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Cileyon

Wie Seryx zu ihren Männern kam - hier die überarbeitete "NC-17"-Version!



 

ACHTUNG!!! EINE GESCHICHTE, DIE NICHT IN UNSERER WELT SPIELT - WEDER AUF UNSERER ERDE
UND NOCH NICHT MAL IN UNSERER DIMENSION... - SONDERN IN MEINER AMAYRA-VARIANTE! ;-)
BETRETEN DER "PHANTASTISCHEN" DIMENSIONEN AUF EIGENE GEFAHR!

(c) by Basilea/Barbarella

Autorin: Barbara (barbarella_1970@yahoo.de

Rating: R bis NC-17 (jedenfalls stellenweise)

Disclaimer: Diese Geschichte spielt in meiner Amayra-Variante und deshalb gehört alles mir, ätsch! Irgendwelche Ähnlichkeiten mit echten oder erfundenen Personen wären rein zufällig.

Spielt weit in der Zukunft (in der Sil'Amor-Ära)...

... als es zwischen Malga-Siru und Föderation wieder mal bzw. immer noch kriselt. Doch inzwischen gibt es ja auch eine Dritte Macht, denn die Höchst Ehrwürdige Atrix d'Aripat de Caprica hat es mit ihren schlauen Schachzügen geschafft, einen Grossteil der Neutralen Zone zu einen und Cimmeria zu gründen.
In dieser Zeit stürzen ein paar Malgas und Föderierte ab und landen allesamt auf einer einsamen Insel... und lernen schliesslich, miteinander auszukommen und zusammenzuarbeiten.
Jahre später verirren sich auch noch Karliucs auf den Planeten Cileyon und sind nicht wenig überrascht, dort auf einer Insel so eine seltsame Gemeinschaft vorzufinden, die sich inzwischen nicht mehr Malgas oder Föderierte nennen, sondern Cilliani.
A/N:
Achtung, es sind hier alle Nase lang Rückblenden druntergemischt... ;-)

Geschrieben ursprünglich vielleicht irgendwann vor 1998, später noch etwas überarbeitet und aufgemotzt.
B.B. / November 2003

 



Knapp zwei Wochen, bevor während der Feierlichkeiten auf Jalu von der Höchst Ehrwürdigen Atrix d'Aripat de Caprica und ihren Verbündeten endlich offiziell Cimmeria gegründet wurde...

... verschwanden in der damals noch Neutralen Zone sowohl ein Malgaïsches Syndikatsschiff mit achtzehn Frauen an Bord, die sich auf dem Weg nach Rigellia befanden, wie auch ein Föderiertes Patrouillenschiff mit zwanzig Mann Besatzung.

Da wenig später auch schon der Ärger mit den Larenge/Karnocs losging und aufgestachelte Marodeure schon vorher in der Neutralen Zone aktiv waren, nahm man sowohl beim Syndikat und Ceres wie auch bei StarFleet an, dass der Kampf gegen die Cyclop-Zombies eben schon dazumals erste Opfer gefordert hatte.

Einerseits war dies sogar wahr.
Andererseits aber...

Sowohl der Alcat wie auch der Amazonas gelang die Notlandung auf einer paradiesischen Insel auf dem Planeten Cileyon, dessen frühere Bewohner sich in verheerenden Kriegen gegenseitig ausgelöscht hatten.
Nun sassen sie da fest - Malgas und Föderierte, weit weg von der Heimat, irgendwo in der Neutralen Zone, die schon bald zum Territorium von Cimmeria gehören würde.
  
Der Captain der Amazonas war nicht gerade begeistert davon, zusammen mit Malgas auf einer Insel gestrandet zu sein, und verhielt sich ziemlich unvernünftig. Obwohl seine Männer alleine womöglich verhungert wären, weil sie allesamt 'Pfadfinder' oder 'Campen in der Wildnis' höchstens noch aus Abenteuergeschichten kennen, verbot er jeden Kontakt zu den Malgas...

... die schon gleich nach der unsanften Landung aus ihrer Lage das beste machten, indem sie die ganze Insel erkundeten und sich in einer grossen Höhle auf einer Anhöhe häuslich einrichteten, während bereits erste Grüppchen auf Fischfang gingen oder mit traumwandlerischer Sicherheit geniessbare Früchte von giftigen unterschieden, weil Malgaras ja geradezu einen Siebten Sinn für alles zu haben scheinen.
Nachts war es kalt, doch tagsüber war es sehr warm und schwül, so dass die meisten Malgas nur in Unterwäsche oder mit um die Hüften geschlungenen Schals herumliefen.
Und erstaunlicherweise hatte sich bei den meisten Damen schon innerhalb eines einzigen Tages eine bequeme Hornhautschicht an den Fusssohlen gebildet, so dass sie getrost barfuss spazieren konnten.
Malgaras haben's schon gut!
Und während die durch den Cyclop-Beschuss beschädigte Alcat immer noch als bequemer Aussenposten dienen konnte...

... musste die Amazonas gleich nach dem Absturz evakuiert werden, weil sie in Flammen aufging. Nur wenig Ausrüstungsgegenstände und Vorräte konnten gerettet werden, so dass die Föderierten Männer bald hungerten und vom ersten Nachmittagsregen vollkommen durchnässt wurden.
Obwohl sich der Captain dabei eine Lungenentzündung holte, weigerte er sich immer noch starrköpfig, die Malgas um Hilfe zu bitten...

... die das verzweifelte und ziemlich hilflose Treiben der Männer zwar aus der Ferne kopfschüttelnd beobachteten, sich jedoch (Zugegeben, teils mit leiser Schadenfreude!) lieber nicht einmischten - solange die Föderierten nicht etwa auf irgendwelche dummen Ideen kämen, von wegen sie könnten vielleicht den Malgas irgendwelche Jagdbeuten streitig machen oder sowas in der Art.

Oh nein...
... auf so eine dumme Idee verfielen die Männer wohlweislich nicht. Dafür hatten sie zu viel Respekt vor den Malgas und fürchteten ganz zu Recht, dass sowas zweifellos sehr unklug wäre.
Nachdem der Captain völlig ins Fieber verfallen war, übernahm der Erste Offizier das Kommando. Und als erstes marschierte er mit einer weissen Fahne ins Lager der Malgas, um sie um Hilfe zu bitten...
... denn immerhin gehörte zu den Malgas bestimmt auch eine Tayda, wenn man Glück hatte.

Allerdings.
Und zwar die Ehrwürdige Aladeen, eine Taydaju mit funkelnden grünen Augen, dem unverkennbaren Panther-Blick der Thyuda-Schlangen. In den ersten drei Tagen auf der Insel beschäftigte sie sich vor allem damit, sich die hiesige Flora und Fauna etwas genauer anzusehen und aus geeigneten Zutaten einen Vorrat an Crème zusammenzubrauen, die sowohl vor dem aggressiven Sonnenlicht schützt als auch Insekten abschreckt.

Allerdings starb der Captain der Amazonas lieber, als sich von einer Malgarischen Tayda helfen zu lassen: Im Fieberwahn stürzte er von einer Klippe, während er vor Aladeen davonlief, und brach sich das Genick.

Aber vielleicht war es besser so.
Angespornt durch den Ersten Offizier, der sich glücklich schätzte, von den Malgas freundlich empfangen worden zu sein, und dies auch ganz offen zeigte, tauten auch die übrigen jungen Männer allmählich auf, auch wenn sie anfänglich noch höllische Angst davor hatten, von den teils überaus exotischen Malgas im Schlaf ermordet zu werden oder sowas in der Art.

Nachdem man sich eine Weile gegenseitig beobachtet hatte und zum Schluss kam, dass die Zusammenarbeit gar nicht so übel klappte, ging es schliesslich auch nicht mehr lange, bis die erste Malga auf die Idee kam, sich nachts an einem Mann zu wärmen...

 

 



"Seryx hat sich, seit wir hier sind, noch nie einen Mann geholt. Nicht mal für eine einzige Nacht", erklärt Aladeen und wirft dem Karliuc einen lauernden Blick zu. Man braucht noch nicht einmal besondere Tayda-Talente, um zu erkennen, dass Ono von der Innyki über alle Massen fasziniert ist; er verfolgt sie schon seit Tagen mit seinen Blicken. Nun ja, Seryx ist ja schliesslich auch eine farbenfrohe Erscheinung, die hier auf der Insel kaum zu übersehen ist.
Jetzt spitzt er interessiert die Ohren; auch wenn die vergleichsweise niedlichen kleinen Ohren eines Karliucs natürlich unter einer dichten Haarmähne verborgen sind. "Tja, irgendwie fürchten sich die Männer ein wenig vor ihr; vielleicht haben sie Angst, Seryx könnte beissen, wenn die Leidenschaft sie überkommt..." Sie grinst breit und bleckt dabei ihre ebenfalls recht eindrucksvollen Zähne.
Der Karliuc scheint sehr erfreut über die Neuigkeit, dass die prächtige Innyki-Kriegerin mit dem lachsfarbenen Schuppenmuster und der kupferroten Mähne noch solo ist, denn seine dunklen Augen beginnen irgendwie zu strahlen. Wie niedlich. Richtig süss, wie schüchtern der Krieger diesbezüglich ist, denn noch hat er den Traum seiner schlaflosen Nächte nur aus der Ferne beobachtet und es nicht gewagt, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Vielleicht haben ihn ja Seryx' lange Krallen bislang noch abgeschreckt...
Aladeen hat Ono - ebenso wie seinem Genossen Korn - schon etliche Löcher in den Bauch gefragt darüber, was in den letzten Jahren politisch und sonstwie alles so passiert ist. Doch sie hat sich auch eingehend nach seinen persönlichen Verhältnissen erkundigt und dabei erfahren, dass er gewissermassen ein armes Waisenkind war und deshalb von vornherein wenig Chancen auf eine Verlobung hatte.
Also ist er ungebunden und spielt schon seit längerem mit dem Gedanken, wie es wohl wäre, von einer Cimmeriana geangelt zu werden... oder von einer Malga. Und es würde ihm auch nichts ausmachen, seiner Liebsten womöglich nach Inyx oder sonstwohin zu folgen; einer Frau wie Seryx würde er sogar bis in die Hölle folgen! Allerdings gibt es da nur noch ein kleines winziges Problem: Er hat sich bislang noch nicht getraut, seine Traumfrau anzusprechen, und weiss deshalb auch nicht, was sie wohl dazu sagen würde...
"Tust du mir einen Gefallen?!" säuselt Aladeen in ihrem schummrigen Fédéral und lächelt zufrieden, als Ono schon fast diensteifrig nickt, weil er sehr wohl weiss, dass man einer Tayda selten einen Gefallen abzuschlagen pflegt. "Gehst du bitte runter zum Fluss zu Seryx und sagst ihr eine Botschaft von mir?" Irgendwie scheint er plötzlich blass geworden zu sein. "Sag ihr: Imm Schadon par Iju dei Archonay. Kannst du dir das merken?"
Er nickt und wiederholt die Botschaft.
"Sehr gut. Geh!"
   _

Was ist denn schon dabei?! sagt sich Ono. Trotzdem ist ihm schon etwas mulmig zumute, als er sich jetzt seiner Angebeteten nähert, die er nun schon seit Tagen mehr oder weniger unauffällig beobachtet hat.
Seryx sitzt am Ufer des kleinen Flüsschens, das in den See mündet, und lässt ihre Füsse ins Wasser baumeln, während sie an einer Muschelkette arbeitet, die sie zudem noch mit Haifischzähnen verziert; die Innyki ist nicht nur eine sehr gute Jägerin, sondern hat auch ein Händchen für Kunst.
Als er sich etwas verlegen räuspert, sieht sie auf.
Überrascht über sein Hiersein ist sie nicht (Bestimmt hätte sie ihn auch bei geschlossenen Augen schon meilenweit hören oder riechen können!), nur darüber, dass er offensichtlich etwas von ihr will. "Ja?!" meint sie und sieht erwartungsvoll zu ihm hoch, ohne aus ihrer bequemen Position aufzustehen.
Da es ihm unangenehm ist, so auf sie runterzusehen, geht der Karliuc in die Hocke und erklärt dann etwas umständlich: "Sie... Ich... Ich meine... äh... Die Ehrwürdige Aladeen hat mich geschickt. Ich soll Ihnen eine Nachricht sagen..." Er versinkt geradezu in ihren hinreissenden Drachen-Augen, in denen bei näherem Hinsehen nicht nur zartes Lachsrosa (Dort, wo man etwa bei Menschen von Weiss zu sprechen pflegt) oder kräftiges Dunkelpurpur zu finden sind, sondern alle Farben des Regenbogens, die im dunklen Pupillenschlitz glitzern...
   "Und was für eine Nachricht?" erkundigt sie sich...
   ... womit sie ihn wieder aus seinen verträumten Gedanken reisst. "Oh... Die Nachricht. Ja.  Imm Schadon par Iju dei Archonay. Das ist die Nachricht." erklärt er gewissenhaft.
Und weil sie ihn daraufhin so verblüfft anstarrt, als hätte sie gerade einen Geist gesehen, fragt er betrübt: "Ist es eine schlechte Nachricht?"
   Seryx' Miene hellt sich auf. "Nein. Keineswegs. Es scheint mir sogar eine recht gute Nachricht zu sein." Sie bleckt die Zähne und bricht in schallendes Gelächter aus.
   Er betrachtet sie und kommt zum Schluss, dass sie hinreissend ist, wenn sie lacht; allerdings kommt er nicht umhin, sie mit gewisser Verwunderung anzusehen.
   "Mach dir nichts draus. Insiderwitz", meint sie fröhlich und lächelt ihn an.
   Und ihr fröhliches Zähneblicken ist einfach hinreissend!

Nachdem Ono seine anfängliche Scheu ein wenig überwunden und sich schliesslich neben sie gesetzt hat, kommt er mit Seryx ins Gespräch. Und je länger er sich mit ihr unterhält, desto besser gefällt sie ihm. Wie der Karliuc ist auch die Innyki keine grosse Plaudertasche und macht daher für gewöhnlich nicht viele Worte. Trotzdem hat Ono irgendwie den Eindruck, er würde die Frau schon eine Ewigkeit kennen; was vielleicht daran liegt, dass sie als Krieger - über alle kulturellen Unterschiede hinweg - gewissermassen einiges gemeinsam haben.

Sie legt wieder mal den Kopf ein wenig schief und sieht ihn prüfend an. "Anfangs den Männern hier auch Bärte gewachsen, aber stoppelig und kratzig. Deshalb Aladeen hat abgestellt", meint sie und streicht ihm dann unversehens mit den geschuppten Fingerspitzen über seinen noch relativ kurzen Bart.
Diese harmlose Berührung genügt schon, um Ono bis in die Zehenspitzen zu elektrisieren. Fast kann er schon spüren, wie seine Halsdrüsen anschwellen und wäre er ein Mensch, würde er jetzt erröten.
Sie zieht eine Augenbraue hoch und meint entzückt: "Oh! Eure Haare ja wirklich seidenweich!" Breit grinsend verstrubbelt sie dann gleich mit beiden Händen seine Mähne - und lacht, als er deswegen fast das Gleichgewicht verloren hätte und in den Fluss gefallen wäre. "Stimmt es, dass Karliucs nicht schwimmen können?" erkundigt sie sich neugierig...
... worauf er ganz verlegen wird. Seryx kann natürlich schwimmen wie ein Fisch, selbst auf hoher See und bei starkem Wellengang, und sogar einige Minuten unter Wasser bleiben...
Karliucs hingegen würden niemals freiwillig auch nur in einen harmlosen spiegelglatten Teich gehen. Denn in der Karliuc-Mythologie wimmelt es in Gewässern nur so von irgendwelchen Wassergeistern oder sonstigen Ungeheuern, die nur darauf warten, dass jemand ins Wasser fällt, um ihn dann mit Haut und Haar zu verspeisen; da jedoch Karliucs an sich auch nicht schlechter für's Schwimmen geeignet sind als andere Rassen, sind Taydas zum Schluss gekommen, dass die vermeintliche Wasserscheu wohl eher anerzogen als angeboren ist.
Ono weiss das, denn schliesslich ist er ein aufgeklärter Zeitgenosse - doch offenbar kann er nicht aus seiner Haut, denn als Seryx nun plötzlich elegant ins Wasser gleitet und ihn hereinwinkt, sträuben sich ihm die Nackenhaare und kalter Schweiss bricht ihm aus allen Poren.
   Einen Moment spielt Seryx mit dem Gedanken, ihm einfach einen kleinen Schubs zu geben... doch dann wird ihr die Entscheidung abgenommen.
Ono stolpert.
Später weiss niemand mehr so genau, wie das eigentlich gegangen ist (Nur Aladeen in der Ferne lächelt verräterisch - und Seryx hat da schon so einen gewissen Verdacht!), doch er plumpst ins Wasser, worauf er panikartig zu strampeln beginnt. Ganz offensichtlich kann er wirklich nicht schwimmen.
Gleich darauf ist Seryx auch schon neben ihm und packt ihn am Kragen. "Hör endlich auf, um dich zu schlagen!" verlangt sie. "Keine Angst, du wirst schon nicht ertrinken. Du kannst hier sogar stehen, auf Zehenspitzen."
   Und als er sich ein klein wenig beruhigt hat, stellt er zu seiner grenzenlosen Erleichterung tatsächlich fest, dass er unter seinen Stiefeln festen Boden spürt.
   "Tja, eigentlich hätte ich erwartet, dass du vorher deine Klamotten ausziehst!" meint sie scherzhaft und knufft ihn kameradschaftlich in die Seite. "Aber wenn du jetzt schon mal im Wasser bist... Ist es nicht herrlich?!"
   Nachdem er nun festen Boden unter seinen Füssen weiss und den ersten Schreck verdaut hat, muss Ono zugeben, dass sich das erfrischende Wasser eigentlich sogar ganz gut anfühlt. Aber... "Was tust du da?" fragt er schockiert, als sie nun plötzlich an seiner Uniformjacke herumzunesteln beginnt.
   "Na deine Klamotten ausziehen!" erklärt sie, als hätte sie es mit einem ausgemachten Vollidioten zu tun.
   Tatsächlich kommt sich Ono in dieser Lage ziemlich komisch vor, aber was soll's!
Er zieht seine Jacke aus, die Seryx in hohem Bogen ans Ufer wirft; und dann taucht sie sogar unter, um seine Stiefel abzustreifen. Doch sie scheint damit noch nicht genug zu haben und macht sich auch an seine Hose ran. "Aber..." protestiert er schwach.
   "Ich weiss." erklärt sie knapp und hat ihm auch schon die Hose über seinen blanken Hintern gezogen. Ja, sie weiss sehr wohl, dass Karliucs keine Unterwäsche unter ihrer Uniform tragen, schliesslich lebte sie ja vor dem Absturz hier auf Cileyon ja nicht irgendwo hinterm Mond.
   Als er nun so splitterfasernackt bis zum Kinn im fliessenden Wasser steht, überkommen Ono auf einmal ganz sonderbare Gefühle... Beim Anblick der wunderbaren Seryx, die wie eine geschmeidige Wasserschlange auf ihn zugleitet, beginnt es im verborgenen Winkel über seinem Herzen zu jucken und seine Halsdrüsen schwellen noch weiter an. Und fast im selben Moment beschliesst er, schwimmen zu lernen.

  

"Du verbringst in den letzten Tagen viel Zeit mit Seryx. Du hast sogar schwimmen gelernt." Korn sagt dies in ziemlich unbeteiligtem Ton, ja schon fast beiläufig...
   ... und trotzdem glaubt Ono, aus den Worten seines Genossen einen leisen Vorwurf herauszuhören. "Ja. Na und?!" braust er auf und funkelt den Mann, den er für seinen Freund hielt, streitlustig an.
   Doch Korn wehrt ab: "Schon gut! Ich meine ja nur. Habt ihr eigentlich..." Er verkrallt die Hände ineinander - das unter Karliucs übliche Zeichen für Sex - und sieht ihn fragend an.
   Ono senkt den Kopf ein wenig. "Nein." antwortet er dann wahrheitsgemäss, auch wenn er eigentlich lieber was anderes erzählen würde. "Wir haben bislang nur miteinander geredet. Auch wenn es mich fast um den Verstand gebracht hat, wenn wir uns während des Schwimmunterrichts im Wasser berührt haben... Ach, sie fühlt sich wirklich toll an!"
   Daraufhin erntet er von Korn einen schon fast mitleidigen Blick. "Das klingt ja fast so, als hättest du dich in sie verliebt! Aber Ono... sie ist nicht nur einfach eine dahergelaufene Malga vom Syndikat, sondern stammt aus einer ziemlich einflussreichen Familie von Inyx. Ja sicher, viele dieser Leute wollen am liebsten hier auf der Insel bleiben; doch einige überlegen auch, in ihr früheres Leben zurückzugehen. Und mir hat jemand erzählt, dass es sogar sehr wahrscheinlich sei, dass Seryx nach Inyx zu ihrer Familie zurückkehre. Hat sie dir denn etwas anderes erzählt?"
   Ono scheint wie vom Donner gerührt und erwidert nach einer Weile: "Über sowas haben wir nie gesprochen."
   _

Um Himmel's Willen, was hat er denn eigentlich erwartet? Dass sie mit ihm zusammen ins Karliuc-Imperium oder sonstwohin kommen würde? Wohl kaum, denn davon abgesehen, dass Ono weder Familie noch Vermögen hat (Abgesehen vielleicht von seinem lächerlichen Militärsold!), ist Seryx wohl sowieso nicht eine Type von Frau, die einem Mann irgendwohin folgen würde.
Obwohl sie in den paar Tagen, die sie sich nun schon kennen, noch niemals über irgendsowas sprachen, hat er insgeheim gehofft, dass er bei ihr bleiben könnte. Hier auf Cileyon, das nun zu Cimmeria gehört - womit die hier Gestrandeten ja im Grunde schon seit Jahren de jure Cimmeriani sind! Er wäre ihr auch nach Inyx oder sonstwohin gefolgt; sie hätte nur mit dem Finger zu schnippen brauchen...
Wenn sie allerdings wirklich eine so Edle Dame ist, wird sie auf Inyx oder sonstwo wohl kaum mit einem Karliuc im Schlepptau auftauchen wollen, oder?!
Verdammt! Er zerbricht sich den Kopf darüber, ob und wie sie ein gemeinsames Leben führen könnten, während sie noch nicht einmal ahnt, was in ihm vorgeht! Es rächt sich wieder einmal, dass Karliucs mit Telepathie auf Kriegsfuss stehen... Aber andererseits: Vielleicht liegt ihr nichts ferner, als sich mit ihm einzulassen; und dann wäre es wohl höchst unangenehm, sollte sie dahinterkommen, dass er sich rettungslos in sie verliebt hat...

   "Was machst du für ein Gesicht?!" Wie ein Schatten ist Seryx plötzlich neben ihm aufgetaucht und sieht ihn nun an mit ihren wundervollen glänzenden Augen...
   "Nichts!" lügt Ono. Doch als sie die Stirn runzelt, weil sie offenbar nicht glaubt, dass nichts ist, seufzt er tief und erklärt dann etwas ausweichend: "Ich habe nur nachgedacht. Die letzten paar Tage waren die schönsten meines Lebens."
Als sie ihn nun anlächelt, zerreisst es ihm fast das Herz.
   "Oh ja, es ist wirklich sehr schön hier!" meint sie versonnen. "Ich überlege schon hin und her, ob ich überhaupt nach Inyx zurück soll. Auf Inyx ist es auch sehr schön. Allerdings würde mir dort meine Familie schon bald wieder so auf die Nerven gehen, dass ich wünschte, sie würden immer noch glauben, ich wäre tot..." Sie lehnt sich an die Felswand und starrt in den Sonnenuntergang.
   Ach, verdammt, warum ist sie nur so hinreissend?!
   "Und was ist mit dir?!" fragt sie plötzlich und sieht ihn an.
   "Was soll mit mir sein?" meint er mit bebendem Herzen. "Ich kehre wohl früher oder später wieder ins Karliuc-Imperium zurück, wo ich meinen trostlosen Lebensabend damit versüssen werde, von meinen Abenteuern in Cimmeria zu träumen. Es sei denn..." Er stockt und wendet sich ab, denn wenn er noch länger in diese wundervollen Drachenaugen dieser Innyki schaut, wälzt er sich bestimmt bald vor ihr im Staub, entblösst seine Brust und bettelt sie an, dass sie ihn nehmen möge... und sie würde sich wahrscheinlich angewidert abwenden.
   "Es sei denn, was?!" fragt sie mit sanfter Stimme.
   "Es sei denn, mir begegnet in Cimmeria eine Frau, die mich nimmt, und der ich dann bis ans Ende der Welt folgen würde..." flüstert Ono leise. Ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl...
   ... doch Seryx geht noch nicht darauf ein. "Du könntest ja auch zum Syndikat gehen, da würde dein Lebensabend bestimmt nicht trostlos... Das Syndikat sorgt gut für seine Leute. Als man mich für tot erklärte, hat meine Familie sicher eine ganz schöne Summe von der Versicherung bekommen. Hmmm. Sollte jemand von uns in sein früheres Leben zurückkehren, so müsste die Versicherungssumme wohl zurückerstattet werden oder würde mit späteren Pensionsansprüchen verrechnet..."
   Verdammt! Er schüttet ihr sein Herz aus, und sie zerbricht sich den Kopf über irgendwelche Versicherungsleistungen? Deprimiert lässt Ono den Kopf hängen.
   "Du bist wirklich süss!" meint sie nun plötzlich, denn sie ist nicht so herzlos, wie er jetzt vielleicht glaubt... und sie hat Augen im Kopf. Selbst wenn Karliucs auf Ara-Touch empfindlich reagieren und deshalb Telepathischer Kontakt schwierig bis unmöglich ist, braucht man keine Hellseherischen Fähigkeiten, um zu sehen, dass Ono einen Narren an ihr gefressen hat. Hey, der Karliuc hat sogar schwimmen gelernt, nur um ihr nahe zu sein! "Und wenn nicht die Gefahr der Prägung bestünde, hätte ich dich schon längst in mein Bett geholt..." flüstert sie verschwörerisch und streicht sanft über sein wuscheliges Haar. "Aber solange ich noch nicht weiss, wie es mit mir selbst nun weitergeht, will ich niemanden an mich binden. Ich fände es nicht sehr fair, mit dir eine Affaire anzufangen und dann nach Inyx oder sonstwohin zu verschwinden..."
   Offensichtlich hat Seryx sehr wohl eine Ahnung, wie es um ihn steht. "Ich würde mit dir gehen!" flüstert er eindringlich und sieht ihr in die Augen. "Überallhin!"
   Sie streicht ihm mit den Fingerspitzen sanft über's Gesicht und erklärt leise: "Wenn meine Schwestern in Inyx dich zu Gesicht bekämen, würden sie über dich herfallen wie die Hyänen... Ich glaube nicht, dass dir das gefallen würde."
   Es juckt heftig in seinem verborgenen Winkel über dem Herzen und seine Halsdrüsen sind wieder geschwollen. "Du bräuchtest mich nicht einmal offiziell zu heiraten oder sowas in der Art. Ich wäre schon zufrieden, dein Sklave zu sein!" flüstert er und geht vor ihr auf die Knie. "Nimm mich!"
  
  
"Ono ist vor dir auf die Knie gegangen und du bist einfach davonspaziert? Bist du irre?!" Aladeen schlägt sich mit der flachen Hand auf die Stirn. "Der Kerl ist doch vollkommen verschossen in dich, sowas findest du vermutlich nie mehr wieder!"
   Ja ja... Seryx seufzt tief. "Verdammt!" flucht sie dann. "Denkst du vielleicht, das macht mir Spass?! Es juckt mich wirklich ungemein in den Fingern, mir den Kerl einfach zu krallen... Und wenn es einfach bloss eine flüchtige Affaire sein könnte, hätte ich es schon längst getan, das kannst du mir glauben. Aber für immer?! Wenn ich in mein früheres Leben zurückkehre, kann ich keine feste Bindung gebrauchen, das weisst du ja wohl ebensogut wie ich; und es wäre wohl auch nicht gerade die feine Art, ihm irgendwelche Hoffnungen zu machen, oder?!"
Seryx starrt den Mond an.
   Und Aladeen starrt Seryx an. Ausser der Commandra und der Taydaju selbst wissen nicht einmal die übrigen Alcat-Malgas, dass diese prächtige Innyki keineswegs nur eine vom Syndikat angeheuerte Kriegerin war, sondern eine Geheimagentin der Providentia...
   "Wenn ich in mein früheres Leben zurückkehre, bin ich wieder die Edle Xarya Serlemona Al'Ixandria, die oft insgeheim als namenloser Schatten unterwegs ist. Wenn ich plötzlich einen Mann anschleppen würde, so könnte es durchaus sein, dass er schon ziemlich bald einen kleinen Unfall hätte oder sowas in der Art..."
   Ja, da ist durchaus was dran. "Na ja..." meint Aladeen. "Hast du nicht mal erzählt, du hasst dein früheres Leben?!"
   "Das habe ich erzählt, als ich noch glaubte, für immer auf dieser Insel festzusitzen..." stellt Seryx klar. Aber eigentlich hasst sie ihr früheres Leben ja immer noch; mindestens ebenso, wie sie es liebt.
  
  
Als Aladeen mitten in der Nacht die Felsen zum Aussichtspunkt erklommen hat, stellt sie fest, dass Ono wohl immer noch am gleichen Ort sitzt, wo Seryx ihn heute Abend verlassen hat. Sie setzt sich neben ihn und meint dann in aufmunterndem Ton: "Du atmest noch. Seryx muss dich wirklich mögen."
   Er dreht sich zu ihr um und starrt sie bitter an. "Bist du gekommen, um mich zu verspotten?!" knurrt er, doch in seinem Gesicht steht pure Verzweiflung geschrieben.
   "Keineswegs." meint die Taydaju. "Gib nicht so leicht auf, Ono! Seryx ist ein wenig eigen, doch sie mag dich wirklich sehr gern. Nur sind Malgas und besonders Innyki eher flüchtige Affairen, denn Feste Beziehungen gewohnt; und du kannst nicht erwarten, dass sich das plötzlich über Nacht ändert. Wäre Seryx etwas rücksichtsloser und egoistischer, wäre sie längst mit dir ins Bett gegangen, ganz egal, ob du ihr dann den Rest deines Lebens nachtrauern würdest, weil du auf sie geprägt wärst. Aber das hat sie nicht getan, weil sie dir nicht das Herz brechen will."
   Wie nobel. "Ich befürchte nur, dass sie mir bereits das Herz gebrochen hat..." flüstert Ono.
   "Aber du kannst doch unmöglich auf sie geprägt sein!" widerspricht Aladeen mit gerunzelter Stirn. "Ihr habt doch nicht..."
   Ono schüttelt den Kopf. "Aber ich habe mich rettungslos in sie verliebt. Jedenfalls fühlt es sich so an, als wäre ich bereits auf sie geprägt." Er sagt es, als wäre es sein Todesurteil. Ist ein Karliuc-Mann erst mal auf eine Frau geprägt, wird er keine andere mehr lieben können...
   "Tja..." meint Aladeen. "Dann halt dich ran! Überzeuge Seryx davon, dass sie eigentlich viel lieber hier bleiben möchte. Ich weiss, sie hasst ihr früheres Leben; doch leider liebt sie es auch ebenso. Du musst ihr nur klar machen, dass es hier viel schöner wäre."
   "Und wie soll ich das anstellen?!" erkundigt sich Ono. Ein Hoffnungsschimmer! Er würde alles tun, um in Seryx' Nähe zu bleiben. Doch dann verfinstert sich seine Miene wieder. "Ich würde ihr überall hin folgen, wenn sie mich nur lassen würde. Aber... Ich habe gehört, sie stammt aus einer sehr noblen und reichen Familie, während ich ihr doch gar nichts bieten kann. Und ich bin nur ein ganz untalentierter Karliuc, während sie sogar..." Und dann platzt er heraus: "Ich bin ihrer gar nicht würdig! Ich bin nicht einmal würdig, ihr Sklave zu sein! Sie würde sich meinetwegen schämen!"
   Aladeen verdreht die Augen, was der Karliuc in der Dunkelheit jedoch nicht sehen kann. "Hör auf mit dem Unfug!" erklärt sie dann herrisch. "Bei uns ist es ganz normal, dass ein Mann so gut wie nie weltliches Vermögen besitzt, und es ist selbst unter Innyki ganz normal, dass Männer weniger mit Talent gesegnet sind als Frauen... Wenn Seryx an einem Vertrag mit einem vermögenden Malgé gelegen wäre, dann hätte sie sowas schon längst. Allerdings sind Feste Bindungen in ihren Kreisen eben überhaupt nicht üblich. Und du würdest in diesen Kreisen wohl nicht lange am Leben bleiben. Denn in diesen Kreisen lebt es sich sehr gefährlich, weshalb sie ja auch mit dem Gedanken spielt, nicht mehr in ihr früheres Leben zurückzukehren." Sie legt ihm eine Hand auf die Schulter. "Und diesen Gedanken müssen wir ihr eben so lange schmackhaft machen, bis wir sie überzeugt haben!"
   Auch wenn Ono angestrengt in die Dunkelheit starrt, so ist Aladeen doch nicht viel mehr als ein Schatten für ihn. Doch auch wenn er ebenso gute Augen hätte, wie die Malgara neben ihm, würde er wohl aus dem Gesicht der Taydaju nicht viel herauslesen können. "Warum willst du mir eigentlich helfen?"
   Nun kichert Aladeen leise und erklärt belustigt: "Oh Süsser, mach dir nur keine falschen Hoffnungen, ich tue dies nicht deinetwegen! Ich möchte gerne, dass Seryx hier bei uns auf der Insel bleibt, und ich würde sie sogar mit einer Taëjanischen Torte bestechen, wenn's irgendwas nützen würde. Und du bist gewissermassen die Sahne auf der Torte."
   Interessant. Und Ono hatte sich schon gewundert, weshalb Aladeen wohl solch regen Anteil daran nahm, dass er sich in Seryx verliebt hatte, wo es doch sonst immer heisst, Taydas würden sich für gewöhnlich nicht ungefragt in anderer Leute Angelegenheiten einmischen. "Und warum möchtest du, dass Seryx hier bleibt?" fragt er.
   "Ohne Seryx wäre es hier doch nur halb so lustig!" erwidert Aladeen prompt. "Inzwischen sind wir alle hier gewissermassen eine Familie. Und unsere wundervolle prächtige Innyki ist ein sehr wichtiges Familienmitglied. Sollte sie tatsächlich in ihr früheres Leben zurückkehren, so werden ein paar andere dies wohl ebenfalls tun. Und dann... Na ja."

  

   Als Seryx am nächsten Tag Ono auf sich zukommen sieht, überlegt sie einen Moment lang, ob sie vielleicht für ein paar Minuten untertauchen soll... Allerdings kann so ein Karliuc ja angeblich ganz schön hartnäckig sein; und sie kann ja auch nicht ewig im Wasser bleiben. Also bleibt sie am flachen Ufer der Lagune sitzen und ignoriert ihn solange...
    ... bis er sich zu ihr setzt und sich verlegen räuspert. "Es tut mir leid!" beginnt er. "Ich weiss gar nicht, was gestern über mich gekommen ist... Es steht mir nicht zu, irgendwie zu drängeln, und ich bitte dich deswegen um Entschuldigung."
   Mit unnachahmlicher Eleganz schwingt sie sich neben ihn auf's Land und mustert ihn mit zusammengekniffenen Augen. "Das klingt irgendwie, als hättest du mit Aladeen geredet!" erklärt sie dann rundheraus, womit sie natürlich den Nagel auf den Kopf trifft. "Hat dich die Alte Gewitterhexe vielleicht auch dazu angestiftet, vor mir auf die Knie zu fallen?!"
   Die hübsche und noch gar nicht alte Aladeen eine Gewitterhexe zu nennen, ist schon ein starkes Stück; Ono hat ja keine Ahnung, dass dies in manchen Kreisen gewissermassen mal ein Ausdruck von Ehrfurcht geworden ist... Aber wie auch immer, die Vorstellung, Seryx könnte glauben, die Ehrwürdige Tayda hätte ihn zu irgendetwas angestiftet, schockiert den Karliuc zutiefst. "Nein!" erklärt er entsetzt...
   ... und Seryx ist offenbar geneigt, ihm zu glauben, denn sie zuckt die Schultern. "Aladeen wäre so ziemlich alles zuzutrauen." meint sie lapidar; doch das trifft ja wohl auf so ziemlich alle Thyuda-Schlangen zu. "Aber sie hat dir wohl geraten, nicht so leicht aufzugeben, he?! Schon komisch. Irgendwie ist es eine fixe Idee von ihr, mich verkuppeln zu wollen. Allerdings war sie noch nie so hartnäckig. Was vermutlich auch daran liegen mag, dass bislang noch kein Mann so dumm war, sich in mich zu verlieben. Was hast du dir eigentlich dabei gedacht, he?!" Sie sieht ihn mit einer Mischung aus Zorn und Verzweiflung so intensiv an...
   ... dass er ihrem durchdringenden Blick nicht länger standhalten kann und den Kopf senkt. "Es tut mir wirklich leid... Ich wollte dich nicht in Verlegenheit bringen!" flüstert er wie ein Häufchen Elend. "Du weisst, ich würde dir überallhin folgen, selbst nach Inyx oder sonstwohin. Doch du hast gesagt, das geht nicht. Und auch Aladeen hat gesagt, das geht nicht."
   "Ganz recht." bestätigt Seryx mit düsterer Miene. "Das geht nicht, denn in meinem früheren Leben gibt es keinen Platz für einen Mann."
   Ono nickt und meint dann geknickt: "Ich verstehe schon. Du würdest dich meinetwegen schämen."
   "Unfug, Süsser. In meinem früheren Leben ist für keinen Mann Platz." widerspricht Seryx. Und auch für keine andere Frau, fügt sie in Gedanken hinzu. Sie verschränkt die Arme hinter dem Kopf und lehnt sich zurück ins Gras. "Wenn es anders wäre... Dann wäre die Versuchung wirklich gross, dich mitzunehmen."
   Ono atmet tief durch und lehnt sich dann ebenfalls zurück. "Es liegt also nicht an mir?" fragt er. "Es könnte doch ebensogut sein, dass ich dir ja überhaupt nicht recht gefalle..."
   Ach du lieber Himmel! Sie grinst breit und schüttelt den Kopf. "Sind eigentlich alle Karliucs solche Komplexhaufen, oder bist du da ein besonderes Exemplar?" spöttelt sie... und rollt sich dann plötzlich mit Schwung auf ihn, dass ihm fast das Herz stehenbleibt. "Du gefällst mir sogar sehr!" murmelt sie, nur ein paar Zentimeter von seinem Gesicht entfernt, während er kaum zu atmen wagt.
   Es hätte nicht viel gefehlt und Seryx wäre nun - aller Vorsätze zum Trotz - über ihn hergefallen. Doch ein Papageienvogel beginnt Alarm zu schlagen... worauf die schlangengleiche Innyki sich plötzlich anders besinnt, mit einem Satz ins Wasser springt und untertaucht.



Gut sieben Jahre nach dem plötzlichen Verschwinden der Alcat und der Amazonas haben die Malgas und Föderierten auf Cileyon Besuch von einigen Karliucs erhalten, die mit ihrem Aufklärungsschiff eigentlich unterwegs waren, um im Niemandsland von Cimmeria - selbstverständlich mit Erlaubnis der Höchst Ehrwürdigen Atrix d'Aripat de Caprica - nach Welten Ausschau zu halten, die vielleicht bewohnt werden könnten. Cileyon, als ein Planet, der bekanntermassen schon einmal bewohnt war, steht dabei ebenfalls auf der Liste...
... wobei die Karliucs nicht schlecht staunen, auf einer Insel eine Gruppe von Malgas und Föderierten zu treffen, der im Laufe der Jahre sogar schon zwölf Kinder entsprungen sind...

Es gibt viel zu erzählen.
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Da es die Cilliani (So nennen sich die auf Cileyon gestrandeten Malgas und Föderierten scherzeshalber) schon sehr interessiert, was aus ihren Familien, Freunden oder ehemaligen Verlobten geworden ist - und überdies natürlich um abzuchecken, wie es nun nach ihrer wundersamen Entdeckung weitergehen könnte - sind Jasar'Jana (ehemals Commandra dell Alcat) und John Sinclair (ehemals der Erste Offizier der Amazonas) mit dem Karliuc-Aufklärungsschiff nach Rigellia geflogen.

Da es sich bei dem Karliuc-Aufklärer um ein geradezu winziges Raumschiff handelt, mussten dafür zwei der sechs Karliucs auf Cileyon bleiben, weil es sonst zu eng geworden wäre.
Das Los fiel auf Ono und Korn.
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Ono und Korn staunen jeden Tag auf's neue...

Die Terranischen Männer hier erinnern kaum noch an Föderierte - und in das Fédéral, das von den Cilliani gesprochen wird, sind auch einige Milgoon-Redewendungen eingestreut. Während die Männer offenbar auch in all den Jahren kein richtiges Milgoon gelernt haben, wachsen die Kinder dank ihrer Malgaïschen Mütter zweisprachig auf.
Es ist nicht zu übersehen, dass die Malgas stets das letzte Wort haben und den Männern das wohl eigentlich ganz recht ist. Tja, diese Föderierten Terraner  hier sind für ein Leben in der Wildnis einfach nicht mehr geschaffen - während Malgas sich, trotz aller Kultur und Technik, schon immer einen Teil ihrer Wildheit bewahrt haben. Nicht umsonst laufen Malgaïsche Ceres-Offiziere nicht nur mit hochmodernen Energiewaffen rum, sondern haben auch ein Schwert dabei - und überhaupt kann man davon ausgehen, dass jede Ceresa mindest ein Messer im Stiefel trägt.


Nachdem man mit Schaudern Geschichten von der Entdeckung der Grauen Räume und der daraus resultierenden politischen Folgen, von dem Grossen Feldzug gegen die Larenge/Karnocs bzw. die Cyclop-Zombies und ähnliches gehört hat...
... ist man auf Cileyon gar nicht mehr besonders überrascht, dass die nun mit Cyclop-Technologie ausgerüsteten Larenge vor ein paar Monaten einen Sektor des Föderationsgebietes angegriffen haben.
Und dass sich die Föderation und StarFleet nun etwa ebenso unvernünftig verhalten...
... wie damals Evan Smith, der Captain der Amazonas.
   "Diese verdammten StarFleet-Admiräle lassen lieber unschuldige Leute in den Randzonen sterben, als Malga-Siru oder Cimmeria um Hilfe zu bitten? Steckt da auch die FPV dahinter?!" fragt einer der Männer, der von den Berichten sichtlich erschüttert ist, nicht zuletzt weil er selbst aus einer dieser Randzonen stammt.
   "Würde mich gar nicht wundern, wenn unser Captain auch zur FPV gehört hätte", meint Takamura dann weiter, der einmal der Zweite Offizier der Amazonas war. "Sein Misstrauen gegenüber Malgas war ja geradezu schon paranoid. Er ist lieber von der Klippe gesprungen, als sich von Aladeen behandeln zu lassen. Und wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er uns am liebsten alle mit in den Tod gerissen!"
   Wie wahr!
Trotzdem erklärt die Ehrwürdige Taydaju geradezu besänftigend: "Er hatte Fieber und konnte nicht mehr klar denken." Wie auch immer, jedenfalls schien über seinen Tod niemand besonders unglücklich gewesen zu sein. Und selbst wenn die Föderierten heute erfahren würden, dass Aladeen damals bei dem Sprung des Captains mit einem kleinen Telekinetischen Schubs ein wenig nachgeholfen hatte, wären irgendwelche Beschwerden darüber inzwischen wohl höchst unwahrscheinlich... Und ja, Evan Smith gehörte zur Föderierten Patriotischen Verschwörung.
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Während Ono auf einmal die abstruse Idee hat, schwimmen zu lernen, und sowieso die meiste Zeit mit der liebreizenden Innyki namens Seryx verbringt...
... lässt sich Korn von Takamura darüber aufklären, wie das so lief bei den Cilliani von wegen zwischenmenschlicher Beziehungen.

Nachdem sich die Männer damals zu den Frauen ins Lager gesellten, wurden sie von Aladeen erst mal untersucht, ob sie gesund waren und nicht etwa ansteckende Krankheiten verbreiten könnten oder sowas in der Art.
Nach einer Woche, als vielen der Männer aus lauter pieksigen Stoppeln schon ein halber Bart gewachsen war, wurde die Tayda von den Frauen bedrängt, doch etwas dagegen zu unternehmen, was sie auch prompt tat. Malgarischen Männern wachsen nun mal keine Haare im Gesicht... und das gilt nun auch für die Cilliani.
Erst danach fingen die Malgas in aller Seelenruhe damit an, darum zu würfeln, wer sich wen als erstes ins Bett holt. Ceresas sind berüchtigt für ihre Liebe zum Glücksspiel, also warum sollten sie nicht auch um sowas würfeln.
Jasar'Jana und Aladeen kam dabei das Privileg zu, als erste sämtliche Männer reihum durchzuprobieren; sie wurden also quasi als Vortester auserkoren, und sie erfüllten diese Aufgabe gewissenhaft, auch wenn sich die Männer anfangs noch ein wenig zierten.

"John hat sich praktisch auf Anhieb in Jasar'Jana verliebt und hat in den letzten Jahren die meisten Nächte in ihrem Bett verbracht. Aber während er sich gewissermassen als verheiratet betrachtet, sieht sie das wohl ganz anders... So ist das eben bei uns." erklärt Takamura, seufzt schwer...
... und kommt dann schliesslich auch auf die Kinder zu sprechen.

Es begann mit einer Fehlgeburt. S'Atyre war furchtbar unglücklich darüber und ganz furchtbar wütend; sie schlug den Mann, mit dem sie das Bett geteilt hatte, geradezu windelweich und hätte ihn vielleicht sogar totgeschlagen, wenn Seryx sie nicht schliesslich mit einem gezielten Steinwurf zu Fall gebracht hätte.
Aladeen kam nach eingehenden Untersuchungen zu dem Schluss, dass es an einer Erbkrankheit lag, die der Mann in seinen Genen hatte: das Malgarische Immunsystem hatte diesen Defekt nach drei Monaten gerade noch rechtzeitig entdeckt und radikale Abwehrmassnahmen eingeleitet, was zur Abstossung des Fötus führte.
In der folgenden Zeit untersuchte die Tayda jeden Mann insbesondere auch auf Erbkrankheiten, Gendefekte und ähnliches; und sie wurde noch bei vier weiteren Männern fündig. Bei vier anderen Männern sah die Samenqualität schon von vornherein so schlecht aus, dass sie praktisch schon zeugungsunfähig waren; was ja bei Föderiert-Terranischen Männern gar nicht so selten ist. Eigentlich erstaunlich, dass Föderierte, obwohl sie sich doch ständig mit allem möglichen selbst vergiften, sich trotzdem ständig wie Karnickel zu vermehren scheinen...
Zur Sicherheit sterilisierte Aladeen jeden dieser neun aus dem Genpool aussortierten Männer und klatschte ihnen kurzerhand einen entsprechenden Hinweis als Tätowierung auf den Hintern.
Damit blieben also noch zehn potentielle Väter für die Cillianische Gemeinschaft...

"Und die anderen sind nur für's Vergnügen da..." erklärt Takamura und verkündet dann mit gewissem Stolz: "Aladeen's erste Tochter war von John, ihre zweite ist von mir, auch wenn sie sowas natürlich nie offiziell sagen würde." Es ist schon eine Ehre für ihn, wenn er für Aladeen die Kinder hüten darf, wenn sie im Dschungel unterwegs ist, um irgendwelche Kräuter oder sonstwas zu suchen...

... und überhaupt sieht man meistens Männer sowas wie Haushaltsarbeiten verrichten und auf die Kinder aufpassen, während die meisten Frauen auf der Jagd oder auf Fischfang sind. Zwar versuchten auch Männer es hin und wieder, doch mit so kläglichem Erfolg, dass die Malgas zum Schluss kamen, dass sie eher das Wild bzw. die Fische verscheuchten, als irgendwie hilfreich zu sein!
Wenn die Frauen dann mit ihrer Jagdbeute heimkehren, werden die Männer endlich hektisch, beginnen zusammen mit den daheimgebliebenen Frauen zu kochen und verwöhnen die heimgekehrten Jägerinnen mit Massagen (Glücklicherweise sind die Männer wenigstens für das zu gebrauchen, nachdem man es ihnen erst mal beigebracht hat!) und anderweitigen Annehmlichkeiten.

"Irgendwie scheinen viele Malgarische Frauen zu glauben, dass Männer nur zu ihrem persönlichen Vergnügen erfunden worden wären!" Takamura lächelt verschmitzt...

... und natürlich muss er zugeben, dass es auch den Männern Vergnügen bereitet - wenn man erst mal frühere Moralvorstellungen hinter sich gelassen hat.

Zum Beispiel Steve da drüben; am Anfang zierte er sich immer ganz furchtbar, weil er zu allem Übel auch noch tief religiös war und (Wunder über Wunder!) sogar eine ebenso religiöse Verlobte hatte, die er eines Tages wiederzusehen hoffte, weswegen er sich bis dahin nicht mit irgendwelchen 'Sünden' beflecken wollte.
Jasar'Jana und Aladeen scherten sich jedoch nicht gross um seine Moralischen Bedenken und haben ihn sich trotz seiner lauthals geäusserten Proteste gekrallt, auch wenn er anfänglich gebrüllt hat wie am Spiess, als würde er gefoltert, als sie ihm gemeinsam seine Unschuld raubten --
Die anderen Männer fanden dieses Schauspiel ehrlich gesagt ziemlich peinlich und haben sich danach richtiggehend ins Zeug gelegt, um bei den Malgas einen besseren Eindruck zu machen, selbst wenn viele von ihnen auch nicht mehr Erfahrung mit Frauen hatten (wie es halt so ist in einer Kultur, in der Männerüberschuss herrscht, jedoch etwas offenherzigere Frauen in Moralischer Entrüstung schnell als Schlampen angesehen werden, weswegen viele Männer einfach leer ausgehen)...
-- doch auch danach dauerte es noch Monate, bis Steve sich endlich mit der Lage abfand (Und auch damit, dass seine Verlobte inzwischen vielleicht schon längst mit einem anderen verheiratet war, wenn man ihn als tot bzw. verschollen gemeldet hatte!) und sich schliesslich zur süssen kleinen Lucca ans Feuer gesellte.
Doch die süsse kleine Lucca freilich hielt nicht viel von ehelicher Treue (Immerhin betrachtete sie sich ja auch keineswegs als vertraglich gebunden oder dergleichen!) - und als er ihr deswegen mit einer Moralpredigt einmal zu sehr auf die Nerven ging, prügelte sie ihn so kräftig durch, dass er eine Woche lang nicht mehr sitzen konnte. Danach aber machte er nie mehr Schwierigkeiten; offenbar hatte Lucca bei ihm genau den richtigen Dreh gefunden, ihm die Flausen auszutreiben bzw. etwas Vernunft in den Schädel zu hämmern.

Bei den meisten anderen Männern ging das glücklicherweise auch ohne grössere Brutalitäten, ja die meisten genossen es regelrecht, von fast allen Malgas 'durchprobiert' zu werden...

"Sie prügeln euch?" fragt Korn verwundert...
... doch Takamura wehrt ab: "Nicht doch! Es ist nur so, dass sie manchmal recht rabiat werden können, wenn man ihnen zu sehr auf die Nerven geht. Na ja, oder wenn man es darauf anlegt..." Er lächelte verschämt und erklärte dann im Flüsterton: "Einige sind inzwischen auf den Geschmack gekommen und mögen es hin und wieder auf die harte Tour. Wir leben also gewissermassen in mancherlei Hinsicht schon fast nach Capricjanischen Bräuchen."
Fehlt nur noch der passende Goldschmuck...

Es hat eine Weile gedauert, bis den beiden Karliucs aufgefallen ist, dass es hier nicht nur Malgas und Föderierte miteinander treiben, sondern auch Männer untereinander und Frauen untereinander. Da bei Karliucs Homosexualität unbekannt ist, weil anatomisch praktisch unmöglich, beobachten sie gleichgeschlechtliche Affairen immer mit einer gewissen Faszination.
Natürlich haben Karliucs inzwischen gelernt, dass in Cimmeria Bisexualität als völlig normal gilt. In Malga-Siru wohl ebenso. Nur von den Föderierten hätten sie das eher nicht gedacht...
... weshalb Korn schliesslich Takamura danach fragt, warum sie sowas tun, wo sie doch ihr Lagerfeuer mit so schönen temperamentvollen Frauen teilen.
"Tja... hmmm... wie soll ich sagen... Ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, was Aladeen für spitze Zähne hat?"
"Spitze Zähne?!" Korn weiss wirklich nicht, was spitze Zähne damit zu tun haben sollen...
... doch Takamura klärt ihn auf.

Die meisten Malgas - und besonders Malgaras mit Ara-Touch - sind da etwas eigen beim Sex. Sie haben keine Hemmungen, einen Mann zu kratzen und zu beissen oder ihn zu fisten, bis er vor Lust schreit und ohnmächtig wird - doch es käme ihnen niemals in den Sinn, ihm einen zu blasen.
Einerseits mag es kulturelle Gründe haben, weil sowas - nicht selten in aller Öffentlichkeit - für gewöhnlich nur rangniedrigere Layas und Sequistas gegenüber einem Herrn zu tun pflegen. Andererseits mögen sie es vielleicht einfach nicht und sehen sich auch nicht genötigt, ihre Meinung darüber zu ändern...
... und zudem haben viele Malgaras ein messerscharfes Raubtiergebiss, so dass ein Blowjob auch eine gefährliche und schmerzhafte Angelegenheit werden könnte, weshalb kluge Männer lieber gleich darauf verzichten, anstatt sie zu sowas überreden zu wollen.
Und darum haben sich Malgas schon immer auf den Standpunkt gestellt, dass die Männer es sich doch gegenseitig machen sollten, wenn es ihnen so grosses Vergnügen bereitet.
Das haben die Frauen hier auch den Föderierten frei heraus gesagt, worauf bei denen natürlich erst mal peinliches Schweigen herrschte. Bis Tom und Jerry sich dazu bekannten, dass sie bislang eigentlich dachten, einfach nur schwul zu sein... und es machte ihnen auch nichts aus, es nun auch unter den wohlwollenden Blicken der Malgas miteinander zu treiben, die das offensichtlich ziemlich anregend fanden... weswegen dann schliesslich auch die anderen Männer etwas auftauten.

 

 



Die Karliuc-Kundschafter waren leider nicht die einzigen, die sich nach Cileyon verirrten.

Ihnen auf den Fersen waren auch einige FPV-Agenten in einem kleinen Aufklärungsschiff, das irgendwann aus den StarFleet-Akten verschwunden war.

Zwei Wochen, nachdem der Karliuc-Aufklärer mit Jasar'Jana und John Sinclair an Bord Kurs nach Rigellia genommen hatte, gelang es dem FPV-Aufklärer, die Spuren der Karliucs bis nach Cileyon zurückzuverfolgen...

... wo die Scanner zur gelinden Verblüffung der Patrioten sowas wie Wrackteile und überdies Lebenszeichen orteten.
Grund genug, einer gewissen lauschigen Insel auf dem Planeten einen kleinen Besuch abzustatten...

  

Als Seryx wieder aus dem Meer auftaucht, um Luft zu holen, bemerkt sie gleich, dass irgendetwas los ist. Und dann sieht sie über dem Horizont ein Flugobjekt auf die Insel zukommen.

Ob Absicht oder Zufall (Vermutlich letzteres!), die Ankömmlinge haben sich für ihren Landeanflug den unbewohnten Teil der Küste ausgesucht...
Misstrauisch kneift die Innyki ihre Augen zusammen, stellt ihren Blick scharf und erkennt: Das sieht verdächtig nach einem Föderierten Aufklärer aus. Und das ist ein schlechtes Zeichen.

Die Föderierten Patrioten landen ihren Aufklärer relativ lautlos am Strand.
Allerdings bleiben sie nicht lange verborgen; denn sie geben sich auch keine besondere Mühe, sich unbemerkt anzuschleichen...

  
Wie der Zufall so spielt, sind an diesem Tag - bis auf Seryx - alle Frauen und Kinder in der lauschigen Pitay-Bucht versammelt, um das alljährliche Schlüpfen der Schildkröten zu beobachten, das ungefähr mit einem AjourVeda-Feiertag zusammenfällt... und deshalb besonders gefeiert wird (Überhaupt wird bei den Cilliani so ziemlich jeder Vorwand akzeptiert, wenn es ums Feiern geht!)...
... was dazu führt, dass die Männer alleine im Lager sind und dort alles vorbereiten, während die Frauen unterwegs sind.

Als Aladeen plötzlich ruckartig den Kopf dreht und in unbekannte Fernen sieht, werden ihre beiden Töchter auf einmal schlagartig ernst und versuchen prompt, sich in die Telepathische Verbindung einzuklinken.
Doch da ist es auch schon wieder vorbei.
"Wir bekommen Besuch!" erklärt die Taydaju ruhig, worauf sich sogleich sämtliche anwesenden Malgas um sie scharen. "FPV. Ein kleiner Aufklärer ist auf der anderen Seite der Insel gelandet und fünf Patrioten marschieren in Richtung des alten Amazonas-Wrack." Welch ein Glück, dass man wenigstens die Alcat nicht orten kann! "Vermutlich haben sie unser Lager schnell gefunden." Das klingt recht unheilvoll. "Holen wir die ollen Waffen aus den Verstecken."
  
Seryx überlegt ein paar Sekunden hin und her, ob sie die beiden Patrioten, die beim Raumschiff zurückgeblieben sind, gleich ausschalten soll oder lieber doch noch nicht.
Als die zwei Männer jedoch mit dem Rücken zu ihr stehenbleiben und wild darüber spekulieren, was wohl da vorne im Dschungel los ist, ohne sich darum zu kümmern, was da hinter ihnen aus dem Meer kommt... da kann die Innyki einfach nicht widerstehen.
Geradesogut hätten die Typen ein grosses Schild aufstellen können: Bitte schlag uns von hinten nieder!
Es geht ruck-zuck.
Doch dann muss Seryx einige Minuten damit vergeuden, passende Fesseln zu finden, um ihre Beute gründlich zu verschnüren. Mit gewisser Schadenfreude lässt sie dann die beiden an einen Pflock gefesselt in der prallen Sonne zurück.

  

Takamura stehen Schweissperlen auf der Stirn und sein Herz klopft wie wild, als er sich nun in möglichst unverfänglichem Ton an den Anführer der Patrioten wendet, der von seinen Spiessgesellen Duke genannt wird. "Warum eigentlich diese Hektik?! Wir sind ja wirklich froh, dass ihr uns endlich gefunden habt, doch ihr tut ja gerade so, als erwartet ihr jeden Augenblick eine Grossinvasion von Ceres!"
Er zwingt sich zu einem Lächeln, obwohl er diesem grosskotzigen Abschaum am liebsten in die Fresse schlagen würde. Doch angesichts der bedrohlich aussehenden Waffen (Dabei handelt es sich um Rigellianische Intervaller, die von irgendwelchen FPV-Agenten mal vor Urzeiten auf dem Schwarzmarkt erstanden wurden!) stellt er sich vorläufig lieber dumm - und betet im stillen, dass die Frauen nicht geradewegs ahnungslos in die Falle laufen, sondern vorher merken, was hier gespielt wird...

Korn und Ono wurden mit Betäubungsschüssen niedergestreckt, noch bevor die ungebetenen Gäste in Eroberungsmanier das Lager betraten und von den überraschten Männern ziemlich verblüfft angestarrt wurden.
Dass man diese Überraschung eher als unangenehm empfand, behielt man lieber für sich. Wohlweislich erwähnten weder Takamura noch die anderen Cilliani etwas von den Malgas - geschweige denn, dass sie schon seit Jahren mehr als freundschaftlich mit ihnen zusammenlebten.
Stattdessen erzählte man, dass man hier auf der Insel eine Gruppe Eingeborener angetroffen hätte, die sie mit Essen und sonstigem versorgten, weil diese Wilden wohl der Meinung wären, dass es sich bei den Männern-die-vom-Himmel-gefallen-sind wohl um sowas wie Götter handeln müsste...
Wo sich diese abergläubische Bande gerade rumtreibt?
Na vermutlich irgendwo auf dem Meer!
Ja ja, diese Karliucs hätten auch was von einem Malgaïschen Sternschiff erzählt, das zur ungefähr gleichen Zeit und in der ungefähr gleichen Gegend wie damals die Amazonas verschwunden sei - doch davon hätten sie nun wirklich nichts gewusst! Es sei ja schon schlimm genug gewesen, sich hier am Arsch der Welt mit diesen unzivilisierten Wilden zu arrangieren, um nicht zu verhungern. Aber nicht auszudenken, wenn man sich auch noch mit leibhaftigen Malgas hätte herumschlagen müssen!

Der Anführer dieser niedlichen kleinen FPV-Einheit hatte die Besatzungsliste der Amazonas auf seiner Datenbank... Da man hier zwei Karliucs vorfand, schloss man daraus messerscharf, dass im Gegenzug zwei Männer von der Amazonas im Karliuc-Aufklärer mitgeflogen sind; wobei es sich wohl um Captain Evan Smith und seinen Ersten Offizier John Sinclair handeln muss...
Duke tritt den bewusstlosen und gefesselten Korn, der vor ihm im Staub liegt, kräftig in die Rippen. "Ist es nicht drollig?!" meint er dann. "Dass Malga-Hexen und diese verdammten Karliuc-Bastarde, die sich ja ach so prächtig verstehen, meist in unserer Sprache miteinander reden müssen?! Ich frage mich, was diese Kerle im Schilde führen..."
   Takamura ist zusammengezuckt und hofft, dass bei Korn nichts gebrochen ist. Eigentlich ein Wunder, dass die Kerle die beiden Karliucs nicht gleich getötet haben... Doch Takamura ist jetzt vielmehr darüber in Sorge, was diese FPV-Patrioten im Schilde führen. "Wie kommen Sie darauf, dass die was im Schilde führen? Eigentlich schienen sie uns gegenüber sogar recht hilfsbereit zu sein!"
   Ob so viel Naivität bricht Duke in schallendes Gelächter aus: "Karliucs sind eine verschlagene, hinterhältige Bande! Nicht wahr?!" Er tritt Korn erneut in die Rippen. "Na los, wach auf, Bastard! Ich weiss genau, dass die Betäubung inzwischen nachgelassen hat!"
   Tatsächlich öffnen sowohl Korn als auch Ono nun ihre Augen und sehen den FPV-Patrioten hasserfüllt an.
Takamura hofft, dass Ono und Korn schon lange genug wach waren, um festzustellen, was hier gespielt wird; wenn sie plötzlich von den Malgas zu erzählen anfangen würden, hätte das wohl äusserst unangenehme Folgen...

Wie auch immer, Korn und Ono verraten gar nichts und lassen sich weder durch Peitschenhiebe noch Stockschläge zum Reden bewegen.
Kein Wort.
Und als die Cilliani eingreifen wollen, scheuen sich die Patrioten auch nicht, selbst Terranische Männer mit ihren Waffen zu bedrohen und sie zu schlagen...

Takamura hält sich den gebrochenen Kiefer und beobachtet halbbetäubt, wie sein Blut in den Staub tropft, während er aus voller Seele darum betet, dass dieser Alptraum bald zu Ende geht. Wo bleibt die Rettung?!

Plötzlich ist sie da...
... und kommt ins Lager. Humanoid, aber kein Mensch. Lendenschurz, Muschelketten und exotische Blüten im langen Haar... So sehen also die unzivilisierten wilden Eingeborenen von Cileyon aus!

Ono sieht Seryx wie durch einen Schleier hindurch, denn eine Sekunde zuvor hat er von Duke einen gewaltigen Schlag auf den Kopf erhalten. Dem Rigellianischen Intervaller hat es nicht geschadet, doch Ono's Schädel ist gebrochen; Blut rinnt ihm aus der Nase und dann wird ihm schwarz vor den Augen.
Irgendetwas in seinem Hirn wurde durch den Schlag zerstört, sein Kopf und der Rest seines Körper scheinen nur noch durch Schmerzen verbunden zu sein, doch noch ist er bei Bewusstsein und hält sich auf den Knien.
Er hört Seryx näherkommen und in einer fremden Sprache plappern; die Innyki spielt die unzivilisierte Wilde wirklich gut... Endlich fällt Ono vornüber in eine gnädige Ohnmacht.

"Jetzt reicht's!" Seryx' Stimme klingt plötzlich wie Donnergrollen. Die vermeintliche unzivilisierte Wilde streckt auf einmal die Arme aus, als würde sie mit einer Waffe auf Duke zielen...
... doch ihre Hände sind leer.
Duke ist einen Moment verblüfft, dann bricht er in schallendes Gelächter aus, in das seine Männer bald miteinstimmen. Als jedoch die Innyki nun mit dem rechten Mittelfinger den imaginären Abzug durchzudrücken beginnt...
... fängt Duke gellend zu schreien an und hält sich die Hände an den Kopf, als befürchte er, sein Schädel könnte jeden Moment explodieren. Plötzlich hört sein Geschrei aprupt auf und er sackt leblos zusammen.
Während Seryx ungerührt den imaginären Rauch von ihrem imaginären Colt pustet, zischen nun etliche Betäubungsschüsse durch's Lager, so dass wenig später auch alle übrigen FPV-Patrioten auf dem Boden liegen.

Der Alptraum ist endlich vorbei.

Oder hat er gerade erst begonnen?!
Nachdem man Korn von seinen Fesseln befreit hat, will er Ono die Kehle durchschneiden, um seinen schwerverletzten Genossen von seinen Leiden zu erlösen.
Doch Seryx ist schneller und hält nun Korn's Hand, die das Messer umkrampft hält, mit eisernem Griff fest.
   "Er wird sterben!" versucht der Karliuc zu erklären. "Es hat schon der Systemschock eingesetzt!"
   "Davon habe ich gehört..." murmelt Aladeen, die sich neben Ono gekniet hat und dabei ist, den Bewusstlosen zu untersuchen. Dabei verlässt sie sich nicht auf Instrumente (Im übrigen ist ihr Medizinischer Tricorder nicht auf Karliucs geeicht und würde ohnehin nichts nützen!), sondern nur auf ihre Tayda-Sinne.
Nach einer endlos scheinenden Minute, in der alle das bedauernswerte Opfer anstarren, verkündet Aladeen in unheilvollem Ton: "Der Schädel ist gebrochen, was allerdings nicht so schlimm wäre... Aber das Gehirn wurde ein wenig eingedellt. Zwar kenne ich mich mit Karliuc-Hirnen nicht sonderlich gut aus, aber ich glaube, es hat das Sehzentrum erwischt."
   Takamura hält sich noch immer den höllisch schmerzenden gebrochenen Kiefer. Sprechen kommt nicht in Frage, doch er hat gelernt, mit Aladeen Gedanken auszutauschen, ohne die Lippen zu bewegen.
   "Ja." meint die Thyuda-Schlange. "Das soll heissen, dass er jetzt blind ist. Und dazu kommt natürlich noch der Systemschock. Er wird sterben."
   "Wird er nicht!" widerspricht Seryx störrisch.
Sie lässt Korn los, wobei die Innyki allerdings keinen Zweifel daran lässt, dass sie ihm nicht empfehlen würde, ihr in die Quere zu kommen; und dann hebt sie Ono hoch, wirft ihn sich einfach über die Schulter und marschiert davon.
   "Lasst sie!" erklärt Aladeen gefasst...
... und kümmert sich zunächst um Takamura's gebrochenen Kiefer.
Und dann um alle anderen Blessuren...

... und auch wenn Korn sich anfänglich sehr dagegen sträubt, von der Taydaju angefasst zu werden, muss er zugeben, dass sie wirklich mit heilenden Händen gesegnet ist...
Und jetzt erinnert sie ihn doch schwer an die Ehrwürdige Anatanne Juris da Caprecina von Caprica, die von den Karliucs geradezu wie eine Heilige verehrt wird. Wenn Aladeen mehr mit Karliucs vertraut wäre und hier eine vollausgerüstete Medizinische Abteilung zur Verfügung hätte, so könnte sie einen Systemschock bestimmt überwinden; daran zweifelt Korn nicht. Aber so?! Er fragt sich, was die Tayda damit bezweckt, Ono noch länger leiden zu lassen, anstatt ihm ein schnelles Ende zu gönnen. Ist es wegen Seryx?! Überhaupt scheint die gute Seryx voller Rätsel zu sein...

Die Leiche des FPV-Anführers wird von Takamura und einem weiteren Mann in Aladeen's "Labor" geschafft, während die übrigen betäubten Patrioten mit Malgaïschen Handschellen und handgeknüpften Stricken gefesselt werden.
Korn deutet auf den toten Duke und fragt die Taydaju mit Verschwörermiene: "Wie hat sie das gemacht?!" Es ist immerhin reichlich unwahrscheinlich, dass dieser kerngesunde Patriot einfach so von selbst tot zusammengebrochen ist.
   "Was gemacht?!" fragt Aladeen unschuldig zurück. Offenbar will sie nicht verraten, wie Seryx jemanden erschiessen konnte, ohne eine Waffe in der Hand zu haben; oder war es vielleicht eine unsichtbare Waffe?!

Nachdem Takamura endlich Duke's Leiche im Tiefkühlfach verstaut hat, zittern ihm noch nachträglich die Knie. Diese verdammten Patrioten waren nur etwa zwanzig Minuten im Lager, bevor endlich die erlösenden Schüsse fielen - doch ihm kam es wie eine Ewigkeit vor...
"Wenn ihr schon so schnell hier wart..." Sogar verdammt schnell, wenn man bedenkt, dass er schon allein bis zur Pitay-Bucht eine geschlagene Stunde braucht! "Warum habt ihr dann so verdammt lange gewartet, bis ihr endlich geschossen habt?!" fragt er in klagendem Ton, während Aladeen sich noch um Korn's gebrochene Rippen kümmert.
   "Weil wir kein freies Schussfeld hatten, bevor Seryx sie abgelenkt hat." erklärt Aladeen geduldig. "Und wir mussten alle auf einmal erwischen, weil euch sonst womöglich noch jemand erschossen hätte."
   Na schön, das klingt irgendwie logisch, aber... "Ihr hättet uns doch alle zusammen betäuben können!" meint er dann und denkt sich, dass die Malgas doch sonst auch nicht so pingelig sind.
   Das stimmt auch wieder, muss Korn zugeben, der immer noch bei der Ehrwürdigen Taydaju sitzt. Und dann starrt er zum Lagereingang - wo einige Malgas nun zwei sich sträubende Terraner hinter sich herschleifen, die aussehen, als wären sie zu lange in der Sonne gelegen. Ohne sich von deren Protesten beeindrucken zu lassen, schafft man die beiden Männer in die Käfiggrube, in der man einmal monatelang einen wilden schweineähnlichen Zorg gefangengehalten hat, bis Aladeen es endlich aufgab, das Tier zu zähmen.
   "Unsere Phaser waren in der Höhle", erklärt Aladeen - als draussen nun S'Atyre, sichtlich genervt durch das ständige Gezeter, die gefangenen FPV-Patrioten kurzerhand mit einem kurzen Breitbandstrahl aus ihrem Phaser betäubt.
   Takamura wird plötzlich blass. Die gewöhnlichen Malgaïschen Phaser (Von Jaras'Jana wohlweislich so codiert, dass damit kein Unheil mehr gestiftet werden kann!) werden tatsächlich in der Höhle aufbewahrt, wo die Malgas bei dem Zwischenfall natürlich nicht hingelangen konnten... Sein Blick fällt nun also auf eine der Waffen, mit denen vorhin geschossen wurde; und das Monstrum, das da noch an Palar's Gürtel baumelt, ist zweifellos ein ganz spezielles Kaliber.
   "Und es wäre bestimmt nicht ratsam gewesen, aus Versehen euch mit diesen Dingern da zu treffen!" erklärt Aladeen weiter und tätschelt Takamura liebevoll die Wange. "Das wäre... nicht sehr gesund. Diese Waffen wurden früher im Caladanischen Erbfolgekrieg verwendet und bewirken bei den Getroffenen, sofern sie überhaupt wieder aufwachen, grosse Desorientierung und geistige Verwirrung. Das war sehr praktisch, denn so konnten die Caladri damals nach einer Schlacht ihre Gegner einfach aufsammeln und dann auf dem Sklavenmarkt verkaufen..." Takamura starrt sie sprachlos an, doch sie zuckt nur die Schultern. "Aber das ist schon lange her und ich war mir nicht sicher, ob die Dinger überhaupt noch funktionieren. Na ja, jedenfalls war ich mir nicht ganz sicher, ob sie nicht für Terraner tödlich sind... Deshalb konnten wir kein Risiko eingehen, verstehst du?"
   Takamura nickt.
   "Und mit was für einer Waffe wurde Duke getötet?" bohrt Korn nun weiter.
   Doch Aladeen zuckt auch diesmal nur die Schultern und erklärt in lapidarem Ton, doch mit Verschwörermiene: "Seryx war nunmal sehr wütend!" Nach dieser geheimnisvollen Andeutung, die mehr Verwirrung als Klarheit stiftet, erhebt sich die Taydaju schwungvoll und bedeutet Korn, mitzukommen. "Ono ist nicht gerade ein Leichtgewicht; und ich habe nicht vor, mir wegen einer Leiche noch irgendwas zu verstauchen oder sowas in der Art." meint sie frei heraus.
   "Dann ist er also tot." knurrt Korn.
   "Na ja, erwartest du etwa was anderes?!" fragt sie zurück. "Immerhin warst du es doch, der es kaum erwarten konnte, ihn von seinen Leiden zu erlösen, nicht wahr?!"
  
Als Aladeen der Felswand entlang in den See steigt und durchs Wasser watet, zögert Korn zunächst, atmet dreimal tief durch und folgt der Taydaju dann durch das nasse Element; Seryx' Lager befindet sich zu seinem Leidwesen in einer kleinen Höhle, die hinter dem Wasserfall verborgen ist.
Und zu seiner und Aladeen's Überraschung ist Ono noch am Leben.
   "Entweder helft mir, oder verschwindet!" knurrt Seryx ärgerlich, als Aladeen und Korn einige Augenblicke stocksteif dastehen und sie verblüfft anstarren.
Ono liegt schweratmend auf dem Boden; während die Innyki ihre Hände auf seinem Kopf hat und offensichtlich bemüht ist, seinen angeknacksten Schädel mit blosser Willenskraft zu heilen.
   "Schon gut!" meint nun Aladeen und gesellt sich zu ihr auf den Boden. Gekonnt überprüft sie den Patienten und stellt dann bewundernd fest: "Offenbar ist der Systemschock überwunden!"
   "Aber das ist doch unmöglich!" platzt Korn nun heraus und kniet sich neben seinen schwerverletzten Kumpan, dessen Hand er nun ergreift. Wie sollte Seryx ohne jegliche Medizinische Ausrüstung etwas gelungen sein, mit dem selbst Teams von spezialisierten Taydas immer noch grosse Mühe hatten?! Oder war es vielleicht gar kein richtiger Systemschock gewesen?!
   Inzwischen hat die Taydaju Seryx bei Ono's Kopf abgelöst und sorgt mit angestrengter Konzentration dafür, dass sich die Knochen wieder ordnungsgemäss zusammenfügen; gleichzeitig beginnt sie auch damit, Ono's Schmerzen zu blockieren, so dass er schliesslich ruhiger atmet und aus der Bewusstlosigkeit aufzuwachen wagt.
Er blinzelt verzweifelt und versucht dann zu sprechen - doch die Innyki legt ihm einen Finger auf den Mund. "Reden strengt zu sehr an!" sagt sie und erklärt ihm dann die Lage, dass die FPV hier keine Gefahr mehr darstellt und er wohl am Leben bleiben wird...
"Nein!" stöhnt er auf und versucht sogar, den Kopf zu schütteln, der jedoch wie von einem Schraubstock festgehalten wird. "Tötet mich!"
   Seryx seufzt schwer. "Ihr verdammten Karliucs habt's wohl sehr mit dem Sterben, he?!"
   "Es ist für einen Karliuc-Krieger einfach unvorstellbar, sein Leben als Krüppel zu fristen!" erklärt Korn fatalistisch; doch immerhin hat er seinen Dolch noch nicht wieder gezückt.
   "Oh, danke, du bist ja wirklich eine grosse Hilfe! Es gibt schlimmeres, als blind zu sein. Zum Beispiel, tot zu sein. Aber zugegeben, es ist nicht gerade angenehm. Deshalb gibt es ja auch verschiedene Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun. Zum Beispiel künstliche Augen oder so ein Sonnenbrillending, wie es dieser Typ von der Horizon trägt." meint Seryx und sieht Korn giftig an - der diesen Blick mit Entsetzen erwidert, denn bekanntermassen halten Karliucs nicht viel von irgendwelchen Künstlichen Prothesen.
Doch noch schlimmer ist, dass Aladeen fast unmerklich den Kopf schüttelt: Es liegt nicht nur an den Augen und den Sehnerven, sondern das ganze Sehzentrum im Gehirn ist irreparabel beschädigt, weshalb es auch fast unmöglich ist, da irgendwas zu mauscheln. Und wenn solches Karliucgewebe erst mal zerstört ist, regeneriert es sich nicht wieder...
Ganz im Gegensatz zu Innyki, die über geradezu erstaunliche Regenerationsfähigkeiten verfügen... was Seryx auf eine Idee bringt. "Du willst sterben?!" meint sie in gefährlich ruhigem Tonfall. "Du hast mir erzählt, dass du mich liebst und mir selbst in die Hölle folgen würdest..." Sie macht eine Pause. "Doch offenbar bist du zu feige, um mit mir zu leben!"
   "Nein!" japst Ono und umklammert ihre Hand. "Ich liebe dich, Seryx. Doch der Gedanke, dir als Krüppel zur Last zu fallen, ist mir unerträglich!"
   "Wenn ich nicht will, dass du stirbst, und du nicht als Krüppel leben willst... dann mache ich dir einen anderen Vorschlag. Allerdings ist die Sache nicht ungefährlich, doch das Risiko lohnt sich. Wenn es klappt, wirst du wieder ganz gesund, viel gesünder, als du jemals warst, und dir werden sogar neue Augen wachsen. Wenn es nicht klappt, wirst du die qualvollen Schmerzen der Metamorphose nicht überleben. Auf jeden Fall wird es kein Zuckerschlecken..." Sie beugt sich zu ihm runter und beisst ihn sanft in die Lippen. "Vertraust du mir?!"
   Korn ist diesem ominösen Vorschlag gegenüber äusserst misstrauisch, auch wenn er eigentlich keine Ahnung hat, von was Seryx da überhaupt spricht.
   Aladeen hingegen scheint sehr wohl zu wissen, von was da die Rede ist, und erscheint trotzdem noch einigermassen skeptisch... was wiederum auch nicht dazu angetan ist, Korn's Bedenken zu zerstreuen.
   Ono aber schert sich nicht um irgendwelche Bedenken, auch wenn er ebenfalls nicht mehr weiss als sein Kumpan. "Ja." seufzt er fast unhörbar. "Ich vertraue dir. Ich gehöre dir. Nimm mich!"

 



Sie hat ihn gebissen! Korn schüttelt immer noch den Kopf, wenn er daran denkt. Seryx hat an Ono's Lippen rumgeknabbert und ihn dann plötzlich in die Zunge gebissen, so dass es geblutet hat.
Und das war Absicht, um den Karliuc mit Innyki-Genen zu impfen. Aladeen wollte das wohl etwas zivilisierter gestalten und zapfte Seryx Blut ab, das sie anschliessend Ono injizierte.

Und nun liegt Ono schon seit drei Tagen im Fieber.

Heute morgen hat Korn mit Entsetzen mitansehen müssen, wie seinem Kumpan büschelweise sämtliche Kopf- und Barthaare ausgefallen sind, so dass der Karliuc schon fast nicht mehr wie ein Karliuc aussieht.
Und obwohl Seryx ihm doch immer so gern das Haar durchwuschelte, hat sie gemeint, dies sei ein gutes Zeichen dafür, dass die Metamorphose wirkt... und dann hat sie sich in aller Seelenruhe wieder einmal darangemacht, den verborgenen Winkel über seinem Herzen zu berühren, ohne sich weiter um den irritierten Korn zu kümmern, der daraufhin fluchtartig die Höhle verlassen hat.
  
"Wenn es gutgeht, werden ihm wieder Haare auf dem Kopf wachsen..." erklärt plötzlich Aladeen tröstlich in verschwörerischem Flüsterton.
Die Taydaju sitzt auf einmal neben ihm, als hätte sie sich erst gerade hierherbeamen lassen. Und obwohl sie schon seit Tagen nicht mehr ausgiebig geschlafen hat, sieht sie noch erstaunlich munter aus; doch das haben Taydas anscheinend so an sich.
Abwechselnd kümmert sie sich um Ono (Voll unbändiger wissenschaftlicher Neugier zeichnet sie Ono's Metamorphose gewissenhaft auf und natürlich auch, was die Innyki dabei alles mit ihm anstellt!)...
... und um die gefangenen Föderierten Patrioten. Diejenigen, die von den Caladanischen Waffen getroffen wurden, zeigen wirklich deutliche Verwirrung, was sich S'Atyre und die anderen natürlich gleich zunutze machen: So wie man mit kleinen Kindern schimpft, die was ausgefressen haben, erzählen sie den vier Männern, dass sie sehr böse gewesen wären, worauf sich diese nun in Grund und Boden schämen und bereit sind, alles zu tun, um es wieder gut zu machen.
Die beiden anderen jedoch, die von Seryx niedergeschlagen wurden und nicht in den Genuss der Caladanischen Manipulation kamen, wurden streng verhört und bleiben vorläufig in Ketten, da sie ständig rumtoben wie von der Tarantel gestochen.

"Wenn diese Metamorphose abgeschlossen ist... wird Ono kein Karliuc mehr sein!" wiederholt Korn nun die Worte, die Aladeen früher mal gebraucht hat. Erst nachdem seinem Kumpanen sämtliche Haare ausgefallen sind, beginnt er zu begreifen, dass dies wohl durchaus wörtlich zu verstehen ist. "Verwandelt er sich in einen Innyki?" fragt er dann geradeheraus.
   Doch Aladeen zuckt die Schultern; immerhin ist Ono der erste Karliuc, der von einer Innyki gebissen wurde, weshalb noch niemand sagen kann, wie das Endresultat dann aussehen wird.
"Es sind mir bislang nur Malgaras bekannt, die sich der Metamorphose unterzogen. Na ja, und wenn einer Malgara an gewissen Stellen Schuppen wachsen, so sieht sie eben aus wie eine Innyki. Aber ich habe noch keine Ahnung, wie es sich bei Ono auswirken wird. Ihr habt eine ganz andere Physiognomie als Innyki, von der Anordnung der inneren Organe über die Farbe des Blutes bis zur äusseren Erscheinung. Innyki haben erstaunliche Regenerationsfähigkeiten, weshalb sie auch steinalt werden, sie sind sehr stark und gegen fast alle Krankheiten und Gifte immun; und darüber hinaus verfügen sie auch über sehr starke Telepathische Kräfte, die so manche Tayda vor Neid erblassen liessen..." Sie sieht Korn bedeutungsvoll an. "Ja, sie hat Duke mit einem Telepathischen Schlag getötet."
   Korn hat - natürlich besonders als Karliuc, wo er auf Telepathische Schwingungen besonders allergisch reagiert - schon oft wahre Schauermärchen über sowas gehört, zu was gewisse Malgaras imstande wären, wenn sie nur wollten, wie sie könnten... Allerdings hat er noch nie davon gehört, dass eine Malgara tatsächlich jemanden auf diese Weise getötet hätte. Je länger er darüber nachdenkt, desto rätselhafter erscheint ihm Seryx...
   "Stell dir einmal vor, du könntest die meisten Schwingungen um dich herum fühlen, so wie etwa ich es kann, wenn ich mich darauf konzentriere. Wenn du nicht lernst, bewusst abzuschalten und deine Sinneswahrnehmungen die meiste Zeit über gewissermassen herunterzudimmen, würdest du nach kürzester Zeit durchdrehen. Die Augen kann man ja noch einfach zumachen, doch ständig werden wir von einer Flut von Geräuschen, Gerüchen und sonstigen Sinneseindrücken überschwemmt", beginnt Aladeen und starrt auf den See hinaus. "Es hat nicht nur Vorteile, hochempfindliche Sinne zu haben. Mit Telepathischen Eindrücken ist es noch schlimmer; nicht umsonst sind unzählige Schutzamulette im Umlauf. Stell dir vor, du könntest sehen/hören/riechen/spüren, ob es den Lebewesen ringsum gut oder schlecht geht, wie sie gerade gelaunt sind, sogar was sie denken; würdest du es dann übers Herz bringen, eins dieser lebendigen Wesen zu töten? Es kommt nicht von ungefähr, dass viele Malgaras sich überwiegend vegetarisch ernähren; aber wird aus irgendwelchen Gründen doch einmal ein Tier getötet, so geschieht es kurz und schmerzlos. Na ja, Malgaras können gewissermassen am Geschmack des Fleisches erkennen, wie das Tier gelebt hat und wie es gestorben ist. Deshalb gibt es in Malga-Siru auch kaum Massentierhaltung oder sonstige Tierquälereien; weil keine Malgara auf die Idee käme, vergiftet schmeckendes Fleisch von einem Tier zu essen, das gelitten hat, oder auch nur auf dem Pelz eines unglücklichen Tieres zu sitzen oder sowas in der Art. Tja, so ist das eben. Wie viel schwerer wird es jemandem mit Ara-Touch dann erst fallen, einem intelligenten Wesen das Lebenslicht auszuknipsen! Und doch würde selbst die friedlichste Malgara jeden notfalls mit blossen Händen erwürgen, der es wagen sollte, ihre Familie zu bedrohen. Wenn erst mal jemand als Feind qualifiziert wird, so wird gnadenlos gekämpft, weshalb ja auch Malgaras, die in Friedenszeiten keiner Fliege was zuleide tun würden, in Kriegszeiten zu gefährlichen Bestien werden können."
   Allerdings! Wenn Korn schon nur an die Berichte über den Cyclop-Zombie-Feldzug denkt... Er jedenfalls will Malgaras nicht zum Feind haben!
   Und nun kommt Aladeen langsam zum wesentlichen: "Seryx allerdings hat so gut wie keine Hemmschwelle, um jemanden zu töten oder sonstwas zu tun. Deshalb ist sie auch unsere beste Jägerin. Und da sie kurz und schmerzlos tötet, können wir das Fleisch auch essen, das sie bringt. Na ja, wie auch immer. Ceres hat dieses Talent erkannt, worauf sie dann als Agentin für die Providentia gearbeitet hat... Jawohl, sie war eine ArratJu, ein Schatten. Dieser Duke da war nicht der erste FPV-Patriot, den sie getötet hat. Aber erzähl das nicht weiter, denn die gute Seryx war incognito auf der Alcat, und so soll das auch bleiben; nur Jaras'Jana und ich kennen die Wahrheit. Und jetzt auch Ono und du. Ein Wort, und du bist tot."
   Daran zweifelt Korn keinen Augenblick. Immerhin ist jetzt einiges klar. "Dann ist sie also gar nicht aus einer so vornehmen Familie, sondern eine Agentin... das war das Problem!"
   Aladeen lächelt ihn an. Heilige Unschuld! "Oh, Seryx ist sehr wohl aus einer verdammt vornehmen Familie!" bestätigt sie lächelnd. "Und sie ist eine ArratJu."

  

Ono liegt in den Armen seiner geliebten ArratJu und vergisst so für eine Weile die Schmerzen, die er die letzten Tage in jeder ruhigen Minute verspürt - weshalb ihn ja auch Seryx so selten zur Ruhe kommen lässt - wobei die Schmerzen seines gebrochenen Schädels und der erlittenen Folterqualen fast nahtlos in die Schmerzen der Metamorphose übergegangen sind.
"Warum hast du es dir eigentlich so plötzlich anders überlegt?" fragt er sie auf einmal, während er ihren Arm umklammert wie einen Rettungsanker; sie ist es, die ihn am Leben hält.
Seryx weiss, was er meint. "Ich habe viel hin und her überlegt... Doch erst als ich dich schon fast tot sah, war mir endlich klar, dass ich dich auf keinen Fall wieder verlieren wollte." Sie streichelt seinen kahlen Schädel und kichert leise. "Ich frage mich, was für eine Färbung die nachwachsenden Haare annehmen werden."
Ono war über den Verlust seiner Haarpracht nämlich zutiefst schockiert und deprimiert, bis Seryx ihm hoch und heilig versicherte, dass da nach der Metamorphose bestimmt etwas nachwachsen würde. Oder hast du etwa schon mal einen glatzköpfigen Innyki gesehen?!

  

Womit soll er sich bloss ablenken?! Natürlich, Aladeen hat selbstverständlich recht, wenn er ehrlich ist: Korn ist langsam selbst fix und fertig und kurz vor dem Durchdrehen, als würde er gewissermassen ebenfalls eine Art von Metamorphose durchmachen.
Er hat lange und ausführlich mit Ono gesprochen - und das obwohl Korn durchaus zu den 99% der Karliucs gehört, die sich normalerweise lieber die Zunge herausschneiden lassen würden, als offen über ihre Gefühle zu sprechen... Doch was ist heute noch normal?!
Die Haut seines Kumpanen, der seit ihrer gemeinsamen Kindheit im Waisenhaus wie ein Bruder für ihn ist, beginnt sich inzwischen an manchen Stellen langsam abzulösen und darunter kommen glänzende Schuppen zum Vorschein...
Um sich von weiteren Grübeleien abzulenken, beginnt Korn mit ein paar Trainingsübungen, damit seine Muskeln nicht einrosten.

Ono war immer der Draufgänger, während Korn von jeher immer misstrauisch war und böse Zungen manchmal sogar behaupteten, er wäre vorsichtig wie ein altes Weib.
Ihm wäre es beispielsweise niemals in den Sinn gekommen, schwimmen zu lernen oder etwa sonstwie Seryx zu nahe zu kommen... Obwohl er zugeben muss, dass er von der Innyki inzwischen angenehm überrascht ist. Anfangs hat er seinen Kumpan geradezu bedauert, als sich dieser plötzlich Hals über Kopf in Seryx verliebte; und als Ono ihm dann todunglücklich erzählte, dass sie sich nicht mit ihm einliess, weil sie ihm nicht das Herz brechen wollte, da klang das für Korn verdächtig nach einer faulen Ausrede. Seiner Meinung nach war es viel eher so, dass sie einfach nicht näher an ihm interessiert war, ihm das jedoch nicht ins Gesicht sagen wollte... Aber dann hätte Seryx den guten Ono ja wohl kaum gebissen.
Tja, wie das Leben so spielt.
Eigentlich haben sich ja Ono und Korn durchaus mit dem Hintergedanken für den Dienst in Cimmeria gemeldet, dass sie dort vielleicht die Frau für's Leben fänden.
Insgeheim träumten die beiden besten Freunde davon, dass sie ja vielleicht sogar zwei niedliche Schwestern treffen würden... und dass sie dann zusammen gewissermassen eine grosse Familie bilden könnten.  Doch dann verguckt sich Ono ausgerechnet in eine einzelgängerische Kriegerin, die aus einer höchst vornehmen Familie stammte und lange Zeit als ArratJu unterwegs war... Irgendwie war Korn fast ein wenig eifersüchtig, als er seinen Kumpan mit der farbenprächtigen Innyki im Wasser rumplantschen sah.
Und jetzt?!
Tja, inzwischen gefällt ihm Seryx immer besser. Schon fast zu gut, wenn er ehrlich ist. Wenn er sieht, wie sie Ono ganz ungeniert abküsst und den verborgenen Winkel über seinem Herzen berührt (Und das alles mit einer Selbstverständlichkeit, dass es ihm heiss und kalt den Rücken runterrieselt!), werden in ihm erotische Phantasien wach; und schon mehr als einmal in den letzten Tagen hat er festgestellt, dass seine Halsdrüsen angeschwollen sind...
Er schämt sich für seine Gefühle, denn Seryx sollte - nachdem sie seinen besten Freund und quasi Bruder zum Mann genommen hat - wie eine Schwester für ihn sein.

Als er eine Pause macht und sich umsieht...
... stellt er fest, dass er Zuschauer bekommen hat, die darüber rätseln, was er da wohl treibt. So eine Art Schattenboxen vielleicht? Die Kinder haben sich wie er aufgestellt und ahmen nun jede seiner Bewegungen perfekt nach; nur dass sie keine grimmigen Gesichter machen, sondern schelmisch grinsen. Wie sich bald herausstellt, sind die kleinen Cilliani weitaus gelenkiger als der Karliuc. Und Aldisca, Aladeen's ältere Tochter, vollführt einen Salto aus dem Stand, landet im Spagat und führt dann noch andere Bewegungen vor, die jeden Terranischen Schlangenmenschen vor Neid erblassen lassen würden...
Ja, die kleinen Racker sind verdammt flink - und sie sprechen Fédéral so samtweich und vielleicht sogar noch charmanter als ihre Malgaïschen Mütter.

Als plötzlich Seryx auftaucht, die sich gerade etwas zu essen geholt hat, geniert sich Korn auf einmal in seinem Lendenschurz; dies um so mehr, als die Innyki ihn unverhohlen mustert. Verdammt, er hätte doch trotz der Hitze seine Uniform anbehalten sollen und sich nicht von der Ehrwürdigen Aladeen überreden lassen sollen, hiesige Kleidung zu tragen, dann käme er sich jetzt nicht so verdammt nackt vor...
Wie auf ein geheimes Zeichen verschwinden nun die Kinder plötzlich, als hätten sie es auf einmal schrecklich eilig, Korn mit dem Heimlichen Traum seiner schlaflosen Nächte allein zu lassen.
Seryx dagegen schlendert gemächlich näher (Korn findet ihren lasziven Hüftschwung dabei regelrecht aufreizend!) und setzt sich auf einen Felsen (Wie elegant sich die Innyki doch immer bewegt! Sie gleitet geradezu nieder, als hätte sie keine Knochen im Leib und bestünde nur aus biegsamen Blättern, wie eine Waldfee!), wo sie dann genüsslich zu essen beginnt und sich immer wieder die Finger leckt. Schon allein dieser Anblick macht Korn ganz kribbelig.
   "Ono hat mir erzählt, dass ihr euch lange unterhalten habt. Er hat gesagt, du hättest geradezu von mir geschwärmt... ist das wahr?!" fragt sie unschuldig, während sie ihm mit ihren lauernden Blicken selbst noch den knappen Lendenschurz auszuziehen scheint.
   Korn wird ganz verlegen und bringt kein Wort heraus.
   "Ono vermutet, dass ich dir sehr gefalle." erklärt sie geradeheraus und Korn ist zu keiner Widerrede imstande. "Er hat mir von eurem heimlichen Traum erzählt mit der gemeinsamen Familie und so... Irgendwie gefällt mir die Idee."
   Nun starrt Korn sie ziemlich entgeistert an; denn was will sie damit sagen?!
   Seryx wirf den letzten abgenagten Knochen in die Büsche, leckt sich noch einmal die Finger, steht dann auf und kommt Korn nun gefährlich nahe. "Ich habe ein grosses Herz", erklärt sie vielsagend und verschlingt ihn förmlich mit ihren wunderschönen glänzenden Augen. "Wollen wir eine Familie sein, ja?!" fragt sie ihn mit aufforderndem Lächeln und streicht mit den Fingerspitzen sanft über sein Gesicht...
   ... was ihn bis in die Zehenspitzen elektrisiert. Alles in ihm schreit plötzlich danach, Ja! zu rufen und mit geschwollenen Halsdrüsen vor ihr auf die Knie zu fallen; doch seine Karliuc-Moral lähmt ihn geradezu. Sowas geht doch nicht, oder doch?! Und was würde wohl Ono dazu sagen; ob er wohl schon weiss oder hat er sie vielleicht sogar auf die Idee gebracht?!
   Allerdings hat sich Seryx durch Moralische Bedenken noch nie von etwas abhalten lassen; also nimmt sie sein schockiertes Schweigen als Zustimmung, lässt ihn einfach zu Boden stolpern...
... und wirft sich dann hemmungslos auf ihn.
Zwar ist die Innyki dabei nicht eben zimperlich - Korn stöhnt laut auf, als sie sein noch jungfräuliches Gewebegespinst im verborgenen Winkel über dem Herzen zerreisst - doch sie achtet immerhin darauf, ihn nicht zu beissen, jedenfalls nicht ernsthaft, denn noch ein Inxi'Au ist ja wohl nicht unbedingt nötig.

Als sie mit ihrer Hand in seine Lappfalte unter seinen Rippen fährt und schliesslich die Stelle über seinem Herzen streichelt, schwillt bei Korn zum ersten Mal in seinem Leben auch noch etwas anderes an, als nur seine Halsdrüsen... und als sie ihre Hand vorsichtig zurückgezogen hat, reisst sie ihm rasch den Lendenschurz vom Leib und umfasst mit einer Hand seine Erektion, die wohl die allermeisten Terraner vor Neid erblassen liesse, während sie ihre andere Hand in seinen dichten Wuschellocken vergraben hat und ihn nun hart und fordernd zu küssen beginnt.
Und er gibt sich ihr hin.
Das Zerreissen seines Gewebegespinstes hat etwas weh getan, doch das war auch alles; offenbar sind frühere Horrorgeschichten, dass Sex so furchtbar schmerzhaft wäre, wirklich nur Ammenmärchen gewesen, die erfunden wurden, um die Krieger von Frauen fernzuhalten... oder es ist einfach schöner, so wie es Cimmerianas und Malgas tun!
Verzückt starrt er zu ihr hoch und keucht auf, als sie sich auf ihn setzt und ihn zu reiten beginnt... und er ist glücklich, von einer so prächtigen Kriegerin erobert worden zu sein. In der Tat könnte er sich niemanden vorstellen, auf den er lieber geprägt wäre!
Er keucht und stöhnt ihren Namen, während er es geniesst, ihr zu Willen zu sein... er hatte ja keine Ahnung, dass sich das so gut anfühlt! Endlich versteht er, warum in den alten Zeiten und auch jetzt wieder so viele Lieder darüber gesungen werden.

Nach der leidenschaftlichen Vereinigung mit Seryx...
... kommen bei Korn langsam wieder die Schuldgefühle und Gewissensbisse gegenüber Ono hoch. Ono, sein bester Freund. Ono hatte sich zuerst in dieses prachtvolle Geschöpf verliebt und sie hatte ihn sich schliesslich zum Mann genommen; immerhin hat sie ihn sogar gebissen...
Aber nun ist es zu spät und Reue nutzt auch nichts mehr: Seryx hat nun mal auch Korn zum Mann genommen und der Karliuc ist jetzt - Schuldgefühle und Gewissensbisse hin oder her - für immer auf sie geprägt.

"Was ist?!" sie stupst ihn sanft und rollt sich wieder auf ihn. Kritisch sieht sie ihm in die Augen. "Du machst dir darüber Sorgen, was wohl Ono dazu sagen wird, dass ich dich genommen habe, nicht wahr?" tippt sie geradewegs ins Schwarze. "Keine Sorge. Ihm gefällt die Idee ebenfalls, dass wir eine Familie bilden. Eine Caprianische Familie. Du gehörst jetzt mir, dass ist dir ja wohl hoffentlich klar."
   "Ja, Herrin." erwidert er und wundert sich einen kurzen Moment darüber, wie leicht ihm das über die Lippen kommt. Caprianische Bräuche sind schon fast so selbstverständlich für ihn, als hätte er schon sein Leben lang damit zu tun.
   "Gut, Süsser." meint sie lächelnd. "Ono ist mein Erster Mann und du, Korn, bist mein Zweiter Mann. Was allerdings keinen grossen Unterschied macht. Ihr werdet euch ja wohl vertragen, oder?!"
Ihrem Tonfall ist zu entnehmen, dass sie notfalls sogar mit Gewalt dafür sorgen würde. Nach Capricjanischem Recht wären die Männer nun ihr höchstpersönliches Eigentum und wenn es ihr Spass machen würde, den lieben langen Tag nichts anderes zu tun, als sie zu züchtigen, so dürfte sie das tun. Aber selbstverständlich hat Seryx auch noch anderes im Kopf und ihr steht nicht immer der Sinn nach irgendwelchen Spielereien. Und ausserdem sind sie hier nicht auf Caprica.
   "Sicher, Seryx!" antwortet Korn, der durch ihr Gewicht auf seinem Körper - Haut auf Haut - wieder so erregt wird, dass seine Halsdrüsen erneut anzuschwellen beginnen. "Ich gehöre dir... Äh, ich hätte da noch eine Frage..." meint er und wirkt auf einmal wieder schrecklich schüchtern. "Bekommen wir als deine Männer dann eigentlich auch Capricjanischen Schmuck?" Irgendwie törnt ihn die Vorstellung, von Seryx mit Gold behangen zu werden, auf einmal richtig an.
   Sie lächelt breit und bleckt dabei ihr elfenbeinfarbenes Raubtiergebiss. "Leider wächst Capricjanisches Gold hier auf Cileyon nicht gerade auf den Bäumen. Vorläufig soll eben das hier mein Zeichen sein..."
Plötzlich hält sie eine mit Haifischzähnen verzierte Muschelkette in der Hand, mit der sie ihm nun vor dem Gesicht herumwedelt. Sie schlingt ihm die Kette eng um den Hals (Selbstverständlich jedoch immer noch locker genug, dass er ohne Probleme Luft bekommt, selbst bei angeschwollenen Halsdrüsen!) und knüpft dann den Knoten fest, als sollte er bis in alle Ewigkeit halten.

  

Als Seryx und Korn wenig später die Höhle hinter dem Wasserfall betreten, erhebt sich Aladeen, die sich solange um Ono gekümmert hat. Die Taydaju grinst breit und wirft der Innyki einen vielsagenden Blick zu: 'Vor ein paar Wochen konntest du dir noch nicht mal vorstellen, auch nur einen Mann am Hals zu haben; und jetzt hast du dir gerade noch einen zweiten aufgehalst!'
Seryx lächelt zurück und zuckt fast unschuldig die Schultern: 'Tja, wenn schon, denn schon; nicht kleckern, sondern klotzen!'
Mit einem leisen Kichern macht sich die Thyuda-Schlange aus dem Staub und lässt die Innyki-Kriegerin mit ihren beiden Männern alleine. Man sollte sie jetzt wohl lieber nicht stören...

Ono, der grösstenteils mit nassen Umschlägen bedeckt ist, dreht den Kopf. Und auch wenn seine blinden Augen immer noch verbunden sind, scheint es fast, als würde er sie geradewegs ansehen, was Korn einen flüchtigen Schauer den Rücken runterjagt; denn für einen Augenblick meldet sich das schlechte Gewissen zurück.
"Seryx, Korn?!" flüstert Ono und räuspert sich kurz, während sich die beiden links und rechts neben ihm niederlassen. Unversehens tastet er plötzlich nach Korn's Hals, worauf seine Finger die Kette dort eingehend betasten... und ein Lächeln zieht über sein Gesicht. "Jetzt sind wir also wirklich eine Familie!"
   "Ja, genau!" bestätigt Seryx legt sich neben ihn, worauf sich Korn auf der anderen Seite niederlässt. "Und, wie geht's dir im Moment?" fragt sie dann und streicht ihm sanft über die Wangen.
   "Zur Zeit juckt es wieder wie verrückt!" antwortet Ono und grinst schief.
Insgeheim befürchtet er langsam, dass er als Karliuc mit Innyki-Genen gar nicht kompatibel ist und die Metamorphose deshalb nie zu einem Ende kommen könnte. Die Veränderungen in seinem Körper gehen schubweise vor sich und manchmal hat er das Gefühl, diese Wellen förmlich zu spüren. Im Moment ist wieder mal eine Juck-Phase angesagt, bei der es überall kribbelt, wo sich neue Innyki-Haut in Form von glänzenden Schuppen bildet: auf der Stirn über den Kopf bis hinunter zum verlängerten Rücken, ebenso an den Fingerspitzen sowie an gewissen Körperregionen, die normalerweise von Kleidung bedeckt sind.
Und an den Füssen bildet sich eine wunderbare feste Hornhautschicht, die jeden Lederstiefel vor Neid erblassen liesse. Seine alte Karliuc-Haut hat die dunkelbraune Färbung behalten; die neuen Innyki-Schuppen scheinen sich in der Pigmentierung etwas angepasst zu haben und reichen von dunklem Rostrot bis zu einer hellen Bronze-Tönung. Zumindest hat ihm das Seryx erzählt und dabei hat sie ebenfalls versichert, dass sie es hübsch findet. Und irgendwann werden auf dem Kopf auch die ersten Haare zu spriessen beginnen... Obwohl Ono trotz aller Unannehmlichkeiten, die nunmal mit dieser Metamorphose verbunden sind, gewissermassen sehr glücklich ist, fragt er sich langsam doch, ob Seryx ihm vielleicht zuviel versprach, als sie ihm damals sagte, dass er wieder sehen könne.
   Seryx spürt seine Bedenken und seine grosse Angst, ihr und Korn als Krüppel für immer zur Last zu fallen. Bei einer Malgara, die von Innyki gebissen wurde, dauerte die Metamorphose in der Regel zwei bis drei Wochen; doch bei Ono scheint jetzt auch nach über vier Wochen kein Ende in Sicht zu sein, und das gewissermassen im wahrsten Sinne des Wortes.
Seryx und Aladeen haben regelmässig die zerstörten Sehnerven und die entsprechenden Hirnregionen stimuliert, um die Metamorphose zu veranlassen, auch in diesem Bereich tätig zu werden, doch bislang hat sich Inxi'Au diesbezüglich eher faul gezeigt, während sie sich beispielsweise einen Spass daraus machte, Ono's Lappfalte mit einem hübschen Schuppenmuster zu verzieren. Na ja, einerseits ist es ja ganz gut, dass Inxi'Au nicht auf die Idee gekommen ist, sämtliche inneren Organe des Karliucs irgendwie drastisch umzumodeln, andererseits will man natürlich, dass sie genau sowas mit den Augen tut... Also fährt Seryx ihrem Ersten Mann wieder einmal über den Kopf, um Inxi'Au's Interesse endlich in die richtige Richtung zu lenken...
... als Ono plötzlich von einem stechenden Schmerz durchzuckt wird und stöhnend die Hände auf die Schläfen presst.

  


Ono liegt still da und lauscht der Nacht. Komisch. Plötzlich fällt ihm auf, dass ihm im Moment gar nichts weh tut. Zuerst wundert er sich, dann überfällt ihn einfach schlichte Erleichterung darüber; er hat schon fast vergessen, wie es ist, ohne Schmerzen zu leben.
Kein Stechen, kein dumpfes Pochen, nicht mal juckendes Kribbeln. Auf einmal fragt er sich, ob er jetzt vielleicht tot ist. Einerseits würde er gerne irgendetwas tun, um zu testen, ob er überhaupt noch am Leben ist, andererseits fürchtet er aber, dass die Schmerzen wiederkommen, wenn er sich bewegt.
Also bleibt er erst einmal still liegen und lauscht weiterhin in die Nacht. Nach einer Weile ist er überrascht darüber, was er alles hören kann...
   _

Seryx sitzt zusammen mit Korn neben Aladeen im Lager bei den anderen am Feuer und diskutiert lebhaft darüber, wie es jetzt wohl mit den Cilliani weitergehen soll...
"Ich schätze mal, dass es folgendermassen laufen wird: Der Höchst Ehrwürdigen Atrix d'Aripat de Caprica dürfte es ziemlich gefallen, wenn wir hier auf Cileyon als Cimmeriani bleiben. Malga-Siru bzw. das Syndikat wird jeder einzelnen von uns die Wahl lassen, ob wir hier bleiben, oder in unseres früheres Leben zurück wollen. In letzterem Fall müssten die aufgrund unseres vermeintlichen Todes ausbezahlten Versicherungssummen wohl zurückerstattet oder mit künftigen Ansprüchen verrechnet werden etc. etc. etc." Sie wedelt vielsagend mit den Händen rum. "Also was mich betrifft: Ich werde mit Ono und Korn hier bleiben."
   "Warum wundert mich das nicht?!" spöttelt S'Atyre, während ihre Hände beiläufig auf den Nacken ihrer beiden gezähmten Sklaven ruhen, die sich auch ohne Caladanische Verwirrung schliesslich dem eisernen Willen der Malgara und ihren ebenso eisernen Fäusten gebeugt haben; doch zur Sicherheit tragen sie immer noch eiserne Ketten.
   "Aber was unsere Freunde hier anbelangt..." Seryx wirft Takamura und einigen anderen Männern in der Nähe vielsagende Blicke zu. "So glaube ich kaum, dass die Föderation ebenso grosszügig ist und euch eine Wahl lassen wird. Sollte StarFleet jemals erfahren, dass ihr noch am Leben seid, so wird man euch alle holen kommen, ob ihr nun wollt oder nicht. Ihr könntet später immer noch Cimmerianisches Asyl beantragen oder sowas in der Art, doch dann gibt es sehr viel Politische Unruhe und andere Unannehmlichkeiten... Ihr solltet euch einig sein."
   "Ich will hierbleiben!" erklärt Takamura sofort und wirft Aladeen einen anhimmelnden Blick zu. "Wir haben sogar abgestimmt und dabei festgestellt, dass wir alle hierbleiben möchten." Und er könnte fast darauf schwören, dass zumindest Aladeen diese heimliche Abstimmung beobachtet hat. "Auch wenn es bedeutet, dass wir dann nach Capricjanischen Bräuchen leben, mit Gold und was sonst noch alles behangen werden, offiziell Euer Eigentum werden und... Na ja, was sonst noch alles so dazugehört." Er lächelt verschwörerisch, während andere kichern, und seufzt dann schwer. "Aber was ist, wenn StarFleet inzwischen schon erfahren hat, dass wir noch leben? Es beunruhigt mich ein wenig, dass Jaras'Jana und John noch immer nicht zurück sind. Was ist, wenn sie irgendwie erwischt wurden, vielleicht sogar von der FPV?!"
   "Das wäre ausgesprochenes Pech für Jaras'Jana und John. Es wäre für uns allerdings viel schlimmer, wenn sie aus Versehen irgendwelchen übereifrigen StarFleet-Offizieren in die Arme gelaufen wären, denn dann hätten wir bald die grössten politischen Verwicklungen am Hals. Bei der FPV besteht immerhin die Chance, dass die diese Sache vorläufig geheimhalten und die Spione der Gegenverschwörung davon erfahren... und dann ginge es wesentlich dezenter zu. Doch wir sollten uns noch keine Sorgen machen. Vielleicht konnten Jaras'Jana und John bloss der Versuchung nicht widerstehen und machten nach sechs Jahren in der Wildnis erst mal einen längeren Einkaufstrip quer durch den Basar von Rigellia!" Sie lächelt breit und bringt damit auch ein paar andere zum Kichern; denn auch wenn es hier auf Cileyon sehr schön ist, würde sie hin und wieder ein kleiner Trip zu einem Basar oder so schon sehr reizen.
   _

Ono kann durch das Rauschen des Wasserfalls vor der Höhle sogar das Prasseln des Lagerfeuers hören, an dem seine Geliebte Seryx sitzt. Und wenn er so darüber nachdenkt... er kann sie sogar riechen. Die ganze Höhle ist erfüllt von ihrem Duft und das Aroma von Pheromonen hängt schwer in der Luft. Warum ist ihm das eigentlich vorher noch nie aufgefallen?
Na ja. Der Karliuc muss sich erst daran gewöhnen, dass seine Sinne durch Inxi'Au enorm geschärft wurden und er jetzt sogar das Gras wachsen hören kann, wenn er sich darauf konzentriert. Oder hat Aladeen ihm vielleicht nur sein Trinkwasser mit ein wenig Cormo versüsst? Wenn man unter Drogen steht, ist man ja manchmal ebenfalls empfänglicher für alle möglichen Schwingungen...
Ohne dass er es bemerken würde, beginnen sich Ono's Gedanken im Kreis zu drehen. Kein Zweifel, er ist völlig high. Und von den vielen Sinneseindrücken, die auf einmal durcheinanderwirbeln, wird ihm ganz schwindlig. Er schlägt die Hände vor's Gesicht. Seltsamerweise löst die Bewegung keine Schmerzen aus. Doch etwas anderes verblüfft ihn viel mehr: seine Augenbinde ist weg.
In seinem Kopf legt sich der Wirbelsturm und er wird schlagartig nüchtern, als er sich nun plötzlich mit der grossen Quizfrage konfrontiert sieht: Soll er die Augen aufschlagen oder nicht?! Fast befürchtet er, seine Augenlider könnten nach der langen Zeit vielleicht zugewachsen sein. Vielleicht auch nicht. Vielleicht ist er auch ganz einfach immer noch blind... Aber, verdammt, wenn er seine Augen nicht aufmacht, so wird er es niemals erfahren!

Geblendet von der grellen Helligkeit schliesst er seine Augen blitzartig wieder und schlägt erneut die Hände vors Gesicht. Verdammt! Noch minutenlang sieht er vor sich einen hellen Fleck tanzen...

Und dann spürt er plötzlich die Berührung von Seryx' Händen auf den seinen. Ono hat sie gar nicht kommen gehört, doch die prächtige Innyki-Kriegerin schleicht sich ja ständig lautlos an und überdies ist er ja ziemlich abgelenkt gewesen. "Seryx!" stöhnt er auf und lässt sich von ihr fest in die Arme schliessen.
"Du hast die Augen aufgemacht!" stellt seine Geliebte Herrin recht sachlich fest und streichelt seinen Kopf, wo seit gestern endlich feine Häärchen zu spriessen beginnen. "Was hast du gesehen?"
"Grelles Licht!" antwortet Ono gequält. "Kannst du nicht die Lampe ausmachen?"
   "Das dürfte ein wenig schwierig sein", erklärt Seryx lächelnd. "Es handelt sich dabei um den dritten Mond. Tja, er scheint heute Nacht besonders hell." Sie streicht sanft über seine geschlossenen Augen und meint dann: "Du musst deine neuen Sehnerven noch ein wenig schonen. Innyki sehen auch in der Dunkelheit recht gut; das bedeutet aber auch, dass Innyki-Augen ziemlich lichtempfindlich sind. Und ganz besonders deine Augen, die bislang noch kein Licht gewohnt sind..." Sie drückt seinen Kopf wieder aufs Kissen zurück und kramt ein wenig in ihren Sachen herum. Als sie die gesuchten Augentropfen gefunden hat, sagt sie zu ihrem Ersten Mann: "Mach die Augen wieder auf. Keine Sorge, ich verdecke den Mond."
   "Na gut..." meint Ono zaghaft und öffnet zögernd die Lider. Oh, wie herrlich ist sie doch anzuschauen, seine Herrin! Doch schon verschwimmt wieder alles, weil sie ihm etwas in die Augen tropft. Nach heftigem Blinzeln klärt sich das Bild aber wieder und seine Sehnerven scheinen sich beruhigt zu haben. Verblüfft sieht er sich dann um, bis sein Blick wieder an Seryx kleben bleibt, deren Lippen ein warmes Lächeln formen. Zwar kann er jetzt in der Dunkelheit keine Farben unterscheiden (auch wenn sich Innyki natürlich lebhaft ausmalen können, wie all das Grau-in-Grau bzw. Blau-in-Blau bei Tageslicht aussieht), doch er sieht alles gestochen scharf. Und er muss auch feststellen, dass er Wärme sehen kann.

"Mach die Fackel aus, Korn!" ruft Seryx - noch bevor Ono überhaupt bemerkt hat, dass sein Freund sich nun ebenfalls der Höhle genähert hat.
   Korn tut, wie ihm geheissen, und löscht die Fackel im Wasser, bevor er Seryx' Heim betritt und sich nun vorsichtig vorwärts tastet. Tja, als gewöhnlicher Karliuc kann er nunmal im Dunkeln nicht besonders gut sehen; und trotz des hellen Mondscheins draussen ist es doch in der Höhle selbst stockfinster; zumindest für jemanden, der gerade hereinkommt. "Dann stimmt es also?!" erkundigt sich Korn und kriecht auf sein Schlaffell.
   "Ja. Er hat die Augen aufgemacht." erklärt Seryx lächelnd und tätschelt dann beide Männer auf die Wange.
   Korn starrt angestrengt in die Dunkelheit, kann jedoch nur ein paar Konturen wahrnehmen. "Und sieht du etwas, Ono?!"
   "Ja. Und es ist seltsam. Als ich meine Augen aufschlug, wurde ich vom gleissenden Mondschein geblendet. Doch jetzt geht es schon besser. Ich kann dich klar und deutlich sehen, Korn. Die neue Aufmachung steht dir gut!"
Mit seinem neuen Sehvermögen kann Ono jetzt erkennen, wie Korn vor Verlegenheit errötet, auch wenn man das einem Karliuc normalerweise nicht ansehen würde; doch fasziniert beobachtet er nun, wie seinem Kumpan und Bruder (und wie nennt man eigentlich jemanden, der mit der gleichen Frau verheiratet ist?!) heisses Blut ins Gesicht schiesst. Seryx hat es nicht bei der Halskette bewenden lassen und ihren Zweiten Mann auch noch anderweitig verziert: beispielsweise hat sie ein paar Zöpfchen und Muscheln in seine wilde Mähne geflochten, ebenso in seinen seidigen Bart, was dem Karliuc ein regelrecht abenteuerliches Aussehen verleiht. Na ja, aber vermutlich sieht Korn trotz alledem nicht halbwegs so exotisch aus wie er selbst nach seiner Metamorphose... Sofern Inxi'Au überhaupt schon fertig ist mit ihm.
"Seryx..." meint er zögernd, als fürchte er sich vor der Antwort. "Ist es jetzt eigentlich endlich fertig?!"
   "Wie fühlst du dich denn?" fragt Seryx zurück und legt die Hand auf seine Brust. "Tut noch was weh oder so?!"
   "Nein. Ich fühle mich ganz gut. Nur noch etwas schwach."
   "Das ist gut. Du musst jetzt viel essen, dann wirst du dich auch schnell erholen. Und schon bald wirst du wieder überall rumspringen können." verspricht sie ihm und klingt dabei recht verheissungsvoll.
   Und da geschieht etwas erstaunliches: Ono bekommt eine Erektion, obwohl Seryx noch nicht mal den verborgenen Winkel über seinem Herzen berührt hat. Schon allein ihr Anblick, der Klang ihrer Stimme, ihr süsser Duft und die leise Berührung ihrer geschuppten Fingerspitzen auf seiner Haut haben ausgereicht, ihn derart zu erregen, wie noch niemals ein Karliuc erregt worden ist, ohne dass der verborgene Winkel über seinem Herzen berührt worden wäre. Haben allein seine unkeuschen Gedanken dieses Wunder vollbracht?! Oder doch eher die unkeuschen Gedanken seiner Geliebten Herrin, die nämlich keineswegs sonderlich überrascht zu sein scheint... und sich nun ganz selbstverständlich daranmacht, diese günstige Gelegenheit auch gleich auszunutzen.

 

 



  
"Ach du liebe Zeit!" meint Aladeen und klopft Jaras'Jana erleichtert auf die Schultern. "Was zum Teufel habt ihr denn so lange getrieben?! Wir haben uns schon langsam Sorgen gemacht!"
   Die ehemalige Commandra dell Alcat sieht sich aufmerksam im Lager um, wobei ihr Blick auch auf die neuen Sklaven fällt, die wohl mal zu dem Föderierten Aufklärer gehört haben müssen, den sie bei ihrem Anflug auf Cileyon auf dem Scanner hatte. Jaras'Jana und John Sinclair sind diesmal nicht im kleinen Aufklärer der Karliucs mitgeflogen, sondern in einer Rigellianischen Jacht mit Capricjanischen Hoheitszeichen...
"Sorgen?! Warum denn?! Vielleicht solltest du mir lieber mal erzählen, was hier los war, während wir weg waren!"
   Aladeen wechselt nun ein paar verschwörerische Blicke mit Jaras'Jana, worauf sich die Miene der Malgara langsam erhellt. "Aber alles der Reihe nach. Wir werden alles während des Abendessens erzählen."

   K'Tok, der Commander des Karliuc-Aufklärers, sieht sich ebenfalls etwas ratlos um. "Wo sind Ono und Korn?" erkundigt er sich dann schliesslich bei Aladeen. "Sind sie tot?!" Er vermutet ganz richtig, dass die Föderierten Patrioten, die hier auf Cileyon gelandet sind, sich bestimmt nicht freiwillig den Cilliani (oder wohl eher den Malgas hier) als Sklaven unterworfen haben, und dass es womöglich einen ziemlichen Kampf gegeben hat... und dass Ono und Korn das vielleicht nicht überlebt haben.
   Fast wäre Aladeen versucht, ihm einfach zu sagen, dass die beiden tot und bereits bestattet wären, doch das wollen Ono und Korn nicht. "Na ja..." meint Aladeen ein wenig zögernd. "Gewissermassen sind sie für das Karliuc-Imperium gestorben. Keine Sorge, das meine ich nur im übertragenen Sinne. Zwar ging es um Haaresbreite, doch sie leben noch, gesund und munter. Allerdings... Na ja, was soll ich lang erzählen: Ono und Korn haben nach Capricjanischem Recht geheiratet. Und sie werden hier bleiben."
   "Ach." Irgendwie scheint der Karliuc-Commander nicht einmal besonders überrascht zu sein. Kaum lässt man einen ledigen Karliuc in Cimmeria mal ein paar Minuten mit einer Frau allein, will er sie am liebsten gleich heiraten; das hat er inzwischen schön öfters gesehen. "Sogar gleich beide. Nun gut, da kann man ja wohl nichts machen. Oder nur noch gratulieren. Wo stecken denn die beiden glücklichen Paare?!"
   "Nun ja..." fängt Aladeen wieder an und überlegt sich, wie sie dem guten Mann schonend beibringen soll, dass ein und dieselbe Frau seine beiden Männer geheiratet hat. Dann sieht sie auf und ihre Miene erhellt sich. "Da kommen sie ja!"

  

K'Tok und die übrigen Karliucs starren das Trio auch beim Abendessen noch gleichzeitig fasziniert wie schockiert an. Keine Frage, Seryx ist eine wirklich prächtige Innyki-Kriegerin, doch wie kann es angehen, dass sich eine Frau gleich zwei Männer nimmt?! Na schön, in Cimmeria mag das vielleicht nicht so ungewöhnlich sein... doch zwei Karliuc-Männer?! Und die sind auch noch damit einverstanden?!
Na schön, wenn man sich Seryx so ansieht, kann man das sogar fast verstehen. Und wenn man sich Ono so ansieht, steht auch ausser Zweifel, dass der Mann nun zu ihr gehört; immerhin ist sein Körper nun mit glänzenden Schuppenmustern verziert und er sieht nun durch kupferrote Katzen-Augen (Na ja, vielleicht sollte man angesichts der eingeimpften Innyki-Gene lieber von Schlangen- oder Drachen-Augen sprechen?!). Aber warum dann auch noch Korn?!
Wobei... Ono und Korn waren ja schon immer unzertrennlich. Und sowohl Seryx als auch ihre beiden Männer sehen ausgesprochen glücklich aus.


Was Jaras'Jana und John Sinclair zu berichten haben, deckt sich so ziemlich mit den Mutmassungen von Seryx und Aladeen. Der Höchst Ehrwürdigen Atrix d'Aripat de Caprica hat es offensichtlich sogar so gut gefallen, von diesen Cilliani zu hören, dass sie gleich einiges locker machte, um diese kleine Kolonie auf Cileyon zu unterstützen; weshalb Jaras'Jana und John Sinclair tatsächlich einen ausgedehnten Einkaufsbummel durch den Basar von Rigellia machen durften.
Und Malga-Siru und das Syndikat sind damit einverstanden, wenn die Malgas fortan in Cimmeria bleiben und nicht in ihr früheres Leben zurückkehren.
Was das Schicksal der Föderierten angeht, so hat man sich deswegen heimlich mit Sir Benedict Montgomery getroffen...
... worauf der Botschafter der Föderation auf Rigellia John Sinclair angeraten hat, nach Cileyon zurückzukehren und dort bis ans Ende seiner Tage glücklich zu leben. Sollte nämlich ein Totgeglaubter in die Föderation heimkehren, so würde er wohl seines Lebens nicht mehr froh und könnte - bestenfalls - keinen Schritt mehr tun, ohne dass er vom Sicherheitsdienst überwacht würde.
Schlimmstenfalls würde man so jemanden vielleicht auch so lange verhören und durch die Mangel drehen, bis er niemals mehr in der Lage sein würde, auch nur an einen Schritt zu denken...
Immerhin hat man sich unauffällig nach den Familien und Freunden der Amazonas-Besatzungsmitglieder erkundigt. Dabei ist zum Beispiel herausgekommen, dass die ach so religiöse Verlobte von Steve nur zwei Monate nach dem Verschwinden der Amazonas mit einem anderen vor dem Traualtar stand. Na ja, so ist das Leben. Einigen Angehörigen waren die ausbezahlten Versicherungssummen noch nicht genug: Ein Prozess auf weitere Schadenersatz- und Schmerzensgeldleistungen wurde angestrengt und StarFleet bezahlte schliesslich in einem Vergleich eine ganz erkleckliche Summe, damit endlich Ruhe herrschte. Nicht auszudenken, wenn jetzt plötzlich herauskäme, dass die Männer von der Amazonas gar nicht tot sind!
Wie auch immer, keiner der Männer hat im Sinn, in die Föderation zurückzukehren. Und auch die gefangenen FPV-Patrioten werden wohl oder übel in Cileyon bleiben; denn die würde offiziell ja ohnehin niemand vermissen.
   "Wie man uns durch die Blume mitgeteilt hat, würde sich die Höchst Ehrwürdige Atrix d'Aripat de Caprica ganz besonders darüber freuen, wenn wir hier auf Cileyon nach Capricjanischen Bräuchen leben. Darum hat man uns auch schon mal tonnenweise Capricjanisches Gold und dergleichen mehr mitgegeben..." erzählt Jas mit spitzbübischem Lächeln. "Eine noble Geste. Übrigens: Mein Name lautet nun Jaras'Jana da Cillian."
   "De Cileyon!" fügt Aladeen hinzu. "Und wie hat man sich vorgestellt, sollten wir uns organisieren? Einzelne Familien..." Bei diesen Worten verziehen S'Atyre und einige andere leicht das Gesicht; bislang hat es ihnen allen nämlich ganz gut gefallen, ihre Männer immer wieder mal zu wechseln. Wenn sie sich für ein oder zwei bestimmte Typen entscheiden müsste, so wüssten sie nicht, wen sie da wählen sollten. "... oder vielleicht lieber als Clan, gewissermassen ein Grosser Kreis?!"
Die letztere Variante scheint nicht nur S'Atyre viel besser zu gefallen, sondern auch den anderen, denn ringsum wird zustimmend genickt.
   Auch Jas nickt. "Ich habe schon angedeutet, dass es vermutlich so bleiben wird, wie es auch bislang ganz gut funktioniert hat. Und das ist nunmal ein Grosser Kreis." Sie lächelt breit. "Wir sind hier also der Clan da Cillian."
Dann erzählt sie weiter, dass mit der Zeit wohl noch mehr Leute nach Cileyon kommen würden. Aber nicht hier auf die Inseln, wo die Cilliani ihre Jagdgründe haben.
Doch da gibt es immerhin auch noch die grossen Kontinente im Norden, die während des Krieges so zerbombt wurden, dass die allermeisten Städte geradezu pulverisiert wurden und auch heute noch auf weiten Landstrichen nicht mal ein Grashalm wächst. Na ja, für Cimmerianische Siedler eine ideale Gegend, um sich so richtig auszutoben. Vielleicht werden sich dort auch Karliucs niederlassen; immerhin waren K'Tok und seine Leute ja auf der Suche nach bewohnbaren Welten, als sie auf Cileyon über die Cilliani gestolpert sind, also wäre es nur recht.
   "Solange wir hier auf den Inseln unsere Ruhe haben und das Meer sauber bleibt..." meint Seryx, wobei sie natürlich ziemlich sicher sein kann, dass Cimmeriani (Ganz besonders, wenn sie ihre Order von Caprica erhalten!) darauf achten werden, die Umwelt nicht zu stören. "... dann können die im Norden meinetwegen treiben, was sie wollen." Und dabei wechselt sie einen sehr bedeutungsvollen Blick mit Jaras'Jana. Es fragt sich, ob auch Seryx weiterhin ihre Ruhe haben kann, denn vermutlich werden ihre liebe Familie auf Inyx und ihre Freunde von der Providentia nicht sehr davon begeistert sein, dass die Innyki-Kriegerin lieber irgendwo in einem gottverlassenen Dschungel leben will, statt wieder als ArratJu kreuz und quer durch die Welten zu reisen.




Komisch. Irgendwie passt die Frau dort nicht so recht ins Bild der anderen Cimmerianischen Siedler, die hier vorübergehend noch herumwuseln, und sie sieht auch nicht so aus, als wollte sie den Cilliani auf der Insel bloss einen Freundschaftsbesuch abstatten; sie ist von Kopf bis Fuss schwarz gekleidet und unterscheidet sich schon allein dadurch krass von den mehr oder weniger halbnackt rumlaufenden Einheimischen.

Als Aladeen die Frau bemerkt, vermutet sie auf den ersten Blick, dass die Dame sicherlich von der Providentia kommt. 'Pardon, sucht Ihr vielleicht jemanden?!' ruft sie ihr zu und nähert sich ihr auf drei Schritte.
Die schwarzgewandete Malgara bleibt stehen, schiebt eine vorwitzige pechschwarze Locke aus dem Gesicht, schiebt ihre Sonnenbrille hoch und starrt die Thyuda-Schlange aus wunderschönen blauvioletten Katzen-Augen an. O oh. Na sieh mal an, sogar jemand aus dem Inneren Kreis der Pajuté!
   'In der Tat!' erklärt Pentan J'An'Tanis und bleckt die Zähne zu einem flüchtigen Lächeln. 'Ich suche die Edle Xarya Serlemona Al'Ixandria.'
   'Ach wirklich?! Tut mir leid. Jemand dieses Namens ist hier nicht bekannt.' erklärt Aladeen freundlich aber bestimmt.
   'Ach wirklich?!' meint nun die Pajuté. 'Eine prächtige Innyki-Kriegerin. Kaum zu übersehen!'
   'Nun, wir kennen hier zwar eine prächtige Innyki-Kriegerin, doch deren Name ist Seryx.' stellt die Taydaju mit eisiger Stimme klar. 'Seryx da Cillian de Cileyon.'
   Pentan zuckt leicht theatralisch die Schultern. 'Meinetwegen kann sie sich nun nennen, wie immer es ihr beliebt. Und sie kann auch tun und lassen, was ihr beliebt. Ich soll ihr nur eine Nachricht bringen, das ist alles.'
   Aladeen weiss nicht so recht, ob sie dem Frieden trauen soll. Aber macht das einen Unterschied?! Schliesslich deutet sie mit ausgestrecktem Arm auf den Wasserfall, hinter dem Seryx' Höhle verborgen ist.

  
Da Seryx ihre Anwesenheit schon längst gespürt haben dürfte, gibt sich Pentan keine Mühe, besonders leise zu sein. Sie flucht kräftig, als sie erkennt, dass sie wohl kaum in die Höhle gelangen kann, ohne nass zu werden, und dass Seryx ganz offensichtlich nicht mal im Traum daran denkt, ausgerechnet jetzt aus ihrem Heim herauszukommen.

'Ein wirklich lauschiges Plätzchen habt Ihr Euch da ausgesucht, Edle Xarya Serlemona Al'Ixandria! Und wie ich sehe, habt Ihr es Euch auch besonders gemütlich eingerichtet...' meint Pentan und setzt ein anzügliches Grinsen auf.
   Den beiden Männern neben ihr scheint es zwar ein wenig peinlich zu sein, im Bett erwischt zu werden, doch Seryx selbst bleibt ganz cool und verschränkt sogar demonstrativ die Hände hinter dem Kopf, als sie sich wieder zurücklehnt.
'Ich habe mich schon gefragt, wie lange es wohl noch dauert, bis endlich jemand von euch auftaucht...' Seryx lächelt spöttisch. 'Ihr habt euch Zeit gelassen.'
   Pentan zuckt die Schultern. 'Es hat eine Weile gedauert, bis ParaLyc sich von ihrem hysterischen Lachanfall wieder erholt hat. Irgendein Scherzkeks hat ihr doch allen Ernstes erzählt, Ihr hättet euch zwei Männer genommen und wolltet nun auf irgendeiner gottverlassenen Insel auf einem hinterwäldlerischen Planeten leben und bis zum Ende eurer Tage Fische fangen oder sowas in der Art.'
   'Ach wirklich?!' meint Seryx, als könnte sie sich überhaupt nicht vorstellen, dass irgendjemand solch abstruse Gerüchte in die Welt setzt. Doch dann wird sie schlagartig ernst. 'Und was wäre so schlimm daran?!'
   'Na ja...' Pentan zuckt die Schultern, als hätte sie sich das auch schon gefragt. 'Es wäre irgendwie ein grosser Verlust für Malga-Siru, Ceres, Providentia und die Gegenverschwörung.'
   'Da kommen mir ja gleich die Tränen. Immerhin ist man die letzten sieben Jahre ja wohl auch gut ohne mich ausgekommen, oder?! Wenn ParaLyc oder andere so schrecklich grosse Sehnsucht nach mir hatten, warum hat man dann nicht nach der Alcat gesucht, he?! Und wenn man also davon ausging, dass wir alle tot wären, dann kann es wohl jetzt nicht mehr so furchtbar schockierend sein, wenn wir nicht mehr in unseres früheres Leben zurückkehren, oder?!'
   Pentan zuckt erneut die Schultern und erklärt mit süffisantem Lächeln: 'Das mag wohl so sein, doch kratzt mich persönlich das alles natürlich herzlich wenig. Von mir aus könnt Ihr Euch hier einen ganzen Harem halten und weiterhin vergnüglich in dieser Wildnis leben, aber ich bin damit beauftragt worden, wenigstens zu versuchen, Euch dazu zu überreden, wieder zurückzukommen...' Na ja! Pentan's Blick zeigt deutlich, dass sie diesbezüglich wenig Hoffnung hegt und sich deshalb auch keine besondere Mühe gibt. '... oder zumindest weiterhin verfügbar zu sein für Unsere Gute Sache. ParaLyc besteht darauf, dass Ihr uns wenigstens Euer Wort gebt, auch in Zukunft auf unserer Seite zu stehen, wenn auch nicht mehr so aktiv.'
   Selbstverständlich würde Seryx auch weiterhin immer auf der richtigen Seite stehen. Doch wenn man jemandem wie Pentan den kleinen Finger gab, so durfte man sich nicht wundern, wenn hinterher vielleicht ein Ring fehlte oder so; und auch die Finger sollte man vorsichtshalber immer wieder zählen... Also formuliert die Innyki möglichst vorsichtig: 'Man weiss verdammt gut, wo ich stehe. Aber ich will meine Ruhe haben, bis es mich vielleicht eines Tages mal wieder juckt, der FPV oder sonstwem in den Arsch zu treten.' Und dann fügt sie in drohendem Ton hinzu: 'Und es soll sich ja niemand einfallen lassen, mich gewaltsam aus der Reserve locken zu wollen. Sollte meinen Männern oder meinen Freunden hier irgendwas passieren, so werde ich mich nicht nur an der FPV oder sonstwem ganz furchtbar rächen... sondern auch gleich ParaLyc oder sonstwem sämtliche Zähne einschlagen.'
   Pentan gibt sich schockiert. 'Aber was für Gedanken habt Ihr denn da?! ParaLyc oder sonstwer würde wohl kaum auf solch gemeine Ideen kommen!' Jedenfalls nicht, wenn es um Freunde und Verbündete geht. Gegenüber FPV- und anderem Gesindel ist man natürlich nicht so zimperlich; da werden ohne grosse Gewissensbisse frisch-fröhlich Intrigen gesponnen, bis sich irgendwelche verschreckte Patrioten schlussendlich womöglich selber gegenseitig umbringen. Pentan zuckt schliesslich die Schultern und meint lapidar: 'Na ja, dann werde ich ParaLyc wohl erzählen, dass Ihr weiterhin im Urlaub bleiben wollt.' Dann nickt sie kurz, macht auf dem Absatz kehrt und läuft davon.

   "Wer zur Hölle war das denn?!" erkundigt sich Korn, der noch ein wenig verschreckt wirkt. Normalerweise trampeln Leute nicht einfach so ohne Einladung in Seryx' Höhle, auch wenn seine Herrin von diesem Besuch nicht sonderlich überrascht worden zu sein scheint.
   "Das da, meine Lieben, war Pentan J'An'Tanis. Jawohl, eine Pajuté." antwortet Seryx und rollt sich auf den Bauch...
   ... worauf Ono schon fast reflexartig damit beginnt, ihren Rücken zu massieren. "War das nicht die, die damals Jean-Luc d'Arieux nach seiner Entführung wieder nach Caprica zurückgebracht hat? Irgendwie habe ich mir die aber ein wenig anders vorgestellt..."
   Entführung?! Ach ja. Es ist einiges passiert in den letzten paar Jahren und Seryx ist immer noch dabei, tonnenweise alle mögliche Nachrichten zu lesen, um wieder up to date zu sein... "Pentan ist ein wenig aus der Art geschlagen, was ihre Moral anbelangt", erklärt die Innyki fast entschuldigend. "Doch sie ist verdammt gut. Wie alle Pajuté."
Seryx fragt sich, wie lange sie ihre Ruhe wohl noch geniessen kann. Irgendwann würden sie wiederkommen mit irgendwelchen verlockenden Angeboten. Und früher oder später würde sie der Versuchung wohl auch wieder erliegen; denn immerhin liegt noch ein langes Leben vor ihr, da sie ja erst 58 Jahre alt ist und noch gut zwei Jahrhunderte vor sich hat, sofern nichts dazwischenkommt.
Aber ihre Connections zur Providentia sind nicht das einzige Problem.
Auch in Cimmeria sind rumspazierende Innyki relativ selten, so dass sie sich schlecht in der Menge verstecken kann. Und sowas wie Ono hat man ja überhaupt noch nirgends gesehen...
Aladeen hat eine Kopie ihrer Berichte und Aufzeichnungen über die Metamorphose ("Die Wirkungen von Inxi'Au auf einen Karliuc [unter erschwerten Bedingungen]") unter einem Pseudonym und mit einer dazu passend ausgesponnenen Geschichte an die Cjitra-Klinik auf Artagona gesandt, von wo aus sich die Story, dass ein Karliuc von einer Innyki gebissen wurde und das Inxi'Au glücklich überlebt hat, wie ein Lauffeuer in den Tayda-Kreisen von Malga-Siru und Cimmeria verbreitet.
Und es sollen sich auch schon prompt Karliucs freiwillig gemeldet haben, um sich von einer Innyki beissen zu lassen; obwohl über mögliche Spätfolgen von Inxi'Au bei Karliucs erst spekuliert werden kann.
Ono fühlt sich grossartig und ist glücklich mit seinem Körper und den schärferen Sinnen. Aber niemand kann genau sagen, inwieweit sich seine Lebenserwartung durch die Metamorphose verändert hat. Wird er nun vielleicht so steinalt wie ein Innyki, oder sind seine Kräfte durch die Umwandlung so verbraucht worden, dass er schon nach kurzer Zeit tot umfällt?!

  

Ono jedenfalls geniesst seine neuen Innyki-Features. Gegenüber Korn ist er jetzt auch sexuell dominant, da er ja nun immerhin auch einen Steifen bekommen kann, ohne dass erst der verborgene Winkel über seinem Herzen berührt werden müsste. Deshalb kann er seinen Freund nun auch ficken.
Allerdings lutscht der lieber seinen Schwanz - und Ono ist das ganz recht so, denn er ist es nach wie vor nach Karliuc-Art gewohnt, dabei relativ ruhig auf dem Rücken zu liegen, weil sonst der Kreislauf verrückt spielt und ein Blackout droht.

Oh ja, Karliuc-Männer sind es gewohnt, beim Sex unten zu liegen, weil andernfalls ihr Hirn bei so grosser Leidenschaft nicht genug durchblutet würde und sie beispielsweise im Stehen dann sowieso bald in Ohnmacht fallen würden... somit waren im Karliuc-Imperium auch Vergewaltigungen unbekannt.
Jedenfalls bis die Föderierten Besatzer kamen.
Ein normaler unverheirateter Karliuc-Mann ist ständig sexuell frustriert, weil ihm höchstens vor Erregung die Halsdrüsen schwellen können, ansonsten läuft jedoch gar nichts, denn es ist unnütz, an den Genitalien rumzufummeln, da kann er reiben, bis er schwarz wird. Er kann sich nun mal nicht selbst seinen verborgenen Winkel über dem Herzen berühren und da die Handrücken von Karliuc-Männern mit so eine Art Dornenartigen Warzen besetzt sind, können sich Jungs dabei auch nicht gegenseitig helfen. Nur eine zarte Frauenhand kann sie erlösen... und dann sind sie für immer auf diese erste Frau geprägt.
Natürlich könnte so ein sexuell frustrierter Karliuc allen Moralvorstellungen zum Trotz auch versuchen, sich irgendein Hilfsmittel in die Lappfalte zu schieben und so den verborgenen Winkel über seinem Herzen zu reizen, doch anscheinend wird für die richtige Stimulation eine gewisse Körpereigene Energie benötigt, die ein mechanisches Ding nicht bieten kann. Zumindest scheinen solche Versuche höchst selten auch nur im entferntesten erfolgreich zu sein. Und es ist durchaus schon versucht worden, oh ja...

So ein Glück, dass Korn eine Herrin hat, die ihn nur ganz selten mal länger sexuell frustriert lässt. Seryx liebt es, ihre zwei Männer aufzuheizen, ihnen zuzusehen, wie sie sich gegenseitig einen blasen... und sie dann zu nehmen.

So wie jetzt, als Seryx mit geübtem Griff den verborgenen Winkel über Korn's Herzen berührt, ihm seinen Lendenschurz abnimmt und ihn dann zu Ono schubst, der bereits mit raubtierhaftem Lächeln darauf wartet, dass sie sich seitwärts in die Position legen, die Seryx als 69 bezeichnet.
Korn schliesst seine Lippen um Ono's Penisspitze und kommt wieder einmal nicht umhin, zu bemerken, dass sich auch das bei seinem Freund durch Inxi'Au verändert hat. Nicht nur wegen des dekorativen Schuppenmusters. Sobald ein Karliuc durch das Berühren des verborgenen Winkels über seinem Herzen einmal in diesen Ekstatischen Zustand geraten ist, dass ausser den Halsdrüsen endlich auch der Penis anschwillt, tröpfelt dieser dann die ganze Zeit hindurch, so lange wie es eben anhält (bei ihm durchschnittlich eine halbe Standardstunde)... doch Ono hat nun irgendwann einen Orgasmus, wo dann mehr oder weniger alles auf einmal kommt, wie bei den Menschen - und offensichtlich auch bei Innyki. Deshalb kann Korn bei Ono jetzt nur ein paar 'Freudentropfen' schmecken, wie Seryx das nennt. Und es schmeckt auch ganz anders, wenn er es mit sich selbst vergleicht.
Manchmal muss Korn daran denken, was ihm Takamura mal über Zähne bei Blowjobs erzählt hat, und dann muss er grinsen. Auch Karliucs haben scharfe Zähne - aber als Krieger sind sie da wohl härter im Nehmen... jedenfalls macht es ihn ungeheuer an, wenn Ono sanft seine Zähne einsetzt. Vielleicht ist es der Nervenkitzel. Seryx hat ja schliesslich auch scharfe Krallen, und trotzdem berührt sie damit sanft wie ein Schmusekätzchen den verborgenen Winkel über seinem Herzen. Womöglich rinnen ihm nicht zuletzt deshalb dabei immer erregende heisse und kalte Schauer den Rücken runter, weil er genau weiss, dass Seryx gerade so gut, jeden Moment wie eine Raubkatze ihre Krallen ausfahren könnte...

 



Mit geübten Handgriffen und den nötigen Zutaten verwandelt sich Seryx innerhalb einer Viertelstunde in eine Tiziana. Und auch Ono wird von ihr nun gekonnt in einen Tizianen verwandelt. Und mittels eines speziellen Senders wird auch jeder Tricorder die beiden nun als Angehörige der Familie L'Orédana de Tizian identifizieren.

In dieser Aufmachung spaziert Seryx auf Rigellia seelenruhig in eine Bank, nennt einen Tizianischen Namen und die dazugehörigen Codeworte und lässt schliesslich auch noch einen Netzhautscan über sich ergehen, bis man endlich eine Menge Salgas in ihre Tasche packt und es sehr bedauert, dass sie sich nach etlichen Jahren so plötzlich entschlossen hat, zwei ihrer drei Konti bei diesem Institut aufzulösen. Na ja, immerhin sei es sehr weise von ihr, dass sie einen Cousin und sogar noch einen Karliuc-Wächter zur Begleitung mitgenommen hat; man könne ja nie wissen, bei dem Gesindel, das sich hier so rumtreibe...
   _

Ono und Korn sind von dem Salga-Schatz (so schwer wie ein kräftiger dreijähriger Karliuc) überaus beeindruckt, als sie das ganze Zeug in ihrem Hotelzimmer auf Rigellia betrachten.
   "Du bist ja schwerreich!" Korn kann es kaum fassen. "Hast du vielleicht mal eine Bank ausgeraubt oder sowas in der Art?"
   "Nichts dergleichen. Ich habe meinen bescheidenen Sold eben immer gut angelegt. Na ja, ich hatte Glück beim spekulieren." Sie lächelt versonnen. "Und jetzt machen wir eine Einkaufstour durch den Basar, damit wir uns dann in Cileyon so richtig gemütlich einrichten können."
Wozu es allerdings Sprengsätze und diverse Waffen braucht, um sich gemütlich einzurichten, verrät Seryx freilich nicht...
Aber man kann ja nie wissen, wozu sowas nochmal gut ist.
   _

Es ist nicht zu übersehen, dass beide Männer geil sind - ihre Halsdrüsen sind geschwollen. Na das kommt doch gerade recht - also murmelt Seryx in verheissungsvollem Ton, dass sie sich ausziehen sollen, was Ono und Korn auch sogleich tun.
Bei Ono zeichnet sich schon eine Erektion ab - und auf einen Wink von Seryx macht sich Korn daran, ihm den Schwanz zu lutschen, was Ono sichtlich gefällt und die Innyki in Stimmung bringt, die heranschleicht und Ono zu küssen beginnt, der sich breitbeinig aufs Bett gelegt hat, während Korn zwischen seinen Schenkeln liegt und zeigt, was er in den letzten Monaten gelernt hat.
"Ono, ich will, dass du ihn fickst. Korn, knie dich rittlings über ihn... nein, nicht so, dreh dich um. Ono, nimm dieses Öl hier und bereite ihn vor. Ja, so ist gut... jetzt nimm einen zweiten Finger. Korn, hör auf rumzuzappeln."
   "Ja, Herrin..." keucht Korn und bekommt dann bald darauf auch schon drei Finger zu spüren. Die Finger können nicht tief eindringen, weil ja dann die Dornwarzen im Weg sind, doch ihm ist das nur recht. Karliuc-Männer haben keine Prostata, deren Rubbeln sich gut anfühlen würde - doch es erregt ihn trotzdem... weil er weiss, dass Seryx gerne dabei zusieht und weil er sich Ono gegenüber dann so wunderbar ausgeliefert vorkommt, auch wenn der ihn noch nicht mal im Stehen fickt und heftig rannimmt, wie es ein Rigellianischer RiaChré tun würde, sondern dabei gemütlich auf dem Rücken liegt.
Schliesslich meint Seryx, dass er genug vorbereitet ist, und so senkt er sich auf Ono's Schwanz. Als würde er von einer dicken stumpfen Lanze aufgespiesst, mit Seryx' Händen an seinen Hüften, die das Tempo vorgeben. Er wünschte sich sehr, sie würde endlich den verborgenen Winkel über seinem Herzen berühren, doch er ist inzwischen schlauer, als sie jetzt schon darum zu bitten. Wenn er ihr Freude macht, wird sie ihn schon belohnen...
   "Gefällt dir das, Korn?" fragt Seryx in laszivem Ton.
   "Oh ja, Herrin!" keucht Korn.
   "Du bist wirklich schön eng, du Luder..." Ono mag es sehr, beim Sex mit seinem Gefährten schmutzig zu reden, das hat er wohl von Seryx. "Na los, beweg dich..." flüstert er und stöhnt dann auf, als Korn es wirklich tut. Das ist anders, als wenn Seryx ihn reitet.
Nach Karliuc-Massstäben dauert es gar nicht so lange, bis Ono schliesslich kommt - irgendwie muss er sich an das neuartige Gefühl eines punktuellen Orgasmus erst noch gewöhnen; und er weiss beim besten Willen nicht, was ihm besser gefällt. Es kommt ihm herrlich dekadent vor, in Korn's Hintern abzuspritzen... doch er findet es auch schon herrlich dekadent, in seinen Mund zu kommen. Erregend... besonders weil er genau weiss, dass Seryx dabei zusieht und mit ihren (seiner Ansicht nach immer noch 'übernatürlich' anmutenden) Sinnen ihre Gefühle auffangen kann. Ara-Touch hat ihm Inxi'Au nicht zuteil werden lassen, doch das ist vielleicht besser so, sonst würde er wohl durchdrehen, wenn er plötzlich telepathisch, telekinetisch oder sonstwas wäre. Er muss sich auch schon so an genügend Veränderungen gewöhnen... wie beispielsweise an einen Orgasmus, der keine halbe Stunde, sondern nur ne Minute dauert, wenn's hoch kommt, dafür aber noch intensiver ist.
   "Das hast du gut gemacht..." schnurrt Seryx, als Korn sich von Ono löst. Sie schubst ihn, so dass er nun flach auf dem Rücken liegt... und dann gleiten ihre Hände über seine Vorderseite, um schliesslich in die Lappfalte unterhalb seiner Rippen zu gleiten. Es gefällt ihr, wie er immer vor Lust die Augen verdreht und dieses kehlige Stöhnen von sich gibt, sobald sie den verborgenen Winkel über seinem Herzen berührt und ihre Hand dort ein wenig kreisen lässt. Ihre Hand gleitet wieder heraus und dann umfasst sie damit seine erwachende Erektion.
   Korn bäumt sich etwas auf, als sie sein Glied in die Hand nimmt. Oh, sie hat so wundervolle starke Hände! Wie Samt und Seide... und mit scharfen Krallen. Während sich die normale Haut ein Bisschen wie samtiger Pfirsich anfühlt (oder das ist es zumindest, was Aladeen immer sagt, schliesslich hat er keinen blassen Schimmer, was ein Pfirsich ist), kann er deutlich ihr Schuppenmuster fühlen. Die Schuppen sind spiegelblank, wie auf Hochglanz poliertes Lackleder, doch da sie einen Hauch weiter abstehen als die normale Haut, kann er die bunten Muster auch mit geschlossenen Augen deutlich fühlen... und er liebt es, ihre Muster nachzuzeichnen. Am liebsten mit seiner Zunge. Irgendwie scheinen die Schuppenmuster sogar besonders erregend zu schmecken... oder es ist vielleicht nur das Gefühl, seiner Herrin so nah zu sein, das ihn immer ganz high werden lässt?!
   Sie besteigt Korn...
... während nun Ono zusieht, der dicht heranrückt und sich von ihr einen Kuss abholt, bevor er seinerseits mit Korn zu knutschen beginnt - der seine Finger statt in die Bettlaken nun in seinen Gefährten krallt, während seine Herrin ihn nimmt.
Inzwischen kommt es ihm ziemlich dumm vor, dass er jemals Bedenken hatte wegen einer Ehe zu dritt. Seryx hat sie beide gut im Griff - und irgendwie würde wohl wirklich was fehlen, wenn der andere Mann nicht da wäre.
Er kann spüren, wie Seryx über ihm schliesslich mehrmals erschauert...
... und dann von ihm heruntersteigt. Sofort stürzt sich nun Ono auf sie, um ihren Honig zwischen ihren Beinen zu lecken - doch wie üblich stösst sie ihn schon bald weg, worauf Ono nun Korn's Erektion feinsäuberlich ableckt, wo sich Seryx' Honig inzwischen mit Korn's Saft vermischt hat.
Ono's Fingern fangen seine Hoden an zu kneten, um noch mehr Saft hervorzumelken... und Korn fühlt sich auf eine gute Art hilflos ausgeliefert und spreizt seine Beine noch mehr, um seinem Gefährten, dem Ersten Mann seiner Herrin, vollen Zugang zu gewähren, wie Seryx es ihm beigebracht hat... und zur Belohnung bekommt er von der prächtigen Innyki-Kriegerin einen Kuss.

 


Mehr über Seryx - und was sie womöglich noch alles mit ihren Männern treibt - gibt's vielleicht irgendwann mal, wer weiss.
Irgendwie bezweifle ich, dass die ehemalige Geheimagentin der Providentia den Rest ihres Lebens friedlich auf einer Insel verbringt... *diabolisch-lächel*

 

A/N:
Mit Aladeen kommt hier online auch endlich mal eine
Taydaju vor - mit dem berühmt-berüchtigten Panther-Blick der Thyuda-Schlangen *smile* - zu ihr passen die schönen grünen Augen ganz oben auf dieser Seite! ;-) 


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B.B. / 17.11.2003