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J.J. - Julian Jones
[1]
ACHTUNG!!! EINE GESCHICHTE, DIE
NICHT IN UNSERER WELT SPIELT - WEDER AUF UNSERER ERDE UND NOCH NICHT MAL IN
UNSERER DIMENSION... ;-)
SONDERN IN MEINER AMAYRA-VARIANTE!
BETRETEN DER "PHANTASTISCHEN" DIMENSIONEN AUF EIGENE GEFAHR!
(c) by Basilea/Barbarella

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Autorin: Barbara (barbarella_1970@yahoo.de)
Rating: R bis NC-17 (jedenfalls stellenweise)
[Sklaverei, Sexuelle Hörigkeit, BDSM und andere Brutalitäten, non-con, MPreg
und was mir sonst noch alles in den Sinn kommt... *sadistisch-grins*]
Disclaimer: Diese Geschichte spielt in meiner Amayra-Variante und deshalb gehört alles mir,
ätsch! Irgendwelche Ähnlichkeiten mit echten oder erfundenen Personen wären
rein zufällig.
Spielt weit in der Zukunft (in der Sil'Amor-Ära)... als es -
gewissermassen aus Politischen Gründen - einen Föderierten nach Malga-Siru
verschlägt, wo er allerhand mitmachen muss, das arme Unschuldslämmchen...
*diabolisch-lächel*
Anmerkung: Wenn J.J. anwesend ist bedeutet für gewöhnlich
"..." Reden in Fédéral und '...' Reden in Rancoon/Milgoon ;-)
Gewidmet meinem lieben Freund Xenon. Das
hast du nun davon! ;-P

ARAK ATAYA - DER
SCHWARZE DRACHE
1. Kapitel 
Es war mal wieder soweit,
dass die Föderation mit Malga-Siru nicht nur verzweifelt Frieden schliessen,
sondern auch Freundschaftliche Bande knüpfen wollte... und so kamen Föderierte
Diplomaten mal wieder auf die kuriosesten Ideen.
Heiraten.
Die Malgaïschen Diplomaten verdrehten zwar
die Augen, akzeptierten jedoch schliesslich, weil das inzwischen schon zu einer
Fixen Idee ausgeartet war. Doch sie wussten natürlich, dass es Probleme geben
würde.
Von all den
Kulturellen Unterschieden einmal ganz abgesehen, die früher oder später wohl
fast zwangsläufig zu Reibereien führen würden... erst einmal müsste es
überhaupt soweit kommen! Freiwillige vor!
Zwar würden sich wohl
zuhauf Föderierte Männer finden lassen, die bereit wären, eine Malga zu
heiraten... doch welche Malga sollte schon einen Föderierten wollen?! Und dann
auch noch in die Föderation gehen?!
Dass Malgaïsche
Männer in die Föderation oder Föderierte Frauen nach Malga-Siru auswandern
würden, wurde angesichts des Föderierten Männer- und Malgaïschen
Frauen-Überschusses schon erst gar nicht in Betracht gezogen.
"Keine Malga wird freiwillig in die Föderation gehen!" grummelte Calinca dell'Jedda, die Malgaïsche Botschafterin auf Caprica. "Nicht bei all den Schauergeschichten, die nur leider allzu wahr sind."
Admiral Allen C. Richards, der Föderierte Botschafter auf Caprica, nickte seufzend, denn er konnte es den Malgas nicht verübeln. Und er konnte sich deshalb denken, worauf das hinauslaufen würde:
Ceres (Militär) und Providentia (Geheimdienst) würden vermutlich ein paar 'Freiwillige' auslosen...
... und so war es dann auch auf Malgaïscher Seite.
Und auf der anderen
Seite... nun ja, während der überwiegende Teil der Föderierten, die bereit
waren, eine Malga zu heiraten, dabei lieber selbst in der Föderation bleiben
wollten, fanden sich tatsächlich auch Freiwillige, die nach Malga-Siru gehen
wollten.
Einer von denen ist Julian Jones.
~
Man sollte sich in der Neutralen Zone treffen... bzw. in Cimmeria, das einmal die Neutrale Zone zwischen Föderation und Malga-Siru war. Als ob man sich vor möglichen Gefahren des Capricjanischen Goldes fürchtete, bestanden die Föderierten vehement darauf, sich nicht auf Caprica, sondern lieber auf Rigellia zu treffen.
Und so steht Julian Jones nun aufgeregt zusammen mit etlichen anderen Föderierten - Diplomaten und anderen Freiwilligen wie ihm - mitten im Basar von Rigellia-City und beobachtet die Leute. Und jedes Mal, wenn er Malgarisch aussehende Frauen sieht, schlägt sein Herz höher.
Doch auf Rigellia gibt es etliche Leute mit Malgaïschem Einschlag, da Malgas - und insbesondere talentierte Malgaras - bei Rigellianern ja bekanntlich hoch im Kurs stehen.
Was man von Terranischen Menschen nicht gerade behaupten kann.
~
Man einigte sich im Grossen Rat darauf, Kandidaten auszulosen, die in die Föderation heiraten sollten. Vorzugsweise Frauen ohne Familie.
"Aber welche Malga hier würde schon
einen Föderierten heiraten wollen?" fragten sie sich dann, als es darum
ging, Kandidaten zu finden, die bereit wären, einen Föderierten in ihr Haus
aufzunehmen. "Föderierte Terraner sind meist hässlich und dumm! Wer will
schon seine Gene mit *sowas* vermischen, obwohl das ja nicht unbedingt nötig
ist - aber überhaupt sind sie vermutlich sowieso grottenschlecht im Bett!"
Plötzlich machte eine leise Stimme den
Vorschlag: "Und wenn wir dafür bezahlen?"
~
Da sind sie. Das muss die Malgaïsche
Delegation sein.
Endlich!
Viele schwarze Uniformen und Brillianten, aber auch viel bunte Zivilkleidung.
Und die meisten Föderierten haben äusserst selten jemals Malgas in
Zivilkleidung gesehen.
Lacial
Pandemeyla, Fürstin von Rancoon! Diesen Namen sagt J.J. in Gedanken immer
wieder. Er hat Bilder von ihr gesehen, doch sie scheint nicht dabei zu sein,
auch wenn er sich fragt, ob er sie in einer anderen Aufmachung überhaupt
erkennen könnte.
Eine Fürstin!
Er hat sein Glück kaum fassen können... obwohl ihm nicht ganz wohl dabei ist,
plötzlich in so nobler Gesellschaft zu sein. Aber die Diplomaten sind wohl zum
Schluss gekommen, dass sie zueinander passen könnten, sonst wäre der Deal ja
wohl nicht zustande gekommen... und dabei hat er keine Ahnung, auf welchem
Planeten Rancoon überhaupt liegt. Vielleicht heisst ja der Planet Rancoon?
Vom
ganzen Begrüssungsgeplänkel und den üblichen Höflichkeitsfloskeln zwischen den
Diplomaten bekommt J.J. nicht viel mit, er ist zu sehr damit beschäftigt, die
Malgas zu beobachten und sich auszumalen, welche von ihnen wohl gekommen ist,
um ihn abzuholen. Man hat ihm gesagt, dass die Fürstin womöglich nicht
persönlich kommt, sondern eine Bevollmächtigte schickt... und da hier niemand
wie die Fürstin aussieht, fragt er sich nun, wer wohl die Bevollmächtigte ist.
Vielleicht die da drüben in einer blauen Landestracht mit viel Silberschmuck?
Oder die Schwarzhaarige in Rot?
Offenbar werden schon die Listen
verglichen und die ersten Verträge unterschrieben... worauf J.J. sich fragt, ob
die Namensliste wohl alphabetisch abgehakt wird. Und welche Liste? Nach welchem
Alphabet?
~
"Okay... Selbst wenn sie wollten,
könnten die Föderierten kein Milgoon lernen, weil es wohl niemanden gibt, der
es einem Föderierten beibringen würde. Weil wir ja nicht wollten, dass alle
unsere Sprache verstehen. Irgendwie haben wir die Kerle damit verwöhnt, dass so
ziemlich alle Malgas, die je mit Föderierten zu tun hatten, einigermassen
Fédéral beherrschten... Oh ja, von Malgas erwartet man einfach, dass sie sich
so ziemlich jeder Situation anpassen können, selbst wenn man sie von Malga-Siru
in die Föderation verpflanzt. Und wenn sie es überhaupt rein gar nicht mögen...
nun ja, wenn es gar keinen Ausweg gibt, können sie sich immer noch ins Koma
fallen lassen, nicht wahr?" Beim letzten Satz klang die Stimme etwas
bitter...
... worauf einige im
Grossen Rat ein etwas verlegenes Gesicht machten. In der Tat waren die
ausgelosten Kandidatinnen sogar ausdrücklich dazu ausgebildet, sich allen möglichen Situationen anpassen zu können. Und jede einzelne
von ihnen wusste sicher mindestens ein Dutzend Wege, sich auf die eine oder
andere Art zu verabschieden, sollte sie das Leben unter Föderierten nicht mehr
aushalten. Für Leute von der Providentia ist das allerdings völlig normal.
"Ich wette, sie werden sich förmlich
überschlagen, um es unseren Malgas möglichst angenehm zu machen. Immerhin ist
die Idee auf ihrem Mist gewachsen und sie wissen, dass wir sehr böse werden
können..." erklärte schliesslich eine andere Stimme...
... und ringsherum
ertönte zustimmendes Gemurmel.
"Oh ja." erklärte wieder eine
andere Stimme, ziemlich leise. "Aber was ist mit den Föderierten, die zu
uns kommen? Kein Hahn kräht mehr nach ihnen, sie sind ein Bauernopfer der
Föderierten Politik. Die Typen werden herkommen, kennen unsere Sitten und
Gebräuche höchstens vom Hörensagen und verstehen kein Wort Milgoon!"
"Na und? Sie
werden es lernen. Und überhaupt... will etwa jemand Philosophische
Unterhaltungen mit denen führen?!"
Daraufhin ertönte
vereinzelt leises Gekicher, denn es ist eine ziemlich weitverbreitete Meinung,
dass Männer nicht zum reden taugen. Und Föderierte Terraner wohl schon gar nicht.
Um die paar Antragoaner, die durch das
Programm verkuppelt werden, macht man sich da übrigens weitaus weniger Sorgen,
die können einander sogar immerhin verstehen und haben nicht sooo grosse
Kulturelle Unterschiede wie Malgatjerras und Föderierte Terraner. Es fanden
sich sogar Malgaïsch Antragoanische Freiwillige... das will ja wohl was
heissen!
~
Julian Jones scheint offenbar der Letzte auf der Liste zu sein. Doch es sind nur noch schwarzgekleidete Frauen übrig. Eine von ihnen tritt vor, als Rancoon erwähnt wird, und stellt sich als Lara von Rancoon vor, die Bevollmächtigte der Fürstin.
Während die meisten Malgas die Gemeinsprache der Föderierten mit samtweichem Akzent sprechen, hat diese Lara einen regelrecht harten Akzent. Sie legt die Vollmacht vor und unterschreibt dann den Vertrag...
... und unter ihren Malgarischen Schriftzeichen kommt J.J. seine Unterschrift ziemlich popelig vor, zumal seine Hände irgendwie plötzlich zu zittern scheinen. Als hätte er gerade sein eigenes Todesurteil unterzeichnet.
2. Kapitel 
Lara hat ihn kaum eines Blickes gewürdigt. Als müsste sie für ihre Fürstin nur ein Möbelstück abholen oder sowas in der Art. Etwas nervös schnappt sich J.J. seine Tasche und folgt der Frau, die eine Ceres-Uniform ohne Rangabzeichen, dafür jedoch exotischen Schmuck trägt. Raubtierzähne?
Man hat ihnen gesagt, sie müssten nicht viel mitbringen, da für alles gesorgt würde und sie in ihrer neuen Heimat selbstverständlich auch neu eingekleidet würden. Da alle Kandidaten auch einen gründlichen Gesundheitscheck über sich ergehen lassen mussten, sollten alle die Reise überstehen und im neuen Klima leben können... und das ohne irgendwelche Pillen oder dergleichen. Na hoffentlich.
Während er Lara hinterhertrottet, fragt er sich, was es mit ihr wohl auf sich hat. Warum trägt sie keine Landestracht? Oder sind Ceres-Uniformen in Rancoon der letzte Schrei der Mode? War sie selbst mal bei Ceres? Na ja, vielleicht wird er es ja noch erfahren, denn bis zu dem Planeten, dessen Namen er sich nicht merken kann, ist es noch eine lange Reise.
Es ist kein grosser Sternenkreuzer, sondern eine Jacht, die tatsächlich auf Rigellia gelandet ist, in die er und die anderen Kandidaten dieser Gruppe hier geführt werden.
Schliesslich teilt sich die ganze Gruppe auf und Lara führt ihn in ein Zimmer und deutet auf die eine Hälfte eines Doppelbettes. "Da kannst du schlafen!" erklärt sie mit ihrem harten Akzent und setzt sich auf die andere Seite, lehnt sich zurück und sieht ihn nun endlich an, lässig auf die Ellenbogen gestützt, wie er mit seiner Reisetasche immer noch unsicher mitten im Zimmer steht, während sich die Tür hinter ihm längst automatisch geschlossen hat.
Und jetzt, da sie ihn endlich ansieht, rieselt es ihm heiss und kalt den Rücken runter. Er bemerkt, dass sie Katzen-Augen hat; durch die Helligkeit hier sind ihre Pupillenschlitze ganz schmal und zeigen dafür viel von der azurblauen Iris. Die blauen Augen scheinen irgendwie nicht recht zum eher dunklen Teint und den rabenschwarzen Haaren zu passen; und doch passt alles perfekt bei ihr. Ihm wird bewusst, dass sie schön ist... und im gleichen Moment spürt er, wie er rot wird.
Sie lächelt. Unglaublich, wie das ihre strenge Miene verändert. "Mach's dir bequem!" Sie klopft auf die Bettseite neben ihr, doch mit ihrem Akzent tönt der Vorschlag wie ein Befehl. Vielleicht ist es auch ein Befehl. Er kann sich jedenfalls gut vorstellen, dass sie mal als Ceres-Offizier irgendwelche Leute rumkommandiert hat.
Schliesslich legt er seine Tasche ans Fussende seiner Betthälfte und setzt sich, macht jedoch ein Gesicht, als sässe er auf glühenden Kohlen. Er spürt ein leichtes Vibrieren, als die Jacht offenbar abhebt... jetzt ist es definitiv zu spät, um noch einen Rückzieher zu machen. Nicht dass er das wollte!
"Du siehst nicht sehr glücklich aus. Bereust du es schon?" fragt sie in Plauderton und denkt bei sich, dass er es bestimmt noch bereuen wird, wenn er erst mal Lacial kennengelernt hat. Verdammt, der Kerl sieht noch so jung und schuldig aus! Und gar nicht mal so hässlich. Eigentlich sogar ganz schnuckelig.
"Nein, ich... ähm... ich weiss nur noch nicht so recht..." fängt er an zu stammeln. "Schlafen wir etwa im gleichen Bett?" platzt er dann heraus.
"Wir können hier nicht alle in Einzelkabinen unterbringen. Also ich schlafe ganz bestimmt im Bett. Wenn dir das nicht gefällt, kannst du auch auf dem Fussboden schlafen." Sie grinst spitzbübisch, worauf er noch mehr errötet, und ihr kommt auf einmal ein seltsamer Gedanke. "Sag mal... hast du überhaupt schon mal mit einer Frau in einem Bett geschlafen?"
Er errötet noch mehr, besonders als er daran denkt, dass die eigentliche Frage wohl weniger mit Schlafgelegenheiten als mit Sex zu tun hat, sucht nach passenden Worten und schüttelt schliesslich einfach den Kopf.
"Mit einem Mann?" fragt Lara weiter, als ihr schlagartig wieder in den Sinn kommt, dass es unter Föderierten Terranern mehr Männer als Frauen gibt und die Balzrituale zwischen den Geschlechtern ja oft ziemlich verquer sind, wie man sagt.
"Nein!"
Das klingt ja richtig entsetzt. Und ihr kommt auch wieder schlagartig in den Sinn, dass es bei den meisten Föderierten Terranern ja anders läuft als in Malga-Siru, wo Bisexualität für gewöhnlich als völlig normal angesehen wird... Sie starrt ihn mit hochgezogener Augenbraue an. "Noch überhaupt nie mit irgendjemandem?" kann sie sich schliesslich die ungläubige Frage nicht verkneifen.
Er schüttelt erneut den Kopf.
"Ach du liebe Zeit..." stöhnt Lara auf und klatscht sich mit der flachen Hand gegen die Stirn, als hätte sie plötzlich Migräne bekommen. "So kannst du Lacial nicht unter die Augen treten, also werde ich dir wohl noch einiges beibringen müssen..."
"Wie bitte?!" Er starrt sie verdattert an.
"Nun ja..." beginnt Lara vorsichtig und weiss nicht so recht, wie sie es in Worte kleiden soll. "Manche mögen es ja ganz reizend finden, einen unschuldigen jungen Mann zu verführen... doch Lacial gehört garantiert nicht dazu. Sie... äh... ist nicht sehr geduldig." Und das ist noch milde ausgedrückt. Es wird für diesen jungen Mann der Horror werden, bis er sich erst mal eingelebt hat... und er muss noch viel lernen, da er ja so gut wie nichts zu wissen scheint...
Sie treffen sich alle beim Abendessen... und
J.J. sieht, dass alle anderen Männer inzwischen schon Malgaïsche Kleidung
tragen. Ihm wird heiss bei dem Gedanken, dass diese Malgaïschen Frauen neben
ihnen dafür gesorgt haben, dass sie ihre Föderierten Klamotten auszogen und...
und er will lieber nicht weiter darüber nachdenken, sonst wird es noch
peinlich.
Er trägt immer noch das gleiche, das er auf Rigellia getragen hat, denn Lara
war seit dem Start zu sehr damit beschäftigt, ihm Löcher in den Bauch zu
fragen, als sich um Kleidung zu scheren... aber Lara ist auch nicht seine
Braut, sondern nur die Bevollmächtigte der Fürstin; und es kommt ihm irgendwie
falsch vor, dass sie im gleichen Bett schlafen sollen... aber vielleicht ist er
wirklich einfach nur zu schüchtern. In Malga-Siru hat man ja offensichtlich
sowieso weitaus weniger Hemmungen in Punkto Körperkontakt und das muss auch
nicht immer in irgendwelche Orgien ausarten, also ist es im Grunde völlig
harmlos, sich ein Bett zu teilen. Es ist wohl nur seine eigene schmutzige
Phantasie, die ihn so durcheinanderbringt, während Lara ihn wohl inzwischen für
einen kompletten Vollidioten halten muss...
Das Malgaïsche Essen ist gut. Und die Unterhaltung beginnt bei Malgaïschen Bräuchen im allgemeinen und landet natürlich unweigerlich bei den verschiedensten Hochzeitszeremonien oder was man in Malga-Siru alles dafür halten könnte.
"Wie ist es denn am Hofe von Rancoon?" fragt schliesslich einer der Föderierten, der nun die Zeichen der heissblütigen Blondine neben ihm trägt und dabei auch ungeniert einen Knutschfleck zur Schau stellt. Der Malgarische Schnaps hat ihn wohl ziemlich mutig gemacht.
J.J. gibt sich im Geiste eine Ohrfeige, dass er das nicht selbst gefragt hat, und sieht dann Lara aufmerksam an, die ihren Becher leert und mit leisem Unbehagen feststellt, dass alle Augen auf sie gerichtet sind.
"In Rancoon haben wir eine Fürstin und zu deren Harem gehören viele Männer und Frauen." Hey, im Vertrag stand kein Wort über Monogamie, also warum macht der gute Julian Jones nun plötzlich so ein dummes Gesicht?! "Jedes Jahr im Sommer ist ein grosser Heiratsmarkt, wo die Familien im Land untereinander immer wieder neue Bündnisse schliessen und die heiratsfähigen Cjuschis feilbieten."
Inzwischen hat man schon erklärt, dass - jedenfalls dort wo AjourVeda und ähnliche Sitten herrschen - eine Uxora gewissermassen die Herrin eines Hauses ist, während eine Conjuga eine meist eingeheiratete Ehefrau darstellt; und dann gibt es auch noch Layas und möglicherweise Sequistas. Beim Uxor eines Hauses handelt es sich übrigens meist nicht um einen Ehemann, sondern um einen Bruder der Herrin. Die Kinder der Uxora gelten als Töchter und Söhne des Hauses, die für gewöhnlich in der Familie zu bleiben pflegen, während die Kinder der Conjugas eben Cjuschis genannt werden ("Cousinchen") und ihrerseits wieder weiterverheiratet werden, wobei solche 'Ehen' aus Politischen, Finanziellen oder sonstigen Gründen natürlich von den Familien geschlossen werden...
"Der Fürstin steht bei ihrer Runde über den Markt natürlich immer die erste Wahl zu", erklärt Lara weiter, als wäre sowas das selbstverständlichste der Welt. In ihrer Welt ist es das auch. "Es kann auch sein, dass die Fürstin Gefallen findet an Töchtern und Söhnen eines Hauses, die eigentlich nicht dafür bestimmt waren, aus der Familie herauszuheiraten... in diesem Falle bezahlt der Hof jedoch einen Brautpreis."
"Was wäre, wenn sich die Familie weigern würde?" fragt J.J. neugierig, der immer noch etwas geschockt darüber ist, dass er nur einer von vielen in einem grossen Harem sein wird. "Was ist, wenn der Junge oder das Mädchen nicht wollen?"
Lara starrt ihn kurz entgeistert an. "Die Fürstin bekommt immer, was sie will."
"Und warum will sie mich?" fragt J.J. nach einigem Zögern. Jetzt ist er aber wirklich neugierig. Will die Fürstin einfach mal etwas exotisches und hat deshalb zugestimmt, einen Föderierten bei sich aufzunehmen?
"Geld", antwortet Lara geradeheraus.
"Geld? Aber ich habe doch gar kein Geld..." meint J.J. etwas irritiert.
Nun muss Lara erst mal lachen und auch einige andere Malgas hier fangen an zu kichern. Auf die Idee, dass ein Mann eigentlich auch so Geld mit in die Ehe bringen könnte, scheinen sie bis anhin noch gar nicht gekommen zu sein. "Aber der Grosse Rat hat Geld."
Damals... als auf der Arca-Titana nach dem Nevil-Kreuzzug die Föderierten Kriegsgefangenen als Sklaven versteigert wurden, hätte niemand viel Geld für Föderierte Terraner locker gemacht und so war es auch kein Wunder, dass es im Grunde kein Problem war, einen Menschen gratis und franko geschenkt zu bekommen, wenn man nur wollte; und wenn die Versteigerung nicht gewissermassen für einen guten Zweck gewesen wäre, hätte es bestimmt noch viel weniger Salgas für die Kriegskasse gegeben. Während für die Antragoanischen Wissenschaftler, die das Pech hatten, in das 'Desaster von Corana-Pala' verwickelt zu sein, geradezu Spitzenpreise erzielt wurden, hätte sich jeder Malgaïsche Sklave in Grund und Boden geschämt für die paar popligen Münzen, die für die Föderierten Terraner geboten wurden...
... aber davon wissen diese Föderierten Terraner hier nichts. Man hat ihnen nicht gesagt, dass sich niemand darum gerissen hat, sie bei sich aufzunehmen. Dass man sie nicht mal geschenkt haben wollte. Dass man schliesslich Prämien angeboten hat.
Während J.J. noch starr vor Schreck scheint, wendet sich der Typ von vorhin, Franco Cavallo, nun an die heissblütige Blondine neben ihm. "Coria, mein Engel, man hat dich dafür bezahlt, dass du mich nimmst?!" Die anderen Männer sind alle ähnlich verblüfft.
"Aber ja!" erklärt Coria da Silva mit hochgezogenen Augenbrauen und scheint nichts dabei zu finden, ebenso wie die anderen Malgas, die es gewissermassen als gutes Werk betrachten. Wenn es sich auch noch als Spass herausstellt, um so besser. "Ansonsten könnte ich mir doch gar keinen Brautpreis für einen Mann leisten und wüsste auch nicht, wie ich einen noch mit durchfüttern sollte... ich bin nämlich nicht reich." Sie zuckt die Schultern. "Und so wie die Werbung dafür gemacht haben, hat es sich ganz gut angehört..." Ihre Stimme hat einen dunklen Klang angenommen. "Und ich bin auch nicht enttäuscht, denn sie haben nicht zuviel versprochen..."
Nach dem Essen und all dem Gerede über Hochzeits- und sonstige Bräuche kommt sich J.J. nun etwas komisch vor, wieder mit Lara ins Quartier zu gehen. "Wieviel hat man für mich bezahlt?" platzt es schliesslich aus ihm heraus. "Wieviel bezahlt der Grosse Rat von Malga-Siru dafür, dass Lacial Pandemeyla mich in ihren Harem aufnimmt?"
"Fünftausend Salgas", antwortet Lara wie aus der Pistole geschossen. "Für Coria da Silva ist es ein nettes Sümmchen, um ihr Geschäft auf die Beine zu bringen und mit dem Syndikat paktieren zu können. In Rancoon sind Fünftausend Salgas ein Vermögen." Sie seufzt kurz. "Pariaragon ist das, was gerne ein Hinterwäldler-Planet genannt wird... und Rancoon ist eine der abgelegensten Provinzen. Es gibt im Palast zwar Fliessendes Wasser, jedoch keine Elektrizität oder wie ihr das nennt. Es gibt also auch keine Replikatoren oder sowas in der Art. Gekocht und geheizt wird mit richtigem Feuer, obwohl glücklicherweise selten geheizt werden muss, denn es ist für gewöhnlich schön warm. Und die Palastwache trägt keine Phaser, sondern Schwerter..." erklärt sie. "In Rancoon wird nicht mal Milgoon gesprochen, von Fédéral ganz zu schweigen, also werde ich dir erst mal die Handzeichen und dann auch noch ein paar Worte unserer Sprache beibringen, bis wir dort ankommen." Sie seufzt kurz bei dem Gedanken, dass dies nicht das einzige ist, was sie ihm noch alles beibringen muss. "Ich weiss nicht, was du dir unter einer Fürstin vorgestellt hast, doch Lacial Pandemeyla von Rancoon ist jedenfalls keine grosse Atrix, sondern nur eine kleine Provinzfürstin, die sich im eigenen Land wie eine Lebendige Göttin aufführt. Und du wirst alles tun, was sie dir befiehlt, wenn dir dein Leben lieb ist. Zieh dich aus."
"Was?!" Der letzte Satz verwirrt ihn, zumal es wie ein Befehl geklungen hat... andererseits klingt bei Lara's hartem Akzent alles irgendwie nach einem Befehl. Wobei sich das mit dem harten Akzent ja wohl geklärt hat, wenn ihre Muttersprache nicht das samtweiche Milgoon ist, das auch immer diesen entzückenden samtweichen Akzent beim Föderationsstandard gibt.
"Zieh dich aus." Sie sieht ihn an, als wollte sie ihm gewaltsam ihren Willen aufzwingen; doch dann setzt sie doch noch zu einer Erklärung an: "Ich muss dich noch vorbereiten... und je eher ich damit anfange, desto schneller verheilt alles wieder."
"Verheilt?" echot er und macht nun erst recht keine Anstalten, sich auszuziehen. Was in aller Welt hat sie mit ihm vor, was gibt es da vorzubereiten?! Das klingt ja nicht sehr beruhigend und er schlingt unwillkürlich die Arme um seinen Körper. "Was..."
"Alle Männer im Harem der Fürstin tragen Schmuck", erklärt sie geduldig, als sie sein entsetztes Gesicht bemerkt. "Und auch wenn es nicht gerade Capricjanisches Gold mit allem drum und dran ist... Ohrringe und Nippelringe gehören dazu."
Er schüttelt vehement den Kopf. Davon stand aber kein Wort im Vertrag! Allerdings stand auch nichts davon im Vertrag, dass er keinen Schmuck tragen müsste... "Aber... aber..."
"Stell dich nicht so an!" Langsam verliert sie die Geduld. "Ich bin eine Tayda. Es wird nicht wehtun."
"Du bist eine Tayda?!"
"Warum erstaunt dich das?"
"Ich weiss auch nicht... ich dachte nur... die Uniform!"
"Ich war mal bei Ceres. Auf Pariaragon gibt es eine Basis und ich habe mich dort in meiner Jugend den Ceresas angeschlossen, bin dann auch drei Jahre auf einem Sternschiff gewesen, bevor ich in meine Heimat zurückgekehrt bin. Habe viel gelernt... unter anderem auch deine Sprache." Sie lächelt leicht. "Aber ich bin die Tochter einer Tayda und nun selbst eine Tayda am Hofe von Rancoon." Und sie macht nicht den Eindruck, als würde sie ihre Familiengeschichte vertiefen wollen. "Und jetzt zieh dich aus."
3. Kapitel 
J.J. fühlt sich wohl in der Malgaïschen Kleidung, die Lara ihm gegeben hat. Er hat sich auch an den Schmuck gewöhnt, den sie ihm durch Ohrläppchen und Nippel gestochen hat, von den Ketten um Hals und Handgelenke ganz zu schweigen. Und die Tayda hatte recht: es hat eigentlich gar nicht weh gemacht. Trotzdem gut, dass sie ihn vorher gefesselt und geknebelt hat, denn so aufgeregt wie er war, hätte er wohl rumgezappelt und *dann* hätte es bestimmt geschmerzt. Aber so wie sie ihn mühelos überwältigte, hat sie ihn auch gleich wortlos daran erinnert, dass Malgaras stärker sind als Menschen.
Inzwischen hat sich seine Aufregung jedoch etwas gelegt und er empfindet es schon fast als normal, den lieben langen Tag von Lara herumgescheucht zu werden. Seit fast einer Woche bringt sie ihm nicht nur ein paar Brocken Milgoon bei, sondern eben auch Rancoon-Dialekt und vor allem die Handzeichen. Lara hat ihm zu verstehen gegeben, dass Lacial Pandemeyla wohl kaum an tiefschürfenden Gesprächen mit ihm interessiert sein wird, doch wenn er sich nicht auf einen Wink von ihr die Kleider vom Leib reisst und vor ihr auf die Knie geht, dürfte die Fürstin wohl ziemlich sauer werden und das würde er kaum erleben wollen.
Jetzt gerade ist er damit beschäftigt, Lara's Füsse zu massieren. Hübsche Füsse, soweit er das beurteilen kann. Und offenbar scheint er sich inzwischen schon ganz geschickt anzustellen, denn sie schnurrt zufrieden. Na ja, sie schnurrt nicht wirklich wie eine Katze, aber sie gibt hin und wieder wohlige Geräusche von sich, die ihn sehr anspornen und ihm zeigen, dass er auf dem richtigen Weg ist.
Er stellt sich vor, wie es wohl sein wird, Lacial's Füsse zu massieren... Oder wie er sich wohl mit den anderen Leuten im Harem verstehen wird. Na ja, von verstehen kann wohl erst mal sowieso noch keine Rede sein, denn sein Rancoon ist grottenschlecht. Und das, obwohl Lara sich wirklich alle Mühe gegeben hat und ihm das Talent dazu gewissermassen telepathisch übermittelt hat - oder wie auch immer man das nennen will, wenn sie ihn mit hypnotischem Blick tief in die Augen sieht und ihm plötzlich einiges klar wird. Oh ja, ihm ist inzwischen ziemlich klar, wie er sich in Rancoon zu benehmen hat... theoretisch zumindest.
Praktisch hat er
allerdings noch so seine Probleme. Und dass sich Rancoon-Dialekt bei ihm
ständig anhört wie eine grässliche Erkältung, ist nur eins davon.
Es jagt ihm kalte Schauer über den Rücken, wenn er über Lara's mehr oder
weniger direkt geäusserten Andeutungen nachdenkt, dass es im Harem üblich wäre,
zueinander 'freundlich' zu sein... Und fast im gleichen Atemzug hat die Tayda
beiläufig erwähnt, dass in Rancoon - wie in Malga-Siru allgemein - Bisexualität
als völlig normal angesehen werde, ebenso Promiskuität. Okay, sie hat ihm nicht
*direkt* ins Gesicht gesagt, dass nicht nur die Frauen von ihm erwarten werden,
dass er ihre Muschi leckt, sondern auch die anderen Männer im Harem von ihm
erwarten werden, dass er ihre Schwänze lutscht... aber so doof ist er nun auch
nicht, dass er einen diskreten Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstehen würde.
Seitdem hat er
jede Nacht Albträume. Seltsamerweise hat er jedoch auch jeden Morgen Flecken in
seinen Pyjamahosen. Okay, dann sind es eben Feuchte Albträume - und er weiss
nicht so recht, ob Lara's Gute-Nacht-Geschichten über irgendwelche Orgien nicht
womöglich was damit zu tun haben...
Aber wie auch immer, er weiss nun wirklich nicht, ob er sowas nun total abartig
finden oder vielleicht sogar lieber erleichtert darüber sein soll, dass er den
Gedanken, es in Lacial's Harem nicht nur mit Frauen, sondern auch mit Männern
zu tun zu haben, zumindest unbewusst offenbar nicht *nur* schrecklich findet...
und furchteinflössend. Oh ja, er hat Angst.
Er hat schon Angst davor, mit einer Frau zu schlafen und sich dabei womöglich
total lächerlich zu machen... auch wenn Lara in abschätzigem Ton gemeint hat,
dass man von einem Terranischen Mann bestimmt keine Heldentaten erwartet und er
ja doch einfach bloss daliegen und sich reiten lassen muss. Doch wenn der
Gedanke, sich von einer Frau reiten zu lassen, ihm schon kalte Schauer den
Rücken runterjagt, so ist das noch nichts im Vergleich zum Gedanken, sich von
einem Mann besteigen zu lassen. Er wäre schon allein deshalb auf der Untersten
Stufe der Hierarchie, weil er der Jüngste Zugang zum Harem ist; dass er ein
Föderierter Terraner ist, macht es nicht wirklich besser...
In Rancoon besteht der Adel wie anderswo auch aus Malgaras... was bedeutet, dass er es im Harem der Fürstin mit Leuten zu tun hat, die ihm schon allein körperlich weit überlegen sind und die in ihm wohl nicht viel mehr sehen als einen dahergelaufenen Typen ohne Ara-Touch, der in ihren Augen wohl gerade gut genug dafür ist, Sklavenarbeit zu verrichten.
Lara hat ihm recht unverblümt zu verstehen gegeben, dass er auf dem Sklavenmarkt wohl nicht viel einbringen würde. Zu dünn, zu schwächlich, zu blass... und überhaupt, wozu ist er denn eigentlich gut?!
Verbissen knetet er an Lara's Füssen rum, als wollte er ihr seinen Wert beweisen. Er will ihr beweisen, dass er durchaus lernfähig ist und willig, sich an die Sitten und Gebräuche seiner neuen Heimat anzupassen. Den Sitten und Gebräuchen seiner Herrin, die er noch nie gesehen hat.
'Woran denkst du?' fragt sie ihn in Rancoon-Dialekt...
... und reisst ihn mit dieser Frage unvermittelt aus seinen Grübeleien. Er weicht ihrem Blick aus, denn er hegt den Verdacht, dass sie seine Gedanken lesen kann, wenn er ihr in die Augen schaut. Vielleicht kann sie seine Gedanken aber auch so lesen. Immerhin ist sie eine Malgara. Eine Tayda. Mit genug Ara-Touch, um Körper und Geist eines Menschen wie ihm noch allemal überlisten zu können, wie sie in den vergangenen Tagen schon mehrfach eindrucksvoll bewiesen hat. Sonst würde er jetzt nicht halbnackt auf dem Bett sitzen und ihre Füsse massieren.
'Wovor hast du Angst?'
"Ich habe keine Angst!" protestiert er daraufhin, ohne lange darüber nachzudenken. Denn wenn er darüber nachdenken würde, käme ihm wieder in den Sinn, dass er vor sehr vielen Dingen Angst hat... vor all dem Unbekannten, das vor ihm liegt. Gelegentlich fragt er sich, was für ein Teufel ihn eigentlich geritten hat, sich freiwillig zu melden. Doch in der Föderation hat er für sich keine Zukunft gesehen... und jetzt, wo die Begegnung mit seiner zukünftigen Herrin immer näher rückt, hat er eine Todesangst vor seiner Zukunft in Malga-Siru. Er hat Lara in die Augen geschaut und konnte in ihren/seinen Gedanken sogar den Palast von Rancoon sehen... doch er kann sich noch nicht so recht vorstellen, wie es sein wird, wenn er erst mal dort ist.
Und fast ist er dankbar, dass die Commandra dieser Jacht hier es offenbar nicht besonders eilig hat, nach Pariaragon zu kommen. Gestern haben sie Coria da Silva und Franco Cavallo verabschiedet und dabei im Syndikats-Bazar auf Corella ein wenig gefeiert... und jetzt sind Lara und er die letzten Passagiere hier an Bord. Übermorgen werden sie in Pariaragon eintreffen.
'Du solltest vielleicht Angst haben...' ermahnt sie ihn.
Und J.J. wird abwechselnd bleich und rot, als ihm klar wird, dass er gerade Föderationsstandard gesprochen hat. Wieder mal. Lara hat ihm Fédéral verboten, weil er gefälligst Rancoon üben soll, auch wenn es ihm schwer fällt. Dafür wird sie ihm den Hintern versohlen. Oh ja, er ist überzeugt davon, dass es durchaus kein Scherz war, als sie ihm Strafen androhte... "Sorry!" entschlüpft es ihm und er gibt sich gleich darauf im Geiste selbst eine Ohrfeige, dass ihm schon wieder ein Wort im Pseudo-Englisch der Föderierten Gemeinsprache rausgerutscht ist, die von den Malgas früher so gerne das 'Kauderwelsch der Föderierten' genannt wurde. 'Es tut mir sehr leid...' brabbelt er auf Rancoon und wird wieder mal knallrot dabei. Irgendwie ist das der Satz, den er inzwischen am besten kann. Peinlich genug.
4. Kapitel 
"Das ist Pariaragon!" erklärt Lara gefasst und starrt auf den Planeten, der auf dem Grossen Schirm in der kleinen Kommandozentrale der Jacht zu sehen ist. Ihre Heimat.
Julian Jones betrachtet fasziniert die überwiegend grün-blau gesprenkelte Kugel, die hin und wieder von weissen Wolken verschleiert wird. Diese Welt ist wunderschön, da hat Lara wohl nicht zuviel versprochen, wenn sie von der Landschaft geschwärmt hat... Nur wenn er Fragen über die Fürstin stellte, bekam sie diesen gewissen Ausdruck im Gesicht, der wohl bedeuten sollte, dass zuviel Neugierde ungesund sein könnte.
Die Commandra lässt sich zusammen mit ihnen
zur Basis runterbeamen, um wie üblich ihre Passagiere höchstpersönlich
abzuliefern. Zwar ist die Ceres-Basis hier noch nicht wirklich das Endziel, aber
so pingelig ist sie dann doch nicht und lässt es damit gut sein, ihre 'Gäste'
hier zu verabschieden.
Ihre Mission ist damit erledigt.
Dafür werden Lara und J.J. nun von den hiesigen Ceresas freundlich willkommengeheissen, denen eine Abwechslung gerade recht kommt, denn auf Pariaragon scheint ja nicht gerade viel los zu sein.
Unter den schwarzgewandeten Gestalten ist auch eine Tayda - und da sie statt der aufreizend engen Uniform ein wallendes Gewand trägt, sieht sie auch wirklich so aus, wie J.J. sich Taydas immer vorgestellt hat - und sie spricht Fédéral mit samtweichem Akzent. Zu seinem Entsetzen scheint sie es jedoch darauf anzulegen, ihn noch gründlich zu untersuchen, bevor sie ihn weiterziehen lässt, um nach Rancoon zu reisen...
"Das ist nicht nötig! Ich bin schon von Föderierten Ärzten untersucht worden, das steht doch alles in meinen Unterlagen!" protestiert J.J. und wirft Lara einen hilfesuchenden Blick zu, die ihn jedoch mit einer Hand in seinem Genick der Tayda hinterherführt, bis sie in deren Praxis ankommen. Dort lässt sie ihn los und macht dafür ein Zeichen mit der Hand.
Er starrt sie ungläubig an. Okay, sie hat sich in den letzten Tagen wirklich alle Mühe gegeben, ihn nicht nur mit Sprache und Gebräuchen von Rancoon vertraut zu machen, sondern ihm in diesem Zusammenhang auch seine Schüchternheit etwas auszutreiben... doch sie kann doch jetzt nicht ernsthaft wollen, dass er sich vor dieser wildfremden Tayda hier einfach nackt auszieht! Allerdings funkelt sie ihn nun so böse an, dass ihm schlagartig klar wird, dass sie es durchaus ernst meint. 'Es tut mir sehr leid!' murmelt er fast schon automatisch, senkt seinen Kopf und zieht sich seine Kleider aus; doch nicht mal Lara's Trainingsmethoden mit der Inxianischen Peitsche können verhindern, dass er dabei rot anläuft und am liebsten im Erdboden versinken würde.
Die Tayda läuft um ihn herum, um ihn von allen Seiten anzusehen, und gibt dabei Kommentare in Milgoon ab, die von Lara erwidert werden, deren Milgoon ganz anders klingt. Rancoon-Akzent. Sie reden über ihn, als wären sie hier auf einem Pferdemarkt und unterhielten sich über die Qualitäten eines Zuchthengstes. Nein, also *dieser* Vergleich hinkt, denn Lara hat ihm in ihrer unnachahmlich charmant-unverblümten Art natürlich längst verklickert, dass in Rancoon - oder sonstwo - sicher keine Malga auf die Idee käme, sich ausgerechnet von einem dahergelaufenen Föderierten Terraner schwängern zu lassen, so lange es noch andere Männer gibt.
Gelegentlich tippt die Tayda ihn mit den Fingerspitzen an, doch das ist auch alles. Und J.J. wüsste ja wirklich zu gerne, was die beiden Taydas da zu plaudern haben, doch sie reden viel zu schnell, als dass er auch nur ein Wort davon verstehen würde. Bestimmt machen sie sich über ihn lustig und mäkeln herum, dass er nicht genug Fleisch auf den Rippen und zu wenig Muskeln hätte oder... O Gott, beim blossen Gedanken daran, was sie über ein gewisses männliches Körperteil sagen könnten, läuft er schon wieder rot an. Und wird hart. Was ihn wiederum noch mehr erröten lässt. Doch langsam scheint sein Körper Probleme damit zu bekommen zu entscheiden, ob das Blut nun ins Gesicht schiessen soll und in jenes gewisse andere Körperteil. Er verschränkt die Hände vor seinem erigierten Schwanz.
Die Tayda fängt an zu kichern und scheint Lara nun regelrecht Löcher in den Bauch zu fragen, bis die nur noch die Schultern zuckt.
"Du bist noch Jungfrau?!" platzt es schliesslich aus der Tayda heraus, die Lara offenbar nicht so recht glauben mag.
"Äh..." J.J. weiss nicht, was er sagen soll. Nach den Tagen und Nächten mit Lara kommt er sich nun eigentlich gar nicht mehr so unschuldig vor, immerhin hat sie ihn nicht nur ausgekitzelt, sondern auch noch auf alle möglichen Arten an ihm herumgegrabscht... und sie hat ihm beigebracht, wie er eine Frau anfassen darf. Komplizierter noch: wie er sich seiner Herrin gegenüber verhalten muss. Offenbar ist das mit Lacial nicht ganz einfach, denn sie hat da so ihre eigenen Vorstellungen, was erlaubt ist und was nicht. Von wegen alles ist gut, solange es Spass macht, wie es sonst immer so schön heisst - ein Kuss am falschen Ort platziert und die Fürstin wäre sauer. Er darf ihre Füsse küssen, aber nicht ihren Mund, es sei denn, sie küsst ihn. Überhaupt darf sie natürlich alles mit ihm machen, wonach ihr gerade lustig ist, während von ihm erwartet wird, dass er hübsch brav mitspielt und ansonsten die Klappe hält. Na ja, den Männern in Rancoon scheint das Spiel wohl irgendwie zu gefallen, denn offenbar scheinen damit alle glücklich zu sein.
Ha! Und da hat man sich wegen Capricjanischer Bräuche Sorgen gemacht! In Rancoon mag es zwar kein Capricjanisches Gold geben, doch ansonsten hätte die Höchst Ehrwürdige Atrix d'Aripat de Caprica wohl auch ihre helle Freude an den Verhältnissen hier...
Aber wie auch
immer. Technisch gesehen ist J.J. noch 'Jungfrau'... und er fragt sich warum.
Ganz offensichtlich hat man auf seine Jungfräulichkeit keinen besonderen Wert
gelegt, wenn man darüber so überrascht ist, also würde es die Fürstin wohl
nicht kratzen, wenn er nicht unberührt in diese 'Ehe' gehen würde... aber
vielleicht ziemt es sich nur nicht, sich am Eigentum der Fürstin zu vergreifen,
und deshalb hat Lara ihn nicht genommen. Oder sie hat einfach kein näheres
Interesse an ihm und gibt sich nur gerade soviel mit ihm ab, wie nötig ist.
Dieser letzte Gedanke versetzt ihm einen leichten Stich. Irgendwie weiss er
nicht so recht, woran er bei ihr ist, denn manchmal ist sie so freundlich zu
ihm, als fände sie ihn sogar sympathisch, dann wiederum behandelt sie ihn wie
eine lästige Pflichtübung; und das macht ihn irgendwie traurig, denn er mag sie
inzwischen ganz gerne... selbst wenn sie ihm den Hintern versohlt und ihm dabei
womöglich auch noch lässig an den Kopf wirft, was sie von Föderierten Terranern
im allgemeinen so hält. Vielleicht ist er ja ein Masochist. Vielleicht ist das
ja der Grund, weshalb er sich freiwillig gemeldet hat; denn immerhin hat er
sich schon vorher denken können, was wohl Malgas von Föderierten Terranern im
allgemeinen so halten, und mit einem Blick auf Caprica kann man sich auch
leicht ausrechnen, dass es an manchen Orten in Malga-Siru wohl ähnlich zugeht.
Irgendwann haben die Taydas genug über ihn abgelästert (jedenfalls klang es nicht sehr schmeichelhaft, andererseits hat er eh kaum ein Wort von dem samtweichen Milgoon verstanden) und er kann sich wieder anziehen. Die Ceres-Tayda grinst ihn an, doch er weicht ihren Blicken aus.
Schliesslich steigen sie in einen Gleiter und düsen in dem Gefährt schliesslich wenige Meter über der Oberfläche dahin und das in einem so halsbrecherischem Tempo, dass J.J. ganz schwindlig wird, wenn er nach draussen sieht. Über Wiesen, Felder, Wälder, Seen und Wälder geht die Reise, einmal scheuchen sie dabei so eine Art Büffelherde auf, doch von Menschen weit und breit nichts zu sehen, bis der Gleiter schliesslich langsamer wird und die Pilotin das Flugzeug sanft in einer Waldlichtung landen lässt.
Vor ihnen liegen die Berge.
Und die Felsenfestungen von Rancoon.
Nachdem der Gleiter wieder gestartet und fast geräuschlos davongeflogen ist, seufzt Lara kurz. "Ab jetzt gibt es keine Zivilisation mehr, wie du sie kanntest. Viele Bauern in Rancoon wissen noch nicht mal, dass es Malga-Siru überhaupt gibt, geschweige denn, dass Ceres auf diesem Planeten eine Basis hat; und wenn, würde es sie vermutlich nicht kümmern... aber trotzdem fliegen die Gleiter deshalb nie so weit, dass sie gesehen werden könnten. Ich hab dir ja gesagt, hier sind wir am Arsch der Welt."
Als Lara losmarschiert, trottet er ihr hinterher und fragt sich, wie lange es wohl noch dauert, bis sie auf die ersten Leute treffen.
Er muss nicht lange warten, denn sobald sie den Wald verlassen haben, treffen sie auf Leute, die auf einem Feld irgendwelches undefinierbares Grünzeug ernten. Sie haben alle so dunkle Augen, dass J.J. nicht erkennen kann, ob sie nun runde Pupillen oder vielleicht doch Katzen-Augen wie die Tayda haben. Sobald sie Lara zu Gesicht bekommen, verbeugen sie sich tief vor ihr und drängen ihnen dann geradezu ein Picknick auf.
Da es unhöflich wäre, diese Gastfreundschaft abzulehnen, nehmen sie ein paar Schlucke Wasser und etwas von den angebotenen Früchten, während die Leute sich in hektischer Diensteifrigkeit daranmachen, zwei Pferde zu satteln.
Oh ja, Pferde. Gross und schwergliedrig wie die Gäule auf Rigellia, so gross, dass J.J. ohne fremde Hilfe nicht aufsteigen kann. Nicht dass er zuvor jemals auf einem Pferd gesessen wäre... Zum Glück sind die Tiere ruhig und gelassen; von einem nervös tänzelnden feurigen Araberhengst wäre J.J. sicher längst abgeworfen worden. So aber hält er sich einfach am Sattel fest und lässt die Zügel locker, denn sein Gaul trottet einfach Lara's Gaul hinterher.
In einem leichten Trab erreichen sie nach dem Bauernhof schliesslich das erste Dorf, wo sich ebenfalls ziemlich schnell eine Menschentraube um sie bildet. Irgendwie kommt sich J.J. vor wie im Zoo, als würden die Leute ihn anglotzen wie ein exotisches importiertes Tier. Allerdings kümmert man sich ansonsten nicht weiter um ihn, was ihn irgendwie seltsam beruhigt. Er hört ein paar Mal Lara's Namen und kommt zum Schluss, dass die Tayda hier offenbar ziemlich berühmt sein muss.
Nachdem sie auch noch durch ein paar andere Dörfer geritten sind - jedes Mal eine ähnliche Menschenansammlung bei ihrem Anblick - sind sie nun auf dem Weg in die Stadt, die in ein Tal eingebettet ist... oder vielmehr ist das ganze Tal eine Stadt, denn an den Rändern sind gewissermassen steinerne Paläste direkt in den Fels gebaut worden. Und ganz oben thront natürlich der Palast der Fürstin, der besonders üppig mit steinernen Drachen verziert ist.
Der Lindwurm ist das Wappentier von Rancoon, deshalb sind schon die einfachsten Hütten damit verziert und sei es auch nur gemalt oder liebevoll aus Strohblumen gebastelt - doch hier in der Stadt übertrumpft man sich gegenseitig mit prunkvoll vergoldeten und sonstwie geschmückten schlangenähnlichen Drachen. Als J.J. mal Lara gefragt hat, ob es in Rancoon wirklich mal sowas wie Drachen gegeben hat, da hat sie bloss gelächelt...
Schliesslich steigen sie am Fusse der Treppe von ihren Pferden und klettern dann die zwölf Stufen zum Palast empor. Da sie durch die Stadt betont langsam geritten sind, sollte sich die Neuigkeit schon bis hierher rumgesprochen haben. Und wirklich, die beiden Palastwachen vor dem Tor - Amazonen in silberbeschlagenem Leder und mit Federbüschen verzierten Helmen - sehen nicht sehr überrascht aus. Sie verneigen sich kurz vor Lara, werfen J.J. den obligatorischen misstrauischen Blick zu und bitten sie dann herein.
J.J. folgt Lara durch labyrinthartige Gänge und Treppen und sieht sich dabei staunend um. Fackeln an den Wänden. Wie im Mittelalter! Na ja, vielleicht doch etwas komfortabler als im Irdischen Mittelalter.
In seinen Gemächern ist bereits ein warmes Bad vorbereitet worden und J.J. hat kaum genug Zeit, sich in dieser Suite richtig umzusehen, die nun sein Zuhause ist, als Lara ihn auch schon ins Wasser scheucht und ihn vehement abzuschrubben beginnt. Dann sagt sie ihm, er solle das Bad noch etwas geniessen, und verkrümelt sich.
Als sie wiederkommt, ist auch Lara frisch gewaschen, ihre Haare sind noch feucht und sie trägt nun ein wallendes dunkelblaues Gewand, das wundervoll zu ihren Augen passt. Sie scheucht ihn aus der Wanne, wirft ihm ein grosses Badetuch zu, damit er sich trocknet, sagt ihm, was er anziehen soll, und führt ihn dann wiederum über Gänge und Treppen in den Thronsaal...
... wo sich bereits etliche Leute versammelt haben, sobald die Nachricht die Runde gemacht hat, dass Lara zurück ist mit diesem Typen von weither. J.J. bewundert die bunten Seidenkleider und kunstvollen Frisuren. Die vertretenen Hautschattierungen gehen von blass bis dunkel, doch hier unter dem Adel von Rancoon gibt es auch bunte Augenfarben, oft so eine Art Türkis, wo man nicht recht weiss, ob es nun blau oder grün sein soll. Katzen-Augen. Und alle starren ihn an. Neugierig. Abschätzig. Ganz gelassen.
Schliesslich stehen sie vor dem Thron und J.J. geht auf die Knie, wie Lara es ihm beigebracht hat. Er starrt auf Lacial's Füsse, denn es wäre unhöflich, ihr ins Gesicht zu starren. Sie trägt goldbeschlagene Sandalen und ihre Zehennägel sind ebenfalls mit Gold überzogen. Er sieht, dass sie offenbar aufsteht und nun die drei Stufen heruntersteigt, doch er widersteht standhaft der Versuchung, einfach hochzusehen. Sie trägt rote Seide und steht nun praktisch direkt vor ihm. Eine Hand mit goldglänzenden Fingernägeln kommt in sein Blickfeld, greift unter sein Kinn und hebt es an, so dass er sie nun endlich ansehen kann...
Sie ist jung und schön, ein undefinierbares Lächeln spielt um ihre knallroten Lippen, ihre golden glänzenden Haare sind zu einer kunstvollen Frisur aufgetürmt... und ihre Augen sind weder dunkel noch türkis, sondern goldgelb, was irgendwie weniger an eine Katze, denn an eine Schlange erinnert. Drachen-Augen.
5. Kapitel 
Lacial's Blick ist hypnotisch. Wie in Trance steht J.J. auf, als sie sein Kinn weiter anhebt, um gleich darauf festzustellen, dass auch die Fürstin ebenso gross ist wie Lara. So gross wie er.
Irgendwie hat sich Lacial einen Föderierten anders vorgestellt. Da sie bislang immer nur Schauergeschichten über irgendwelche Föderierte Gemeinheiten zu hören bekommen hat, wenn überhaupt, hat sie auch mit einem dumm und gemein aussehenden Mann gerechnet. Doch der Typ hier sieht irgendwie ganz harmlos aus. Allerdings soll man sich ja bekanntlich vom Aussehen nicht täuschen lassen...
'Hast du das Geld?' fragt sie Lara, die daraufhin ihre Gürteltasche abnimmt, welche Lacial mit glänzenden Augen in Empfang nimmt. Das Gewicht der Münzen darin fühlt sich gut an. Fast beiläufig macht sie zur neuesten Errungenschaft ihres Harems das Handzeichen, dass er sich nackt ausziehen sollte.
Das kann sie doch nicht ernst meinen! Okay, Lara hat sich ja nun wirklich alle Mühe gegeben, ihm jegliches Schamgefühl auszutreiben, da man in Rancoon offenbar keine Hemmungen hat, nackt rumzulaufen... aber hier vor allen Leuten?! 'Fürstin...' wagt J.J. das Wort an sie zu richten - und noch während ihm siedendheiss einfällt, dass es gegen die guten Sitten verstösst, die Fürstin einfach so anzusprechen... kommt auch schon Lacial's wütende Faust auf ihn zu.
Der Schlag lässt ihn zu Boden gehen und Blut spritzt ihm aus der Nase. Tränen trüben seinen Blick, als er sich umsieht und bemerkt, dass ihn alle anstarren, als hätte er den Verstand verloren. Die Fürstin sieht ziemlich wütend aus und einen Moment glaubt er, dass sie kommen und ihn treten und noch mehr verprügeln würde. Sie ist stark, eine Malgara, sie könnte ihn ohne Probleme sogar versehentlich totschlagen...
... doch da richtet Lara das Wort an sie und meint in entschuldigendem Ton: 'Bitte verzeih, Fürstin, aber die Zeit war zu kurz, als dass er alle unsere Sitten und Gebräuche schon auswendig wüsste. Er wollte bestimmt nicht respektlos sein.'
Durch die Salga-Münzen in ihrer linken Hand und Lara's Worte etwas gnädig gestimmt, wedelt Lacial mit ihrer rechten Hand herum. 'Bring ihm unsere Sitten und Gebräuche bei, Lara, und sei ruhig streng mit ihm, du hast sowieso ein viel zu weiches Herz!'
Lara verneigt sich leicht und lässt sich nicht anmerken, was sie von den Worten ihrer Fürstin hält; ihre Miene ist eine höfliche Maske wie man es von der Tayda erwarten kann. Sie geht zu J.J. rüber, der immer noch vor lauter Schock auf dem Boden sitzt, zerrt ihn nicht gerade sanft auf die Beine und treibt ihn dann aus dem Saal, bevor er noch mehr Dummheiten machen kann.
Sobald sie draussen allein auf dem Gang sind, betastet Lara vorsichtig seine gebrochene Nase und seufzt. "Was hab ich dir immer wieder gesagt? Sprich die Fürstin niemals unaufgefordert an!"
Sein gemurmeltes 'Es tut mir sehr leid!' ist kaum zu verstehen und so schiebt sie ihn einfach weiter, zurück in sein Zimmer, das er wohl so bald nicht verlassen würde.
"Zieh dich aus!" befiehlt sie barsch und diesmal zögert er nicht. Na ja, sie hat ihn inzwischen ja auch schon öfters nackt gesehen, da hat er wohl nicht mehr solche Hemmungen wie vor der Fürstin... oder vor all den Leuten im Thronsaal. Sie wäscht ihm das Blut ab und mischt sich schnell etwas aus ihrer Taschenapotheke zusammen, das gegen die Schmerzen helfen soll. Sie rückt seine Nase zurecht und befiehlt ihm dann, sie einfach nicht anzufassen. Bei Ceres hatte sie Gerätschaften, jetzt legt sie einfach ihre Hände auf und lässt Energien aus ihren Fingerspitzen fliessen, die nun den gebrochenen Knochen dazu animieren sollen, wieder zu heilen.
Es kitzelt und schaudert ihn, doch J.J. hält wohlweislich still. Er hat durchaus gehört, dass Lacial gesagt hat, Lara solle ruhig streng mit ihm sein, und leicht beunruhigt fragt er sich, was damit wohl alles gemeint sein könnte. Lara hat ihn bislang noch nie geschlagen. Na ja, sie hat ihm den Hintern versohlt und ihm schon öfters mit ihrer Inxianischen Peitsche eins übergebraten, doch sie hat ihn nie richtig verprügelt, auch wenn er sie schon allein mit seinem Unvermögen, den Rancoon-Dialekt richtig auszusprechen, bestimmt zur Verzweiflung getrieben hat... Weil sie so ein weiches Herz hat?!
Ach du lieber Himmel, und bislang war er der Meinung, Lara wäre schon recht streng gewesen, immerhin war sie auch bei Ceres und alles... aber offenbar ist die Tayda im Vergleich zur Fürstin ja wirklich noch heilig. Und als sie mal gesagt hat, in Rancoon wäre es gewissermassen so ähnlich wie in Caprica, nur ohne Capricjanisches Gold, da war das wohl wirklich ernst gemeint. Und es macht wohl keinen grossen Unterschied, ob er es hier mit Barbarischen Malgaras am Arsch der Welt zu tun hat oder mit sechsfingrigen Capricjanischen Amazonen, die sich mit Vogelfedern zu schmücken pflegen und ihre Männer in goldene Ketten legen.
Ihm kommt endlich in den Sinn, dass er sich wirklich wünschte, mit Lara statt mit Lacial verheiratet zu sein. Mit Lara kann er sich wenigstens noch unterhalten...
"Tut es noch weh?" brummt sie und denkt sich, dass Terraner ja sowas von empfindlich sind. Er hat Tränen in den Augen und scheint irgendwie noch unter Schock zu stehen. Wenn er Lacial jemals so ansehen würde, wie er jetzt sie ansieht, würde die Fürstin ihm den Kopf abreissen... Sie gibt ihm eine schallende Ohrfeige. "Gewöhn es dir endlich ab, eine Frau so anzustarren!"
Er beisst sich daraufhin auf die Lippen, kann sich jedoch ein leises Schluchzen nicht verkneifen. Da er seiner Stimme nicht traut, erspart er sich die übliche Phrase und starrt dafür auf ihre Sandalen.
Ohne anzuklopfen geht mit einem Ruck die Tür auf und die Fürstin höchstpersönlich kommt hereingeschneit. Sobald J.J. auch nur das Kleid zu sehen bekommt, rutscht er vom Bett, auf dem er gesessen hat, runter auf den Boden und macht sich so klein wie möglich. Er starrt auf ihre goldenen Zehennägel und schwört sich, dass er den Blick nicht heben wird.
Lara, die noch beim Zusammenmixen einer weiteren Dosis Schmerzmittel ist, hebt nur eine Augenbraue und bleibt ansonsten ganz cool. Es ist das Privileg der Fürstin, überall ohne anzuklopfen reinplatzen zu dürfen, also kein Grund, sich aufzuregen.
'Mir ist eingefallen...' beginnt Lacial mit einem breiten Lächeln, 'dass ich mein Eigentum ja noch gar nicht richtig in Besitz genommen habe, wie es sich gehört!' Sie wedelt mit ihrer Hand rum, doch J.J. hat seinen Kopf so tief gesenkt, dass er es gar nicht sieht.
"Steh auf!" zischt Lara in Fédéral, worauf J.J. sich mit leicht zitternden Knien erhebt. Er hat den Kopf gesenkt und versucht seine Blösse zu verdecken. "Hände hinter den Rücken!" Er wagt nicht, Lara oder gar Lacial anzusehen, doch er tut wie ihm geheissen, wobei er deutlich fühlen kann, wie er wieder errötet.
'Sein Schwanz sieht anders aus als bei unseren Männern', meint die Fürstin mit gerunzelter Stirn, während sie ihre Blicke weiter über seinen nackten Körper schweifen lässt. Er ist nicht so gross und muskulös wie die meisten Männer in Rancoon, also nicht schwer zu raten, was er für einen Platz im Harem einnehmen wird... besonders da sie ihn heute ja in aller Öffentlichkeit geschlagen hat. Aber ein Föderierter hat auch nichts besseres verdient, erworbene Malgaïsche Staatsbürgerschaft hin oder her... hier gilt das alles sowieso nichts, denn hier in Rancoon ist sie das Gesetz. Und ihr wird es Spass machen, zuzusehen wie dieser Föderierte Weichling hier von ihren Männern durchgefickt wird...
Lara hat sich bei Ceres genug Informationen über Terraner angesehen, dass sie weiss, dass Terranische Männer mit einer Vorhaut geboren werden, die dann jedoch von manchen aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen weggeschnibbelt wird. Julian Jones stammt aus einer Kolonie, wo diese barbarische Praxis offensichtlich üblich ist... doch es sieht eben immer noch anders aus als bei einer von Natur aus nackten Malgarischen Penisspitze. Da sie jedoch nicht die geringste Lust hat, die Fürstin lang und breit über Terranische Anatomie aufzuklären, zumal sich Lacial ohnehin nicht wirklich dafür interessiert, erklärt sie knapp: 'Das ist bei seinem Stamm so üblich.'
Lacial lässt ihre Fingerspitzen über seinen Körper wandern und es ist deutlich zu sehen, dass diese flüchtigen Berührungen schon Schauer der Erregung verursachen. Lacial's Zauber wirkt also auch bei Föderierten...
"Leg dich aufs Bett!" zischt Lara - doch da wird J.J. auch schon von der Fürstin auf die Matratze geschubst und sie stürzt sich wie ein Raubtier auf ihn, setzt sich mit hochgeschobenem Kleid rittlings auf seine Hüften, hält mit einer Hand nun seine beiden Handgelenke über seinem Kopf fest, krallt die andere Hand in seine Haare und beisst ihn in den Hals.
Es tut weh, doch irgendwie ist J.J. durch den betörenden Duft von Lacial's Parfum schon zu high, um noch Schmerz zu fühlen. Das einzige was er fühlt ist Erregung - und der dringende Wunsch, sich ihr zu unterwerfen.
Offensichtlich ist sie unter ihrem Kleid nackt, denn seine Erektion reibt gerade gegen Anatomische Besonderheiten von Frauen, die er noch nie zuvor live gesehen hat. Schliesslich bewegt sie sich gekonnt... und es fühlt sich plötzlich an, als würde er in glühende Lava getaucht, so heiss ist es, wörtlich und im übertragenen Sinne. Er keucht auf, worauf sie ihn anknurrt... ein raubtierhaftes kehliges Knurren, dass den Eindruck noch verstärkt, dass sie gerade dabei ist, ihn mit Haut und Haar zu verschlingen. Lust und Erregung vermischt sich auf einmal mit Todesangst...
... und Lacial kann seine Angst riechen. Es macht sie an. Sie hat ihm nicht nur einfach einen Knutschfleck gemacht, sondern so fest zugebissen, dass tatsächlich Blut fliesst - und während sie sich nun etwas aufrichtet, um ihn heftiger zu reiten, und sich dabei die Lippen leckt, kreuzt sie ihren Blick mit Lara. Die Augen der Tayda funkeln kalt wie eh und je, doch Lacial kann sich ein triumphierendes Lächeln nicht verkneifen, dass *sie* die Fürstin ist und alles *ihr* gehört... und so lacht sie schallend, während sie den keuchenden und schwitzenden Mann unter ihr mit jeder Bewegung tiefer in die Matratze rammt.
Bis er schliesslich die Spannung nicht mehr aushält und mit einem erstickten Schrei kommt. Und gleich darauf bewusstlos zusammensackt.
'Verdammt!' knurrt die Fürstin etwas missmutig, erhebt sich und starrt leicht angewidert auf ihn runter, während sie sich ihr rotes Kleid wieder glatt streicht.
Lara zuckt entschuldigend die Schultern. 'Terraner sind schwächer als Malgaren. Auch in dieser Beziehung.' Es beunruhigt sie etwas, dass er ohnmächtig geworden ist, doch das will sie sich in Lacial's Gegenwart lieber nicht anmerken lassen. Vermutlich ist er nur nicht die Wirkung des Parfums gewöhnt, so wie Terraner ja auch keinen Malgarischen Schnaps vertragen; Aphrodisiaka auf Tellena-Basis müssen für jemanden wie J.J. wohl ziemlich starken Tobak darstellen.
'Verpass ihm 100 Peitschenhiebe, wenn er aufwacht', meint Lacial verächtlich und spaziert dann wieder davon.
6. Kapitel 
Wie aus weiter Ferne hört er Lara's Stimme, als er langsam wieder ins Bewusstsein dämmert. Sie erzählt irgendwas darüber, dass Terraner wohl Aphrodisiaka ebenso wenig vertrügen wie Malgarischen Schnaps. Schnaps?! Er kann sich nicht erinnern, sich betrunken zu haben, doch es fühlt sich wirklich an, als hätte er einen ganz furchtbaren Kater...
... und da erinnert er sich wieder daran, was passiert ist, worauf ihn erst recht Katzenjammer überkommt.
Verdammt, also *so* hat er sich sein Erstes Mal nicht vorgestellt. Und schon gar nicht seine 'Hochzeitsnacht'... er fühlt sich benutzt. Und irgendwie schmutzig. Lacial hat ihn gewissermassen unter Drogen gesetzt und nur als Lebendigen Dildo missbraucht, weil sie ihn damit in Besitz nehmen wollte, ansonsten scheint sie kein Interesse an ihm zu haben... und es ist ihr offensichtlich völlig schnuppe, was er denkt oder fühlt. Es ist ihr bei dem ganzen Handel nur ums Geld gegangen. Fünftausend Salgas.
"Hier, trink das!" erklärt Lara und hebt J.J.'s Kopf an, worauf sie ihm etwas einflösst.
Er fühlt das kühle süsse Nass seine Kehle hinabrinnen und irgendwie kommt es ihm so vor, als würde sich der Nebel um seine Gehirnwindungen fast augenblicklich auflösen. Und ihm wird bewusst, dass er immer noch splitterfasernackt auf dem Bett liegt.
Hektisch versucht er, seine Blösse zu verdecken, doch irgendwie ist nichts in Reichweite und er fühlt sich zu schwach, um sich zu bewegen; als er den Kopf hebt, sieht er Sterne. Und ihm kommt wieder in den Sinn, dass man in Rancoon ja offensichtlich sowas wie Schamgefühl nicht zu kennen scheint, wie man ihm ja immer und immer wieder eingebläut hat, also wozu der ganze Aufwand? Er lässt sich fallen, gibt sich geschlagen und schliesst die Augen wieder.
Erst als Lara ihm über die Wange fährt, fällt ihm auf, dass er stumme Tränen vergiesst.
"So hast du dir das wohl nicht vorgestellt, eh?"
Er schüttelt nur leicht den Kopf.
"Tut mir leid", sagt Lara mit aufrichtigem Bedauern. Sie hat Lacial nicht erzählt, dass er noch unberührt war, sonst hätte die Fürstin sich womöglich noch was *besonderes* für ihn ausgedacht... nachdem sie sich von ihrem Lachkrampf erholt hätte. In Rancoon kann man sich einfach nicht vorstellen, dass jemand zweiundzwanzig Jahre alt wird, ohne jemals Sex gehabt zu haben. Na ja, auch Lara kann sich irgendwie nicht vorstellen, wie J.J. so alt werden konnte, ohne dass ihn sich jemals eine Frau genommen hat. Da wo er herkommt, muss es wirklich sehr seltsam zugehen... Aber egal, jetzt sind sie nun mal hier und sie fügt in Rancoon hinzu: 'Steh auf!' In ihrer Stimme schwingt befehlsgewohnte Schärfe mit. 'Die Fürstin war nicht zufrieden mit dir. Deshalb bekommst du das Missfallen der Fürstin nun zu spüren.'
Er öffnet die Augen und starrt Lara etwas ungläubig an. Doch sie meint es offenbar wirklich ernst. Sie hilft ihm beim Aufstehen und führt ihn dann zu der Säule in der Mitte des Raumes. Ehe er es sich noch recht versieht, wird er gegen den glatten Marmor gepresst und seine Hände werden festgekettet. Lara hat ihn noch nie festgekettet... und er schliesst wieder die Augen, umarmt den kühlen Marmor und fragt sich, was wohl die Strafe dafür ist, dass er das Missfallen der Fürstin erregt hat. Als er das sirrende Geräusch hört, wie Lara mit ihrer Reitgerte die Luft durchschneidet, weiss er, was ihn erwartet, denn sie hat ihm mit ihrer Inxianischen Peitsche schon mehr als einmal ein paar Klapse verabreicht... und er hat das eigentlich immer mehr für ein Spiel gehalten. Jetzt weiss er, dass sowas auf Rancoon wohl wirklich blutiger Ernst ist.
"Wir sind die einzigen hier, die deine Sprache sprechen. Die meisten Leute hier wissen nicht mal, dass es überhaupt eine Föderation gibt. Viele wissen ja noch nicht mal, dass es Malga-Siru gibt. Wie gesagt, wir sind hier am Arsch der Welt... Offiziell kommst du von einer der Inseln am anderen Ende der grossen Seen..." erklärt sie in verschwörerischem Flüsterton, während sie mit der Reitgerte seinen Rücken entlang fährt, was ihm eine Gänsehaut verursacht. "Und nachdem dich die Fürstin heute in aller Öffentlichkeit geschlagen hat, wirst du wohl erst recht einen schweren Stand haben. Da der Fürstin jedoch schnell langweilig wird, steht zu hoffen, dass sie dich nicht allzu oft besuchen wird... du kannst es dir also trotzdem noch ziemlich gemütlich einrichten. Geh einfach immer schön brav auf die Knie und tu alles, was von dir verlangt wird, dann werden sie sicher bald die Lust daran verlieren, dich irgendwie zu piesacken..."
"Aber..." will er gerade protestieren, da spürt er einen brennenden Schmerz an seinem Hintern. Der erste Schlag.
"Bist du lebensmüde?!" fragt Lara laut und fährt dann leiser fort: "Dir bleibt nichts anderes übrig, als das Spiel mitzuspielen, denn für dich werden sie die Spielregeln nicht ändern. Also pass dich unseren Sitten und Gebräuchen an, ich hab dir doch inzwischen schon genug darüber erzählt, oder? So schlimm ist es wirklich nicht, wenn du dich erst mal dran gewöhnst. Wenn du aufmuckst, wirst du sie nur wütend machen. Und du willst sie doch nicht wütend machen, nicht wahr?!"
Er nickt schwach. Schliesslich bleibt ihm wohl nicht viel anderes übrig, als zu kapitulieren, denn er kann jetzt nicht mehr sagen, er hätte es sich anders überlegt und will bitte wieder nach Hause. Ausserdem ist es da, wo er hergekommen ist, auch nicht gerade toll; darum hat er ja die Gelegenheit ergriffen, nach Malga-Siru auszuwandern...
"Sehr gut." Sie lehnt gegen die Säule, so dass er sie ansehen kann. Sie zeigt ihm ihre Inxianische Peitsche, die wohlbekannte Reitgerte mit dem grünen Stern am Griff. "Wie du ja sicher weisst, hält man auf Inyx das Patent auf Inxianischen Peitschen... doch hier in Rancoon hat man natürlich auch von Inyx noch nie etwas gehört. Man denkt, es liegt allein an meiner Tayda-Magie, dass meine Reitgerte keine blutigen Striemen hinterlässt." Sie lässt ihre Hand fast liebevoll über die scheinbar aus Leder geflochtene Reitgerte streichen. "Das Ding habe ich mir mal zugelegt, als ich noch mit Ceres unterwegs war; hier in Rancoon hat es sich als sehr nützlich erwiesen... als ich damals nach Hause zurückgekehrt bin, haben mich alle plötzlich für eine Grosse Hexe gehalten." Sie lächelt leise, zuckt dann aber die Schultern, denn eigentlich hat sie nun wirklich nicht vor, ihm plötzlich doch noch ihre ganze Lebensgeschichte zu erzählen. "Bete lieber, dass du sie niemals so wütend machst, dass sie gleich selbst zur Peitsche greift. Es würde dir wohl bei lebendigem Leibe die Haut abziehen, denn deine Haut ist dünner als unsere. Und falls du doch mal irgendwie verletzt werden solltest, dann bitte darum, dass ich mich um dich kümmere. Die anderen hier könnten dich sonst leicht aus Versehen umbringen... und deine Terranische Physiognomie ist doch so fragil..." Es klingt fast wie eine Drohung.
"Ich werde alles tun, was du sagst!" wispert J.J. und merkt, dass ihm schon wieder Tränen übers Gesicht laufen. Lara macht ihm mit dem ganzen Gerede irgendwie nur noch mehr Angst, als ob seine ganze Situation nicht schon furchteinflössend genug wäre.
"Dann sei jetzt erst mal tapfer. Ich muss dir noch 99 Peitschenhiebe verabreichen."
Was?! will er schreien, doch es bleibt ihm im Halse stecken, als er den nächsten Hieb zu spüren bekommt und den nächsten und nächsten... Inxianische Peitschen mögen ja vielleicht keine Spuren hinterlassen, doch es tut trotzdem weh. Bislang hat Tara ihm nie mehr als ein halbes Dutzend Hiebe verpasst... jetzt hört er nach zwei Dutzend auf zu zählen.
Wie durch Watte hört er Lara über die Vorzüge von Inxianischen Peitschen referieren. Irgendwas mit Energie und Schwingungen und dass es eben verschiedene Arten von Schwingungen gäbe mit unterschiedlichen Wirkungen und dass die Farbe Grün dabei eine ebenso Aphrodisierende Wirkung entfalten würde wie beispielsweise der grüne Malgarische Schnaps oder eben das berühmt-berüchtigte *Parfum*, das auch heute noch in Malga-Siru in grünen Verpackungen angeboten wird...
Er sieht den grünen Stern auf ihrer Reitgerte deutlich vor Augen... aber irgendwie sieht er sowieso nur noch Sterne. Ach was, so ein Unsinn. Er hat noch nie was davon gemerkt, dass ihn Peitschenhiebe angemacht hätten, also was zum Teufel schwafelt sie da eigentlich?!
Hiebe prasseln auf seinen Hintern, den Rücken, die Beine... und irgendwann scheint es ihm wirklich so, als könnte er irgendwelche Energien knistern spüren. Die rhythmischen Hiebe, Lara's hypnotische Stimme, die Sterne vor seinen Augen... er gerät langsam in einen regelrechten High-Zustand, presst sich fester gegen den Marmor und bevor er weiss, was er da eigentlich tut, reibt er seine erwachte Erektion gegen den Stein und es sieht fast so aus, als wolle er die Säule ficken.
Lara lächelt. Eine Zeitlang hat sie wirklich befürchtet, der Zauber ihrer 'grünen' Inxianischen Peitsche würde bei ihm nicht wirken, doch ganz offensichtlich kann sich auch ein Terraner den Schwingungen nicht entziehen. Nach dem sechsten Schlag hat er angefangen, vor Schmerzen zu schreien, doch nach dem 42. Hieb ist er wieder verstummt, als die Aphrodisierende Wirkung einsetzt und ihn die Schmerzen vergessen lässt... und nun hört man ihn nur noch stöhnen und keuchen.
Als 100 Peitschenhiebe verabreicht sind, schenkt sie ihm noch einen letzten zusätzlichen Schlag, der ihn zum Orgasmus bringt. Es wäre grausam, ihm so kurz davor die Erlösung zu verweigern; und Lara ist kein besonders grausamer Mensch.
Sie beobachtet, wie sein Körper zuckt und er den Kopf in den Nacken wirft, den Mund zu einem stummen Schrei geöffnet.
Als sie ihn danach loskettet, muss sie ihn festhalten, damit er nicht zu Boden sackt, denn er ist noch so high und völlig durch den Wind, dass ihm schwindlig ist und er nicht mal gerade stehen kann. Sie schleift ihn zum Bett und deckt ihn dann mit einem dünnen Seidenlaken zu.
Ein paar Sekunden später ist er auch schon eingeschlafen.
"Willkommen in Rancoon", flüstert Lara, streicht ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht und verlässt sein Zimmer. Hinter ihr fällt die Tür ins Schloss.

7. Kapitel
Irgendwie betrachtet J.J. es als so eine Art exotische Mischung aus einer schnuckeligen Felsengrotte, Römischen Thermen und einem Orientalischen Serail... bzw. was er sich darunter vorstellt.
Als man ihn vor einer Woche kurz nach dem Aufwachen das erste Mal hierher brachte, hatte er eine Höllenangst, denn als die verschlungenen Gänge schliesslich immer tiefer in den Berg führten und offensichtlich in den Fels gehauen waren, war er sich fast sicher, dass er in eine Drachenhöhle geschleppt würde, um an den nächstbesten Lindwurm verfüttert zu werden.
Statt dessen ist er hier, irgendwo tief im Gebirge, in den Bädern gelandet, wo sich offenbar der Harem zu jeder Tages- und Nachtzeit sehr gerne zu treffen pflegt.
Durch Licht- und Luftschächte ist es freundlich schummrig und nicht einfach eine finstere Grotte. Es hat verschiedene mehr oder weniger warme Teiche, einen kleinen Wasserfall - und eigentlich fehlt nur noch eine Wasserrutsche und das Erlebnis-Schwimmbad wäre perfekt.
Doch Schwimmen ist hier nur nebensächlich. Es gibt unzählige lauschige Nischen und die meisten davon sind zweifellos trocken und mit allerlei Annehmlichkeiten dekoriert. Seine eigene Nische ist mit weichen Polstern und Kissen bepflastert. Und auch die verschiedenen duftenden Massageöle gehören wohl zur Standardausrüstung.
Beim ersten Mal haben sie ihn alle neugierig angesehen, ihn umringt, mit den Fingern auf ihn gezeigt und ihm dabei Hundert Fragen gestellt.
Jetzt ignorieren sie ihn geflissentlich.
Worüber er sehr froh ist.
Immer wenn er hierher geführt wird, sind gut zwei Dutzend Leute da. Aber es sind nicht immer die gleichen Leute, also schätzt er inzwischen, dass der Harem der Fürstin wohl gut so an die Hundert Leute umfassen muss. Männer und Frauen. Wobei ungefähr jede dritte Frau sichtlich schwanger scheint. Dazu kommen dann noch unzählige Kinder; manche schon älter, manche noch an der Mutterbrust.
Es ist immer was los, leises Stimmengewirr wie in einem Bienenstock, des öfteren auch lustvolles Stöhnen und Seufzen. Und sie sind alle so hübsch! Auf den ersten Blick würde er sie ja für Menschen halten. Schöne Menschen. Doch so nach und nach fallen ihm doch ein paar Sachen auf, die sie von Föderierten Terranern wie ihm unterscheiden, auch ohne dazu die Genetischen Fingerabdrücke zu vergleichen. Während er infolge des Klimas hier ständig schwitzt, scheinen die Leute hier ständig frisch und munter auszusehen. Und überhaupt, wie sie aussehen... so wie man einst auf Terra gerne Werbefotos von Models retuschiert hat, um sie noch attraktiver und verführerischer erscheinen zu lassen. Regelmässige Gesichtszüge, grosse Augen, lange Beine... das volle Programm eben - also kein Wunder, sind Terraner von Malgaras stets hingerissen. Apropos Augen: natürlich verraten die im Adel von Rancoon verbreiteten Katzen-Augen mit den Pupillenschlitzen erst recht den Malgarischen Einschlag. Damit können sie auch ohne Kerzenschein ziemlich gut sehen, während es J.J. hier unten wohl zu dunkel wäre, um beispielsweise ein Buch zu lesen, obwohl er es noch nicht probiert hat.
Sie haben seine blaugrauen Augen mit den gewöhnlichen runden Pupillen angeschaut und sich gefragt, was die Fürstin wohl dazu bewogen haben könnte, jemanden von ausserhalb in den Harem aufzunehmen, der offensichtlich nicht von Adliger Herkunft ist. Dann haben sie ihn in ihrer Sprache herumstottern hören, gesehen wie er sich in seine Ecke verzogen hat... und so haben sie ihn vermutlich als geistig minderbemittelten Idioten abgestempelt, der sich anstellt wie der letzte Mensch. Solange sie ihn in Ruhe lassen, ist ihm das egal.
Er kann von seiner Lage aus beobachten, wie Telon - ein Bruder der Fürstin und deshalb sowas wie der Platzhirsch hier - einen der jüngeren Männer zu sich winkt, der daraufhin breit lächelt, folgsam auf die Knie geht und seinen Schwanz zu lutschen beginnt. Es scheint beiden Spass zu machen.
J.J. versucht krampfhaft woanders hinzusehen.
Soviel er weiss, ist im stillen Kämmerlein vielleicht so ziemlich alles erlaubt, doch in der Öffentlichkeit gibt es Regeln, wie beispielsweise, dass ein Mann eine gleich- oder höherrangige Frau nicht einfach von sich aus küssen oder begrabschen darf. Deshalb sieht man hier auch immer nur, dass eine Frau einen Mann zu sich herwinkt, niemals umgekehrt. Nicht einmal der Bruder der Fürstin würde es wagen, eine Conjuga irgendwie zu bedrängen, wenn die gerade keine Lust hat; aber schliesslich schwirren ja noch genug Layas und Sequistas rum, von denen er sich bedienen lassen könnte (man kann die Ränge am Schmuck unterscheiden)... doch Telon scheint sich sowieso lieber mit Männern zu umgeben. Aber selbst wenn er wollte, könnte der gute Mann seinen Liebhabern hier keine Blowjobs geben, sonst würden ihn alle für verrückt halten und... na ja, was auch immer man hier in Rancoon wohl mit übergeschnappten Irren machen würde. Der Ranghöhere ist immer Top, der Rangniedrigere Bottom.
J.J. ist froh, dass man bislang noch kein Interesse an ihm gezeigt hat.
Schamgefühl scheint man hier wirklich nicht zu kennen - ein Wunder, dass man wenigstens in aller Stille in den Toiletten verschwindet, um seine Notdurft zu verrichten. Aber ansonsten rennen hier alle so gut wie nackt rum, massieren sich gegenseitig, spielen miteinander rum, knutschen und haben Sex in allen Variationen, ohne sich darum zu scheren, dass andere zusehen können.
Allerdings sind die meisten immer so mit sich selbst beschäftigt, dass J.J. sich im Gegensatz dazu schon langsam wie ein perverser Spanner vorkommt.
Immerhin ist es ihm gelungen, seinen Blick von Telon abzuwenden. Stattdessen glotzt er von seiner Nische aus jetzt drei Frauen an, von denen zwei damit beschäftigt sind, die dritte von Kopf bis Fuss einzuölen. Und so wie dabei mit lasziven Bewegungen die prallen Brüste gestreichelt werden, geht dabei wohl um mehr als nur Körperpflege...
Verdammt, und er ist schon wieder hart. Er liegt auf dem Bauch und versucht sich davon abzuhalten, sich an der Matratze zu reiben. Zwar glaubt er kaum, dass sich irgendjemand daran stören würde, wenn er sich hier auch mal einen runterholt, aber... aber was eigentlich?! Will er sich etwa selbst beweisen, dass er über irgendwelchen Fleischlichen Gelüsten steht, die den anderen hier so viel Spass zu machen scheinen... oder was?!
Es ist eine Woche vergangen, seit ihn die Fürstin genommen hat... und Lara ihn hinterher auf Lacial's Geheiss ausgepeitscht hat.
Seitdem träumt er jede Nacht davon.
Nicht von der Fürstin.
Sondern von Lara
und ihrer honigsüss-rauchigen Stimme, während sie ihn gezüchtigt hat.
Oh Gott...
... und er reibt sich nun doch ein Bisschen an der Matratze, schliesst seine Augen und denkt an Lara. Er hat sie oft gesehen diese Woche... und dabei hat sie ihn nicht nur etwas herumgeführt und ihm alles gezeigt, sondern ihm auch noch mehr Zeichensprache beigebracht.
Denn er scheint jetzt weniger denn je in der Lage zu sein, Rancoon-Dialekt zu sprechen. Er versteht es zwar, doch sobald er den Mund aufmacht, scheint sich seine Zunge regelrecht zu verknoten und er fängt an zu stottern... wohl mit ein Grund, weshalb die anderen ihn vermutlich für einen armen Irren halten und sich deshalb nicht weiter um ihn kümmern. Vielleicht liegt das auch daran, dass die anderen denken, dass er unter dem besonderen Schutz der Tayda steht und sie womöglich etwas sauer werden könnte, wenn ihm was passiert, wo Lara sich doch auf so eine lange Reise machen musste, um ihn nach Rancoon zu bringen...
Wenn man vom Teufel spricht!
Da kommt Lara herein. Sie hat ein blaues Tuch um ihren Leib geschlungen, wodurch sie hier direkt overdressed wirkt. Sie trägt heute wieder eine Menge Schmuck... und J.J. weiss mittlerweile, dass dies für die Erste Tayda am Hofe von Rancoon absolut normal ist. Hier sieht sie in der bunten Seide noch viel exotischer aus als in ihrer alten Ceres-Uniform. Aber nicht weniger gefährlich. Sie weiss nicht nur, wie man durch Handauflegen heilt, sondern kann einem auch regelrechte Stromschläge verpassen, denn als Tayda spürt sie die Schwingungen nicht nur, sondern kann sie auch auf die eine oder andere Weise beeinflussen. Telepathie, Telekinese und was sonst noch alles... alle Gerüchte, die er jemals über Taydas und deren erstaunlichen Kräfte gehört hat, scheinen wirklich wahr zu sein. Wenn sie wollte könnte sie einen wohl wirklich mit einem gewöhnlichen Rohrstock schlagen und es würde keine Spuren geben, wie bei einer Inxianischen Peitsche.
J.J. ist froh, dass nicht alle Malgaras derart mächtig sind.
Vielleicht könnte auch Lacial seine Gedanken lesen. Sie hätte als Malgara von Fürstlichem Geblüt ganz bestimmt genug 'Ara-Touch' dazu, wie die Malgas das Talent für (nach Menschlichen Massstäben) 'übersinnliche' Fähigkeiten nennen. Aber es interessiert sie wohl kaum, was er denkt oder fühlt. Eigentlich sieht es fast so aus, als hätte sie ihn komplett vergessen. Andererseits ist es angesichts des grossen Harems wohl nur zu verständlich, dass einem nicht allzu oft die Ehre eines Rendezvous zuteil wird. Er hofft, dass sie ihn sobald nicht wieder besuchen kommt... er hofft sogar regelrecht, dass sie ihn wirklich vergessen hat. Er fühlt sich immer noch schlecht, wenn er daran denkt, wie dieses Parfum auf ihn gewirkt hat, wie verdammt hilflos und vergewaltigt er sich vorgekommen ist... und es ist ihm schrecklich peinlich, auch wenn er selbst nicht so recht weiss, warum eigentlich.
Er erwidert Lara's aufmunterndes Lächeln, als sie an ihm vorbei geht und ihre Runde macht, um insbesondere nach den Kindern und schwangeren Frauen zu sehen und bei Bedarf verschiedene Wehwehchen zu behandeln. Und da man in Rancoon ganz offensichtlich der Meinung ist, dass Sex gesund ist, kann er die Tayda manchmal beobachten, wie sie Leute abknutscht und sie augenscheinlich mit geübten Fingern bis zum Orgasmus streichelt. Sie küsst nur Frauen. Und er fragt sich schon eine ganze Weile verzweifelt, ob das wohl auch an irgendwelchen ungeschriebenen Gesetzen liegt oder an ihrer persönlichen Vorliebe.
Hat sie sich vielleicht deshalb nie an ihn rangeschmissen, weil sie eigentlich gar nicht sonderlich auf Männer steht... ist sie deshalb so fürsorglich aber gleichzeitig auch freundlich-distanziert zu ihm?! Vielleicht macht er sich auch nur was vor, um sich darüber hinwegzutrösten, dass sie schlicht und einfach nicht an ihm interessiert ist. Und nur weil sie die einzige ist, mit der er sich unterhalten kann, sollte er sich darauf wohl lieber nicht allzu viel einbilden... Vielleicht findet er sie auch nur deshalb so schrecklich faszinierend, *weil* sie eben die einzige ist, mit der er sich unterhalten kann. So wie sich Patienten oft in die Krankenschwester verlieben oder sowas in der Art...
Oh.
Hat er sich wirklich in sie verliebt? In eine Frau, die ihn rumgescheucht und ständig an ihm rumgemeckert hat, weil sie keine besonders hohe Meinung von Föderierten Terranern hat... und die ihn ohne mit der Wimper zu zucken ausgepeitscht hat und sowas jederzeit wieder tun könnte?!
Er lässt den Kopf sinken.
Er liegt still, seine Erektion längst vergessen... bis er das Geräusch von Lara's Sandalen hört. Die Tayda ist die einzige, die hier mit Sandalen rumläuft. Gleich wird sie an ihm vorbei gehen und sich wieder in ihre Gemächer zurückziehen oder wo auch immer sie sich normalerweise den ganzen Tag rumtreiben mag, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, einem dummen Terraner dabei zu helfen, sich hier einzugewöhnen.
Doch die Schritte gehen nicht vorbei. Sie bleibt stehen. Für einen Moment überlegt er sich, einfach so zu tun, als wäre er eingeschlafen. Aber sie ist eine Tayda, womöglich kann sie sein Herz schlagen hören... so oder so weiss sie, dass er wach ist. Womöglich kann sie seine Gedanken lesen, selbst wenn er ihr nicht in die Augen sieht. Er ertappt sich dabei, dass er leicht zu zittern beginnt, als könnte er Lara's Blicke auf seiner Haut prickeln fühlen. Er *kann* Lara's Blicke fühlen.
'Hast du Lust, ein wenig auszureiten?' fragt sie.
Er hebt seinen Kopf und starrt sie an.
"Reiten", wiederholt sie nun in seiner Sprache. "In die Stadt. Du hast noch nicht sehr viel von Rancoon gesehen."
"Gerne!" Er würde selbst mit ihr gehen, wenn sie gerade vorgeschlagen hätte, ihm *wirklich* ein paar echte Lindwürmer zu zeigen. Okay, er muss sich eingestehen, dass ihm wirklich jeder Vorwand recht ist, um mit ihr zusammen zu sein. Ähm... da fällt ihm ein... Er liegt immer noch auf seiner Erektion.
Und sie lächelt. Als hätte sie Röntgenblick oder sowas in der Art. Vielleicht auch nur gute Menschenkenntnis.
Er errötet leicht... etwas das er sich anscheinend einfach nicht abgewöhnen kann.
Umständlich steht er auf und sorgt dafür, dass das Tuch um seine Hüften - so eine Art Lendenschurz - nicht verrutscht, dann schlüpft er in seine Sandalen und läuft ihr eilig hinterher, denn sie ist schon vorausgegangen.
Sie führt ihn zu den Ställen und sucht für ihn das ruhigste Pferd heraus. Sie hilft ihm mit soviel Schwung in den Sattel, dass er auf der anderen Seite fast wieder heruntergefallen wäre, doch schliesslich sitzt er so wie er sollte. Lara schwingt sich weitaus eleganter auf ihr Pferd und ergreift danach nicht nur ihre, sondern auch seine Zügel. J.J. ist das ganz recht, er wüsste sowieso nicht, wie er mit dem Pferd umgehen sollte, also hält er sich einfach am Sattelknauf fest.
Langsam trotten sie heraus, an salutierenden Wachen vorbei, und folgen der Strasse. Wie bei einer Sightseeingtour erklärt Lara ihm die Stadt und lässt sich nicht davon beirren, dass sich andauernd irgendwelche Leute vor ihr leicht verneigen. J.J. fragt sich, was hier wohl erst los ist, wenn mal die Fürstin höchstpersönlich unterwegs ist, wenn man schon die Tayda mit solcher Ehrfurcht behandelt...
Als sie irgendwann etwas ausserhalb ankommen, halten sie in einer Wiese unter Bäumen an. Lara stellt sich kurz auf ihr Pferd, um vom hohen Baum ein paar Früchte zu pflücken, die wie kleine rote Äpfel aussehen.
Als sie ihm einen Apfel reicht, beisst J.J. bedenkenlos hinein, denn sie würde ihm wohl kaum etwas reichen, das für ihn giftig wäre. Wie sich herausstellt, schmeckt der 'Apfel' irgendwie nach Birne und hat einen grossen Kern, so wie Pfirsiche.
"Es kursieren Gerüchte über dich."
J.J. starrt sie etwas verdattert an. "Gerüchte?" wiederholt er. "Was für Gerüchte denn?!"
"Die einen denken, du bist verstört... geistesgestört. Oder krank. Andere sind überzeugt, dass du stumm bist." Sie sieht ihn prüfend an und wenn es hier auf dem Sattel eines Pferdes nicht so schwer wäre, würde er sich wohl auch jetzt am liebsten in eine Ecke verkriechen. "Vielleicht ist es dir noch nicht ganz klar geworden... aber du wirst hier in Rancoon den Rest deines Lebens verbringen!" Oh, das scheint ihm durchaus klar zu sein. "Du solltest dir wenigstens *ein paar* Freunde machen."
"Ich habe doch dich..."
"Ich bin hier Tayda und habe viel zu tun, da habe ich nicht viel Zeit, wie du inzwischen wohl gemerkt haben dürftest."
"Könnte ich dir nicht helfen?"
"Helfen?!" Sie starrt ihn an, als hätte er ihr gerade ein äusserst unanständiges Angebot gemacht.
"Ich meine... ich habe andere darüber reden hören, die machen auch irgendwelche Sachen und hängen nicht nur den ganzen Tag im Harem rum. Könntest du nicht einen Assistenten brauchen oder sowas?"
"Ich bin eine Tayda", wiederholt Lara. "Sowas ist Frauensache." Hat sie ihm nicht sogar schon mal lang und breit erklärt, dass Malgarische Frauen für gewöhnlich mit mehr Ara-Touch gesegnet sind als Malgarische Männer und nicht zuletzt deshalb natürlich die allermeisten verantwortungsvollen Posten fest in Frauenhand sind - und ganz besonders Taydas mit ihren Heilkräften gegen physische und psychische Schmerzen sind immer Frauen, deshalb gibt es auch gar kein Männliches Wort dafür, denn einen Taydé kann man sich hier einfach nicht vorstellen. Zwar hat Lara in ihrer Zeit bei Ceres auch von Männlichen Ärzten, Schamanen und was sonst noch alles aus anderen Kulturkreisen gehört... doch irgendwie scheint ihr das doch ziemlich weit hergeholt. Da klingt der Gedanke an einen Männlichen Assistenten - und dann erst noch ein Mensch ohne Ara-Touch und ohne Ahnung von Magie - doch erst recht abstrus!
"Gibt es denn nichts, was ich da tun könnte?" fragt J.J. und sieht sie fast flehend an. "Vielleicht Instrumente putzen oder sowas in der Art?"
"Instrumente?" Lara muss lachen. "Wir verwenden hier nicht allzu viele Instrumente. Und von meinen Kräutern lässt du lieber die Finger."
Er versucht noch eine Weile sie davon zu überzeugen, dass er bestimmt ganz fabelhaft mit Kräutern umgehen könnte, doch sie wissen beide, dass das gelogen ist. Keine Chance für ihn, irgendwie ins Tayda-Business einzusteigen und auf diese Weise mehr Zeit mit ihr zu verbringen.
Als sie schliesslich wieder im Palast ankommen, lässt er den Kopf hängen, als ihm klar wird, dass sie natürlich recht hat. Er sollte aufhören, sich in seine Ecke zu verkriechen, denn mit den Leuten hier wird er noch lange laaange Zeit auskommen müssen.
8. Kapitel 
Als er am nächsten Tag wieder in den Harem geführt wird, macht er es sich wie üblich in seiner Nische bequem, beobachtet jedoch eingehend die anderen Leute, soweit er es überblicken kann. Mit mehr Herzklopfen als gestern noch beobachtet er die Männer, Frauen und Kinder, die ihn allesamt weitgehend ignorieren und gelegentlich an seiner Nische vorbeilaufen, ohne ihn zu beachten. Vielleicht denken sie ja, dass er irgendwie ansteckend ist, wenn so seltsame Gerüchte über ihn im Umlauf sind... Tja, das macht es auch nicht gerade einfacher, den guten Vorsatz, den er gestern gefasst hat, auch in die Tat umzusetzen, denn wie soll er sich mit irgendwem anfreunden, wenn sie ihn noch nicht mal ansehen?
Falls es irgendwem hier auffällt, dass J.J. sich heute intensiver umschaut als sonst, so lässt man es sich jedenfalls nicht anmerken. Und so vergeht Stunde um Stunde, während er mit sich ringt, ob er wohl aufstehen und sich mal irgendwem nähern sollte.
Offiziell mag er zwar als Conjux in den Harem gekommen sein, doch sein Gesellschaftlicher Status ist hier wohl gewissermassen Null. Unter Null. An die Conjugas darf er sich also schon mal gar nicht heranwagen. Tja, Layas und Sequistas dürften an ihm wohl auch kein Interesse haben... und das weiss er natürlich ganz genau, nachdem was ihm alles erzählt wurde und was er hier inzwischen so gesehen hat. Doch er scheut sich einfach noch, irgendwelche Männer hier anzusprechen. Zumal die ja auch alle so beschäftigt aussehen. Entweder spielen sie gerade Karten, würfeln oder beschäftigen sich irgendwie anderweitig miteinander... öhm... na ja und dabei möchte er ganz bestimmt nicht stören!
Er zermartert sich das Hirn darüber, wie er es eigentlich anstellen soll, sich mit anderen anzufreunden, ohne dass er sich dabei womöglich vor allen zum Idioten macht. Andererseits hat ihm ja die Fürstin vor versammeltem Hofstaat schon eine reingehauen und man hält ihn allenthalben schon für ziemlich *seltsam* um es mal milde auszudrücken... Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's gänzlich ungeniert! Trotzdem hat er panische Angst, die Leute könnten seine ähm Annäherungsversuche vielleicht missverstehen. Vielleicht wollen sie ja gar nichts mit ihm zu tun haben und würden ihn eher zusammenschlagen als ihn beispielsweise bei einem dieser Kartenspiele mitmachen zu lassen. Dabei hat Lara sich doch solche Mühe gegeben, ihm das Spiel beizubringen...
Beim blossen Gedanken daran, was sie wohl noch alles mit ihm anstellen könnten, wenn er erst mal aus seiner Deckung kommt, bricht ihm schon wieder Schweiss aus allen Poren aus. Zum Teufel mit den guten Vorsätzen, vielleicht ist es ja doch besser, wenn er einfach still und leise in seiner Ecke bleibt... sollen die anderen ihn doch für einen durchgeknallten Freak halten soviel sie wollen!
Da er sich nicht aufraffen kann und jedes Mal wieder eine neue Ausrede findet, warum jetzt gerade ein sehr ungünstiger Zeitpunkt ist, sich irgendwie bemerkbar zu machen, nimmt er schliesslich eines der Bücher hervor, die Lara ihm gegeben hat. Ein Märchenbuch mit Gute-Nacht-Geschichten: genau das richtige, um sich mit der hiesigen Mythologie vertraut zu machen, auch wenn er nicht so recht weiss, ob die beschriebenen Legenden über alle möglichen Ungeheuer womöglich doch wahr sind.
Seine Aussprache mag miserabel sein, doch zu seiner Verblüffung hat er festgestellt, dass er es ziemlich gut lesen kann, nachdem die Tayda ihm die auch in Pariaragon gebräuchlichen Milgoon-Schriftzeichen gewissermassen erst mal telepathisch ins Gehirn gebrannt hat. Eine rein Phonetische Schrift, mit der in Malga-Siru allgemein der Schreibkram erledigt wird. Sogar in Rancoon. Dann gibt es aber auch noch so eine Art Bilderschrift für Inschriften und irgendwelches Heiliges Zeugs dergleichen, die ihn doch schwer an Hieroglyphen erinnert. Lara hat ihm erzählt, dass diese alte Schrift ebenfalls in weiten Teilen von Malga-Siru verbreitet ist, auch wenn man ganz andere Dialekte spricht...
'Du kannst lesen?'
J.J. war so in die Geschichte über den Pakt einer Fürstin mit den Drachen vertieft, dass er gar nicht gemerkt hat, dass jemand näher gekommen ist. Na ja, die schleichen hier sowieso meist lautlos herum, also kein Wunder... Jetzt starrt er hoch zu einem Jungen, der sich nicht die Mühe gemacht hat, sich wenigstens ein Tuch um die Hüften zu schlingen. Splitterfasernackt steht er da - und J.J. weiss nicht so recht, ob es sich bei ihm wohl um eins der älteren Kinder handelt oder ob auch er zum Harem gehört. Die leicht sonnengebräunte Haut des Jungen ist glatt und unbehaart und vermutlich zart wie ein Babypopo - doch dieses Zeichen für Jugendfrische will noch nicht viel heissen, denn so sind hier alle.
Malgarische Männer haben keine Bärte. Und obwohl Malgaïsche Tjerras in einigen Fällen die selben Urahnen haben wie Föderierte Terraner, so scheint doch auch bei Malgatjerras Gesichts- und Körperbehaarung irgendwie weitgehend ausgemerzt zu sein... dafür spriesst es in einem gewissen Dreieck und insbesondere auf dem Kopf um so mehr. J.J.'s Bartwuchs war zwar eher spärlich, doch es wäre zweifellos aufgefallen... Ein weiterer Grund, warum sie ihn für einen Freak halten würden, hätte Lara nicht darauf bestanden, ihm die ihrer Meinung nach störenden Haare dauerhaft zu entfernen. Vermutlich hat Lara ihm allein während dieser Sitzung mehr über Malgaras und Malgatjerras verraten, als der Föderierte Geheimdienst bislang jemals herausgefunden hat.
J.J. zuckt etwas zusammen, als sich der Junge neben ihm niederlässt und ihn damit aus seinen plötzlich abgeschweiften Gedanken reisst. Verdammt, jetzt ist jemand da, also sollte er vielleicht endlich mal was sagen?!
'Ja', beantwortet er die Frage von vorhin. Er kann lesen. Wenigstens etwas.
'Du kannst sprechen?!' Nun klingt der Junge wirklich überrascht. 'Man hat mir erzählt, du wärst stumm!'
'Oh...' Nun kann J.J. endlich seinen langgeübten Satz an den Mann bringen: 'Ich spreche nicht gut eure Sprache.' Er macht ein entschuldigendes Handzeichen, das gleichzeitig andeutet, dass er sich wenigstens in Zeichensprache ausdrücken kann.
'Ach so.' Der Junge scheint mit der Erklärung zufrieden zu sein. 'Ich bin Matan. Und du bist Tsche-Tsche.'
J.J. zuckt jedes Mal innerlich zusammen, wenn die Leute mit ihrem harten Akzent seinen Namen (oder vielmehr seine Initialen, aber so ist er Zeit seines Lebens meist genannt worden, also betrachtet er es als seinen Namen) aussprechen als wäre es eine ansteckende Krankheit. Immerhin kann Lara genug Fédéral (dieser Pseudo-Englisch-Verschnitt der Föderierten, wie Malgas mal gelästert haben) um wenigstens seinen Namen samtweich als Dschey-Dschey auszusprechen. Vielleicht ist er ja deshalb so verschossen in sie und interpretiert mehr in die Freundlichkeit der Tayda, als vermutlich da ist, nur weil sie wenigstens für einen Augenblick sanft klingt, wenn sie mit ihm redet... äh... verdammt, er hat sich schon wieder von seinen Gedanken ablenken lassen. Wollte er nicht gerade endlich einmal eine Unterhaltung führen - mit... ähm... Matan, jawohl!
'Ich habe schon viel von dir gehört.' Matan scheint sich nicht daran zu stören, dass J.J. nichts sagt. 'Stimmt es, dass du von einer Insel am anderen Ende der Welt stammst?'
Er nickt. Immerhin ist das die offizielle Version hier und er hätte sowieso nicht die Nerven, irgendwem die Politischen Beziehungen zwischen der Föderation und Malga-Siru zu erklären.
'Und unser Schwarzer Drache hat dich hergeholt?'
'Schwarzer Drache?!' wiederholt J.J. und glaubt, er hätte sich verhört.
'Lara.'
'Lara. Ja.' Er nickt wieder, sieht Matan jedoch fragend an. 'Warum Schwarzer Drache?!' Ist das vielleicht irgendein Ehrentitel für die Ehrwürdige Tayda, so was wie Grosse Hexe und dergleichen? Sie hat nie erwähnt, dass man sie auch Schwarzer Drache nennt... Er weiss nur, dass man die Fürstin gerne als Goldener Drache bezeichnet - und wer sie einmal gesehen hat, gefährlich schön bis zu den goldlackierten Zehennägeln runter, der weiss, wie sie zu dem Titel gekommen ist. Andererseits... vielleicht malt sie sich ja auch die Zehennägel golden, um ihrem Titel zu entsprechen, wer weiss.
Moment mal, wie war das in der Geschichte, die er da gerade liest?! Eine Fürstin, die sich mit Drachen verbündet hat... ist vielleicht deshalb der Lindwurm zu Rancoon's Wappentier geworden, weil sowas in grauer Vorzeit *wirklich* mal passiert ist?!
Matan sieht auf einmal etwas ängstlich aus. 'Bitte sag nicht weiter, dass ich Lara Schwarzer Drache genannt habe...' fleht er geradezu in verschwörerischem Ton. 'Denn *sie* hört es nicht gern, wenn man sie so nennt.'
J.J. versteht die Sprache gut genug, um zu wissen, dass es sich bei den 'sie' um zwei verschiedene Personen handeln muss. Also, *wer* würde es wohl nicht gerne hören, dass man Lara hinter ihrem Rücken Schwarzer Drache nennt? Na... vielleicht der Goldene Drache?!
J.J. fuchtelt mit den Händen diskret, dass er nichts verraten wird. Ha, selbst wenn er wollte, wüsste er nicht, wem er es erzählen sollte. Ausser Lara. Lacial würde er es jedenfalls ganz bestimmt nicht auf die Nase binden, falls er die Fürstin jemals wieder sieht.
'Aber warum Schwarzer Drache?!' flüstert er leise, denn offenbar handelt es sich nicht um einen offiziellen Ehrentitel oder sowas in der Art.
Matan starrt ihn an, als habe er erst jetzt entdeckt, dass die Gerüchte über den Geisteszustand des Fremden doch wahr sind... denn wie kann man nur so eine dumme Frage stellen?! Dann fällt ihm allerdings ein, dass man am anderen Ende der Welt wohl nicht so viel weiss über die Intrigen im Fürstenhaus von Rancoon... und es wohl möglich ist, dass der gute Mann hier einfach noch von niemandem aufgeklärt worden ist, weil man ja eben nicht darüber spricht. Und Lara wäre wohl die allerletzte, die irgendeinem dahergelaufenen Fremden irgendwas darüber erzählen würde.
'Lara hat Drachenblut in den Adern, genau so wie Lacial...' fängt er also leise an zu wispern. 'Sie hat genug Königliches Blut, um selbst Fürstin zu sein. Und einige sind der Meinung, dass sie eigentlich die bessere Fürstin wäre... und deshalb wird sie manchmal Schwarzer Drache genannt.'
'Oh...' In J.J.'s Kopf drehen viele Räder und er fragt sich, warum Lara nie einen Ton davon gesagt hat, dass sie selbst zur Fürstlichen Familie gehört... aber immerhin ist ihm jetzt klar, dass man ihr auf der Strasse wohl nicht nur deshalb soviel Achtung entgegenbringt, weil sie eine Ehrwürdige Tayda ist.
9. Kapitel 
Als J.J. wieder in sein Quartier kommt, schwirrt ihm immer noch der Kopf. Ausser dem verschwörerischen Getuschel am Anfang, hat Matan kein Wort mehr über Lara verloren oder dass man sie Schwarzer Drache nennt, sondern wie ein Wasserfall über Wolken, gute Ernten und Schnaps gesprochen, vor allem jedoch über das verwirrende Beziehungsgeflecht im Harem. Vielleicht hätte er sich Notizen machen sollen, er hat nämlich schon wieder vergessen, was sein neuer Malgarischer Freund darüber erzählt hat, wer mit wem und welche Kinder als Töchter und Söhne des Hauses gelten und welche als Cjuschis betrachtet werden, die irgendwann verheiratet werden.
Matan hat mit ihm sogar Karten gespielt und ihn dabei natürlich vernichtend geschlagen. Und er hat ihm natürlich beiläufig auch seine halbe Lebensgeschichte erzählt. Offenbar stammt Matan aus eher niederem Adel (darum wohl auch dunkle Augen und keine katzenhafte Türkise; er hat nicht allzu viel Malgarisches Blut in seinen Adern) und sollte beim letzten Heiratsmarkt in eine andere Familie verheiratet werden, als die Fürstin ein Auge auf ihn warf und ihn in den Harem bringen liess. Matan ist nur ein Layé und trägt deshalb weder Nippelringe noch sonstigen Schmuck. Dafür hat er auf seiner linken Pobacke ein Brandzeichen. Und er ist ziemlich stolz darauf, im Königspalast gelandet zu sein.
Mit seiner offenen Art hat sich Matan anscheinend schnell beliebt gemacht.
J.J. beneidet ihn irgendwie.
Auch wenn er sich seinerseits irgendwie nicht vorstellen kann, mit 17 Jahren auf einem Heiratsmarkt feilgeboten zu werden... doch hier in Rancoon ist sowas völlig normal und Matan war regelrecht schockiert, dass J.J. schon 22 Jahre alt ist. J.J. hat versucht zu erklären, dass da-wo-er-herkommt die Leute nicht schon so jung verheiratet werden, aber Matan hat keinen Zweifel daran gelassen, dass in J.J.'s Heimat seiner Meinung nach offenbar ziemlich seltsame Sitten und Gebräuche herrschen.
Malgaras können steinalt werden - und auch Malgatjerras werden im allgemeinen älter als ein Föderierter Terraner. Wenn sie also so viel Zeit haben, warum legt man dann in Rancoon so grossen Wert darauf, die jungen Leute schon zu verheiraten, noch bevor sie ganz erwachsen sind...
"Es ist einfacher", antwortet Lara, als J.J. ihr diese Frage stellt, nachdem er ihr vom Kartenspielen mit Matan berichtet hat. "Wenn du mit ein paar Jahre früher zu uns gekommen wärst, hättest du dich bestimmt auch leichter eingewöhnen können." Sie hält sein Handgelenk umfasst, um seinen Puls zu messen. Um sicher zu gehen, dass er in der fremden Atmosphäre hier auch gesund bleibt, besteht sie auf regelmässigen Medizinischen Checks. In ihrem Medizinbeutel hat sie sogar einen mit Leder umwickelten und damit getarnten Ceres-Scanner; ausser Lara wüsste wohl ohnehin niemand, was das metallisch glänzende blinkende Ding wohl sein sollte. "Wenn Cjuschis verheiratet werden, erlöschen die Gesetzlichen Bande zu ihrer alten Familie und sie gehören nur noch zu ihrer neuen Familie. Irgendwann ist man wohl zum Schluss gekommen, dass es am besten ist, Cjuschis zu verheiraten, sobald sie keine Kinder mehr sind... und noch bevor sie ganz ausgewachsen sind. So dass sie den letzten Schliff schon von ihrer neuen Familie bekommen und von den neuen Familienbanden geprägt werden."
In Rancoon wird (wie an vielen anderen Orten in Malga-Siru) meist in eine Familie eingeheiratet, also sowas wie Gruppenehen gewissermassen. Der Gedanke, dass eine einzelne Frau einen einzelnen Mann heiraten sollte, käme den Leuten hier völlig abwegig vor. "Aber was wäre, wenn es den Cjuschis in ihrer neuen Familie nicht gefällt?"
Lara zieht nur ihre Augenbraue hoch.
"Na ja... nehmen wir mal an, Mantan würde es hier im Harem plötzlich nicht mehr gefallen. Könnte er dann wieder zu seiner Familie zurück?" fragt J.J. neugierig, obwohl er schon ahnt, dass auch ein solcher Gedanke in Rancoon völlig abwegig erscheint.
"Es wäre eine Schande."
Na das hat er sich ja fast gedacht. Er beobachtet sie, wie sie die Zutaten zu der seltsamen Kräutermixtur, die sie ihm mindestens jeden zweiten Tag macht, mit eleganten Bewegungen zusammenpackt und in ihrem Medizinbeutel verschwinden lässt, den sie sich ruck-zuck um die Hüften schnallt. Die Gürtelschnalle zeigt - wie könnte es auch anders sein - einen gekringelten Lindwurm. Wenn ihm nicht schnell was einfällt, ist sie in ein paar Sekunden zur Tür raus und er wird sie erst morgen oder übermorgen wiedersehen.
"Schwarzer Drache... das klingt gefährlich."
Lara zuckt etwas zusammen. In Fédéral hört sich 'Schwarzer Drache' irgendwie seltsam an. 'Arak Ataya' tönt doch ganz anders in Rancoon. "Schweig!" sagt sie schnell und wirft aus den Augenwinkeln einen flüchtigen Blick zur Tür, auch wenn ausser ihr ja eigentlich niemand Fédéral verstehen kann und wenn er sie noch so oft Schwarzer Drache nennt.
J.J.'s Verdacht, dass er beobachtet wird, verstärkt sich. Oder wird vielmehr Lara beobachtet, weil die Fürstin den Schwarzen Drachen fürchtet?! "Können wir vielleicht mal wieder ausreiten?" fragt er in möglichst unverfänglichem Ton. Beim Ausreiten würden sie doch sicher wieder ein Plätzchen finden, um sich ungestört unterhalten zu können... oder erschiene sowas wohl dem Goldenen Drachen erst recht verdächtig? Aber bestimmt hält man ihn doch wohl für keine Gefahr; er ist doch bloss der komische Fremdling, den alle für seltsam halten...
"Vielleicht", meint Lara unverbindlich. "Amüsier dich etwas, es tut dir bestimmt gut, dich mit anderen zu unterhalten..."
Lara's Ton lässt in J.J. den Verdacht reifen, dass sie mit 'unterhalten' wohl weniger 'reden' meint (schon gar nicht über Drachen, ob golden oder schwarz) als vielmehr andere Dinge...
... doch noch bevor er irgendwie nachhaken kann, ist sie auch schon zur Tür raus, die hinter ihr wieder ins Schloss fällt. Er hört, wie der Schlüssel herumgedreht wird... wie es klickt.
Danach lässt er sich aufs Bett fallen und reibt sich die Augen.
Stellt sich vor, dass Lara nicht gegangen sondern noch etwas dageblieben wäre und dass sie dabei ganz allein und unbelauscht wären.
Wie von selbst wandert seine Hand unter den Lendenschurz...
... als er sich vorstellt, dass Lara ihre Medizinischen Checks ja mal ein wenig ausdehnen könnte. Nicht nur seinen Puls fühlen, sondern ihn richtig streicheln... von Kopf bis Fuss und besonders in der Körpermitte. Sie könnte lächeln und ihre Lippen lecken und dann könnte sie... nein, das wäre nicht ihr Stil. Sie ist keine Laya, die vor anderen jemals in die Knie gehen würde, nicht mal vor dem Bruder der Fürstin und schon gar nicht vor ihm... Sie ist eine Ehrwürdige Tayda. Sie ist der Schwarze Drache. Sie würde sich auf ihn stürzen, seine Handgelenke umfassen und ihn in die Matratze drücken, oh ja. Oder ihm den Hintern versohlen. Spanking. Sie hat sanfte und doch auch sehr kräftige Hände, mit denen sie viele interessante Dinge tun kann... Sie könnte auch ihre Inxianische Peitsche zücken, denen die Leute hier magische Kräfte zuschreiben... ja, das würde zu ihr passen... ja, genau... ja, ja, jaaaaaa...
~
J.J.
sieht zum Fenster hinaus. Falls es in Rancoon sowas wie Uhren gibt, hat er
sowas noch nicht gesehen, doch anhand des Sonnenstandes schätzt er mal, dass es
eigentlich langsam Zeit wird, dass man ihn in die unterirdischen Bäder führt,
damit er sich mit dem Rest des Harems ein Bisschen 'sozialisiert', wie Lara es
mal genannt hat. Oder ist heute vielleicht schon wieder 'Sonntag' - jeden
sechsten Tag bleibt er in seinem Zimmer. Verdammt, er sollte wirklich mal langsam
anfangen, einen Kalender zu führen, er verliert hier noch jedes Zeitgefühl.
Auf einmal klopft es an der Tür.
Es ist nicht das herrische Klopfen der Wache, die ihn normalerweise abholt ('In
zehn Sekunden mache ich die Tür auf und dann bist du am besten
abmarschbereit!'), sondern eher ein zögerliches Klopfen ('Störe ich?').
'Tsche-Tsche?!'
Zwar dämpft die Türe den Klang der Stimme, doch das hört sich
verdächtig nach Matan an. Na ja, wer sollte ihn auch sonst besuchen kommen.
Lara und die Wachen haben einen Schlüssel - oder wie auch immer der
Schliessmechanismus in der Tür eigentlich funktioniert, denn sowas wie ein
Schlüsselloch gibt's nicht. 'Matan?!' ruft er.
'Mach auf!'
Huch, der gute Junge scheint zu denken, er könnte seine Türe auf-
und zumachen, wie es ihm beliebt... was wohl bedeutet, dass dies wohl bei einem
normalen Conjux der Fall wäre, wie er sich eigentlich schon lange hätte denken
können. 'Ich kann nicht!' Dieses kleine Sätzchen kann er in Rancoon ebenso gut
wie seine übliche Entschuldigung, die er auch sogleich anhängt: 'Tut mir sehr
leid!'
'Warte!'
Na als ob er weglaufen könnte... Da er nun angestrengt an der Tür
lauscht, kann er jetzt hören, wie metallbeschlagene Stiefel näherkommen. Matan
muss eine Wache geholt haben. Und offenbar kann die Wache auch dazu überredet
werden, die Tür zu öffnen, denn er hört es klicken.
Gerade noch rechtzeitig geht er einen Schritt zurück, bevor ihm die Tür ins
Gesicht schlägt.
Matan grinst ihn an. 'Ich hab gedacht, ich komme dich mal besuchen!'
erklärt er, als wäre es das selbstverständlichste der Welt.
Ist es wahrscheinlich auch, wie sich J.J. gerade überlegt.
Bestimmt hocken die anderen Leute im Harem nicht nur allein in ihren Zimmern
rum, bis sie 'zum Spielen' rausgelassen werden... wenn er's recht bedenkt, hat
er noch nie gesehen, dass andere von einer Wache begleitet würden. Und er
wünschte wirklich, es würde bei ihm auf diese Art von Extra-Behandlung
verzichtet werden; doch als Lara gesagt hat, dass Lacial Föderierte nicht mag
und ihnen nicht traut, war das offensichtlich verdammt ernst gemeint, auch wenn
die Fürstin vor ihm noch niemals einen Föderierten aus der Nähe gesehen
hat. Leider ist Lacial's Abneigung nicht soweit gegangen,
dass sie nicht für Geld einen *von der Sorte* in ihren Harem aufgenommen
hätte.
Sobald Matan drin ist, lässt die Wache - eine grimmig
dreinblickende bis an die Zähne bewaffnete Amazone - die Tür wieder zufallen.
Matan stört es offenbar gar nicht, jetzt ebenfalls hier eingesperrt zu sein,
denn er sieht sich neugierig um und setzt sich schliesslich auf den breiten
Fenstersims, weil die Aussicht hier wirklich toll wäre. Man sieht in die Berge.
Richtung Sonnenuntergang.
Natürlich ist Matan nicht nur gekommen, um aus dem Fenster zu
sehen. Er hat Spielkarten mitgebracht und so sind sie bald in eine Partie
'Poker' vertieft oder vielmehr *Balat*, wie man in Rancoon alles nennt, das mit
Spielkarten zu tun hat. J.J. hatte schon in der Föderation keine Ahnung von
Poker, deshalb ist für ihn jedes Kartenspiel 'Poker' - auch wenn die Bilder auf
den papierdünnen lackierten Holzplättchen des Balat eher an Tarot-Karten
erinnern und ihm Matan dafür schon ungefähr ein Dutzend verschiedene
Spielmöglichkeiten gezeigt hat. Diesmal hat er auch noch Würfel mitgebracht,
also geht es diesmal um etwas kompliziertere Versionen. Normalerweise spielt
man im Harem um Schmuck oder Gefälligkeiten wie beispielsweise
Massageeinheiten; und Matan scheint wild entschlossen, diesmal auch etwas Würze
ins Spiel zu bringen...
J.J. gestikuliert, dass er keinen Schmuck hat, um den er spielen
könnte, denn im Gegensatz zu anderen ist er nicht mit Armreifen, Halsketten und
sonstigen schönen Dingen behängt. Schliesslich einigt er sich mit Matan auf
eine Fussmassage als Preisgeld. Das hört sich doch noch recht harmlos an...
zumal J.J. ziemlich sicher ist, dass er ja doch wieder verliert.
Zu seinem Erstaunen gewinnt er jedoch die Partie.
Und Matan's breites Grinsen erweckt in ihm Verdacht, dass der Junge ihn
absichtlich hat gewinnen lassen. Irgendwelche Skrupel verschwinden jedoch
schnell, sobald geschickte Finger seine Zehen und Fusssohlen bearbeiten - jetzt
weiss er endlich, warum die Leute im Harem dabei immer so ein entrücktes
Lächeln im Gesicht haben, denn das fühlt sich ja wirklich sooo guuut an!
J.J.'s unverhoffte 'Glückssträhne' beim Balat hält an...
... und schliesslich liegt er auf dem Bett und lässt sich von Matan die
Rückseite massieren. Der Junge zieht ihm den Lendenschurz aus, noch bevor er
protestieren kann, doch wie er schon bald feststellt, fühlt es sich ziemlich
gut an, wie da seine Pobacken durchgeknetet werden. Matan hat schnell das
Massageöl hier gefunden, mit dem J.J. bislang noch nie etwas anfangen konnte,
und lässt sich damit Zeit, den in seinen Augen äusserst exotischen Fremdling
ausgiebigst zu bearbeiten.
J.J. geniesst die Massage, schliesst die Augen und fängt ein Bisschen an zu
träumen... dass Lara oder andere Schönheiten ihn massieren würden. Andererseits
ist es doch gar nicht so übel, dass es Matan ist, der ihn massiert, der Junge
hat wirklich geschickte Hände... hier lernen sie wohl schon von klein auf, sich
gegenseitig zu massieren.
Das Massageöl ist in der Aphrodisierenden Wirkung nicht so heavy wie das
Parfum, das die Fürstin zu verwenden pflegt, doch es genügt, um den Menschen
ziemlich high zu machen... und so spreizt J.J. nach einiger Zeit
sogar willig seine Beine, so dass Matan dazwischen knien und mit beiden Händen
links und rechts die Beine und insbesondere die Oberschenkelinnenseiten
streicheln kann... und den Hintern, der immer mehr ins Zentrum rückt.
"Oh ja... mach weiter..."
Und Matan versteht zwar die Worte nicht, doch deren Bedeutung ist ihm sofort
klar, denn mit Körpersprache kennt er sich aus. Er lächelt.

10. Kapitel
J.J. ist nicht blöd. Er *weiss* um die Wirkung des Massageöls... und trotzdem hat er es auch heute wieder zugelassen, dass Matan ihn damit einreibt. Vielleicht gerade *deswegen*... alle Hemmungen verschwinden und er geniesst die Berührungen des Jungen, der mit geschickten Fingern an ihm herumfummelt und offenbar mit viel Freude an dem seltsamen Fremdling herumexperimentiert, der schliesslich zögerlich angefangen hat, Küsse und Zärtlichkeiten zu erwidern.
Hinterher fühlt er sich dann zwar immer irgendwie *seltsam*... doch er gewöhnt sich immer mehr an die Rancoon-Moral, nach der innerhalb gewisser Regeln so ziemlich alles erlaubt ist, weshalb er eigentlich wirklich kein schlechtes Gewissen haben muss, sich von Matan nicht nur massieren, sondern auch einen blasen und runterholen zu lassen.
Und wenn er Lara erzählen würde, dass es ihm jedoch dabei irgendwie ein Bisschen so vorkommt, als würde er sie betrügen, würde sie ihn bestimmt auslachen...
Es kommt Matan zwar ziemlich seltsam vor, dass J.J. sich nicht so benimmt, wie man es erwarten würde, wenn ein Conjux und ein Layé beieinander sind, doch der Mann kommt ja offensichtlich aus einer anderen Kultur und scheint überhaupt wohl irgendwie ein wenig schüchtern zu sein und muss erst auftauen, also übt sich der Junge in Geduld. Und es ist ja nicht so, dass er im Harem nicht auch mit anderen zusammen wäre und von denen ausgiebig genommen würde.
Erst vor einer Stunde noch hat Telon mit ihm gevögelt und er zitterte unter den kräftigen Stössen des Fürstlichen Uxor von Rancoon, der es liebt ihn von hinten zu nehmen.
Mit J.J. ist es
anders.
Ganz anders. Irgendwie erfrischend anders. Hier ist Matan der Verführer, wobei
er in den letzten Tagen zum Schluss gekommen ist, dass J.J. sich wohl ganz
gerne verführen lässt, wenn sie unter sich sind. Er kann ihm sogar die Finger
reinstecken und seine Prostata massieren, während er seinen Schwanz lutscht;
doch da es sich für einen Layé nicht ziemt, einen Conjux zu nehmen, hat er es
natürlich noch nicht gewagt, ihn zu toppen, solange J.J. kein entsprechendes
Zeichen macht... allerdings scheint es J.J. irgendwie sowieso nicht so mit
irgendwelchen Zeichen zu haben, also kann er da vermutlich noch lange warten.
J.J. liegt auf dem Rücken... und Matan ist über ihm, der gerade um seine Brustwarzen leckt und auch abwechselnd links und rechts spielerisch mit der Zunge an den goldenen Nippelringen zupft. Bis er es selbst erlebt hat, hätte J.J. es nie für möglich gehalten, wie empfindlich seine Nippel sind; inzwischen ist er überzeugt, dass die Nerven dort wohl direkt mit seinem Schwanz verbunden sein müssen, denn er spürt deutlich, wie seine wachsende Erektion gegen Matan's Bauch drückt.
Und auf dem Gesicht des Jungen erscheint ein wölfisches Lächeln.
Gerade als Matan dabei ist, J.J. das Gehirn durch den Schwanz rauszusaugen...
... wird die Tür geöffnet.
'Telon?!'
Es bleibt ein Rätsel, warum der Bruder der Fürstin plötzlich auf die Idee gekommen ist, dem Fremdling einen Besuch abzustatten, oder ob er nur Matan gesucht hat... denn er spricht kaum ein Wort, sondern legt sich einfach zu ihnen.
Nach einer Weile spielerischem Herumgeplänkel rollt er J.J. auf den Bauch, spreizt seine Beine und dringt in ihn ein, wobei er den zunächst zappelnden Mann einfach festhält...
... und irgendwann hört J.J. auf sich zu wehren, sondern bewegt sich stöhnend im gleichen Rhythmus mit, weil ihm schliesslich gar nichts anderes übrig bleibt.
Als er verkatert aufwacht, fragt er sich vage, weshalb sich sein Hintern diesmal so wund anfühlt... dann bemerkt er die blauen Flecken um seine Handgelenke - und langsam kommen die Erinnerungen wieder, dass er diesmal beim Rendezvous mit Matan nicht allein war.
Ach du lieber Himmel.
Telon, offenbar
genau so nett und freundlich wie seine Schwester.
Ausgerechnet!
Warum muss es ausgerechnet der Bruder der Fürstin sein?!
~
Auch diesmal schiessen ihm Tränen in die Augen, als Telon in ihn eindringt, obwohl Matan ihn für seinen Herrn mit reichlich Massageöl vorbereitet hat... doch J.J. beisst die Zähne zusammen, blinzelt gegen die Tränen an und schlingt seine Beine schicksalsergeben um Telon's Hüften.
Er hat in den letzten Wochen gelernt, dass es einfacher ist, mitzuspielen und sich hinzugeben. Weniger schmerzhaft. Widerstand wäre ohnehin zwecklos. Sobald er auch nur zuckt, packen Telon's Hände zu wie Stahl und zwingen ihn sowieso in die gewünschte Position. So wie jetzt.
Der Bruder der Fürstin findet offenbar perverses Vergnügen daran, ihm dabei in die für Rancoon-Verhältnisse exotischen Augen zu schauen, weshalb er ihn nach jenem ersten Mal nur noch von vorne nimmt... und ihn schlägt, wenn er die Augen schliesst.
Und so starrt J.J. keuchend an die Decke und versucht mit offenen Augen von Lara zu träumen, während Telon in ihn stösst. Seltsamerweise gelingt es J.J. mühelos, beim Gedanken an Lara erregt zu werden, egal was Telon mit ihm treibt (er weigert sich bislang beharrlich, den Gedanken zuzulassen, dass er womöglich erregt wird, *weil* Telon es mit ihm treibt)... und immer öfter stellt er vor, dass der Schwarze Drache dabei seine Hand halten, ihn anfeuern oder wenigstens aus der Ferne zusehen würde, weil sie sich mit eigenen Augen davon überzeugen will, dass er wirklich endlich alle Hemmungen abgelegt hat, für die sie ihn immer so verspottet hat. Würde es sie wohl erregen, ihn zu beobachten?
Wie sie an ihm rumgrabschen?
Wie Matan, der inzwischen gewissermassen zu Telon's Schosshündchen avanciert ist, ihn massiert und ihn mit seinen Fingern weitet, so dass dann sein Herr gleich loslegen kann...
'Halt ihn fest.'
Matan tut, wie ihm sein Herr geheissen und drückt nun J.J.'s Hände über dessen Kopf in die Matratze, damit Telon beide Hände frei hat, um J.J.'s Beine nun über seine Schultern zu legen, worauf er noch tiefer in den 'Fremdling' stösst, wie man den Mann aus einer Kultur jenseits der grossen Seen hier allgemein zu nennen pflegt, weil Elesch den Leuten hier leichter über die Lippen geht als Tsche-Tsche...
So wie alles gekommen ist bis heute, ist Matan glücklich über den Lauf der Dinge, dass Telon ihn zu seinem Schatten gemacht hat... vielleicht nicht zuletzt deshalb, weil er ihn offenbar darauf aufmerksam gemacht hat, dass dieser Fremdling wirklich richtig süss sein kann. Und seiner Meinung nach tut es J.J. nur gut, dass er nun endlich richtig durchgevögelt wird... und Telon ist da natürlich goldrichtig, ist er doch der Mann, der jeden anderen Mann in Rancoon ficken kann, ohne erst dazu eingeladen worden zu sein. Natürlich hat sich J.J. am Anfang noch etwas seltsam angestellt und viele blaue Flecken davongetragen, weil Telon so wie die Fürstin selbst kein sehr geduldiger Mensch ist... doch inzwischen läuft es doch ganz gut, auch wenn J.J. die irritierende Angewohnheit hat, dass ihm beim Sex ständig Tränen kommen.
Keinen Augenblick lang kommt es Matan in den Sinn, dass irgendjemand es nicht mögen würde, von dem stattlichen Telon gevögelt zu werden, dem Edlen Bruder der Fürstin.
Na also, auch J.J. schreit jetzt vor Lust.
~
"Bitte bleib noch etwas..." flüstert J.J., als sich Lara nach dem Zusammenmischen seines Kräutertranks schon wieder auf den Weg machen will. "Rede mit mir! Ich werde sonst noch verrückt, wenn niemand mit mir redet!"
Sie sieht ihn an und umfasst schliesslich seufzend sein Handgelenk, als würde sie seinen Puls messen. "Über was willst du denn reden?"
"Ganz egal." Selbst wenn er
perfekt Rancoon sprechen könnte, bezweifelt er stark, dass Telon sich jemals
mit ihm unterhalten wollte; und mit Matan kann er auch nicht mehr Karten
spielen, denn der weicht ja jetzt seinem Herrn nicht mehr von der Seite und
wird von diesem 'Schmusekater' genannt. Die Wachen reden sowieso nicht mit ihm,
die anderen Leute im Harem reden auch nicht mit ihm, wenn er mal wieder in die
Bäder gebracht wird... denn inzwischen hat sich nicht nur rumgesprochen, dass
der seltsame verrückte Fremdling gleich am ersten Tag von der Fürstin
geschlagen worden ist, sondern nun auch von deren Bruder in nicht unbedingt
freundlicher Art und Weise aufs Korn genommen wird. Die blauen Flecken waren
auch eine Weile nicht zu übersehen... und deshalb will nun erst recht niemand
anders mit ihm zu tun haben, als wäre sein Unterster Platz in der Hackordnung
des Harems eine ansteckende Krankheit.
Oder als wäre er jetzt Telon's Privateigentum, das sonst gefälligst niemand
anzurühren hat.
"Es wäre einfacher für dich, wenn du es einfach geniessen und mitmachen würdest, anstatt die meiste Zeit nur schicksalsergeben dazuliegen wie ein toter Fisch."
"Siehst du etwa zu?" fragt J.J. - und obwohl er schon genug darüber phantasiert hat, ist ihm der Gedanke nun doch schrecklich peinlich.
"Telon hat mich gefragt, ob du vielleicht krank wärst, weil du apathisch wärst und dir ständig Tränen kommen."
"Oh..." Er beisst sich auf die Lippen, um nicht plötzlich in hysterisches Gelächter auszubrechen. Ist es nicht rührend, wie man um ihn besorgt ist?! "Das Massageöl macht mich ruhig... andernfalls würde ich wohl kratzen und beissen, selbst wenn er mich dann grün und blau schlägt..."
Es ist nicht zu übersehen, dass Telon ihn gelegentlich auch so schlägt, weil er sich wohl nicht so verhält, wie man es gerne hätte. "Matan ist davon überzeugt, dass du es magst, wenn man dich schlägt, denn andernfalls würdest du es nicht so darauf anlegen..."
"Ich lege es *nicht* darauf an!" protestiert J.J. unterdrückt dann einen Schrei, als Lara's Finger gegen die Stelle drücken, wo Telon ihn das letzte Mal am Hals gebissen hat. "Ich kann einfach nicht anders..."
"Warum?"
"Wa... Warum?!" J.J. starrt sie
leicht entgeistert an. Offenbar scheint auch sie wie alle hier der Meinung zu
sein, dass wirklich alles ganz einfach wäre, wenn er sich nur endlich mal etwas
mehr entspannen und weniger stressen würde... aber verdammt, er ist doch nicht
einfach ein Ding, sondern ein Mensch! Und er hasst sich selbst dafür, dass er
schlussendlich doch immer mitspielt, weil sein Körper einfach nicht anders
kann; als wäre er eben doch nur ein Instrument, auf dem andere nach Belieben
herumklimpern... "Ich mag den Bruder der Fürstin nicht mal, er ist ein
arrogantes Arschloch, soll ich dann etwa jedes Mal einen Freudentanz aufführen,
wenn er beschliesst, zur Abwechslung mal über *mich* herzufallen, obwohl er
jeden anderen Mann im Harem haben könnte und die ihm alle freiwillig den
Schwanz lutschen würden... Vermutlich sollte ich mich wohl noch geehrt fühlen,
dass es dem Edlen Telon hin und wieder einen Kick gibt, den verrückten
Fremdling mit den seltsamen Augen zu vögeln, eh?!"
Er regt sich auf... und beginnt dann ein wenig zu hyperventilieren bei dem
Gedanken, dass man ihn für eine solche ketzerische Rede wohl auspeitschen oder
an den nächsten Lindwurm verfüttern könnte. Zum Glück ist Lara die einzige, die
ihn verstehen kann... doch auch sie könnte ihn auspeitschen. Er sieht sie an.
Und ja, diesmal legt er es geradezu darauf an, dass sie ihm eine runterhaut...
er hat es satt, immer nur das Sexobjekt zu sein, das offenbar jeder nehmen
kann, wie es ihm beliebt. Er will wenigstens hin und wieder selbst bestimmen,
wer ihn nimmt und wann, verdammt. Und zwar Lara. Jetzt!
Oh Gott... In letzter Zeit hat er öfters Stimmungsschwankungen und mal wenig
Appetit und dann wieder viel Appetit und öfters die verrücktesten Träume... und
er hat den leisen Verdacht, dass das nicht zuletzt an den Aphrodisiaka liegt.
Oder auch nur am Stress.
Vielleicht aus Angst vor der eigenen Courage lässt J.J. den Kopf wieder sinken und versucht seinen Atem zu beruhigen. "Sorry."
Falls sie von seinem Gefühlsausbruch beeindruckt ist, lässt sie es sich jedenfalls nicht anmerken. "Du magst es nicht, wenn man dich anfasst?" Sie sieht ihn mit hochgezogener Augenbraue an, während sie nun in medizinischer Weise an ihm herumfummelt und ihm dabei auch scharf in die Augen sieht. "Oder verträgst du nur die Nebenwirkungen nicht, die offenbar das Tellena auf dich hat?"
Er starrt sie wieder an und wundert sich, wie sie nur so verdammt geschäftsmässig klingen kann, so voll im Tayda-Modus, freundlich um seine Gesundheit besorgt, doch nicht wirklich persönlich an ihm interessiert. Er würde ihr gerne sagen, dass er es liebt, wenn *sie* ihn anfasst, doch er fürchtet sich vor ihrer Reaktion... und will deshalb den Status Quo lieber nicht gefährden. Scheiss auf Lacial und Telon... wenn *Lara* auf ihn sauer wäre, könnte er damit nicht leben.
"Du weisst es wohl selbst nicht, eh?" meint sie und tätschelt seinen Kopf. "Mach dir dein Leben nicht unnötig kompliziert, sondern geniesse es einfach..." flüstert sie in verschwörerischem Ton, der sich bei ihr sehr erotisch anhört - aber vielleicht ist das auch nur in seiner Einbildung.
"Nicht kompliziert?" echot er und starrt in ihre Augen. Ihre Pupillenschlitze sind geweitet und wirken fast rund, weshalb ihre Iris noch dunkler scheint, fast veilchenblau. Er könnte ihr stundenlang in die Augen sehen... dann erscheint auch immer alles so klar und einfach und der Gedanke an irgendwelche Orgien erscheint fast verlockend, solange sie nur dabei wäre.
"Du hast es dir schon an deinem ersten Tag hier mit der Fürstin verscherzt. Wenn du jetzt auch noch ihren Bruder sauer machst... ist das nicht gut für dich. Also wirst du gefälligst lieb zu ihm sein, auch wenn er manchmal ein arrogantes Arschloch ist. Freu dich lieber, dass er nicht auch noch krank und hässlich ist..."
"Mmmhmmmm..." Er lässt sich widerstandslos von ihr aufs Bett drücken und zudecken. Und als sie ihm mit der Hand übers Gesicht streichelt, schliesst er folgsam die Augen und schläft innert Sekunden ein, um von irgendwelchen Orgien zu träumen, wo es alle kreuz und quer miteinander treiben und er irgendwie mittendrin ist... und seltsamerweise erschreckt ihn das diesmal nicht das kleinste Bisschen.

J.J. nimmt sich Lara's Ratschläge zu Herzen (besonders wenn sie dabei ihren Hypnotischen Blick aufsetzt)... und als Telon und Matan ihn das nächste Mal besuchen kommen (offenbar hat Telon einen Schlüssel), lächelt er freundlich und heisst sie willkommen.
Zwar fehlt ihm die Übung und auch die Malgaïsche katzenhafte Eleganz, als er um den Bruder der Fürstin herumscharwenzelt, doch Telon scheint in einem Anfall von guter Laune von seinen Bemühungen trotzdem sehr angetan und nimmt sich diesmal viel Zeit, ihn vorher zu streicheln, bevor er ihn schliesslich besteigt.
Nachdem er wieder allein ist, torkelt J.J. in sein Badezimmer, legt sich in die Wanne und lässt Wasser ein, weil er sich schmutzig fühlt, obwohl es diesmal gar nicht wehgetan hat. Und er fragt sich, ob sich wohl so auch Ehefrauen auf der Erde gefühlt haben, wenn sie je nach Kultur und Epoche an irgendwelche Männer verheiratet wurden, denen sie dann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert waren...
Wenigstens hat er Telon jeweils nur für kurze Zeit am Hals und wird ansonsten in Ruhe gelassen... oh ja, Lara hat recht, es könnte wirklich schlimmer sein und eigentlich kann er sich noch glücklich schätzen.
~
Ein paar Tage später rennt er *danach* nicht gleich ins Badezimmer, sondern bleibt einfach im Bett liegen, nachdem Telon und Matan gegangen sind.
Er fühlt sich seltsam gut... und es ist ihm sowieso alles egal.
Eine leise Stimme im Hinterkopf vermutet, dass Lara die Mischung der Drogen für ihn verändert hat... doch was soll's, um so besser, er fühlt sich zwar immer noch oft etwas benebelt, doch nur noch selten schlecht deswegen, also ist es doch gut, nicht wahr... ja, das ist gut.

B.B. / 20.7.2003
Fortsetzung folgt...
A/N:
Sowohl *uxor* als auch *coniux* hat im Latein die Bedeutung 'Ehefrau' - daraus habe ich mir dann für meine Malgaïschen Familienverhältnisse Uxor/Uxora und Conjux/Conjuga gebastelt.
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