressen finden.
Aber als J.J. eines Tages plötzlich klar wird, dass die Ratten ihn wohl so schnell nicht auffressen, sondern *er* offenbar Rattenfleisch knabbert, muss er sich übergeben.

~

J.J. fühlt sich schwach, nachdem er jetzt schon etliche Wochen im Bett gelegen ist, doch er hat genug von den Bettpfannen... und er weiss ganz genau, dass sich hinter jener Tür dort ein Badezimmer oder sowas verbergen muss. Es sind nur ein paar Schritte - das sollte doch zu machen sein!
Mit etwas Glück gibt's dort auch einen Spiegel, dann kann er endlich mal sehen, was aus ihm geworden ist. Seit seine Hände nicht mehr bandagiert sind, hat er sein Gesicht betastet und ist der Meinung, dass wohl seine Nase gebrochen war und Lara sich offenbar keine grosse Mühe gegeben hat, dass sie auch wieder gerade zusammenwächst... Aber vielleicht will er sich auch nur selbst im Spiegel sehen, weil das alles dann *wirklich* wird.
   Also rappelt er sich langsam hoch und es kommt ihm schon wie eine Ewigkeit vor, bis er einfach nur auf seinem Bett sitzt und mit seinen Füssen zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Boden berührt. Verdammt, ihm ist ja jetzt schon schwindlig - die paar Schritte bis zum Badezimmer kommen ihm wie eine Weltreise vor. Wenn er umkippt und einfach auf dem Boden liegen bleibt, kommen bestimmt die Ratten. Oh ja, die Biester fressen alles, was man fallen lässt. Und während er noch daran denkt, wie furchtbar es doch wäre, ohnmächtig auf dem Boden zu liegen und von Ratten angefressen zu werden...
... da wird ihm so schwindlig, dass er vom Bett rutscht. Er ist schon bewusstlos, noch bevor sein Kopf auf dem Steinboden aufknallt.


Als er wieder zu sich kommt, fühlt er sich seltsam schwerelos... und es dauert eine ganze Weile, bis seinem benebeltem Verstand aufgeht, dass er offenbar bis zum Hals in warmem Wasser liegt, das sich verdächtig nach heissen Quellen anfühlt.
Nanu?!
Hat Lara ihn gefunden und ins Bad gebracht? Mit einigem Blinzeln vergewissert er sich, dass die Wände hier aus ähnlichem Naturfels bestehen wie in den Bädern des Harems... doch der Raum hier ist viel kleiner - und auch dunkler, abgesehen von ein paar Kerzen.
   "Lara?" flüstert J.J. und seine Stimme klingt so rau, das er sich selbst kaum versteht.
Da legt sich ein Finger auf seinen Mund.
Und es ist nicht Lara's Finger.
Erschreckt versucht J.J. sich umzusehen, mit dem Resultat, dass sein Kopf infernalisch zu schmerzen beginnt. Eine Hand legt sich auf seine Stirn und er wird festgehalten, während jemand beruhigend 'Schhhhhhhhh' macht... und wie programmiert schliesst J.J. wieder seine Augen.
   "Kein Angst."
   Die Stimme klingt rau, als hätte der Mann - wer auch immer er ist - schon lange keinen Ton mehr gesagt. Oder vielleicht klingt es auch nur so, weil der Akzent noch viel schrecklicher ist als der von Lara.
Ähm.
Hey, hat der Typ etwa gerade Fédéral gesprochen?! Er dachte, Lara wäre die einzige hier, die Fédéral spricht! Er dachte aber auch... ähm... er hat vergessen, was er dachte, denn das Denken fällt gerade verdammt schwer.
Und noch bevor sich J.J. entscheiden kann, was wie wo und ob er überhaupt denken kann, versinkt sein Bewusstsein wieder in der samtig-weichen Schwärze einer gnädigen Ohnmacht.

13. Kapitel

Als J.J. das nächste Mal halbwegs zu sich kommt, liegt er wieder im Bett, fühlt Verbände an seinem Körper und der Duft von frisch gebrühtem Kräutertee steigt ihm in die Nase. Lara's Hand legt sich auf seine Stirn und er hört die Grosse Hexe irgendwas flüstern, das kein Fédéral ist.
Doch noch bevor er sie fragen kann, mit wem sie sich da unterhält --
Da war doch jemand oder hat er das etwa geträumt?!
-- da dämmert er auch schon wieder weg.

~

Lara tut fast so, als wäre nichts gewesen. Oder besser gesagt, als wäre *niemand* da gewesen. Aber wenn wirklich niemand da wäre, würde sie ihn doch sicherlich dafür schelten, dass er auf die Idee kam, das Bett zu verlassen. Und er hat das Bett wirklich verlassen und ist hingefallen, denn die Beule an seinem Kopf fühlt sich doch ziemlich real an. Oder ist er etwa nur im Traum aus dem Bett gefallen oder sowas in der Art?!
Verdammt, er wird noch verrückt!
Gerade als er sich schliesslich aufrafft, von Lara endlich ein paar Erklärungen zu verlangen...
... da setzt sie sich zu ihm und ergreift seine Hände.
   "Du bist nicht verrückt." Und dann ruft sie, ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen: "Rion, vai!" Dann wiederholt sie: 'Rion, komm her!'
   Und dann sieht J.J. endlich, wie sich im Schatten etwas bewegt. Die Gestalt tritt näher und entpuppt sich schliesslich als Mann, der sein Gesicht hinter einem regelrechten Vorhang von Haaren verborgen hat. Rion - das muss er wohl sein - stellt sich neben Lara.
   "Rion ist mein Bruder. Er ist etwas schüchtern."
   "Bruder?" wiederholt J.J. etwas perplex. Er hat nie auch nur einen Pieps darüber gehört, dass Lara von Rancoon - der Schwarze Drache - einen Bruder hat, obwohl doch ansonsten wirklich genug Gerüchte jeglicher Art über sie im Umlauf sind.
   "Ich bin die einzige, die weiss, dass er noch lebt. Und nun weisst du es auch." Lara's Blick besagt deutlich, dass es nicht ratsam wäre, dieses Geheimnis weiterzuerzählen... wobei da bei J.J. ja wenig Gefahr besteht, immerhin ist er selbst ein Totgeglaubter. Der Föderierte mit dem Malgaïschen Pass, der nun offiziell als tot gilt, sieht ganz so aus, als wollte er gleich Hundert Fragen über Rion stellen, doch Lara kommt dem zuvor: "Bislang haben wir noch gar nicht über deinen neuen Status gesprochen.
   "Mein neuer Status?" wiederholt J.J. und klingt immer noch - oder schon wieder - total perplex. Was in aller Welt meint sie denn mit Status, jetzt wo ihn offenbar alle Welt für tot hält.
   "Lacial hat dich umgebracht, also gehörst du nicht mehr zu ihrem Harem und alle Verträge sind nichtig geworden. Ich habe dein Leben gerettet, also gehörst du jetzt mir."
   "Das klingt einleuchtend... und nun?" J.J. sieht sie fragend und etwas ängstlich an.
   "Ich wollte nur sicher gehen, dass dir das klar ist."
   Langsam schwant J.J. etwas, denn immerhin ist er ja nicht völlig auf den Kopf gefallen. Moment mal... wenn er Lara gehört und Rion Lara's Bruder ist, bedeutet das dann, er gehört -- à la 'Geschwister teilen alles' -- auch diesem Rion, so wie auch Telon ihn immer als sein Eigentum betrachtet hat, und falls ja... was bedeutet es für ihn?!
Allerdings lässt sich Lara heute auf keine weiteren Diskussionen ein, flösst ihm einen eklig schmeckenden Trank ein und lullt ihn mit einem hypnotisch klingenden 'Schhhhhhhh!' in den Schlaf. Kurz vor dem Wegdämmern schiesst J.J. in plötzlicher Klarheit durch den Sinn, dass er auf Gedeih und Verderb der Gnade einer Tayda-Hexe und ihres womöglich etwas verrückten Bruders ausgeliefert ist.

~

Rion hat offenbar den ein oder anderen Brocken Fédéral aufgeschnappt, trotzdem besteht das Kauderwelsch, in dem sie sich unterhalten, natürlich hauptsächlich aus Rancoon-Dialekt.
Und obwohl J.J. den totgeglaubten Bruder von Lara für einen ziemlich schrägen Kauz hält -- obwohl oder vielleicht gerade weil der Mann seiner Schwester so ähnlich sieht -- ist er doch froh, dass er da ist. Auch wenn er je länger je mehr zum Schluss kommt, dass Rion ganz schön einen an der Klatsche haben muss. Ein Rad ab. Nicht mehr alle Tassen im Schrank. Plemplem!

In den letzten paar Tagen hat J.J. immerhin erfahren, dass Rion in seiner Jugend einem Mordkomplott zum Opfer fiel, was offenbar auch irgendwas mit irgendwelchen Prophezeiungen über den Schwarzen Drachen zu tun hatte. Lacial scheint diesbezüglich ganz schön paranoid zu sein... und Rion spuckt jedes Mal angewidert auf den Boden, wenn der Name der Fürstin erwähnt wird, obwohl er inzwischen vergessen zu haben scheint, weshalb er eigentlich den Goldenen Drachen so hasst.
  
   "Trink!" erklärt Lara mit einer Stimme, die keinen Widerstand duldet.
   "Aber das Zeug ist widerlich..."
   "Trink!"
   Gehorsam leert J.J. den Becher und verzieht das Gesicht. Schon seit Tagen gibt sie ihm nun abends einen Becher von dem ekligen Gebräu und er fragt sich, ob das wohl eine Strafe dafür ist, dass er das Bett verlassen hat (was er seitdem wohlweislich nicht wieder versucht hat, solange sie ihm weiterhin Bettruhe verordnet)... und was zum Geier das überhaupt ist. Ihre sonstigen Kräutertees schmecken doch eigentlich alle ziemlich gut, also was ist das wohl für ein Zeug, auf dem sie plötzlich so hartnäckig besteht?

~

Auch noch Wochen später, als J.J. bereits wieder aufstehen kann, muss er abends stets noch dieses abscheuliche Gebräu trinken, doch inzwischen hat er sich in sein Schicksal ergeben.
Es geht ihm besser, doch er zuckt noch jedes Mal zusammen, wenn er sich im Spiegel sieht. Er hat Narben zurückbehalten von Lacial's Schlägen, an die er sich nicht mehr erinnern kann...
... doch der ganze Harem der Fürstin ist nur noch eine Erinnerung.

Hier unten scheint keine Sonne und es gibt kein Fenster, von dem aus er irgendwas beobachten könnte, er kann nur mit Rion Karten spielen und hin und wieder den Boden schrubben, damit alles so sauber ist, dass man glatt vom Fussboden essen könnte... apropos Essen: die Küche hier unten ist offenbar Rion's Revier und der lässt ihn eine Pfanne höchstens anfassen, um sie zu putzen.
Lara hat seinen Sauberkeitsfimmel nur mit einer hochgezogenen Braue quittiert, ansonsten jedoch nicht viel dazu gesagt; immerhin stellt er nichts dümmeres an, solange er putzt, und ihre besonderen Sachen rührt er dabei wohlweislich auch nicht an, denn wenn Rion schon so empfindlich mit seinem Kochgeschirr ist, dann will er Lara nicht erleben, falls er mal ihre sorgfältig sortierten Hexenkräuter durcheinanderbringen würde oder sowas in der Art.
Eigentlich verbringen Rion und J.J. den ganzen Tag damit, auf Lara zu warten. Durch den Luftschacht im Bad hören sie manchmal besonders lautes Gekreische aus den Bädern, doch es klingt alles so, als wäre es schrecklich weit entfernt. Und das ist es auch. Hier unten gibt es weitverzweigte Geheimgänge, Kerker und Katakomben, in denen ausser Lara und Rion - und nun J.J. - sicher schon seit Ewigkeiten niemand mehr war. Vielleicht hat man vergessen, dass jemals so tief in den Berg gegraben wurde.

Ach ja. Und noch was. Seit es ihm besser geht, gibt es des öfteren anzügliche Bemerkungen - sowohl von Lara, die ihn damit neckt und offenbar aufmuntern will...
... als auch von Rion, der ihn mit seinen Blicken manchmal geradezu auszuziehen scheint. Und bei all den 'zufälligen' Berührungen kommt es J.J. durchaus langsam so vor, als hätte Rion's Wahnsinn irgendwie Methode.
Und überdies ist J.J. inzwischen sowieso längst klar, dass er um Rion nicht herumkommt, wenn er sich Lara zu Füssen werfen will... oh ja, und genau das hat er vor. Nicht dass es ein Geheimnis wäre, dass er total verschossen ist in Lara von Rancoon, den Schwarzen Drachen; bestimmt hat er in letzter Zeit schon oft genug im Schlaf ihren Namen gemurmelt, wenn er feuchte Träume hatte von der Frau, der er sein Leben verdankt.
Gleich heute wird er es tun, sobald sie nach Hause kommt.
Na ja, vielleicht sollte er doch lieber warten, bis sie ihren Tee getrunken hat, bevor er sie mit einem unmoralischen Angebot überfällt.

14. Kapitel

Heute! Na ja, das hat er sich schon gestern gesagt, doch gestern ist Lara spätabends noch lange weg gewesen, wie es eben gelegentlich vorkommt; J.J. hat den Verdacht, dass sowas meist irgendwas damit zu tun hat, dass offenbar manche in ihr den Schwarzen Drachen aus der Prophezeiung sehen, doch er hält wohlweislich den Mund, denn die Grosse Hexe hat in solchen Augenblicken meistens eine Stinklaune.
Aber heute...
Heute empfängt J.J. sie mit heissem Wasser - offenbar ist Wasser kochen so ziemlich das einzige, was die Geschwister ihm zutrauen - und er hat die Dose mit ihrer bevorzugten Kräutermischung bereit, so dass sie nur noch die richtige Dosis zu nehmen braucht und die Füsse hochlegen kann. Daraufhin zieht er ihre Sandalen aus und beginnt damit, ihr die Füsse zu massieren.
   "Was ist los?" fragt Lara schliesslich geradeheraus, nachdem sie ihre Tasse fast ausgetrunken hat und J.J. immer noch schweigend an ihren Fusssohlen herumknetet, wie sie es ihm einst beigebracht hat.
   "Ähm..." J.J. hat sich doch eine so schöne Rede zurechtgelegt, dass er doch jetzt ihr gehört und auch in jeder Beziehung ihr Eigentum sein will und blablablubb... doch plötzlich scheinen die Worte in seinem Kopf ziemlich blöd zu klingen und seine Gedanken überschlagen sich wieder wie schon so oft, seit er sie kennt. Früher war er offiziell das Eigentum der Fürstin, doch da solcherlei Moralische Bedenken ja mit seinem vermeintlichen Tod hinfällig geworden sind, bleibt wieder mal die bange Frage, ob Lara ihn überhaupt will. Nach hiesigen Schönheitsidealen war er noch nie ein Optischer Leckerbissen und die Narben haben ihn sicherlich auch nicht attraktiver gemacht... Und überhaupt, wenn Lara ihn wollte, dann hätte sie ihn doch nun schon längst nehmen können, immerhin hat sie doch selbst gesagt, dass er soweit wieder gesund wäre. Obwohl sie ihm immer noch dieses widerliche Zeug zu trinken gibt.
   "Was denn nun?" fragt Lara streng.
   Sein Herz schlägt so laut, dass er sich sicher ist, dass sie es hören kann. Nervöse Prüfungsangst! kommt ihm auf einmal in den Sinn, wobei dieser Test hier womöglich über den Rest seines Lebens entscheidet. Und er will sein Leben lieber als Lara's Bettwärmer denn als auf dem Fussboden schlafender nichtsnutziger Sklave verbringen... Oh Himmel, er will sie so sehr... Ob das wohl Adrenalin ist, das jetzt durch seine Adern rauscht, oder spürt er nur die Panik, weil sie immer noch auf eine Antwort wartet, denn sie kann eine strenge Herrin sein und vielleicht züchtigt sie ihn mit ihrer Inxianischen Peitsche, wenn er nicht endlich etwas sagt... doch da ihm keine schlauen Worte einfallen wollen, küsst J.J. ihr nun einfach die Füsse. Mehrmals. Er lässt seinen Mund ihr Bein hinaufwandern und kommt so bis zu ihrem Knie, bevor ihn ein Geräusch aus seinem schon fast tranceartigen Zustand aufschreckt.
   Lara hat ihre Tasse auf den Tisch geknallt und vergräbt eine Hand in seinen Haaren. Es ist irgendwie süss, wenn er sie wie ein verschrecktes Kaninchen ansieht, das genau weiss, dass es schon bald von der Schlange gefressen wird...
   Sie hat ihn im Griff. Und er hofft, dass dies eher ein Zeichen von Leidenschaft als Ärger ist... wobei das zuweilen ziemlich verschwimmen kann, wie er wohl weiss.
Da sie immer noch ihre Hand in seinem Haar vergraben hat, geht er notgedrungen mit, als sie plötzlich aufsteht und in ihr Zimmer geht, wo ein grosses Bett steht, in das sie ihn schubst. Schauer der Erregung jagen durch seinen Körper, als sie ihm seinen Lendenschurz vom Leib reisst und selbst die Hüllen fallen lässt, bevor sie sich mit Schwung auf ihn stürzt und schliesslich an seinen Lippen zu knabbern beginnt.
Als er an ihr rumstreicheln will, packt sie ihn und hält dann seine Handgelenke mit einer Hand locker über seinem Kopf fest, was ihn wieder mal daran erinnert, wie viel stärker sie ist... doch *ihr* ist er gerne ausgeliefert. So oft hat er von ihr geträumt, dass ihm nun fast die Tränen kommen, so überwältigt ist er von all den Gefühlen.
Aber ihre Berührungen elektrisieren ihn und drängen irgendwelche Gefühlsduseleien in den Hintergrund - dafür schreit sein Körper nun geradezu, dass er sie will, dass er von ihr in Besitz genommen werden will, und J.J. kann sich nicht daran erinnern, jemals in seinem Leben so hart gewesen zu sein. Als sich ihre freie Hand um seine Erektion schliesst, keucht er und bäumt sich förmlich auf, seine Hüften bewegen sich wie von alleine, als wäre er nur eine Marionette und Lara hätte alle Fäden in der Hand... und belustigt denkt er plötzlich daran zurück, wie viel Sorgen er sich ganz am Anfang wegen Sex machte und wie sie ihn ungläubig angesehen hat, als er ihr sagte, dass er noch keinerlei Erfahrung hatte. Machen, nicht denken! hat sie ihm da mehr als einmal gesagt. Wie recht sie damit hatte, musste er später erst auf die harte Tour lernen, bevor er es endlich kapierte... Es waren nicht nur die Drogen, die ihn schliesslich gefügig machten.
Er ertappt sich dabei, wie er irgendwelches Zeug brabbelt - 'Nimm mich!' - und sich wie ein Tier in Hitze an ihr reibt. Er sucht mit seinen Lippen ihren Mund, doch sie ist gerade damit beschäftigt, an seinem Hals rumzuknabbern und ihm einen mörderischen Knutschfleck zu verpassen und so lutscht er schliesslich dankbar an ihren Fingern, als sie seine Handgelenke los lässt, worauf er seine Finger in die Kissen verkrallt.
Während er schon bald stöhnt und keucht, hört er sie noch nicht mal lauter atmen... sie bleibt auch stumm, als sie sich schliesslich rittlings auf ihn setzt und sich dabei seine Erektion einverleibt - doch sie sieht ihn dabei an und er starrt wie hypnotisiert in ihre Augen. Er gehört ihr mit Haut und Haaren... und in diesem Moment wird ihm bewusst, dass sie wirklich alles mit ihm tun könnte.
Er braucht nicht erst laut auszusprechen, dass er ihr gehört, das wissen sie beide auch so.

J.J. ist immer noch high nach seinem erderschütternden Orgasmus, als er spürt, wie noch eine Person zu ihnen ins Bett kriecht. Rion - sonst kann es ja niemand sein. Lara's Bruder gibt ihr vor seinen Augen einen lasziven nicht-sehr-geschwisterlichen Kuss und schmiegt sich dann an den Mann im Bett seiner Schwester.
Bislang hat J.J. stets nicht zu sehr darüber nachzudenken versucht, dass Rion offenbar in Lara's Bett zu schlafen pflegt, aber jetzt sind seine Ahnungen zur Gewissheit geworden: Lara und Rion treiben es sehr weit mit ihrer Geschwisterliebe und offensichtlich teilen sie alles...
... also wundert J.J. sich nicht, dass Lara ihn nun aufmunternd anlächelt, während Rion seinen Hintern zu streicheln beginnt und irgendwas von hübschen Pobacken murmelt.
Er liegt auf der Seite und hält Lara's Hand, als Rion schliesslich von hinten sanft in ihn eindringt. Nun ja, zumindest sanft im Vergleich zu dem, was Telon früher mit J.J. gemacht hat... Er keucht auf, doch Lara küsst ihn... und erst als sie die Tränen von seinem Gesicht wischt, bemerkt er, dass er überhaupt welche vergossen hat... und er fragt sich warum, denn es tut doch gar nicht weh.
Aber Lara beginnt ihn nun leidenschaftlicher zu küssen und als sie nun von vorne seinen Mund mit ihrer Zunge fickt, da vergisst er alle Tränen und spürt, wie er wieder hart wird. Und dann findet Rion endlich den richtigen Winkel, um seine Prostata zu reizen, worauf J.J. sich heftiger zu bewegen beginnt, um noch mehr Reibung abzubekommen zwischen den beiden Leibern der Geschwister.

Als es vorbei ist, ringt J.J. noch eine Weile keuchend um Luft. Rion hat sich an ihn gekuschelt und verteilt kleine Küsschen auf seinem Bauch, was J.J. zwar etwas seltsam findet, doch jedem Tierchen sein Pläsierchen, also was soll's. Erst als er eine Weile dem Gemurmel gelauscht hat, kommt es ihm immer seltsamer vor... denn 'Pejejuka' bedeutet doch soviel wie 'werdende Mutter' - aber womöglich hat Rion, der hier unten wohl ziemlich weltfremd aufgewachsen ist, ja etwas seltsame Vorstellungen darüber, wie Kinder gemacht werden. Na ja, unter Terranern gibt es ja auch das Märchen vom Klapperstorch und unaufgeklärte Kinder denken sogar, dass man vom Küssen schwanger wird.
Er dreht den Kopf, um Lara anzusehen, und starrt direkt in ihre verführerischen Katzen-Augen. Leise flüsternd fragt er sie, warum Rion ihn Pejejuka nennt.
   "Weil du schwanger bist."
   Sie sagt das mit so einer Selbstverständlichkeit, dass J.J. erst mal glaubt, er habe sich verhört. Dann denkt er, dass es einfach nur ein Scherz ist... doch eigentlich ist Lara nicht so solchen Scherzen aufgelegt und sie sieht auch jetzt todernst aus... also fragt er schliesslich leicht panisch: "Wie?!" Wenn in Rancoon oder überhaupt in Malga-Siru Männer schwanger werden können, warum hat er dann noch nie etwas davon gehört?!
   "Oh... mit dem Sex eben hat das nichts zu tun." Sie lächelt amüsiert. "Es war der Trank, den du immer so eklig fandest, na ja das Rezept ist uralt und in Rancoon ist es bestimmt schon seit Jahrhunderten nicht mehr angewandt worden, weshalb die meisten es wohl vergessen haben. Wie auch immer, der Trank hat gewirkt. Erst zur Vorbereitung, damit sich in deinem Bauch quasi eine Gebärmutter bildet, die letzten Dosen dann mit... ähm... so genau willst du das gar nicht wissen."
   "Aber ich bin ein Mann, ich kann kein Kind kriegen!" widerspricht J.J. hartnäckig. Bestimmt könnten sie in Malgaïschen Labors allerhand anstellen, aber doch nicht hier in Rancoon, am Arsch der Welt, in einer gottverlassenen Hexenküche! Das geht doch einfach nicht!
   "Es ist nicht üblich..." Lara legt nun ihre flache Hand auf seinen Bauch. "Aber es hat geklappt. Ich kann es *spüren*..."
   "Das ist verrückt!" J.J. will weg von hier, weg von diesem plötzlichen Wahnsinn...
   ... doch Lara hält ihn eisern fest. "Es steht schon so in der Prophezeiung!" Flüsternd fährt sie fort: "Dich hat der Himmel geschickt, J.J., das ist mir endlich klar geworden, sobald ich dich zu Gesicht bekam, während alle anderen dich schon für tot hielten. Man hat sich solche Mühe gegeben, dass meine Mutter keine Enkel hat... doch nun werden wir den Goldenen Drachen dank deiner Hilfe überlisten. Jawohl, ich bin der Schwarze Drache - und mein Kind, das in deinem Bauch wachsen wird, ist die zukünftige Fürstin von Rancoon!"

15. Kapitel

Es wäre wohl für jeden Mann ein Schock gewesen, wenn man ihm plötzlich aus heiterem Himmel sagt, dass er schwanger wäre. J.J. hat so schnell wie möglich das Weite gesucht und ist aus Lara's Bett geflohen.
Rion wollte wohl hinter ihm her, doch Lara hat ihren Bruder zurückgehalten, denn es ist ja klar, dass der Mensch nicht weit kommen kann. Würde er die Unteren Gefilde hier verlassen, käme das einem Selbstmord gleich, sobald man ihn entdeckt.

J.J. hat sich im Bad buchstäblich in eine Ecke verkrochen... und als ihm nun immer neue Fragen einfallen, bereut er fast, dass er davongelaufen ist. Obwohl er nicht davonlaufen kann. Es ist in ihm. Er legt seine Hände auf den Bauch, doch natürlich kann er gar nichts *spüren*... aber das Wissen, dass da etwas ist, macht ihn schier wahnsinnig.
Okay, alles der Reihe nach.
Mal abgesehen von irgendwelchen wilden Prophezeiungen... Lara hat ihm dieses *Zeug* - was auch immer es genau war - also oral verabreicht und er hat alles natürlich schön brav geschluckt und hat es nun in seinem Bauch. Aber wie kommt *es* später wieder aus seinem Bauch raus?! Verdammt, er ist ein Mann und nicht für eine Schwangerschaft ausgerüstet!
Wird sie ihm, wenn es irgendwann so weit ist, dann einfach mit einem Messer den Bauch aufschlitzen?!
Lieber Himmel, er hat zwar gesagt, dass er ihr gehört und sie alles mit ihm tun könnte... aber an *sowas* hat er dabei nicht gedacht! Na ja, ohne sie wäre er schon tot - auf diese Weise hat er immerhin ein paar Monate länger zu leben...
... doch er wird plötzlich von Schluchzen geschüttelt, als er verzweifelt daran denkt, dass er noch nicht sterben will.
Hmmm...
Selbst wenn die 'Befruchtung' geklappt hat und sich in seinem Bauch nun wirklich so ein Zellklumpen eingenistet hat, muss das ja eigentlich noch lange nicht heissen, dass daraus auch wirklich ein Kind wird. Es kann doch so vieles schief gehen... Er überlegt sich, was er alles nicht so gut verträgt, dass es womöglich schwere Magenkrämpfe auslösen würde, so dass dieses *Ding* dann einfach kurzerhand verdaut wird und niemals das Licht der Welt erblickt.
Lara wäre davon nicht sehr begeistert.
Aber sie würde es einfach erneut versuchen - und ihn vielleicht die ganze Zeit über angekettet lassen, damit er keinen Dummsinn macht, da hätte sie bestimmt keine Hemmungen.
Oh, verdammt... da hat er die ganze Zeit über immer gedacht, Lara wäre so ziemlich die vernünftigste Person auf diesem gottverlassenen Planeten hier... und nun das!
Irgendwann versiegen die Tränen und er sitzt noch eine ganze Weile wie betäubt da...

... und schliesslich kommt er wieder zu Lara gekrochen, die ihn offenbar erwartet hat. Vielleicht hat sie in der Zwischenzeit aber auch seelenruhig geschlafen - weil sie genau weiss, dass er sonst ja sowieso nirgendwo hin kann - und ist eben erst wieder aufgewacht, wer weiss das schon.
Nichts ist sicher.
Schicksalsergeben drückt er demütig seine Stirn auf den Boden und fleht darum, dass sie ihm seinen kleinen Ausbruch verzeiht - statt der blumigen Floskeln, die er in seiner Zeit im Harem schliesslich fast jeden Tag zum besten gab, bringt er jedoch nur ein trockenes Schluchzen zustande.
   "Komm."
   Sie klopft auf das Bett, also krabbelt er zu ihr und rollt sich zusammen.
   "Du machst ein Gesicht, als wäre jemand gestorben."
   Er sagt nichts dazu, beisst sich nur auf die Lippen... doch dann platzt es doch aus ihm heraus und er flüstert tonlos: "Wann wolltest du mich eigentlich darüber aufklären? Wenn ich schon dick geworden wäre und spürte, dass sich da in mir etwas bewegt - oder vielleicht erst, wenn du mir dann den Bauch aufschlitzt?!"
   Erst starrt sie ihn an, als hätte er den Verstand verloren, doch dann dämmert ihr, dass er wirklich denkt, dass er sterben muss. "Oh, nein... was denkst du nur?" Sie legt eine Hand auf seine Wange und streichelt ihn. "Natürlich werde ich dir zu gegebener Zeit den Bauch aufschneiden. Mit einem Skalpell. Wie nennt ihr es doch gleich... Kaiserschnitt! Du wirst daran bestimmt nicht sterben", versichert sie ihm.
Zumindest hofft sie das doch sehr. Wenn sie dabei ist, wenn es soweit ist, sollte eigentlich alles glatt gehen, doch man weiss ja nie... Nichts im Leben ist ohne Risiko, doch im allgemeinen ist die Kindbett-Sterblichkeit hier in Rancoon äusserst gering, weil es selten irgendwelche Komplikationen gibt. Und J.J. - na ja, darüber wird sie sich dann in ein paar Monaten anfangen Sorgen zu machen, wenn es soweit ist.

~

In Rancoon gibt es den Aberglauben, dass Frauen während der Schwangerschaft möglichst viel Sex haben sollten, weil Orgasmen gesund wären und es dadurch besonders prächtige Kinder gäbe...
... und auch wenn Lara nichts dazu sagt, ob da wohl was wahres dran ist oder ob es völliger Unsinn ist, so ist doch schon bald klar, dass Rion offenbar fest daran glaubt, auch wenn die werdende Mutter in diesem Falle ein Mann ist.

Lara's Bruder ergreift jede Gelegenheit beim Schopf, mit J.J. zu schmusen und zu kuscheln und ihn zu massieren... und ihm einen runterzuholen und zu blasen und ihn natürlich auch zu ficken, bis er schreit vor Lust.
Rion ist dabei geradezu liebevoll und zärtlich, doch J.J. kann ihn ebenso wenig abwehren, wie er früher zu Telon Nein sagen konnte, der alles mit ihm anstellte, wann immer er wollte.
Und wenn Lara sich dann nachts zu ihnen ins Bett gesellt, ist J.J. schon so ausgelaugt, dass er zu mehr als küssen und schmusen sowieso kaum noch imstande ist, trotz all seiner früheren Phantasien, was er mit Lara im Bett alles anstellen könnte... oder was sie mit ihm anstellen könnte.
Nun ja, sie hat ja etwas mit ihm angestellt; sie hat ihn geschwängert.
So hat er sich das ja früher nicht unbedingt vorgestellt, doch er versucht das beste daraus zu machen und kuschelt sich immer möglichst eng an seine Herrin.
Wenn sie da ist.

Offenbar ist Lara, seit sie sich nun endlich entschlossen hat, mit ihrem Schicksal als Schwarzer Drache ernst zu machen, fleissig dabei, irgendwelche Ränke zu schmieden und sich mit irgendwelchen Mitverschwörern zu treffen...
... doch sie erzählt nur wenig darüber und J.J. wird das dumpfe Gefühl nicht los, dass sie nicht zuletzt deshalb so überaus verschwiegen ist, weil sie vielleicht immer noch befürchtet, dass der Goldene Drache womöglich hinter die Verschwörung kommen könnte. Und falls Rion und J.J. entdeckt werden, so können sie selbst unter der Folter nichts verraten, was sie nicht wissen.


Morgendliche Übelkeit gehört glücklicherweise nicht zu seinen Symptomen... und wenn man es ihm nicht gesagt hätte, würde J.J. wohl nicht merken, dass mit ihm irgendwas los ist.
So aber verbringt er manchmal Stunden damit, mit den Händen auf dem Bauch die Wand anzustarren und darüber nachzugrübeln, was für ein Ding da wohl in ihm heranwächst. Vor seinem geistigen Auge sieht er Tentakel und scharfe spitze Zähne und Schlangenleiber und alles in allem eher sowas wie einen kleinen Drachen, denn ein Menschliches Baby.
Irgendwann kommt dann Rion an, küsst seinen Bauch und beginnt in aller Seelenruhe damit, ihn systematisch zu verführen, ob er nun will oder nicht. Fast schon spielerisch geht der Malgare mit ihm um und scheint sich dabei noch nicht mal sonderlich bewusst zu sein, dass er soviel stärker ist als der Fremde hier, dass er ihm dabei mit Leichtigkeit einen Arm oder sonstwas brechen könnte, falls er nicht spurt...
... doch J.J. ist sich dessen sehr wohl bewusst und macht deshalb wohlweislich alles mit, als hinge buchstäblich sein Leben davon ab. Und immerhin gibt es schlimmeres, als von Rion gestreichelt oder so leidenschaftlich gefickt zu werden, bis das Bett wackelt.

Nach einigen Wochen stellt J.J. fest, dass ihm manchmal etwas schwummrig ist und er sich wieder setzen muss. Und dass seine Brustwarzen auf einmal viel empfindlicher sind.
Lara braut ihm neue Tränke und die Schwindelgefühle lassen daraufhin merklich nach.
Seine Nippel bleiben aber so empfindlich...
... was Rion offenbar als Anlass nimmt, ihn dort ausgiebig zu lecken und schliesslich schon allein dadurch zum Höhepunkt zu bringen, dass er endlich in die harten Knospen reinbeisst. Lara's Bruder macht daraufhin ein sehr zufriedenes Gesicht, während J.J. sich über seinen eigenen Körper immer mehr zu wundern beginnt.

16. Kapitel

Lara von Rancoon ist Arak Ataya, der Schwarze Drache...
... und J.J. trägt ihr Kind in sich.
Und inzwischen trägt er immer schwerer daran, sein Bauch ist geschwollen und er kann spüren, wie es sich in ihm bewegt. Am Anfang hat er es eher noch als so eine Art Krebsgeschwür betrachtet, ein Monster, das in ihm heranwächst, doch je länger je mehr kommt er nicht umhin, es als Baby zu betrachten... und manchmal erschrickt er selbst darüber, was er inzwischen schon für Muttergefühle entwickelt hat für das Kind.
Sein Kind.
Und nachdem er sich nun endlich daran gewöhnt hat, dass es in ihm drin ist, beginnt er sich schon wieder langsam darüber Sorgen zu machen, wie es denn wohl zu gegebener Zeit aus ihm herauskommt.
Dass Rion ihn nicht nur streichelt, leckt und vögelt, sondern auch ständig mit verklärtem Lächeln ein scharfes Messer mit sich herumschleppt, um die zukünftige Fürstin von Rancoon notfalls aus seinem Bauch herauszuschneiden, ist auch nicht gerade dazu angetan, um J.J.'s Bedenken zu zerstreuen. Lara beruhigt ihn zwar immer wieder, aber trotzdem hat J.J. grosse Angst, die Geburt nicht zu überleben. Denn was ist, wenn Lara wie so oft nicht da ist, um einen richtigen Kaiserschnitt vorzunehmen, und Rion plötzlich auf die Idee kommt, dass es jetzt höchste Zeit wäre, und deshalb mit dem scharfen Messer auf ihn losgeht.

 



 

B.B. / 15.2.2004

FORTSETZUNG FOLGT...

 

 

Pariaragon, ein Hinterwäldler-Planet im Territorium von Malga-Siru
Rancoon, eine abgeschiedene Gegend auf Pariaragon, wo das gewöhnliche Volk noch nicht mal weiss, dass es Malga-Siru gibt, sondern den Drachenthron für den Nabel des Universums hält

Lacial Pandemeyla von Rancoon, die Fürstin von Rancoon

Lara von Rancoon, die Kriegerische Tayda, die offiziell den Titel einer 'Grossen Hexe' trägt

Telon, der Bruder der Fürstin von Rancoon und deshalb Platzhirsch im Harem
Adarno, der Adlige Rebell mit den feuerroten Haaren
Rocor und Radon, Adarno's Freunde und Gefolgsmänner seit Kindertagen
Kalan, ein Bauernlümmel, der schliesslich Adarno's treuer Sklave und Gefährte wird
Karon, Kalan's älterer Bruder, Rocor's Eigentum
Kemal, Kalan's Cousin, Radon's Eigentum
Kadira, die Herrin eines Bauernhofs in den Bergen, Mutter von Karon, Kira und Kalan
Kira, Tochter von Kadira, Schwester von Karon und Kalan, wird von Adarno schwanger
Matan, ein Junge im Rang eines Lajé im Harem der Fürstin
Rion, Lara's totgeglaubter Bruder, der mit seiner Schwester unten in den Katakomben lebt

Julian Jones, der junge Mann, der von der Föderation nach Malga-Siru verheiratet wurde

 

 

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B.B.'s Schreibecke - das Journal
(Updates etc.pp.)
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