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Eyla

(Das 1. Kapitel)

 
 ACHTUNG!!!
EINE GESCHICHTE, DIE NICHT IN UNSERER WELT SPIELT - WEDER AUF UNSERER ERDE UND NOCH NICHT MAL IN UNSERER DIMENSION... ;-)
SONDERN IN MEINER AMAYRA-VARIANTE!
BETRETEN DER "PHANTASTISCHEN" DIMENSIONEN AUF EIGENE GEFAHR!

(c) by Basilea/Barbarella

Autorin: Barbara (barbarella_1970@yahoo.de

Rating: R bis NC-17
Entführung und Zähmung eine Karliucs sowie andere Brutalitäten - aber vergesst nicht, es ist alles nur Phantasie!

Disclaimer: Diese Geschichte spielt in meiner Amayra-Variante und deshalb gehört alles mir, ätsch! Irgendwelche Ähnlichkeiten mit echten oder erfundenen Personen wären rein zufällig.

Spielt weit in der Zukunft (in der Sil'Amor-Ära)...

Geschichten aus einer anderen Welt...

A/N
Zum besseren Verständnis ein paar Hinweise, die bei dieser Story schon als "gegeben" vorausgesetzt werden...

Malga-Siru ist ein Bund (ähnlich wie die Föderation) unterschiedlichster Rassen und Völkerschaften - von denen einige Völkerschaften mehr und andere weniger "zivilisiert" sind - und Ceres ist dabei so ungefähr das Malgaïsche Äquivalent der Sternenflotte.
Viele MALGARAS sehen zwar aus wie Menschen, verfügen jedoch oft über erstaunliche Talente (Telepathie u.a.) --
Malgaras = Malgas mit Ara-Touch
-- und manche Malgaras haben Katzen-Augen (d.h. keine runde Pupillen, sondern Pupillen-Schlitze, so wie Katzen eben)...

KARLIUCS ähneln vom Aussehen her ein Bisschen den Klingonen in StarTrek. Also Humanoid etc. - allerdings reagieren Karliucs nicht nur ziemlich empfindlich auf Malgarischen Ara-Touch, sondern Karliuc-Männer haben da auch noch so eine anatomische Besonderheit... sie kriegen nämlich nur einen hoch *räusper-räusper* wenn zuvor der verborgene Winkel über ihrem Herzen berührt wird (und zwar natürlich von einer zarten Frauenhand *ggg*); und dies ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn Karliuc-Männer haben eine "Lappfalte", welche ihre Brust ungefähr wie einen auf den Kopf gestellten Känguru-Beutel bedeckt... allerdings haben die Karliucs das nie an die grosse Glocke gehängt, weshalb dies im Universum nicht allgemein bekannt ist...

... und natürlich erst recht nicht auf so einem Hinterwäldler-Planeten wie diesem, auf dem diese Geschichte hier spielt.

 



Es ist genau wie in jenem Traum, der Eyla ja schliesslich in diese öde Gegend getrieben hat.
Sie sieht den Mann von hinten.
Jedenfalls nimmt sie an, dass es ein Mann ist, doch da der ganze Körper von schwerem Material bedeckt ist, kann man das auf den ersten Blick schwer feststellen.

Sie hat gesehen, wie das Grosse Fremde Silberding vorhin vom Himmel gefallen ist, und sich beeilt, weil sie so ein Grosses Fremdes Silberding auch in ihrem Traum gesehen hat...
... und als sie dann die Stelle mit eigenen Augen hat sehen können, da hatten die Fremden ihr merkwürdiges Schiff-das-durch-die-Lüfte-fliegt bereits verlassen.
Es sieht anders aus als irgendwelche Fliegenden Ceres-Drachen, die von den Völkerschaften der Ariq schon seit Jahren und Jahrzehnten hartnäckig ignoriert werden, obwohl jeder weiss, dass die Ceres-Völkerschaften von Malga-Siru auf einer der Inseln im Grossen Ozean ein Nest errichtet haben. Na ja, ebenso exotisch sind die Gestalten, die nun rumlaufen und Sand in kleine Fläschchen füllen... Sehr seltsam. Sind die Fremden nur gekommen, um Sand zu sammeln?!
Jedenfalls scheint niemand verletzt zu sein, also ist wohl nichts kaputt und das Grosse Fremde Silberding wird wieder wegfliegen können.
Ist ja egal, Hauptsache, er ist gekommen.
Mit Adleraugen beobachtet sie, wie einer der Fremden sich von den anderen entfernt und in Richtung Wald marschiert.
Das muss er sein!

Als sie näher an ihn heranschleicht, sieht sie ihn endlich genauer - und auch von vorne - und betrachtet aus ihrem Versteck heraus fasziniert sein Gesicht, das von einer mächtigen seltsam höckrig gefurchten Stirn dominiert wird und eingerahmt ist von wuscheligen langen dunklen Haaren. Weder seine dunkle Hautfarbe noch seine exotische Stirn kann sie abschrecken.
Aufmerksam beobachtet sie, wie er sich kurz umsieht und dann vorne an seiner Hose nestelt.
Jetzt besteht kein Zweifel mehr: Es ist ein Mann!
Und zwar ein Prachtexemplar, wie Eyla findet, die ihn ungeniert beobachtet, wie er gegen einen Baum pinkelt.
Findet er es?
Ihre Schwester hat sie ausgelacht, als sie ihr von dem Traum erzählt hat, dass ein Fremder, den sie leider nur von hinten sehen konnte, in der Oase Calim'Antan ihr Amulett aufgehoben hat. Doch Eyla war fest davon überzeugt, dass dies nicht bloss ein Traum, sondern eine Echte Vision gewesen ist. Darum ist sie ja auch den weiten Weg hierher gekommen, um ihr Amulett genau an der Stelle hinzulegen, wo es der Mann dann finden sollte... Obwohl diese Gegend um diese Jahreszeit normalerweise menschenleer ist und die Chancen, hier einen Mann zu finden, dementsprechend astronomisch klein sind...
Aber jetzt ist er hier! Und offensichtlich hat er es entdeckt...

Ein Blitzen erregt seine Aufmerksamkeit. Irgend etwas reflektiert die mörderischen Sonnenstrahlen. Tron geht auf das Blinken zu und entdeckt einen grossen geschliffenen blauen Edelstein, der sogar von innen heraus zu funkeln scheint.
Ein Saphir?
Das Juwel ist nicht etwa in Gold gefasst, sondern in Leder und auch die daran festgemachte Halskette besteht aus fest geflochtenem Leder.
Wer mag so ein Schmuckstück wohl verloren haben?
Ein Räuspern hinter sich lässt ihn herumfahren und er bekommt die Antwort auf seine Frage. Dort steht eine Frau, bei deren Anblick ihm der Atem stockt. Eine Malgara. Allerdings keine der vornehmen Damen, wie man sie für gewöhnlich kennt...
... sondern eine barbarische Wilde.
Sie ist fast so gross wie er selbst und sieht verdammt kräftig aus; gleichzeitig wirkt sie auf ihn mit ihren weiblichen Rundungen wie die personifizierte Animalische Leidenschaft. Sie trägt Stiefel aus zusammengeflicktem Leder, die ihr bis zu den Oberschenkeln reichen; am rechten Stiefel ist deutlich sichtbar ein Messer festgemacht, dessen Griff aus dem Horn irgendeines Tiers gefertigt ist, während die Klinge aus gehärtetem Stahl besteht. Um die Hüften trägt sie so eine Art Lendenschurz, natürlich ebenfalls aus Leder, ebenso wie das äusserst knappe Oberteil, das wohl vor allem dazu dient, ihre üppigen Brüste von allzu starkem Gewackel abzuhalten.
Ihre widerspenstigen Haare reichen fast bis zum Po und haben eine rötliche Färbung. Gegen das Sonnenlicht sieht es fast so aus, als wäre sie von einem Heiligenschein umgeben... Ihre wunderbaren vollen Lippen haben sich zu einem spöttischen Lächeln verzogen und mit katzenhafter Geschmeidigkeit kommt sie ein paar Schritte auf ihn zu. Doch das beste sind die Augen: Goldene Katzen-Augen, die auf ihn eine geradezu hypnotische Wirkung entfalten.
Sie streckt die Hand aus - und er errät, was sie will. Auch wenn er noch nicht weiss, was sie wirklich alles will. Er reicht ihr das gefundene Amulett...
... das sie sich nun wieder um den Hals legt, indem sie sich die geflochtene Lederschnur über den Kopf zieht. Als sie sich danach die Haare ausschüttelt, bemerkt sie mit Freude seine bewundernden Blicke und setzt ein verführerisches Lächeln auf, bei dem er ihre recht beeindruckenden Eckzähne aufblitzen sieht. Sie tippt sich auf die Brust und stellt sich vor: "Eyla."
Ihre Stimme besitzt in seinen Ohren ein unglaublich erotisierenden Klang. Eyla... was für ein wunderbarer Name für solch eine prachtvolle Frau! Aber wo bleiben seine Manieren?! Er tippt sich ebenfalls auf die Brust und erklärt: "Tron."
Ihr Lächeln wird daraufhin noch eine Spur breiter und sie geht nun dreimal um ihn herum, wobei sie ihn ungeniert von oben bis unten mustert. Er bemüht sich, einfach still stehen zu bleiben und ihr nur mit den Augen zu folgen.
Wo kommt sie überhaupt her?! Dieser Teil des Kontinents ist doch angeblich unbewohnt und selbstverständlich hat man hier weit und breit nichts entdeckt, das wie eine Menschliche Siedlung aussieht, sonst wäre man natürlich erst gar nicht gelandet. Aber diese Malga-Tjerras hier leben ja angeblich noch wie in der Steinzeit; und doch hat die Frau hier einen kunstvoll geschliffenen Saphir als Amulett um den Hals hängen und eine scharfe Stahlklinge im Stiefel stecken, den sicher auch jemand gemacht hat, der sein Handwerk versteht.
Nun kommt sie ihm ganz nah, dass er ihren Atem auf der Haut spüren kann. Langsam und bedächtig streicht sie mit ihren Fingern vorsichtig über seine Stirn...

Faszinierend. Seine Haut fühlt sich wie glatt gegerbtes Leder an und der kurze Bart ist nicht etwa drahtig und stoppelig wie bei manchen Männern des Triad-Stammes; auch sein langes Kopfhaar ist ganz weich und wuschelig. Und er ist so gross! Eyla hat selten einen Mann gesehen, der ihr weiter als bis zur Nasenspitze gereicht wäre, geschweige denn einen, der sogar noch ein Fingerbreit grösser ist als sie selbst.
Da werden die anderen aber Augen machen!
Sie fährt mit den Fingerspitzen weiterhin sachte über sein Gesicht und auch über seine vollen weichen Lippen. Erst als sie ihn bittet, doch auch mal die Zunge rauszustrecken, und er sie nur verständnislos anstarrt, kommt ihr in den Sinn, dass dieser Fremde hier womöglich gar nicht ihre Sprache spricht.
Na ja, das verkompliziert die Sache natürlich. Offensichtlich sind nicht alle Wesen, die mit Schiffen-die-durch-die-Lüfte-fliegen kreuz und quer zu den Sternen reisen, derart klug wie die Ceres-Völkerschaften von Malga-Siru, die alle Sprachen sprechen können - und es *Ara-Touch* nennen, wenn man stark in der *Macht* ist.
Aber was soll's, er ist ja nur ein Mann. Männer müssen nicht besonders klug sein; es genügt, wenn sie tun, was die Frauen von ihnen verlangen.
Also streckt sie selbst ihre Zunge raus. Und nach kurzem Zögern folgt er ihrem Beispiel.

Tron kommt langsam zum Schluss, dass die Leute hier wirklich ziemlich seltsame Begrüssungsrituale haben. Ob sie wohl von ihm erwartet, dass er ebenfalls ihr Gesicht und ihre Haare berührt?
Einerseits würde es ihn schon sehr reizen, sie zu berühren... Andererseits ist er der Meinung, dass sich sowas nicht ziemt. Immerhin ist er verlobt und wird bald heiraten. Wenn seine Verlobte doch nur auch so heissblütig wäre wie diese Wilde hier!
Er zuckt zusammen, als sie ihm nun mit der Zunge tatsächlich über's Gesicht leckt.
Plötzlich spürt er auch ihre Arme um sich und wie sich eine Hand zielstrebig in seine Pobacke krallt. Einige Augenblicke geniesst er diese Umarmung regelrecht und er spürt, wie seine Halsdrüsen anzuschwellen beginnen - doch dann besinnt er sich wieder darauf, dass sowas wohl ziemlich unziemlich ist und kaum noch zu einem Begrüssungsritual gehört!
Also bemüht er sich nun mit sanfter Gewalt von ihr loszukommen, was sie jedoch als Spiel aufzufassen scheint, denn sie lacht und drückt ihn noch fester an sich. Langsam gerät er nun in Panik. Um ihr klarzumachen, dass sein Widerstand durchaus ernst gemeint ist, stösst er sie nun mit aller Gewalt von sich.
Sie ist nicht nur verdammt schön, sondern auch verdammt gefährlich, und das bekommt er nun zu spüren. Auch wenn sie das ganze als Spiel aufzufassen scheint, ist es ihr doch verdammt ernst; und auf einmal wird ihm schlagartig klar, dass es sich hier wohl um so eine Art Werbungsritual handeln muss. Aber warum in aller Welt hat diese barbarische Wilde hier ausgerechnet einen Karliuc als Opfer auserkoren?! Ihm bleibt jedoch keine Zeit, darüber nachzudenken...
... denn mit einem Satz wirft sie sich auf ihn und presst ihn dann mit ihrem vollen Gewicht zu Boden.
Und da er sich von Eyla's ungeheuren Erotischen Ausstrahlung ablenken lässt, hat Tron in diesem Kampf - bei dem es immerhin um seine Freiheit geht - von vornherein nicht die geringste Chance. Im Grunde seines Herzens möchte er vielleicht sogar verlieren.
Ein Schlag mit ihrer flachen Hand auf seine Stirn lässt ihn nach einigem Gerangel schliesslich aprupt das Bewusstsein verlieren.


Etwas verwundert betrachtet Eyla kurz das Muster, das seine Stirn auf ihrer Handfläche hinterlassen hat, dann beobachtet sie lächelnd seine regelmässigen Atemzüge und ist froh darüber, dass die *Macht* ganz offensichtlich auch Fremden gegenüber funktioniert.
Ein Schlag mit der *Macht* verursacht wesentlich weniger Blessuren, als wenn man jemanden mit gewöhnlichen Fausthieben ins Reich der Träume schicken müsste.
Eyla findet es absolut normal, dass sie als Tochter der Stammesfürstin von Eleyon irgendwelchen Männern - oder auch Frauen niederen Standes - wenn nötig ihren Willen aufzwingen kann; schliesslich hat sie die *Macht* von ihrer Mutter geerbt. Und das Amulett um ihren Hals zeigt allen Leuten, dass sie es bei ihr mit einer Frau zu tun haben, deren Sinne weiter entwickelt sind als die normaler Menschen; darum nennt man sie auch nicht nur Ariqa, sondern Ariqara.
Und Ariqara wie Eyla geniessen bei den Ariq-Stämmen höchsten Respekt, so dass die Gastfreundschaft stets auch entsprechend gross ist. Handkehrum erwartet man von Ariqara bei Bedarf auch entsprechende Gegenleistungen. Versorgung von Verletzungen, Heilung bei Krankheiten und Medizin gegen alle möglichen realen oder eingebildeten Wehwehchen. Oder Ratschläge aller Art, z.B. wo man am besten einen Brunnen gräbt, da vielen Ariqara nachgesagt wird, sie könnten Wasseradern förmlich riechen.
Eyla zumindest kann wirklich Wasser riechen; sonst hätte sie kaum gewagt, allein durch die Wüste zu reiten, nur um einer Vision nachzujagen.
Und nun liegt der wahr gewordene Traum bewusstlos vor ihr... Auf einmal kommt ihr der Gedanke, dass ihn die anderen vermutlich vermissen und nach ihm suchen könnten. Also muss man dafür sorgen, dass sie nicht weiter nach ihm suchen werden und einfach wieder wegfliegen. Und sie hat da auch schon so eine Idee!
Sie zieht ihm seine Jacke aus und zerfetzt sie völlig. Mit ihrer scharfen Klinge schneidet sie ihm in die Hand, dass es tierisch anfängt zu bluten; und gekonnt verteilt sie dann überall sein Blut...
... so dass es schliesslich so aussieht, als wäre er hier von einer Sandechse gepackt worden. Sie schleift ihn dann an den Rand der Oase, wobei sie darauf achtet, selbst keine verräterischen Spuren zu hinterlassen. Dort verbindet sie dann seine blutende Hand und pfeift ihrem Echeval, das folgsam angetrabt kommt und nur kurz zusammenzuckt, als eine zusätzliche schwere Last auf seinen Rücken geladen wird. Wegen der Spuren im Sand macht sich Eyla nun keine Sorgen mehr; die wird der Wind in kürzester Zeit verwehen. Eyla macht sich nur Gedanken darüber, ob die anderen Fremden die Sandechsen-Spuren wohl überhaupt zu deuten wissen, die sie ihnen hinterlassen hat; doch darüber, tatsächlich von echten Sandechsen angegriffen zu werden, macht sie sich keine Sorgen, da diese gefrässigen Bestien um Ariqara stets einen weiten Bogen zu machen pflegen. Und wenn nicht... die Sandechsen-Krallen, die an Eyla's Gürtel baumeln, zeigen allen, dass die junge Frau sich zu wehren weiss und alles, was ihr in die Quere kommt, gegebenenfalls besiegen kann.
Und sie ist wild entschlossen, diesen prächtigen exotischen fremden Mann zu zähmen, auch wenn das natürlich ein wenig schwierig wird, da er ja nicht mal ihre Sprache spricht. Allerdings soll ein Mann ja auch nicht soviel sprechen... und sie ist zuversichtlich, dass es ihr schon noch gelingen wird, sich ihm verständlich zu machen. Schon bald wird er an ihrem Feuer liegen und ihr die Nächte versüssen... Bei dem Gedanken überkommt sie kurz ein wohliger Schauer.



Als er wieder zu sich kommt, ist bereits die Dämmerung hereingebrochen. Er fühlt sich schwach und seine linke Hand schmerzt... und plötzlich wird ihm bewusst, dass er vollkommen nackt in eine Decke aus Leder gehüllt ist.

Eyla ist erleichtert, dass er endlich wieder erwacht, denn so lange ist nach einem derart sanften Schlag noch nie jemand bewusstlos geblieben; es scheint fast so, als würde Tron äusserst empfindlich auf die *Macht* reagieren. Sicherheitshalber sollte sie es deshalb wohl lieber unterlassen, ihn nochmals mit der *Macht* zu schlagen und wenn nötig besser die Reitgerte verwenden.
Sie setzt sich neben ihn und fährt ihm wieder sanft über's Gesicht, worauf er zusammenzuckt und sie ziemlich entgeistert anstarrt. In seinen Augen sieht sie Furcht. Also klärt sie ihn ruhig und gelassen darüber auf, dass er sich glücklich schätzen kann, von einer Ariqara und erst noch der Tochter einer Stammesfürstin erobert worden zu sein; und dass sie an ihrem Feuer sicher noch sehr viel Spass zusammen haben werden. Im übrigen sei sie auch keine sehr strenge Herrin und hätte keineswegs vor, ihn täglich wegen irgendwelcher tatsächlicher oder eingebildeter Vergehen zu strafen, wie es gewisse andere Frauen mit ihren Männern tun. Aber wehe, er ist ungehorsam, aufsässig oder verärgert sie sonstwie; dann wird er ihre starke Hand schon zu spüren bekommen und fortan sicher mit mehr Eifer bemüht sein, all ihren Wünschen nachzukommen!

Selbstverständlich versteht Tron kein einziges Wort, von dem, was sie ihm da erzählt. Erklärt sie vielleicht gerade, weshalb sie ihn entführt hat? Sie klingt so ruhig und beherrscht, als wäre dies nur ein Freundschaftsbesuch. Als wäre er freiwillig hier.

Eyla plappert munter drauflos, dass sein Schiff-das-durch-die-Lüfte-fliegt nach ein paar Stunden davongeflogen ist. Jawohl, das Grosse Fremde Glitzerding ist wieder weg.
Ohne ihn.
Sie reicht ihm schliesslich einen ledernen Wasserbeutel und er nimmt vorsichtig ein paar Schlucke, bis er sicher ist, dass es tatsächlich Wasser ist. Dann deutet sie herrisch auf seine linke Hand, die er ihr dann widerwillig reicht, als befürchte er, sie könnte sie ihm abbeissen. Sie löst die Lederbändel; darunter kommt eine Pampe aus zerkauten Kräutern zum Vorschein, die sie nun abmacht. Mit dem Ergebnis scheint sie zufrieden zu sein.

Tron betrachtet die Schnittwunde, von der kaum noch etwas zu sehen ist. Offensichtlich hat Eyla Erfahrung in Medizinischen Dingen und doch ist sie ganz anders als alle Taydas, von denen er je gehört hat. Aber wie hat er sich den Schnitt in der Hand überhaupt zugezogen? Das muss ja wohl sie gewesen sein, oder?!
Langsam dämmert es ihm, dass man nicht nach ihm suchen wird, weil man anhand seiner Blutspuren bestimmt annimmt, er wäre von einem wilden Tier gerissen und verschleppt worden. Was sind das schon wieder für Bestien, die hier die Wüste unsicher machen; ach ja, Sandechsen.
Auf Sesslar Karliuce wird man seiner Familie von seinem Tod berichten und man wird sicherlich beschliessen, dass sein Bruder die Frau heiraten soll, die mit ihm verlobt war. Nach einiger Zeit wird ihn niemand mehr vermissen...
Verdammt!
Jetzt sitzt er hier auf diesem gottverlassenen Planeten fest und ist dieser barbarischen Wilden völlig ausgeliefert. Die einzige Chance, von hier wegzukommen, besteht darin, die Ceres-Basis auf diesem Planeten zu erreichen; und die befindet sich auf der anderen Seite, auf einer Insel mitten im Grossen Ozean.
Verdammt!
Er könnte heulen vor Wut, doch natürlich tut ein Karliuc-Krieger sowas nicht, also begnügt er sich mit ein paar deftigen Flüchen, die sie ja sowieso nicht verstehen kann. Sie zieht nur die Augenbrauen in die Höhe und lächelt ihn auch weiterhin an...
... und bringt ihn schliesslich damit zum schweigen, dass sie ihm einfach einen Bissen gebratenes Fleisch in den Mund schiebt.
Zuerst will er das Fleisch ausspucken, doch dann denkt er daran, dass er für eine Flucht nicht auch noch von Hunger geschwächt sein sollte. Und ausserdem schmeckt es sogar recht gut!
Sie reicht ihm noch mehr Fleisch und er isst alles auf, wobei er sie jedoch nicht aus den Augen lässt und ihr Raubtiergebiss bewundert, das sie ebenfalls in zartes Fleisch schlägt. Und als sie sogar ihre Finger ableckt, spürt er erneut, wie seine Halsdrüsen anzuschwellen drohen.
Um sich von irgendwelchen erotischen Gedanken abzulenken, betrachtet er dann ihr Reittier, das aussieht wie ein zotteliger Rigellianischer Gaul, den jemand im Leoparden-Look schwarz/weiss angemalt hat. Sie bemerkt seinen Blick und erklärt mit einer Handbewegung: "Echeval." Er wiederholt das Wort, was ihr ein zufriedenes Lächeln entlockt.
Nach dem Essen ist die Sonne völlig untergegangen und es wird kühl. Eyla legt noch was von dem getrockneten Echevalmist auf's Feuer...
... und legt sich dann einfach zu ihm unter die Decke. Er erstarrt daraufhin förmlich und wagt kaum noch zu atmen, um sie bloss nicht zu irgendwas zu reizen. Doch dazu bedarf Eyla keiner besonderen Aufforderung und sie beginnt ganz selbstverständlich damit, seinen Körper mit den Händen zu erkunden. Ihre Berührungen elektrisieren ihn und allein der Gedanke daran, sie könnte den verborgenen Winkel über seinem Herzen berühren, jagt Schauer der Erregung durch seinen Körper.

Aber natürlich hat Eyla keinen blassen Schimmer von gewissen Anatomischen Besonderheiten von Karliucs, weshalb sie ziemlich enttäuscht ist, dass sich bei ihm nichts regt, obwohl er doch offensichtlich sehr erregt ist...
Sie legt sich auf ihn und lauscht seinen Atemzügen, die immer schwerer werden und schliesslich in ein leises Keuchen übergehen, während sie an seinen weichen Lippen rumknabbert und auch mal sanft in die niedlichen kleinen Ohren beisst.
Doch was sie auch tut, das einzige, was bei ihm anschwillt, ist offenbar sein Hals. Schliesslich sieht sie ihn böse an und beschuldigt ihn flüsternd, sich ihr absichtlich zu verweigern. Zur Strafe erhält er fürs erste zwei schallende Ohrfeigen.
Dann streckt Eyla schliesslich vorsichtig die Geistigen Fühler ihrer *Macht* aus, um ihm ihren Willen aufzuzwingen...
... worauf Tron einen erstickten Aufschrei von sich gibt, sich kurz aufbäumt und dann bewusstlos zusammenzuckt.
O OH! Na ja, sie hätte es wohl doch besser lassen sollen, verdammt! Rasch fühlt sie seinen Puls und ist dann doch erleichtert, dass sein Herz immer noch kräftig schlägt. Verdammt, der reagiert aber wirklich empfindlich auf die *Macht*, fast als wäre er allergisch.



      

Als Tron schliesslich wieder zu sich kommt, steht die Sonne bereits hoch am Himmel. Er fühlt sich wie gerädert und besonders sein Schädel schmerzt höllisch. Träge blinzelt er gegen das Licht und ist froh, dass er im Schatten liegt... doch wo ist Eyla?!
Und auch das Echeval ist weg.
Tron richtet sich etwas auf, um sich weiter umzusehen - doch da wird ihm so übel, dass ihm wieder die Sinne schwinden.


Eyla tippt ihn sachte mit der Stiefelspitze an, worauf der Karliuc leise zu stöhnen beginnt und kurz die Augen verdreht. Daraufhin flösst sie ihm dann vorsichtig etwas von dem Wasser ein, das sie von ihrem Ausflug mitgebracht hat, das er gierig trinkt und dann wieder erschöpft zurücksinkt.
Wirklich erschreckend, wie schlecht es dem Mann immer noch geht!
Also keine Telepathischen Schläge mehr oder vielmehr - wie sie sich auszudrücken beliebt - sie will die *Macht* nicht mehr gegen ihn einsetzen, denn es scheint ja wohl, als würde er sich von einem dritten Schlag vielleicht gar nicht mehr erholen.



Mittags brennt die Sonne mörderisch auf die Äquatorialen Wüsten von Ariqan-III - so wird dieser Planet nämlich in Malga-Siru genannt - und auch die nächtliche Abkühlung bringt in den Augen von Ceres-Standard-Ambienten-verwöhnten Malgas nur mässige Erfrischung, weshalb sich die hier stationierten Ceres-Offiziere nur höchst selten in die Wüsten auf dem Kontinent verirren und sich lieber auf ihrer Tropischen Insel mitten im Ozean im Schatten von Mammutpalmen räkeln.

Iriell Quo'On hat über soviel Unverstand ihre wunderschönen gelben Reptilienhaften Augen verdreht, als die Karliucs berichteten, dass ihnen bei ihrer kleinen Erkundungsmission ein Mann abhanden gekommen ist.
"Es wundert mich gar nicht, dass ihr die Leiche nicht gefunden habt!" hat Iriell seufzend erklärt. "Sandechsen jagen nicht nur schnell, sie fressen auch verdammt schnell..."
Und dabei hat diese Erkundungsmission nicht mal besonders viel gebracht, denn die Karliucs haben nicht das entdeckt, was sie zu finden hofften. Na ja, das hätte Iriell ihnen zwar auch gleich sagen können, dass es im gesamten Ariqan-System keinen einzigen D-Kristall gibt (sonst würde es hier bestimmt viel mehr als bloss so ein müdes Dutzend Ceresas geben!)... Auf Ariqan-III gibt's zwar eine ganze Menge anderer interessanter Kristalle, doch keine von der Sorte, die für die Sternschiffe der Karliucs von Interesse wäre.
Iriell Quo'On findet es immer noch ziemlich gewöhnungsbedürftig, dass die Karliucs inzwischen soweit mit Cimmeria und sogar Malga-Siru verbündet sind, dass sie nun sogar schon hier in Malgaïschem Territorium am Rande der ehemaligen Neutralen Zone aufgetaucht sind. Um ein Haar hätte sie das Schiff abgeschossen, denn bei Ceres und anderswo hat man es wohl nicht für nötig befunden, jenen Besuch vorgängig anzukündigen; vielleicht ist auch nur der Satellit wieder mal kaputt und deshalb ist keine Nachricht durchgekommen, wer weiss.
Manchmal hat Iriell sowieso das Gefühl, dass man sie hier einfach vergessen hat. Darum war sie dann über diesen Besuch gar nicht mal so unglücklich, auch wenn sie sich mit den Karliucs nur auf Fédéral verständigen kann. Immerhin mal etwas Abwechslung, sowas kann nie schaden... Aber nach dem Verlust von Tron haben sich die Karliucs nun schnell aus dem Staub gemacht, um nach Sesslar Karliuce zurückzukehren.
Und so schnell werden sich hier wohl keine Karliucs mehr blicken lassen...

"Glaubst du wirklich, dass der arme Teufel von einer Sandechse gefressen wurde?" erkundigt sich Ralaan bei Iriell - die jedoch bloss die Schultern zuckt und dann meint: "Was sollte ihm wohl sonst zugestossen sein?! Oder glaubst du etwa, er wurde entführt?" Die Commendra grinst diabolisch, denn sie würde einer Ariqara durchaus alle Schandtaten zutrauen, selbst die Entführung eines Karliuc... obwohl noch nie eine Ariqa jemals zuvor einen Karliuc gesehen hat. Und falls es tatsächlich so wäre... dann kann einem der arme Karliuc wirklich leid tun! Oder auch nicht.







Mechanisch setzt Tron einen Fuss vor den anderen. Nur nicht aufgeben! Es ist ihm natürlich längst klar, dass er ohne Eyla hier in der Wüste rettungslos verloren wäre; deshalb könnte jeder Fehltritt für ihn tödlich enden. Und darum bemüht er sich sehr, mit Eyla und dem Echeval Schritt zu halten. Vergeblich.
'Ellegal!' ruft Eyla und treibt ihn mit diesem Wort wieder mal zur Eile an. Heute hat sie es besonders eilig, weshalb er schon völlig erschöpft ist und die Dämmerung herbeisehnt. Die mörderische Hitze hat ihn schon so fertig gemacht, dass er gar nicht mehr weiss, was ihm an seinem Körper eigentlich am meisten weh tut. Es stört ihn nicht so sehr, dass der Sand überall die Haut wund scheuert, doch seit dem letzten Telepathischen Schlag, den er kassierte, fühlt er sich immer noch schwach und krank, als hätte er Fieber.
Oder kommt das vielleicht nur von der verdammten Hitze hier?!
Nicht umsonst bevorzugen Karliucs ein kühleres Klima.
Als Tron im Dämmerlicht in der Ferne eine Oase erblickt, beschleunigt er von selbst seine Schritte...
... und als sie dann die Bäume erreichen, kurz bevor die Sonne endgültig versinkt, lässt er sich gleich neben dem Echeval zu Boden sinken.
Nachdem er dann erst einmal tief Luft geholt hat und sich umsieht, geht ihm auf, dass sie hier nicht einfach in einer Oase gelandet sind. Die Bäume erstrecken sich in dieser Richtung bis zum Horizont... Also haben sie die Wüste endlich hinter sich gelassen!

Eyla macht Feuer und holt dann den Proviant. Nachdem sie ihm schliesslich seinen Anteil am Fleisch gereicht hat, geht sie mit dem nun leeren Wasserbeutel los, um frisches Wasser zu holen; natürlich weiss sie, wo hier welches zu finden ist.

Noch halb betäubt, starrt Tron ihr zunächst hinterher. Dann erwacht plötzlich wieder sein Widerstandswille und er schöpft neue Hoffnung auf eine erfolgreiche Flucht - auch wenn er keine Ahnung hat, wohin er überhaupt fliehen will.
Er schaut sich nochmals um, schleicht sich davon und fängt nach einer Weile an zu rennen, bis ihm langsam die Puste ausgeht. Doch dann hört er auf einmal ein seltsames Knacken und Rascheln, das ihn zu verfolgen scheint.
Eyla?!
Ein Tier?! Etwa eine Sandechse?!
Eyla ist es nicht und Tron möchte nicht herausfinden, ob das Biest oder vielmehr die Biester, die ihn verfolgen, auch wirklich Sandechsen sind...
Er rennt um sein Leben!
Doch die Biester sind schnell und kommen immer näher... Er hat keine Chance. In seiner Verzweiflung schwingt er sich schliesslich auf einen Ast und hofft inbrünstig, dass die Biester nicht klettern können.
Wie sich bald herausstellt, halten Sandechsen offenbar nicht viel vom klettern. Stattdessen belagern die drei jagdlüsternen Exemplare den Baum. Und als ihre Beute nach einer Minute immer noch nicht heruntergekommen ist, um sich dem Schicksal zu ergeben, beginnen sie damit, den Stamm anzuknabbern, um den Baum umzunieten und so an die Beute zu gelangen.
Plötzlich bricht eins der Biester zusammen und Tron bemerkt zu seiner Verblüffung, dass auf einmal ein Messer drinsteckt.
Eyla's Messer.
Noch ehe es sich die beiden übriggebliebenen Biester versehen, wird das eine zielsicher von einem zweiten Messer getroffen... und das andere ergreift daraufhin die Flucht.
Tron traut sich kaum zu atmen. Etwas fassungslos betrachtet er Eyla, die lässig näherkommt und ihre beiden Messer aus den toten Sandechsen zieht, die sie genau an ihrer verwundbaren Stelle getroffen hat. Ungerührt beginnt Eyla dann damit, die Biester zu zerlegen und auszunehmen.
'Chula!' ruft sie schliesslich und winkt ihn zu sich runter. Doch er scheint noch wie erstarrt. 'Ellegal!' herrscht sie ihn nun an und ihre Stimme klingt wütend.
Umständlich klettert er hinunter und nähert sich ihr zaghaft, das schlechte Gewissen ist ihm förmlich ins Gesicht geschrieben.

Er bekommt eine heftige Ohrfeige. Der Schlag ist so hart, dass der völlig entkräftete Karliuc zu Boden geht. Allerdings zerrt sie ihn bald wieder auf die Füsse und ladet ihm ein schweres Bündel auf, bei dem es sich um die besten Fleischstücke der Sandechsen handelt, eingewickelt in das ach so zähe Echsenleder, aus dem sich beispielsweise noch wunderbare Stiefel machen lassen.
Die scharfen Krallen hat Eyla selbst eingesteckt; sobald sie die Musse dazu hat, wird sie diese Trophäen zu Schmuck verarbeiten. Vielleicht macht sie sich auch neue Stiefel. Oder vielleicht macht sie auch Tron ein Paar Stiefel, auch wenn dieser Nichtsnutz sowas gar nicht verdient hat.

Sobald sie wieder an ihrem Lagerplatz angelangt sind und er seine Last abgeladen hat, fesselt sie seine Füsse zusammen, damit er nicht so schnell wieder weglaufen kann; und er lässt es geschehen. Er entschuldigt sich sogar dafür, dass er fliehen wollte, doch natürlich versteht sie kein Wort und selbst wenn, würde dies ihren Zorn kaum besänftigen. Nachdem sie also seine Füsse gefesselt hat, holt sie ihre Reitgerte, zieht ihm die Hosen runter und vertrimmt ihm den Hintern.
Für einen Karliuc-Krieger ist es extrem entwürdigend, den Arsch versohlt zu bekommen, doch Tron ist das inzwischen egal. Sie hat ihn entführt und hätte ihm mit ihren Telepathischen Schlägen fast umgebracht; doch heute hat sie ihm das Leben gerettet, obwohl er sich aus ihrer Sicht bisher so schrecklich undankbar gezeigt hat. Jetzt hat er endlich begriffen, dass er sich ihr nicht länger widersetzen kann. Ohne sie ist er in dieser Welt verloren! Ob er nun will oder nicht: Sie ist die Herrin und er ist ihr Sklave.

Am nächsten Morgen tun Tron noch alle Knochen weh, doch zu seiner Erleichterung ist nicht gleich wieder ein Gewaltmarsch angesagt... Eyla bearbeitet das Sandechsen-Leder und er muss auf ihre Anweisung das gestern erbeutete Fleisch in dünne Streifen schneiden und zum Trocknen aufhängen. Seine Füsse bleiben die ganze Zeit über gefesselt; doch er beklagt sich nicht und bemüht sich redlich, ihr alles recht zu machen, um sie milde zu stimmen.
Gegen Abend hat sich ihre Laune auch tatsächlich gebessert und sie braten gemeinsam Fleisch über dem Feuer; zwar ist das frische Sandechsen-Fleisch ziemlich zäh, doch der Geschmack ist schön würzig.
Nachts wird es sehr kalt und Tron beginnt zu frieren. Zu gerne würde er sich nun an sie schmiegen. Zu seinem eigenen Entsetzen muss er feststellen, dass er sie begehrt. Sie hat ihn entführt, würde ihn am liebsten vergewaltigen, hätte ihn schon beinahe aus Versehen umgebracht, hat ihm jedoch gestern das Leben gerettet und dann den Hintern versohlt... und er wünscht sich auf einmal, sie würde wirklich den verborgenen Winkel über seinem Herzen berühren. Er hört sie neben sich atmen und fragt sich, ob sie wohl schläft. Und während er davon träumt, ihre Hände auf seinem Körper zu spüren, selbst wenn sie ihm bloss den Hintern versohlt, schwellen seine Halsdrüsen an.
Plötzlich spürt er tatsächlich ihre Hände auf seinem Körper.
Sie streicht mit den Fingerspitzen kurz über seinen Hals, rutscht näher und schmiegt sich an ihn. Allerdings zieht sie dann nur die Decke über sie beide und startet diesmal keinen weiteren Annäherungsversuch, was ihn nun ziemlich enttäuscht...

Als er schliesslich endlich aufwacht, nachdem er dann irgendwann doch noch vor lauter Erschöpfung mit angeschwollenen Halsdrüsen einschlief...
... ist sie bereits auf den Beinen und wieder mit dem Sandechsen-Leder beschäftigt, aus dem sie wohl irgendwas zu machen beabsichtigt, das verdächtig nach neuen Stiefeln aussieht.
Da er sich ebenfalls nützlich machen will, um sie weiter bei guter Laune zu halten, erkundigt er sich vorsichtig, womit er dienlich sein kann, indem er ein entsprechendes Handzeichen macht. Zum Glück hat er sich über die Bedeutung der üblichsten Handzeichen informiert, bevor er nach Cimmeria ging; und diese Zeichen scheinen auch hier auf Ariqan-III üblich zu sein, sonst könnte er sich wohl überhaupt nicht verständlich machen...
Ihr Lächeln zeigt, dass sie seine Bemühungen zu schätzen weiss und sie erlaubt ihm, das Echeval zu striegeln.
Nachdem die neuen Stiefel halbwegs fertig sind, macht Eyla für Tron noch ein Halsband, das sie ihm gewissermassen direkt auf den Leib schneidert. Es ist gerade so eng, dass ihm selbst bei angeschwollenen Halsdrüsen die Luft nicht abgeschnürt wird, und wird sogar mit einer Sandechsen-Kralle verziert.
Wohl so eine Art Sklavenhalsband? Ein Zeichen dafür, dass er ihr gehört... Na ja, er hätte es wohl schlechter treffen können!





Erst nach drei Tagen verlassen sie die Lagerstelle und wandern dann schliesslich ausgeruht weiter. Der Wald wird nach einer Weile weniger dicht und macht Obstbäumen, Heuwiesen und Ackerfeldern Platz...
... und bald schon erreichen sie das erste Dorf.

Eyla und Tron werden von den Leuten neugierig angestarrt - und dem Karliuc wird klar, dass Eyla wohl etwas besonderes sein muss, wenn sie mit soviel Respekt behandelt wird; und er will lieber nicht wissen, wie man ihn behandeln würde, wenn er nicht unter ihrem Schutz stehen würde.
Sie ist nicht irgendeine dahergelaufene Ariqa, sondern eine Ariqara; und langsam dämmert es ihm, was es damit auf sich hat...
Natürlich sieht auch Tron sich aufmerksam um, während er darum bemüht ist, stets in Eyla's Nähe zu bleiben. Er betrachtet die Leute ringsum: die Augen sind meist so dunkel, dass er nicht erkennen kann, ob es sich um Katzen-Augen oder runde Pupillen handelt, doch er tippt eher auf letzteres...
Alle halbwegs erwachsenen Männer tragen Halsbänder, doch die wenigsten können dabei mit Sandechsen-Leder aufwarten so wie er... von Sandechsen-Krallen ganz zu schweigen.
Und er kann auch beobachten, wie Männer von Frauen herumgescheucht, besitzergreifend angegrabscht und gelegentlich sogar geschlagen werden, wenn sie nicht gleich parieren. Doch keiner der Männer wehrt sich gegen diese doch schon ziemlich herablassende Behandlung; ganz im Gegenteil sind sie bemüht, sich bei jeder Gelegenheit bei ihren Herrinnen einzuschmeicheln, indem sie ihnen jeden Wunsch von den Augen ablesen... und immer wieder vor ihnen auf die Knie fallen, wenn sie ihnen eine Nachricht überbringen oder was reichen müssen oder auf neue Anweisungen warten oder auch einfach nur so, weil es einer Herrin gefällt, wenn der ihr gehörende Mann vor ihr auf den Knien rutscht und sie untertänigst darum bittet, ihre Füsse und auch den Rest ihres Heiligen Leibs massieren zu dürfen.
Das ist ja fast wie in Caprica... nur ohne Capricjanisches Gold!

Eyla kehrt mit Tron in einem grossen Haus ein, das wohl so eine Art Gaststätte darstellen muss, denn es sind viele Leute da, die trinken und essen und sich lautstark unterhalten. Als die Ariqara hereinkommt, kehrt für ein paar Augenblicke Stille ein, als man die Neuankömmlinge betrachtet, doch dann steigt der Geräuschpegel wieder auf normales Niveau. Eyla bestellt sich einen Schnaps (Zumindest riecht es Tron's Meinung nach verdächtig nach Schnaps!), doch Tron erhält nur Wasser, worüber er jedoch nicht mal unglücklich ist, schliesslich weiss er ja nur zu gut, was Malgarischer Schnaps für eine verheerende Wirkung auf Karliucs hat.
In der Küche steht eine Frau, der man deutlich ansieht, dass sie von ihren Speisen auch selbst sehr gerne kostet, während zwei junge Burschen für den Service und das Abwaschen zuständig sind.
Die beiden tragen ausser einem knappen Tanga und Sandalen nur ein Halsband; und zwar beide mit dem gleichen Symbol darauf, das im Grossformat auch über dem Eingangstor zur Taverne hängt. Und die Frau an der Feuerstelle, bei der es sich wohl um die Wirtin handeln muss, trägt das gleiche Symbol an einem Lederband als Armreif... Also beginnt Tron zu rätseln, ob die beiden jungen Männer womöglich die Söhne der Wirtin sein könnten oder ob es sich doch eher um Ehemänner bzw. Sklaven handelt.
Verdammt! Er hätte vor noch nicht allzu langer Zeit ja niemals gedacht, irgendwelchen Eingeborenen hier leibhaftig zu begegnen, sonst hätte er sich natürlich über die Sitten und Gebräuche hier informiert. Nur eins ist klar: Zwar mag es hier kein Capricjanisches Gold geben, doch ansonsten hätte Caprice, die Höchst Ehrwürdige Atrix d'Aripat de Caprica wohl ihre helle Freude an den Zuständen hier...
Nach einer Weile setzt sich schliesslich eine Frau zu Eyla und beginnt mit ihr eine angeregte Unterhaltung. Da man dabei immer wieder mal auf ihn deutet, wird Tron das beklemmende Gefühl nicht los, dass es vielleicht um ihn gehen könnte. Womöglich überlegt sich Eyla ja gerade, ob sie ihn nicht besser verkaufen soll, wo er doch bislang mehr Ärger als Vergnügen gebracht hat... Doch schliesslich geht die Frau wieder, worauf der Karliuc erleichtert aufatmet.

Als es draussen dunkel wird, erkundigt sich Eyla bei der Wirtin nach einer Schlafgelegenheit, worauf diese sie in einen Nebenraum zwischen Taverne und Stall führt und der Ariqara und ihrem exotischen Begleiter noch ein paar Kissen bringt.
Das Haus ist solide gebaut. Aussen dicke Steinmauern, innen dicke Holzbalken. Aber irgendjemand hat wohl mal ein Astloch weiter ausgebohrt, so dass man von dieser Kammer aus einen guten Blick in den grossen Tavernenraum hat...
... wo jetzt offenbar noch eine private Feier angesagt ist, denn es kommen noch mehr Leute. Na ja, es kommen noch mehr Frauen, während die wenigen Männer, die sich hier vorhin noch herumgetrieben haben, offenbar nach Hause geschickt wurden.
Dann wird jemand hereingeführt. Und nachdem man der Person umständlich die vielen Decken und Umhänge abgenommen hat, entpuppt sich die Gestalt als zarter Jüngling, der vollkommen nackt ist und noch nicht einmal ein Halsband trägt.
Eine Frau, die seine Mutter zu sein scheint, zeigt ihn herum und preist seine Vorzüge, als ginge es um den Verkauf eines Zuchthengstes und nicht um die Verheiratung ihres eigenen Sohnes. Schon bald werden die ersten Angebote laut, doch die Feilscherei geht noch eine ganze Weile weiter, bis die Mutter schliesslich das ihrer Meinung nach verlockendste Angebot annimmt, das von einer noch relativ jungen Frau stammt - was auch dem jungen Mann sichtlich zu gefallen scheint, denn er bekommt eine steile Erektion, als sich ihm seine neue Herrin nähert und ihm sachte mit den Fingerspitzen über den Körper streicht. Er sinkt vor ihr auf die Knie und umarmt ihre Hüften. Sie legt ihm währenddessen ein vorbereitetes Halsband an, das sie mit etlichen Nadelstichen zunäht; farblich passt es genau zu ihren Handgelenksschonern. Natürlich hält der junge Mann schön still, bis das Halsband, das er jetzt vermutlich bis ans Ende seiner Tage tragen wird, perfekt sitzt. Danach zappelt er ein wenig herum, um ihr einen Vorwand zu liefern, ihn zu verprügeln, was sie dann auch sogleich tut. Sie versetzt ihm links und rechts je eine schallende Ohrfeige, dann zückt sie die Reitgerte und vertrimmt ihm ordentlich den Hintern, bis er ganz verstriemt ist - jedoch tun die Schläge seiner Erektion keinen Abbruch, ganz im Gegenteil! Schliesslich heisst sie ihn mit einer herrischen Handbewegung, sich auf den Rücken zu legen, setzt sich dann unter den johlenden Zurufen der Menge auf ihn und reitet ihn, bis er vor Ekstase zu schreien beginnt, worauf sie ihm die Reitgerte zwischen die Zähne schiebt, denn ein hat gefälligst leise zu sein.
Tron kann seinen Blick einfach nicht abwenden und starrt immer noch wie hypnotisiert durch das Loch in der Holzwand. Es macht ihn an. Seine Halsdrüsen sind wieder geschwollen und drücken gegen das Halsband, das ihm Eyla angelegt hat. Er gehört ihr und würde ihr nur zu gerne in allen Dingen zu Willen sein... Als er schliesslich in der Menschenmenge gar nichts mehr erkennen kann und sich umdreht, starrt er geradewegs in Eyla's Augen und zuckt kurz zusammen.
Ohne viel zu überlegen, geht er vor ihr auf die Knie und küsst ihre Stiefel. Seine Hände und sein Mund wandern höher, bis er endlich Eyla's zarte nackte Haut erreicht... Irgendwie scheint ihr das wohl zu gefallen, denn sie setzt sich aufs Lager und streckt ihm erst das eine und dann das andere Bein entgegen, damit er ihr die Stiefel auszieht. Und dann darf er sie massieren. Überall. Na ja, fast überall. Als er sie aus Versehen kitzelt oder einfach so, weil sie Lust darauf hat, versohlt sie ihm wieder den Hintern; erst mit der flachen Hand, dann noch mit der Reitgerte. Und obwohl besonders die Hiebe mit der Reitgerte gemein weh tun und Striemen hinterlassen, die er wohl noch nach zwei Tagen spürt (Denn hier auf Ariqan-III gibt es keine Inxianischen Peitschen, die keine Spuren hinterlassen würden!), hält er still und keucht bei jedem Hieb wohlig auf. Er hat sich schon immer gerne ausgemalt, wie es sich wohl mit Capricjanischen Bräuchen leben würde, und jetzt erfährt er es am eigenen Leib - jedoch nicht im zivilisierten Caprica, sondern hier mit einer barbarischen Ariqara...


Am nächsten Morgen ziehen sie weiter. Eyla schwingt sich wieder auf ihr Echeval und Tron trottet hinterher.

Gegen Mittag erreichen sie einen kleinen See. Eyla entledigt sich rasch ihrer Stiefel und streift auch ihren Lendenschurz und ihr Lederoberteil ab, bevor sie sich vergnügt ins Wasser stürzt.
Sie winkt ihn herein, doch Tron bleibt wie angewurzelt stehen. Er weiss, dass die Angst vor Wasser völlig irrational ist, auch wenn er sie mit den allermeisten seiner Landsleute teilt; doch er kann jetzt nicht aus seiner Haut und keine zehn Echevals könnten ihn dazu bringen, in diesen See zu springen.
Na ja, vielleicht keine zehn Echevals...
... aber Eyla.
Sie kommt nämlich wieder heraus und schubst ihn dann mit Schwung kurzerhand ins Wasser, wo er zunächst ziemlich hilflos rumzappelt, bis ihm klar wird, dass es gar nicht so tief ist und er stehen kann. Eyla zerrt ihm seinen Lendenschurz und die restlichen Sachen vom Leib, bis er abgesehen von seinem Halsband völlig nackt ist. Und er stellt zu seiner eigenen Überraschung fest, dass es überhaupt nicht schlimm ist, bis zum Hals im Wasser zu stehen; irgendwie fühlt es sich sogar gut an, ganz besonders wenn Eyla ihn berührt und so tut, als ginge es dabei ums Waschen. Er revanchiert sich, indem er sie ebenfalls streichelt und massiert. Dabei schwellen seine Halsdrüsen immer mehr an.
Schon im Wasser hat Eyla wieder einmal angefangen, an Tron's Lippen rumzuknabbern und in seinem nassen Haar rumzuwuscheln, was er mit heftigem Stöhnen quittierst.
Und sobald sie wieder draussen sind, lassen sie sich ins weiche Gras sinken und streicheln sich weiter.
Oh... Tron wünscht es sich so sehr!
Er küsst ihre Hand und führt sie dann ganz vorsichtig an die Lappfalte, die zum verborgenen Winkel über seinem Herzen führt.

Zuerst weiss Eyla nicht so recht, was das soll. Doch dann spürt sie, dass dies keine gewöhnliche Hautfalte ist... Zu ihrer Verblüffung kann sie einen Finger reinschieben. Und Tron's Gesten ist zu entnehmen, dass sie ihre ganze Hand hineinschieben soll, bis zur Brust hoch, bis übers Herz. Also schiebt sie wirklich langsam und vorsichtig die ganze Hand hinein, wobei sie ein feines Gewebegespinst zerreisst, was ihm ein tiefes Stöhnen entlockt. Es ist das erste Mal für ihn! Eyla weiss zwar noch nicht so genau, was das alles soll, doch sie ist gerührt... und nach einer kleinen Weile, als endlich auch mal was anderes anschwillt, als bloss seine Halsdrüsen, geht ihr endlich auf, für was das alles gut ist.
So geht das also!
Vorsichtig zieht sie ihre Hand aus der Lappfalte zurück und streichelt dafür mit ihren Fingern über die gewachsene stattliche Erektion. Nachdem sie sich genug über die Besonderheiten seiner Anatomie gewundert hat, fällt ihr wieder ein, dass er ja schliesslich nicht aus Zucker ist, und sie packt fester zu, was ihm ein wohliges Stöhnen entlockt... Es ist das erste Mal für ihn! geht ihr wieder durch den Kopf und sie spürt ein seltsam berauschendes Gefühl von Macht in sich aufsteigen, weil sie die erste ist, die ihn gleich zureiten wird, und er vor ihr noch niemals zuvor Sex hatte. Nicht mal mit sich selber, weil er nicht konnte, selbst wenn er wollte. Und wenn sie sich seine Pranken so ansieht, dann müssen die Frauen dieser seltsamen Rasse offenbar zartere Hände haben als die Männer, sonst wären sie wohl inzwischen ausgestorben.
Allerdings hört Eyla schnell wieder damit auf, sich um Karliucs im allgemeinen Gedanken zu machen, und kümmert sich lieber um das eine Exemplar dieser Spezies, das nun unter ihr liegt und sie keuchend mit erwartungsvollem Blick anstarrt.

Für einen kurzen Augenblick denkt Tron daran, dass er jetzt für alle Zeit auf sie geprägt sein wird, doch das ist ihm sogar ganz recht. Sie ist seine Herrin und er will ihr gerne dienen. Eyla ist eine atemberaubende aufregende Frau, die er leidenschaftlich begehrt; er würde alles für sie tun.
Er mag es, wie sie auf ihm liegt und ihn nun wieder geradezu besitzergreifend abknutscht, während sein zum ersten Mal im Leben erigierter Schwanz glücklich zwischen ihren Oberschenkeln reibt. Und er könnte süchtig werden von diesen Küssen. Dunkel erinnert er sich daran, dass Malgaras doch was in ihrem Speichel haben, dass besonders auf Karliucs wie ein Aphrodisiakum wirkt, aber wen kratzen schon irgendwelche wissenschaftlichen Erklärungen, wenn sie an seinen Lippen knabbert, als wollte sie ihn gleich auffressen... und er von ihr mit Haut und Haar gefressen werden möchte.

Sein Stöhnen und Keuchen macht sie an und schliesslich ist sie bereit, sich seinen Schwanz einzuverleiben... was ihm wiederum noch ganz neue Geräusche entlockt, so eine Art jaulendes Wimmern, vom dem er wohl selbst nicht wusste, dass er dazu überhaupt fähig ist. Allerdings scheinen irgendwelche Geräusche wohl das letzte zu sein, worum er sich Sorgen macht. Er hält ihre Hüften und sie lässt ihn, während sie ihn nun zu reiten beginnt und damit zum beben bringt.

Es kommt dem Karliuc durchaus entgegen, dass hierzulande die Frauen oben zu liegen pflegen, denn er kann förmlich fühlen, wie sich seine ganze Energie auf einen Punkt konzentriert... und zu koordiniertem Tun ist er kaum noch fähig. Wäre er gestanden, so läge er spätestens jetzt völlig schwindlig auf dem Boden.
Kurz denkt er an die Braut in Sesslar Karliuce, die inzwischen bestimmt schon mit seinem Bruder verheiratet ist, und was sie wohl in der Hochzeitsnacht mit ihm gemacht hätte. Er bezweifelt stark, dass sie auch so stürmisch wäre wie diese Barbarische Malgara hier, die ihn für sich erobert hat.
Als sie sich runterbeugt und er sie wie ein Raubtier knurren hören kann, setzt sein Denken schliesslich aus.


Eyla lächelt verschmitzt und wuschelt Tron durch sein langes Haar. Sie liegen beieinander und es fehlt auch nicht mehr viel und sie würden schnurren wie zwei Schmusekatzen.
Der Karliuc ist glücklich und zufrieden und fragt sich, warum er sich eigentlich so lange dagegen gesträubt hat; denn schliesslich hat es ihn schon bei der ersten Begegnung mit Eyla heftig durchzuckt und im verborgenen Winkel über seinem Herzen begann es zu jucken. Es war sein Schicksal, hier auf Ariqan-III dieser wunderbaren wilden Ariqara zu begegnen, die ihn zu ihrem Eigentum gemacht hat.



Natürlich können Eyla und Tron sich nicht einfach den ganzen Tag auf dem Lager herum wälzen, obwohl sie das gerne tun würden, nachdem Eyla nun endlich weiss, wie ein Karliuc funktioniert und der keine Hemmungen hat, sie von Kopf bis Fuss hingebungsvoll abzulecken, bevor sie dann zur Belohnung den verborgenen Winkel über seinem Herzen berührt, damit nicht nur seine Halsdrüsen vor Erregung anschwellen, sondern auch noch was anderes und er daraufhin vor Glück geradezu im Delirium liegt...

Sie ziehen schliesslich weiter - und der Karliuc fragt sich schon langsam, wo die Ariqara ihn hinführt.

Da die Gegend immer hügeliger wird, müssen sie wohl ins Innere des Kontinents wandern, auf die Berge zu. Statt der domestizierten Gras fressenden wolligen Herdentiere, die Tron bis zur Hüfte reichen (Escheps - und obwohl die Biester eigentlich recht harmlos aussehen, können sie gemein treten, wenn jemand ohne Ara-Touch sie melken oder scheren will, wie der Karliuc am eigenen Leib schmerzhaft erfahren musste!), treffen sie immer mehr kleinere Herdentiere mit glattem Fell und viel ausgeprägteren Hufen, die für die Berge besser geeignet sind (Eneleps - leider sind diese Tiere jedoch dem Karliuc gegenüber auch nicht freundlicher gesonnen und gehen mit ihren spitzen Hörnern auf ihn los, sobald er ihnen zu nahe kommt!)...
... und bald sieht Tron auch mit eigenen Augen den ersten Flugsaurier, den er erst fälschlicherweise für einen grossen Vogel hielt.

Tja... und dann, ganz langsam dämmert es schliesslich dem Karliuc, der von den Sternen kam...

... dass sich Echevals, Escheps, Eneleps oder Epic-Hühnervögel ebenso wenig auf diesem Planeten entwickelt haben wie das hier so gern angebaute äusserst fruchtbare Getreide oder diverses anderes aus Fauna und Flora. All das wurde einest von irgendwoher nach Ariqan-III importiert. Wie die Ariq-Völkerschaften selbst, die inzwischen längst vergessen haben, dass sie selbst einst von den Sternen kamen.
Zwar mögen die damaligen Invasoren damit das ursprüngliche Gleichgewicht der Natur dieses Planeten etwas verschoben haben, doch sie waren sanft dabei und haben der ursprünglichen Wildnis noch genügend Raum gelassen. Auch wenn ein Flugsaurier hin und wieder ein Enelep reisst, käme es deswegen niemandem in den Sinn, die Flugsaurier oder andere Raubtiere gänzlich verjagen oder gar ausrotten zu wollen. Und selbst die Sandechsen lässt man in Ruhe, solange man nicht unmittelbar bedroht ist; auch wenn hin und wieder unvorsichtige Menschen und Haustiere hungrigen Sandechsen zum Opfer fallen. Die Natur gibt, die Natur nimmt. So ist das nun mal, das ist der Lauf der Dinge.
Natürlich pflegen auch Menschen der Ariq-Völkerschaften es sich bequem zu machen und vor allem um ihr eigenes Wohl besorgt zu sein, doch sie leben mit der Natur und nicht gegen die Natur.
Und so halten sie es auch in ihren Sitten und Gebräuchen, auch wenn es vielleicht barbarisch anmuten mag, dass Ariq-Frauen zwar stolz auf ihre Töchter sind, ihre Söhne jedoch gewissermassen als Opfergabe an die Gemeinschaft bzw. an andere Ariq-Frauen betrachten. Ariq-Männer sind dazu da, ihren Herrinnen zu helfen und sie überdies bei guter Laune zu halten - und das liegt nun mal in der Natur der Männer, denn es macht ihnen stets Freude, ihren Herrinnen Freude zu bereiten. Ebenso liegt es in der Natur der Frauen, sich um die Gemeinschaft zu kümmern, weshalb es eben nur logisch ist, dass eben die Ariq-Frauen überall das Sagen haben.

           
Wenn Eyla und Tron auf ihrer Reise anderen Menschen begegnen, erregen die beiden stets grosses Aufsehen.

Einerseits scheint Eyla mit dem blauen Kristall als Talisman unter den Ariq-Völkerschaften bekannt wie ein bunter Hund zu sein - und andererseits hat man in den Ariq-Völkerschaften natürlich noch nie einen Karliuc gesehen, der sich schon aufgrund seiner stattlichen Grösse von den Ariq-Männern unterscheidet; und dann erst noch seine gefurchte Stirn und die flauschig weichen Barthaare!
In seinen Bart, den er immer nach traditioneller Mode unter dem Kinn zusammengeflochten getragen hat, ist inzwischen statt synthetischer Schnur Sandechsen-Leder eingeflochten. Ebenso hat Eyla ihm auf der Seite ein paar Zöpfchen geflochten, die dann hinten im Nacken zusammengebunden werden, womit das restliche lange Haupthaar etwas gebändigt wird; die traditionelle Frisur für Ariq-Männer steht auch dem Karliuc ganz gut.

Tron bemüht sich sehr, die Ariq-Sprache zu lernen. Auch wenn von einem Mann nicht gerade zungenfertige Sprachgewandtheit erwartet wird, wäre es doch schön, wenn er weiss, worüber geredet wird oder wenigstens das zu verstehen, was man ihm sagt... Er ahnt, dass Eyla unterwegs nach Hause ist und er würde vor ihrer Familie und ihrem Stamm gerne einen guten Eindruck machen.
                                   

Und schliesslich sind sie da.

Eyla deutet auf einen wunderbares Tal, das Tron vage an Bilder von Caprecina erinnert, auch wenn es hier weniger Häuser und mehr Bäume hat, denn auch hier gibt es einen Fluss und auf der Anhöhe sind massive Bauten zu erkennen, die man bei den hiesigen Verhältnissen durchaus als Palast bezeichnen könnte, auch wenn es da wohl keinen Goldenen Thronsaal wie auf Caprica gibt...
"Eleyon!" erklärt sie feierlich und lächelt ihn an.

Bei ihrem Weg zur Burg wird Eyla von vielen Leuten freudig begrüsst und der exotische Mann an ihrer Seite gebührend bestaunt.
Plötzlich kommt ihnen eine Frau entgegen, die ebenfalls das gleiche rötliche Haar wie Eyla hat und ihr auch sonst sehr ähnlich sieht. Die beiden fallen sich um den Hals und Tron vermutet, dass es sich dabei wohl um ihre Schwester handeln muss.
"Elyja!" stellt Eyla ihre Schwester vor und tippt dann betont beiläufig auf den höchst exotischen Mann an ihrer Seite: "Tron!"

Elyja, die ja die Vision ihrer Schwester für ein Hirngespinst und sie selbst für ziemlich übergeschnappt gehalten hat, weil sie dieser Vision auch wirklich folgen wollte, zeigt sich nun echt beeindruckt, dass sich diese Vision als wahr entpuppt hat und dabei erst noch so ein stattliches Exemplar von einem Mann herausgekommen ist...

Tron gefällt der lauernde Blick nicht, mit dem Elyja ihn ansieht. Viel freundlicher kommt ihm dagegen die Mutter der beiden Schwestern vor, die er im Palast trifft: Die Stammesfürstin von Eleyon.
Eyla schenkt ihr die neuen Stiefel aus Sandechsen-Leder, worüber Ata'Eleyon, wie man die Fürstin nennt, überaus entzückt ist. Neugierig betrachtet sie natürlich auch den Karliuc von allen Seiten und erkundigt sich wissbegierig, ob es schwierig war, so einen exotischen Mann, der in einem Fremden Silberding gekommen war, richtig zu zähmen.
Beim Festessen, das sogleich in der Ratshalle veranstaltet wird, muss Eyla lang und breit von ihrer Vision und ihrer Reise erzählen.
Es wird viel gescherzt und gelacht...
... und Tron ist ein klein wenig frustriert, dass er kaum etwas versteht, obwohl ja offensichtlich immer wieder von ihm die Rede ist.






Tron gewöhnt sich schnell an das Leben in Eleyon. Sein offizieller Schlafplatz ist zu Füssen seiner Herrin in deren Gemächern, doch meist holt sie ihn zu sich ins Bett. Im Vorzimmer schläft Lele, eine Laya, bei der es sich um die ehemalige Amme und jetzige Haushofdame von Eyla handelt, die ihrer Herrin treu ergeben ist und den exotischen Mann, den diese erbeutete, zunächst sehr misstrauisch beäugte, bis sie ihn akzeptiert hat.

Tron hat auch schnell herausgefunden, dass Eyla und Elyja noch einen jüngeren Bruder haben.
Elon.
Er ist mit einer gewissen Amitra verheiratet worden, die mit ihrem pechschwarzen Haar und den grün funkelnden dunklen Augen irgendwie an eine Thyuda-Schlange erinnert. Amitra ist selbstverständlich ebenfalls eine Ariqara und muss über erstaunliche Talente verfügen, denn alle begegnen ihr mit grossem Respekt, als befürchteten sie, die Hexe mit dem funkelnden grünen Kristall um den Hals könnte ihnen sonst einen bösen Blick zuwerfen.
Eyla versteht sich jedoch sehr gut mit ihr, so dass auch Tron allmählich seine Scheu verliert, denn in ihren eigenen Gemächern, im Nordflügel der Burg, wenn Amitra kein berufsmässig finsteres Gesicht zieht, kann sie wirklich überaus nett sein. Zu ihrer Familie gehören nebst Elon noch zwei andere Männer sowie fünf Layas, die wie die Männer ebenfalls Halsbänder mit ihrem Zeichen tragen, und so ungefähr zwei Dutzend Kinder, wobei Amitra selbst nur mit Elon ein Kind in die Welt gesetzt hat. Zum Glück eine Tochter: Amitreyla.
Eyla betrachtet das aufgeweckte Mädchen wohl als Patenkind oder so und unternimmt gerne etwas mit ihr; und derzeit liebt es die Kleine, von Tron auf den Schultern herumgetragen zu werden, da sitzt sie nämlich noch etwas höher als auf Elon, der sehr attraktiv und gross gebaut ist, seiner Schwester Eyla jedoch nur knapp bis zur Nasenspitze reicht. Eyla ist aber schliesslich auch besonders gross gewachsen.

Elyja ist die älteste Tochter der Ata'Eleyon und nennt zwei Männer ihr eigen. Zudem gehören zu ihr auch zwei junge Layas, die ihrer Herrin bereits ein halbes Dutzend Kinder geschenkt haben und beide wieder schwanger sind. Eigene Kinder hat Elyja aber nicht...

... was der Ata'Eleyon langsam Sorgen macht, da sie gerne richtige Enkelkinder hätte. Natürlich liebt sie Amitreyla, doch das Mädchen ist eben die Tochter von Amitra, auch wenn Elon dabei behilflich gewesen sein mag.
Elyja hat zwar längst eine Familie gegründet, macht jedoch keine Anstalten, schwanger zu werden. Und Amitra hat der Ata'Eleyon gesagt, dass dies wohl auch so bleiben würde, weil in Elyja's Bauch einfach kein Kind wachsen könnte; da könnte auch sie mit ihren Heilerischen Talenten nichts machen. Das Schicksal hat nicht gewollt, dass Elyja jemals selbst Mutter wird.
Und die wilde Eyla schleppt plötzlich so einen exotischen Mann an; doch sie hat ja hoffentlich nicht ernsthaft vor, ihre wunderbaren Ariqara-Gene mit den seinen zu vermischen - sowas geht ja vielleicht auch gar nicht, da er ja nicht von dieser Welt stammt. Allerdings weiss sie, dass beispielsweise etliche Ceres-Völkerschaften von Malga-Siru mit den Ariq-Völkerschaften durchaus kompatibel wären... vielleicht ist es dann auch Tron?! Aber sie will nicht, dass die zukünftige Ata'Eleyon womöglich Ähnlichkeit mit diesem exotischen Fremden hat und womöglich noch gegen die *Macht* allergisch reagiert. Nein, das wäre undenkbar!






Elyja ist wieder einmal schlecht gelaunt und weder ihren beiden Männern noch den Layas gelingt es, sie aufzuheitern. Sie hasst ihre jüngere Schwester, weil sie sich nie an die Regeln hält und trotzdem immer bekommt, was sie will. Jahrelang ist Eyla ständig in der Weltgeschichte herumgezogen, statt sich in Eleyon um Staatsgeschäfte zu kümmern, und trotzdem lieben die Leute sie, als wäre sie eine grosse Heldin, bloss weil sie gelegentlich mal ein paar Sandechsen gekillt hat. Und ständig hat sie sich nur mit den Männern anderer vergnügt, anstatt selbst eine Familie zu gründen, doch *ihr* hat die Ata'Eleyon niemals mit irgendwelchen Ermahnungen in den Ohren gelegen, und alle fanden's toll.
Und jetzt hat sie plötzlich einen exotischen Mann angeschleppt, um den sie alle beneiden. Und das, weil sie irgendeiner verrückten Eingebung gefolgt ist!
Obwohl Elyja schon immer eifersüchtig über die grösseren Talente ihrer jüngeren Schwester war, hat sie diese Ungerechtigkeit des Schicksals akzeptieren können, weil sie ja schliesslich als Älteste Tochter der Ata'Eleyon einst die Nachfolge ihrer Mutter antreten würde - oder dann wenigstens ihre Tochter. Doch seit Amitra ihr gesagt hat, dass sie niemals eine Tochter haben wird, hat sich das alles in Rauch aufgelöst. Wenn Eyla nun eine Tochter bekommt, wird die Ata'Eleyon vermutlich sie zu ihrer Nachfolgerin bestimmen... Und das ist so unfair! Eyla hat sich bislang nie dafür interessiert oder auch nur so getan, als würde sie sich für Eleyon's Politik interessieren, während Elyja ihrer Mutter seit Jahren mit Rat und Tat bei den Regierungsgeschäften zur Seite steht.
Elyja fühlt sich betrogen. Als hätte Eyla ihr etwas genommen, das rechtmässig ihr gehört. Also ist es doch nur recht und billig, wenn Elyja ihrerseits etwas nimmt, was eigentlich Eyla gehört...

Eyla ist mit Amitra und Amitreyla in die Höhle gegangen... Na ja, Tron weiss nicht so recht, was er sich darunter vorstellen soll: vielleicht unterirdische Tempelanlagen oder sowas in der Art?!
Jedenfalls haben Männer dort keinen Zutritt.
Und so sitzt er bei Elon und zeigt diesem, wie er mit der blossen Hand Nüsse knacken kann...

... als Elyja sie besuchen kommt. Sie wechselt ein paar Worte mit Elon, der über das plötzliche Erscheinen seiner Schwester allerdings nicht sonderlich erfreut scheint, und bedeutet dann Tron unmissverständlich, dass er ihr folgen soll.
Sofern die eigene Herrin nicht etwas anderes befohlen hat, muss ein Mann den Wünschen bzw. Befehlen einer Freien Frau nachkommen, so ist es Gesetz. Zögernd erhebt sich also Tron, dem jedoch nicht wohl dabei ist. Auch Elon will sich erheben, doch ihm bedeutet Elyja ebenso unmissverständlich, dass er gefälligst da bleiben soll.

Schliesslich führt sie den Karliuc in ihre eigenen Gemächer und dort schnurstracks zu ihrem Bett. Tron bricht der kalte Schweiss aus. Er weiss, dass es hier absolut üblich ist, dass sich Freie Frauen gelegentlich andere Männer ausleihen, doch ist es dabei ebenso üblich, vorher die Erlaubnis der jeweiligen Herrin einzuholen, um unerfreulichen Verwicklungen vorzubeugen. Und er hat den leisen Verdacht, dass Eyla keine Ahnung hat, was Elyja hier treibt. Aber er gehorcht und geht auf die Knie, schicksalsergeben dazu bereit, sie zu lecken, wenn sie es wünscht.
Doch offenbar hat sie etwas anderes im Sinn und so legt er sich dann auf den Rücken, als sie es befiehlt, obwohl alles in ihm danach schreit, jetzt einfach schnell wegzurennen.
Als Elyja's Verführungskünste nichts fruchten, weil Eyla niemandem erzählt hat, wie ihr exotischer Mann funktioniert, wird sie noch wütender. Und sie beginnt damit, Tron heftig zu verfluchen...
... und ihn dann vor Wut mit ihrer Peitsche zu schlagen.
Obwohl die Peitschenhiebe mit voller Wucht ausgeführt werden, gemein schmerzen und schon bald blutige Striemen hinterlassen - über die Eyla bestimmt wütend wird, sobald sie es zu sehen bekommt, denn niemand ausser seiner Herrin hat das Recht, ihn so mit der Peitsche abzustrafen - würde sich Tron lieber die Zunge abbeissen und sich bei lebendigem Leib die Haut abziehen lassen, als Elyja den verborgenen Winkel über seinem Herzen zu zeigen. Und er ist zu stolz und trotzig, als einfach die Flucht zu ergreifen.
Irgendwann ist Elyja es schliesslich leid, versetzt ihm wütend noch einen Tritt und befiehlt ihm dann, schleunigst zu verschwinden.
Tron kann sich kaum noch erheben und als er hinaus torkelt, hinterlässt er eine Blutspur.

Mit Mühe und Not schleppt er sich in die Richtung von Amitra's Gemächern, wo man ihm hoffentlich helfen kann. Eyla's Gemächer wären ohnehin leer, da auch Lele mit in die Höhle gegangen ist. Er schert sich auch nicht darum, dass sein zerrissener Lendenschurz noch in Elyja's Quartier liegt und er bis auf sein Halsband splitterfasernackt ist. Als Elon ihm entgegenkommt, schwinden Tron endlich die Sinne.




Wie durch einen dicken Nebelschleier dringen unverständliche Worte an seine Ohren. Kein Ariqan. Es klingt eher nach Milgoon... Nanu?! Sofort ist er hellwach und will den Kopf heben, worauf ihn jedoch ein stechender Schmerz durchzuckt und er auf das Kissen zurücksinkt.
"Ganz ruhig!" sagt nun eine Stimme in samtweichem Fédéral mit dem typischen Malgaïschen Akzent. Das klingt verdächtig nach Amitra. "Ja, ganz recht!" bestätigt die Stimme und klingt belustigt. "Ich bin's, Amitra." Eine Hand legt sich auf seine Stirn und die Kopfschmerzen lassen nach. "Ich bin die Tochter von Teld'Amitrara de Suwa, die sich vor etlichen Jahren hier auf Ariqan-III niederliess. Jawohl, meine Mutter war eine Taydaju, also gewissermassen eine Thyuda-Schlange, wie ihr so gern zu sagen pflegt... Ich bin auf diesem Planeten geboren und als Ariqara aufgewachsen. Doch natürlich kenne ich auch die Ceres-Basis und könnte jederzeit Kontakt aufnehmen. Bis jetzt habe ich aber noch niemandem erzählt, dass Tron aus dem Ehrenwerten Hause Torok'Nor von Sesslar Karliuce, von dem alle glauben, er wäre von einer Sandechse gefressen worden, eigentlich noch ganz lebendig ist."
Tron öffnet die Augen. Fast hätte er erwartet, sich in einer Ceres-Einrichtung wiederzufinden, doch er befindet sich immer noch in der Burg von Eleyon. Genauer gesagt: in Amitra's Bett.
"Mach dir um Eyla mal keine Sorgen!" meint Amitra lächelnd, die offenbar mühelos seine Gedanken lesen kann, ohne dass er unter einem Telepathischen Schlag zusammenzubrechen braucht. "Sie hat ganz bestimmt nichts dagegen, dass du in meinem Bett liegst... Schliesslich hat sie mich darum gebeten, dich wieder gesund zu machen, immerhin bin ich hier die Tayda, die Grosse Heilerin." Ganz leicht verfinstert sich ihr Gesicht. "Elyja hat dich ja ganz schön zugerichtet. Langsam wird es echt gefährlich mit ihr, ihre Wutausbrüche werden immer unberechenbarer. Früher oder später wird sie noch jemanden umbringen, wenn sie nicht aufgehalten wird." Da ist Tron ganz ihrer Meinung: Diese Elyja ist gemeingefährlich! "Die Krankheit hat sie böse gemacht!" seufzt Amitra. "Elyja leidet an einer seltenen Form von Nervenfieber, das sie wohl von ihrem Vater geerbt hat. Keine Angst, Eyla und Elon haben andere Väter, die meines Wissens keine Krankheiten vererbt haben..." Sie bleckt ihre ebenfalls sehr beeindruckenden Zähne zu einem breiten Lächeln. "Eyla ist ja sogar gewissermassen meine Schwester." Aha, jetzt wird ja einiges klar. "Aber eigentlich wollte ich dich überhaupt nicht mit der Familienpolitik des Fürstenhauses von Eleyon langweilen!" meint Amitra lächelnd.
"Es langweilt mich nicht!" versichert Tron nun mit schwacher Stimme, bei der sich das lange nicht mehr gesprochene Fédéral recht exotisch und eingerostet anhört.
Amitra kichert leise. "Du bist wirklich echt süss. Ich könnte die Ceres-Basis darüber informieren, dass du doch nicht von einer Sandechse gefressen worden bist. Du könntest irgendwie wieder nach Hause zurückkehren."
"Aber hier ist jetzt mein Zuhause!" protestiert Tron fast automatisch. "Bei Eyla!" präzisiert er dann eilig. "Ich bin auf sie geprägt und könnte sie niemals verlassen!"
"Du willst also den Rest deines Lebens zu Eyla's Füssen verbringen und den Launen aller anderer Herrinnen ausgeliefert sein? Wenn Elyja erst mal tot ist, wird Eyla Thronfolgerin und damit für's erste mal den kleinen Harem ihrer Schwester übernehmen. Dann wird sie sich noch mehr Männer nehmen und noch mehr Layas dazu, wie es sich für eine Herrin ihrer Position gehört. Die Ata'Eleyon hat im Laufe der Zeit 48 Männer angesammelt, von denen 46 noch am Leben sind; und die Layas sowie die Kinder ihrer Layas lassen sich schon gar nicht mehr zählen."
"Aber verstehst du das nicht? Ich kann nicht anders!" beteuert Tron. "Ich bin auf Eyla geprägt. Ich werde sie immer lieben, ganz egal, was passiert... Und überdies hat es mir in Eleyon sehr gut gefallen, bevor Elyja..." Seine Stimme versagt.
"Ach du liebe Zeit, befürchtest du etwa, Eyla wäre dir böse wegen der Sache mit Elyja?!" Aufmunternd tätschelt sie seine Wange. "Keine Angst. Sie ist nur stinksauer auf ihre Schwester. Ich habe sie aber hoffentlich erfolgreich davon überzeugt, dass es nicht sehr sinnvoll ist, sich jetzt mit Elyja duellieren zu wollen oder sowas in der Art." Sie seufzt kurz. "Eyla kann jedoch ziemlich hitzköpfig sein. Na ja, wem erzähl ich das! Sie hatte eine Vision, dass sie irgendwo mitten in einer von allen Göttern verlassenen Gegend einen besonderen Mann finden würde und sich daraufhin tatsächlich auf den Weg in die Wüste gemacht, um diesen Mann zu suchen... Und sie hat ihn gefunden!"
Tron ist verblüfft und gerührt. "Sie hatte wirklich eine Vision? Von mir?" Er kann es gar nicht fassen. "Soll das wirklich heissen, bevor wir uns das erste Mal gesehen haben, hat sie schon von mir geträumt?!"
"Ja, ich von dir träumen und dann dich suchen!"
Tron fährt erschrocken herum.
Da steht Eyla. Ihr Fédéral klingt holprig, denn Amitra hat ihr diese Sprache erst vor einer Stunde telepathisch beigebracht. Schon seltsam: Es ist weder die Sprache der Karliucs noch eine Sprache der Ceres-Völkerschaften von Malga-Siru und trotzdem wird dieses Kauderwelsch der Föderierten auch von jenen gelegentlich benutzt. Überhaupt geschehen viele seltsame Dinge in letzter Zeit! Eyla hat ja gewusst, dass Amitra's Mutter nicht von hier, sondern von einer Welt namens Suwa stammte, und dass Amitra aus diesem Grunde gelegentlich in Kontakt mit den Ceres-Völkerschaften von Malga-Siru steht, doch sie hätte nie gedacht, dass Amitra dank dieser Kontakte sogar etwas über Karliucs im allgemeinen und im besonderen auch über Tron aus dem Hause Torok'Nor von Sesslar Karliuce weiss.
Und Eyla hätte auch nie gedacht, dass es um ihre Schwester so schlimm steht, auch wenn sie gelegentlich über Kopfschmerzen klagte und sich hin und wieder schon sehr sonderbar benahm. Elyja war doch immer die Ältere Schwester, die immer alles besser wusste und stets vernünftig war, wie es sich gehörte für die Älteste Tochter der Ata'Eleyon; darum zog es Eyla ja auch meist vor, in der Weltgeschichte herumzureisen, anstatt sich zuhause wie ein fünftes Rad am Wagen vorzukommen.
Elyja's Schicksal schmerzt Eyla durchaus, doch sie standen sich noch niemals so nahe, dass nun irgendwelche Gefühlsduseleien ihr Urteilsvermögen trüben würden. Elyja muss sterben. Schon bald. Es macht jedoch einen ganz schlechten Eindruck, wenn die Älteste Tochter der Ata'Eleyon von einer Krankheit dahingerafft wird, die man erst noch nicht sehen kann; das würde das Vertrauen des Volkes ins Fürstenhaus nachhaltig erschüttern! Einfach ermorden kann man sie aber auch nicht. Aber ein Unfall wäre ideal...




Elyja hat eine Woche lang auf irgendeine Reaktion von Eyla gewartet, weil sie deren exotischen Mann halbtot gepeitscht hat. Doch nichts ist passiert. Ihre Schwester tut so, als wäre nichts gewesen. Als ob Tron nicht eine Woche lang bei Amitra liegen musste

Dann hält Elyja es nicht länger aus und sucht von sich aus ihre Schwester auf. Sie findet Eyla bei den Echevals; von Tron oder anderen Leuten ist nichts zu sehen.
Sie sind allein.
Was dann passiert ist, weiss später niemand mehr; sicher ist nur, dass sich beide schliesslich ein Echeval schnappen und davonreiten.

Aber nur eine Schwester reitet auch wieder aufrecht zurück; die andere liegt tot auf ihrem Echeval, mit den Zügeln festgebunden, damit sie nicht herunterfällt.


Ganz Eleyon ist erschüttert, dass die Älteste Tochter der Ata'Eleyon so unverhofft aus dem Leben gerissen worden ist. Und natürlich ist die Ata'Eleyon selbst über Elyja's Tod am meisten erschüttert.
Es war ein Reitunfall, gewissermassen. Irgendwie ist sie zu wild geritten und hat nicht aufgepasst, oder das Echeval ist mit ihr durchgegangen, jedenfalls hat sie sich den Kopf dann an einem herunterhängenden Ast angeschlagen und sich durch die Wucht das Genick gebrochen.
Sehr tragisch.
Äusserst traurig und bedauerlich... Aber nach der feierlichen Feuerbestattung der Kronprinzessin geht das Leben in Eleyon weiter.

 


Als Schwester ist es Eyla's Pflicht, Elyja's Harem zu übernehmen, was natürlich zur Folge hat, dass nicht nur die Layas und deren Kinder, sondern auch die zwei Männer nun ihr gehören. Und natürlich gehört es sich, dass sie diese auch ordentlich in Besitz nimmt...

... was Eyla zugegebenermassen ziemlich Spass macht.


Und sogar Tron macht es langsam Spass, auch wenn es für ihn anfänglich schon schrecklich irritierend war, mit seiner Herrin im Bett nicht alleine zu sein - und plötzlich recht handfest zu erleben, was er vorher nur vermutet hat: dass hier auf Ariqan-III (und damit in Malga-Siru) offenbar Bisexualität ebenso normal ist wie in Cimmeria.
Aber er liebt sie und kann sich plötzlich vorstellen, noch ganz andere Sachen für sie zu tun...
Und irgendwie ist es ja auch ganz lustig, wenn Eyla den verborgenen Winkel über seinem Herzen berührt und danach einem der Männer befiehlt, ihm den Schwanz zu lutschen, wie es hierzulande Männer untereinander wohl ständig zu machen pflegen.
Anfänglich waren die ziemlich irritiert darüber, dass es einfach unmöglich ist, den Karliuc zum schnellen Abspritzen zu bringen, weil der Höhepunkt bei ihm nun mal kein punktuelles Ereignis, sondern auf der Erregungskurve ein Hochplateau bildet, das fast eine halbe Stunde anhält... aber bald haben sie sich daran gewöhnt und finden Gefallen daran, dass sie mit seiner zuverlässigen Erektion rechnen können, zu der nur Eyla den magischen Schlüssel weiss.

Oh ja, sowohl die beiden Männer als auch die Layas überaus umgänglich und scheinen über ihre neue Herrin alles andere als unglücklich. Eyla hat mehr Temperament aber auch Humor als dies bei Elyja der Fall war, deshalb geht es nun viel lustiger zu - und Eyla wie auch die gute alte Lele sind sehr viel freundlicher und nachsichtiger, als Elyja es jemals gewesen war.
Und dazu können sie jetzt nicht nur damit angeben, zum Haus der Kronprinzessin zu gehören, sondern auch noch mit einem exotischen fremden Mann zu verkehren, der vom Himmel gefallen ist.



Die Ata'Eleyon hat Amitra mal wieder zu einem privaten Schwätzchen eingeladen und redet mit der Tayda über die wundersamen Wege des Schicksals...
Als Mutter ist sie natürlich furchtbar traurig über Elyja's Tod, doch die Fürstin in ihr ist fast darüber erleichtert, dass ihr das Schicksal die Entscheidung abgenommen hat, welche ihrer Töchter sie denn nun wirklich zur Thronfolgerin ernennen soll.
'Du brauchst Dir wegen solcher Gedanken kein schlechtes Gewissen zu machen!' meint Amitra, die wie so oft unerschütterliche Gelassenheit ausstrahlt. 'Es beweist, dass Du eine gute Fürstin bist. Wie Du ja weisst, war Elyja krank. Und es wäre mit ihr immer schlimmer gekommen, so dass sie keine gute Fürstin hätte sein können, trotz der besten Absichten.'
'Du willst wohl mein Gewissen beruhigen!' seufzt die Ata'Eleyon.
Worauf Amitra jedoch den Kopf schüttelt. 'Du hast eine Tochter verloren. Und Dein Gewissen deswegen sagt mir, dass Du eine gute Mutter bist.'
'Wie kann ich eine gute Mutter sein, wenn ich ihr so eine schreckliche Krankheit vererbt habe?'
'Aber nicht Du hast die Krankheit vererbt!' protestiert Amitra müde, die das nun in den letzten Jahren schon des öfteren wiederholt hat; immer wieder die gleiche Leier.
'Aber ich habe den Mann ausgesucht, der diese Krankheit in sich trug!' klagt die Ata'Eleyon, die sich deswegen schwere Vorwürfe macht.
'Das war Schicksal.'
'Du denkst wohl, es sei eine Lektion der Götter...' seufzt die Ata'Eleyon. Denn Elyja war nicht im rituellen CATECHTALEMAR entstanden, sondern war ein Produkt reiner Leidenschaft, wie es sich für eine Ata'Eleyon eigentlich nicht gehört. Aber das wusste ja niemand, am allerwenigsten Elyja selbst. Aber Amitra weiss es, wie sie so vieles weiss. 'Schon erstaunlich eigentlich, dass ausgerechnet Du immer so peinlich genau auf die Alten Riten achtest, wo doch...'
'... wo doch meine Mutter von einem anderen Stern kam?' beendet Amitra lächelnd den Satz. 'Tja, ich glaube fest daran, dass auch DAS Schicksal war!' Dann prostet sie der alten Stammesfürstin zu. 'Es ist, wie es ist...' erklärt sie geradezu feierlich - und fängt ein neues Thema an: 'Lass uns über die Zukunft sprechen.'
'Die Zukunft? Eyla ist die Zukunft.'
'Ja, das stimmt. Und ich glaube, sie ist zu Grossem bestimmt. Sie strahlt viel Kraft aus und wird Dir, mindestens ebenso wie Elyja, eine Grosse Stütze bei der Regierung sein.'
'Und nach meinem Tod wird sie bestimmt eine gute Fürstin sein...' meint die Ata'Eleyon. 'Sag mal, du klingst so, als schwebten dir irgendwelche Pläne vor?!'
'So könnte man sagen.' erwidert Amitra und ist erfreut darüber, ihre Aufmerksamkeit geweckt zu haben und die Fürstin damit von ihrer derzeit depressiven Stimmung abzulenken. Und dazu braucht sie nun eigentlich nur noch ein Wort: 'Lantan.'

Lantan... die kleinste Nachbarprovinz von Eleyon, die v.a. für die Kristalle in ihren Bergen berühmt ist. Und die Stadt Lantaran ist noch nicht mal einen halben Tag von der Stadt Eleyon entfernt. Alles in allem könnte man sagen, dass sich Lantan und Eleyon sehr nahe stehen - nicht nur geographisch.
Im Vergleich zu der Ata'Lantan kann sich ja Ata'Eleyon immer noch sehr glücklich schätzen, denn in Lantaran sind gleich alle Töchter der Fürstin vom Tod ereilt worden, noch bevor sie selber Kinder haben konnten. Eine ist im Kindesalter auf einem Spaziergang von einem Flugsaurier geholt worden, was allgemein als eine Strafe der Götter angesehen wurde. Vier Jahre später ist eine während eines Gewitters in einen reissenden Gebirgsbach gefallen und ertrunken, worüber ihre Zwillingsschwester so erschüttert war, dass sie wohl darob den Verstand verloren hat und sich ebenfalls in die Fluten warf, um ihrer geliebten Schwester in den Tod zu folgen. Seitdem munkelt man, auf der Familie liege ein Fluch; denn dass der einzige Sohn der Fürstin die Kindheit überlebt hat und zu einem stattlichen jungen Mann herangewachsen ist, bedeutet natürlich nur ein schwacher Trost.
Lantan ist nicht so gross wie Eleyon und dementsprechend ist auch die Fürstenfamilie nicht so zahlreich; oder anders ausgedrückt pflegen Fürstinnen von Lantan ihren Harem auf nur rund ein Dutzend Männer zu beschränken und etwa ebensoviele Layas, von denen natürlich auch etliche Kinder geboren wurden. Aber soll vielleicht die Tochter einer Laya die nächste Ata'Lantan werden? Wohl kaum! Und da leider auch keine weiteren Verwandte ihrer Linie vorhanden sind, hat die Fürstin nebst dem Kummer um den frühen Tod ihrer Töchter nun auch noch den totalen Untergang ihrer Dynastie vor Augen. Zudem stellt sich die bange Frage, wer denn nun Lantan regieren soll, wenn sie einmal nicht mehr ist...
'Hmmm... Lantan ist schön und reich aber auch wild und gefährlich... In den Bergen ist schon so manch jemand früh ums Leben gekommen.'
'Das ist wahr. Das Leben ist hart. Und leider ist es für die Ata'Lantan besonders hart, die weder Töchter noch Nichten hat, sondern nur einen Sohn. Ich war erst kürzlich wieder dort und habe den Burschen gesehen. Aus ihm ist ein prächtiger junger Mann geworden...'
'Du sprichst von ihm, als ob du ihn zu deinem Mann wolltest. Willst du etwa die nächste Ata'Lantan werden?'
'Oh, zuviel der Ehre!' wehrt Amitra lächelnd ab. 'Aber Lantos würde gut zu Eyla passen und wäre ein würdiger Partner für das CATECHTALEMAR. Damit könnten die beiden Provinzen Eleyon und Lantan unter einem Haus vereint werden, so wie sie schon durch Handel und freundschaftliche Bande vereint sind...'
'Eine interessante Idee...' meint die Ata'Eleyon, als hätte sie nicht schon selbst gelegentlich so etwas ähnliches gedacht.




Wie es der Brauch ist, sitzt Lantos mit verbundenen Augen auf dem Echeval, das ihn von Lantaran nach Eleyon tragen soll, zu seiner zukünftigen Herrin, Eyla von Eleyon.

Obwohl sich die Ata'Eleyon und die Ata'Lantan schnell 'handelseinig' waren, haben sich die Verhandlungen über die Hochzeit und die damit verbundenen Folgen für Eleyon und Lantan über Wochen hingezogen. Eyla und Lantos haben sich dabei nie persönlich zu Gesicht bekommen. Allerdings ist Eyla als Ariqara gegenüber dem zukünftigen 'Ersten Mann' ihres Hauses natürlich im Vorteil, denn sie konnte sein Bild in Amitra's Gedanken sehen. Und sie war angenehm überrascht, wie sich Lantos von dem schlaksigen Jüngling, mit dem sie früher zuweilen zusammen gespielt hat, in einen durchtrainierten Mann verwandelt hat, der so aussieht, als könnte er ein Echeval nicht nur reiten, sondern notfalls auch tragen... Na ja, das ist vielleicht ein kleines Bisschen übertrieben, doch er sieht sehr attraktiv aus.

Zur Eskorte, die Lantos zu seiner zukünftigen Herrin begleiten, gehören auch Amitra, Elon und Tron. Eigentlich sollte ein Bräutigam schweigen, doch es ist ja ein ziemlich langer Weg... und so unterhält sich Lantos eingehend mit Elon, mit dem er ja seit Kindesbeinen befreundet ist [Na ja, seit Lantos krabbeln konnte und Elon den Kleinen auf seinem Rücken reiten liess!]...
Und nach dem, was Tron so aufschnappt, fragt er ihn vor allem nach Eyla aus, die er ja nun schon lange nicht mehr gesehen hat. Sie war bereits erwachsen, als er sie das letzte Mal sah, kurz bevor sie loszog, um die Welt zu sehen und gelegentlich Sandechsen abzumurksen... Es ist normal, dass junge Männer an ältere Frauen mit Erfahrung verheiratet oder verkauft werden, und so macht sich Lantos weniger um den Altersunterschied oder sonstwas Sorgen, sondern vielmehr darum, ob er wohl ihren Ansprüchen genügen wird. Immerhin hat sie ja bereits einen Harem (Auch wenn ihr der grösste Teil davon erst durch den Tod ihrer Schwester gewissermassen in den Schoss gefallen sein mag!) und dann hat sie ja erst noch so einen ganz seltsamen Exoten, der angeblich vom Himmel gefallen sein soll...
'Ich bin nicht vom Himmel gefallen!' meldet sich nun schliesslich Tron zu Wort - worauf Lantos sichtlich zusammenzuckt und in Richtung der rauhen Stimme schaut.
Wenn nicht auch noch seine Hände am Sattelknauf gefesselt wären, hätte sich der Bräutigam jetzt vielleicht glatt die Augenbinde abgemacht... 'Du bist Tron? Warum hat mir denn keiner was gesagt?'
'Nun reg dich mal nicht so auf, mein Freund!' meint Elon lachend, obwohl er sich noch gut daran erinnern kann, dass er den Karliuc damals auch ein Bisschen zum Fürchten fand. 'Tron mag zwar mal so einem Fremden Silberding gekommen sein, das einmal vom Himmel auf die Wüste fiel... doch jetzt ist er ein Mann meiner Schwester und trägt ihr Halsband. So wie du auch bald!'
'Jaaa...' seufzt Lantos. 'Eyla muss wirklich eine bemerkenswerte Frau sein mit grossen Kräften und vielen Talenten.'
'Das ist sie allerdings.' lässt sich nun Tron wieder vernehmen. 'Aber sie kann auch sehr nett sein. Deshalb glaube ich nicht, dass du befürchten musst, sie würde dir den Kopf abreissen!'
Lantos lächelt nervös, scheint aber nur mässig beruhigt. 'Wie war es denn bei dir, Tron?'
'Oooh, das kann man nicht vergleichen. Sie hat mich damals gegen meinen Willen gefangen genommen. Und weil ich mich anfangs noch gewehrt hatte, hätte sie mich dabei fast umgebracht. Doch schliesslich ist mir endlich aufgegangen, dass mir gar nichts besseres passieren konnte als Eyla.'
'Dann bist du jetzt also gerne ihr Mann?'
'Ich könnte mir keine bessere Herrin wünschen!' versichert Tron im Brustton der Überzeugung dem nervösen Bräutigam. 'Und auch du kannst dich glücklich schätzen, ihr Mann zu werden.'
'Ich freue mich ja auch...' Jedoch lässt Lantos den Kopf etwas hängen. 'Aber ich habe auch Angst...' flüstert er verschwörerisch und hofft, dass Amitra und die Garden gerade ausser Hörweite sind.
'Warum denn?' erkundigt sich Elon in ebenfalls verschwörerischem Flüstern. - 'Ich habe doch überhaupt keine Ahnung, was ich tun soll, wenn sie... also wenn wir... äh... Und was soll ich erst tun, wenn es dann zum CATECHTALEMAR kommt und ich ihr womöglich gar nicht behilflich sein kann?'
'Nun mach dir mal keine Sorgen!' versucht Elon seinen jungen Freund zu beruhigen, der im Gegensatz zu Jungs des gewöhnlichen Volkes wohl praktisch noch keinerlei sexuelle Erfahrung und deshalb nun einen Horror davor hat, in Eyla's Augen zu versagen, indem entweder nichts funktioniert oder er sich einfach zu dämlich anstellt.
'Sei unbesorgt...' raunt ihm nun auch Tron leise zu. 'Eyla wird dir schon sagen oder zeigen, was du tun sollst. Und du solltest immer tun, was sie will, um sie nicht zu verärgern. Aber sie verlangt nichts unmögliches und es wird dir stets eine Freude sein, ihr zu gehorchen. Zuweilen ist sie recht streng und schnell mit der Peitsche zur Hand... doch selbst das kann ein Vergnügen sein. Provoziere sie jedoch nie zu irgendwas; sowas kann sie nicht leiden und wird dich deshalb mit Nicht-Beachtung strafen und du darfst ihr dann nicht mehr unter die Augen treten.'
'Jaaa, das kenn' ich...' meint nun auch Elon wieder. 'Manchmal muss ich Amitra geradezu anbetteln, mich mal wieder handfest zu züchtigen. Und auch ich hatte damals panische Angst vor unserer Hochzeitsnacht; da war ich sogar noch ein Jahr jünger als du jetzt... Aber wie Eyla ist auch Amitra eine Ariqara. Vergiss das nie mein Freund: Sie kann deine Gedanken lesen.'
Irgendwie scheint das Gespräch den nervösen Lantos ein wenig zu erregen... was ihm wiederum peinlich ist. 'Aber was ist, wenn ihr meine Gedanken nicht gefallen, weil sie irgendwie... äh, verdreht sind?'
'Was meinst du mit *verdreht*?!' erkundigt sich Elon leise und ist nun wirklich neugierig.
'Na ja... Ich träume von Eyla weniger als Thronfolgerin und zukünftige Fürstin von Lantan und Eleyon, sondern eher als wilde Kriegerin, die es sogar mit Sandechsen aufnimmt... Ich habe mir oft vorgestellt, wie es wohl wäre, wenn sie *mich* in der Wüste gefangen und dann mit Gewalt gezähmt hätte. Wie sie mir Fesseln anlegt, mich schlägt und auspeitscht...' Lantos ist wohl selbst ganz erstaunt über seine Worte und wird rot. Es dauert eine Weile, bis ihm klar wird, dass dieses plötzliche seltsame Geräusch Tron's amüsiertes Kichern ist...
... in das auch Elon bald mit einfällt. 'Freu dich, Lantos!' prustet er los mit gedämpfter Stimme. 'Meine wunderbare Schwester führt sich auch als Thronfolgerin und zukünftige Fürstin von Lantan und Eleyon immer noch gerne als wilde Kriegerin auf... und wird ihr sicher ein besonderes Vergnügen sein, dich zu zähmen!'

Wie wahr!



Schon als er ihre Schritte hört, bekommt Lantos, der mittlerweile allein und - abgesehen von den Fesseln und der Augenbinde - völlig nackt in Eyla's Gemächern steht, nicht nur eine Gänsehaut, sondern auch eine Erektion...
Er hört den Tritt ihrer Stiefel auf den dick geknüpften Teppichen und ihren fast unhörbaren Atem, als sie zuerst mal um ihn herumschleicht. Als sie mit ihrer Reitgerte langsam über seinen Körper zu streichen beginnt, elektrisiert es ihn förmlich und seine Erektion wächst an. Und sobald sie ihn mit den blossen Händen zu berühren beginnt, entringt sich seiner Kehle ein leises Stöhnen...

... was Eyla jedoch nicht etwa mit Schlägen oder Peitschenhieben quittiert, sondern mit einem breiten Grinsen. 'Das gefällt dir wohl?' haucht sie und kneift ihn in die Pobacken.

Dann berührt sie ihn auf eine gewisse Weise, die ihm zu verstehen gibt, dass er nun niederknien soll - worauf er sogleich auf die Knie fällt. Und als sie ihm nun die Augenbinde abnimmt, kann er endlich einen Blick auf seine Herrin werfen, die einfach atemberaubend aussieht.
Willig reckt er seinen Hals, damit sie ihm sein Halsband anlegen kann. Sandechsenleder. Erst als das Halsband perfekt angepasst ist, löst sie seine Fesseln.
Nur um ihn bald darauf wieder zu Boden zu werfen. Es ist ein Spiel, das ihr Spass macht! Lantos ist dabei ein williges Opfer und verliert immer mehr seine anfängliche Nervosität, als sie an ihm herumzuknabbern beginnt und ihn schliesslich nimmt.
Aber natürlich wird ein gewisses Prickeln niemals verschwinden, wenn er mit Eyla zusammen ist, seiner Herrin, die es nicht nur mit Sandechsen aufnimmt, sondern auch Fremde Männer zähmt, die vom Himmel gefallen sind, als wäre es das selbstverständlichste der Welt.

 

Ende des 1. Kapitels

Werden wir je erfahren, was wirklich zwischen Eyla und Elyja war oder ob die Dezimierung des Fürstenhauses von Lantan wirklich nur unglückliche Zufälle waren oder ob Amitra in der ganzen Geschichte wohl ihr eigenes Süppchen kocht?! Fragen über Fragen...
... aber ob das 2. Kapitel - mit viel mehr Sex and Crime - je das Licht der Welt erblickt, steht weiterhin in den Sternen. 

P.S.
Amitra hat von ihrer Mutter bestimmt den berühmt-berüchtigten Panther-Blick der Thuda-Schlangen geerbt... Das kann man sich ungefähr so vorstellen wie die schönen grünen Augen zuoberst auf dieser Seite! ;-)

B.B. / März 2004

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